Konsequent zu Ende gedacht
18.08.2004 (24.08.2004)
Pro:
Tolles Konzept, sehr klein & leicht und mobil
Kontra:
Rechenleistung, kein FireWire, magere Grundausstattung
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Akkulaufzeit
Kontraste
Festplatten-Kapazität
Bedienung/Ergonomie
Software-Ausstattung
mehr
 Schmadlbauer
Über sich:
Was ich nicht mag, sind lange Erfahrungsberichte, die *nichts* aussagen. Copy&Paste Orgien und elend...
Mitglied seit:26.01.2004
Erfahrungsberichte:11
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 21 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Meine Freundin und ich sind nach ewigen Jahren als Mac-Nutzer vom iBook G3 auf den Tablet PC von HP umgestiegen. Der Grund war, dass das iBook nach drei Jahren bei der Rechenleistung ein wenig ins Schnaufen geriet und ... naja dass sich meine Freundin in´s Tablet PC Konzept verschaut hat (ich kann mich dem Charme dieses Geräts übrigens auch nicht ganz entziehen, wenn ich ehrlich bin;-). Und bislang hat Apple halt keinen TPC... Ganz grundsätzlich: der HP TC 1100 geht einen eigenen Weg zwischen den "Slates", also "reinen Tablet PC´s". Diese kommen ohne Tastatur, werden unterwegs nur mit Stift bedient und am Arbeitsplatz in eine Docking-Station samt Peripherie integriert. "Convertibles" ähneln Laptops, nur lässt sich ihr Bildschirm umdrehen und auf die Tastatur klappen, sodass nur der Touchscreen bedient werden kann. Sie sind aber auch wie normale Laptops zu bedienen. Der TC 1100 ist beides. Er kann Slate (so ist er sehr leicht) und er kann Convertible, so lassen sich längere Texte unterwegs komfortabler schreiben.
Preis und Ausstattung Der TC 1100 ist bei eBay neu ab ca. 1700 Euro zu ersteigern (Stand 08/2004), und zwar in der schnelleren 1 Ghz Centrino Version. Listenpreis liegt bei ca. 2200 bis 2300 Euro. Finger weg von der 800 Mhz Pentium III Version und von der (älteren) 1 Ghz Transmeta Crusoe Version (der hieß TC 1000). Ich hatte ein TC 1000 Gerät einige Tage zum Probieren. Äußerlich und von der Bedienung gibt es kaum Unterschiede, aber der Prozessor kommt mit seinem Job einfach nicht mit, und das bei einfachen Testaufgaben, noch gar nicht im realen Mehrprogramme-Jonglieren. Der Centrino 1 Ghz ist ausreichend flott, ein Renner ist er aber sicher nicht. Die HD ist 40 GB groß... ausreichend, nicht umwerfend, die 512 MB RAM sind jedenfalls ok. Die Akkulaufzeit ist mit realen 3 Stunden Plus ausreichend, andere Geräte können da aber bereits mehr. Die Baugröße + das Gewicht von nur 1.4 kg im Slate Modus fordert eben auch Tribut.
Mit dabei ist eine aufsteckbare Tastatur im etwas geschrumpften Format (95% Größe), mit der sich recht annehmbar tippen lässt. Allerdings ist bei der deutschen Tastatur zwar das QWERTZ-Layout verwendet worden, die Umlaute und einige Sonderzeichen sind aber nicht wie auf deutschen Tastaturen beschriftet. Dh: man muss schon wissen, dass das Ö und das Ä neben dem L liegen, draufstehen tut´s dort nämlich nicht. Die Tastatur ist eigentlich nur eine ca. 5 mm dicke silberne Platte, auf der vorderen Hälfte ist die Tastatur angebracht. Wenn man den Bildschirm zum Tippen aufsteckt, steht er in der Mitte der Platte und direkt angrenzend an die Tastatur. Das ist ein wenig ungewohnt, wir haben uns aber schnell dran gewöhnt. Grund für diese Konstruktion ist die Standfestigkeit. Die Tastatur ist sehr leicht (rund 400g) und könnte sonst den schwereren Tablet PC nicht stabilisieren. Zum Transportieren dreht man den Tablet PC auf einer Drehscheibe um 180 Grad um die Höhenachse, sodass er wie ein Laptop aussieht... nur sieht der Bildschirm in die falsche Richtung. Dann kann man zuklappen. Man kann sie aber auch ganz einfach abnehmen...:-) Aufgrund der leichten Bauweise muss man fast mit kleinen Problemen bei der Tastatur rechnen ... bei uns hakelt das Y ein wenig. Der Trackpoint ist ergonomisch sehr gelungen, besser als so manches Trackpad größerer Laptops!
