Hero Quest

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Hero Quest

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Orks zum Frühstück, Zombies zu Mittag

5  01.09.2004

Pro:
Gute Ausstattung, das Prinzip des Erforschens, die Monster

Kontra:
Die Regeln sind ein wenig zu simpel für den anspruchsvollen Erwachsenen .  Geht Catan spielen  : )

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Spaßfaktor

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bberet

Über sich: Hi, ich bin 25, komme aus Österreich und bin immer noch fleißig am studieren (mit nebenbei Arbeiten)...

Mitglied seit:19.09.2000

Erfahrungsberichte:51

Vertrauende:8

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 30 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Mit Hero Quest wurden vor langer Zeit Millionen von Bubenfantasien erfüllt: Monster vermöbeln, geheime Kerker erforschen, magische Feuerbälle heraufbeschwören, das alles vor einem auf dem Wohnzimmertisch! Was für ein Brettspiel!
Klar, sogenannte Tabletop-Spiele, also Strategie- oder Rollenspiele mit Plastik- bzw. Zinnfiguren gab es schon früher, nur waren diese mit ihrem komplizierten Regelwerk eher den Freaks vorbehalten. Bis zu Hero Quest!

Das Spiel wurde in den späten achtziger Jahren von Games Workshop hergestellt und von MB vertrieben. Lange aus der Produktion, muss man heute auf Ebay oder ähnliche Dienste zurückgreifen, um noch ein Exemplar zu ergattern.

Hero Quest enthält einen großen Spielplan voller verschiedenfarbiger Räume/Kerker, rund 30 einigermaßen detailreiche Plastikmännchen, verschiedene Möbelstücke und Türen, zahlreiche bunte Karten und eine Handvoll Würfel.
Vor Spielbeginn geht es um die Verteilung der Rollen. In Hero Quest prallen zwei Mächte aufeinander: Gut gegen Böse. Herrlich einfach, oder?
Ein Spieler schlüpft in die Rolle des Bösen (der heißt wirklich so! Der Böse.) Die anderen spielen die so genannten Heroen, strahlende Helden im Kampf für das Gute. Bei weniger als 5 Spielern können mehrere Helden von einem Spieler übernommen werden oder überzählige gekickt werden, was das Spiel für die Guten natürlich schwieriger macht.

DER BARBAR

Der klassische Haudrauf, der aussieht als wäre er direkt aus dem Film Conan entsprungen. Dieser darf als einziger mit drei Kampfwürfeln angreifen. Dass er laut Statistik genauso viel/wenig in der Birne hat wie ein armseliger Ork, ist da zu verschmerzen. Die Intelligenz spielt im Basisspiel so gut wie keine Rolle.

DER ZWERG

Klein und robust, mit handlicher Axt ausgestattet. Der zweitbeste Kämpfer, der außerdem jede Falle entschärfen kann.

DER ZAUBERER

Mit 9 Zaubersprüchen ausgestattet, ist er unverzichtbar für jede Party. Er muss allerdings von den anderen Mitgliedern aus Nahkämpfen rausgehalten werden. Da kippt der Magier nämlich schnell aus den Latschen.

DER ALB

Sozusagen der Weißwein unter den Heroen. Für alle Gelegenheiten passend, aber nicht sonderlich stark. Der Alb verfügt über drei Zaubersprüche und mittlere Kampffähigkeiten.


Das besondere an Hero Quest sind die Herausforderungen. Das Spiel hat praktisch Levels wie ein Computerspiel. Sie sollten nacheinander gespielt werden, weil sie immer schwieriger werden und auch eine kleine Geschichte bilden. Nur der Böse darf Einblick in das Buch der Herausforderungen nehmen. In diesem sind alle Monster, Türen und Gegenstände eines Levels verzeichnet.
Ein Heroe sieht davon immer nur das, was sich in dem Raum oder Flur befindet, in dem er sich gerade aufhält. Das bedeutet, dass bei Betreten eines neuen Ortes das Spiel unterbrochen wird und der Böse den Raum nach den Vorgaben des Buches aufbaut. Fast wie bei Ikea, außer dass die Möbel schon fertig sind und daneben oft noch ein Skelettkrieger steht.
Das macht einen Großteil des Reizes des Spiels aus. Unvergleichlich war der Nervenkitzel, einen neuen Raum zu betreten ohne zu wissen, ob sich darin eine Schatzkiste oder 4 stählerne Krieger befinden.
Man könnte jetzt meinen, dass das ständige Herumbauen auf dem Spielfeld ein wenig langweilig ist, aber das kam uns eigentlich nie so vor. Bei anderen Spielen muss vor Spielbeginn schon alles aufgestellt werden, was in Summe nicht viel weniger Arbeit ist und natürlich nicht den Spannungsgehalt einer Hero-Quest Partie bietet.

Die Aufgabe des Bösen ist klarerweise nicht auf Bühnenbildner beschränkt. Er darf mit seinen gerade hingestellten Monstern auch angreifen. Es gibt auch Fallen, Geheimtüren und verborgene Schätze, in die die Heroen hineintappen bzw. nach denen die Heroen suchen können und die der Böse verwaltet. Er ist ein Dungeon Keeper im wahrsten Sinn.
Die vorhandenen Monster decken so ziemlich das ganze Fantasy-Spektrum ab.
Da gibt es schwache Goblins mit Buttermessern, dumpfbackige Orks mit Schlachterbeilen, große Echsenwesen, richtig fies aussehende Chaoskrieger, diverse Untote von schwachen Skeletten über faulige Zombies bis zu zähen Mumien, und den Überkrieger, eine lebendige Steinstatue namens Gargoyle. Angriffe finden mit speziellen Kampfwürfeln statt und sind sehr simpel durchzuführen. Zauber können jederzeit gesprochen werden und haben meist einen größeren Wirkungsradius.

Jede Herausforderung hat ein bestimmtes Ziel. Suche Goldschatz A, rette Prinz B, töte Obermotz C. Ist die Aufgabe erfüllt, gewinnen die Heroen kollektiv und kassieren eine Belohnung. Mit dieser kann man Ausrüstungskarten kaufen und in den nächsten Abenteuern verwenden. Beißen alle Helden ins Gras, triumphiert der Böse.
Sind alle Herausforderungen durchgespielt (sie sind mit allen vier Heroen eigentlich recht leicht zu gewinnen), bleiben Zusatzpacks, die neue Monster, Quests und Zaubersprüche enthalten, man kann aber auch selber Herausforderungen entwerfen und die fiesesten Fallen einbauen, die einem einfallen.

Alles in allem war Hero Quest eins der spaßigsten Spiele mit der größten Langezeitmotivation überhaupt.

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