Das Gerät selbst hat 2 USB 2.0 Anschlüsse, einen PC-Slot, einen VGA-Ausgang, Modem, und Ethernet-Anschluss, Audio in/out und natürlich ein Stromanschluss. Es gibt KEIN internes CD oder DVD Laufwerk. Ein wenig spartanisch (kein FireWire...) aber gerade ausreichend für unterwegs. Am Arbeitsplatz kommt man damit nicht weit. Die Grafikkarte von NVidia hat 32 MB und eingebaute Features für den Anschluss externer Monitore unter verschiedenen Szenarios. Viele dieser Funktionen machen aber nur mit der Docking-Station sinn bzw funktionieren nur im Zusammenspiel damit. Sehr nett ist aber die Funktion, dass man den TC 1100 praktisch in jeder Situation vom Hoch- ins Querformat switchen kann. Das geht im Slate-Modus und im Dock (Drehmechanismus), nur im "Laptopmodus" mit aufgesteckter Tastatur nicht. Im Hochformat lassen sich vor allem Schreibarbeiten besser abwickeln. Der Bildschirm ist mit einer sehr harten (Plexi?)Glasplatte überzogen, die Kratzspuren recht wirksam vermeidet. Die 10,4 Zoll sind natürlich sehr klein, haben aber mit 1024 x 768 eine hohe Auflösung, gute Schärfe, nur das Bild hat einen etwas gelblichen Stich. Das TFT ist aber grundsätzlich von der besseren Sorte, was Lesbarkeit in hellen Situationen und Blickwinkel betrifft. Die Geschwindigkeit der Grafikkarte kann ich nicht beurteilen, weil ich kein "Spieler" bin. Im Office-Betrieb tut sie schnell und unauffällig ihren Dienst. Beim Anschluss des externen TFT-Displays werde ich aber nicht glücklich. Obwohl wir einen relativ hochwertigen TFT-Schirm gekauft haben und die richtigen Einstellungen verwenden, ist das Bild etwas verschwommen, vor allem Schrift ist ein wenig unscharf. Das könnte am Grafikausgang des Tablt PC bzw. der Docking-Station liegen, da muss ich aber noch mit anderen Rechnern experimentieren. Sieht aber so aus, als wäre der externe Monitoranschluss nicht optimal.
Integriert ist ein 802.11b Wireless Lan mit max. 11 MBit. Das funktioniert anstandslos - auch mit Apples AirPort zusammen. Auch gut: die interne Audio-Hardware - natürlich gemessen an der Größe des Geräts. Software ...ist sehr wenig dabei: Windows XP Tablet PC Edition... darüber wurde schon viel geschrieben.
Zu Windows XP generell: immerhin, es sieht besser aus als die älteren Produkte, hier hat MS/Win im Look & Feel zu Apple ein wenig aufgeholt. Die Einrichtung des Rechners mit Software und bestehender Hardware (Drucker, Scanner, Digicam, ext. HD...) dauert unter Win aber mindestens dreimal so lange wie bei einem Apple. Manche Prozeduren funktionieren erst beim dritten gleichen Versuch, manche nur bei Abweichen von der Anleitung. Die Hilfefunktionen sprechen regelmäßig von Menüs oder Buttons, die es schlicht nicht gibt, die Einstellungen und Beschreibungen sind für einen - ich würde mal sagen überdurchschnittlich erfahrenen - User kryptisch bis irreführend. Beides versucht. Kein Vergleich. Ich habe unseren Entschluss zu Windows mehrmals heftigst verflucht. Inzwischen läuft alles, manches weiß ich aber nicht mehr, wie das ging... Sehr gut gefällt mir hingegen das "Journal", eigentlich ein digitaler Notizblock. Man kann skizzieren, handschreiben, mit Beamer wird´s zum Flipchart-Ersatz - aber ohne lästiges abtippen oder abfotografieren. Die Notizen sind elektronisch weit besser verwaltbar als die übliche Zettelwirtschaft und die Handschrift kann in Text umgewandelt werden. Es stehen versch. Papiermuster und Stifte zur Verfügung.
Damit sind wir bei der Handschrifterkennung. Bei meiner besseren Hälfte klappt´s wunderbar, bei mir mäßig. Konkret kann in jeder Situation ein Fenster eingeblendet werden, in das man entweder handschriftlich eingibt oder man lässt sich wie am Palm/PocketPC eine Bildschirmtastatur einblenden, auf der man mit dem Stift tippt. Die Umwandlung von Handschrift geht jedenfalls recht flüssig und funktioniert auch mit Open Office, nicht nur mit MS-Produkten. Man muss übrigens keine besondere Handschrift mehr "lernen" wie am Palm, angeblich werden die meisten Handschriften anstandslos erkannt. Allerdings weicht die österreichische Normschrift doch ein wenig von der deutschen ab, ebenso natürlich die Handschriften... Was mir abgeht ist eine handschriftliche Anmerkungs-/Korrektur-Funktion für Textdokumente, so was ähnliches gibt es in Acrobat. Vielleicht ist das in der Tablet-Erweiterung für MS-Office enthalten, aber das ist mir schlicht zu teuer und zu überladen.
Design Schön, solide, schnörkellos. Es ist natürlich kein Design-Hingucker, aber ein sehr seriöses und gelungenes Arbeitsgerät. HP/Compaq eben. Die mitgelieferte Tasche erinnert eher an Werbegeschenke aus den frühen 80ern. Zwar ist sie funktional tadellos, der Tablet wird eingeklinkt, kann aufgeklappt werden, in verschiedene Arbeitspositionen gebracht usw. Aber schwarzes KUNST-leder... bei einem Gerät dieses Preises... Schöner ist da noch die Gummi-Flappe, die mit dem Dock ausgeliefert wird. Das sieht ähnlich aus wie der Deckel bei Palms und IPaqs, nur eben größer. Docking Station und sonstiges Zubehör Ohne Docking Station, ein CD/DVD Laufwerk, externen Bildschirm, Tastatur und Maus wird man auf Dauer nicht glücklich mit dem TC 1100. Erst das Dock ermöglicht die sinnvolle Nutzung eines externen Bildschirms, der wiederum bei nur 10,4 Zoll internem Display eine feine Sache ist. Im Dock lässt sich ein Multibay-Laufwerk für DVD oder CD von HP einschieben (ein Kasterl weniger am Tisch;-), es verfügt über 4 USB 2.0 Anschlüsse, ansonsten die gleichen wie der TC 1100. Die Dreh-Schwenk-Hebefunktionen sind fast unbegrenzt, was viele Arbeitskonfigurationen zulässt. Kostenpunkt (ohne Laufwerk): ab rund 200 Euro bei eBay, im Handel rund 360 Euro. Die ganze Kabellage fix montiert zu haben und nur einen Hebel zu ziehen, um den Tablet PC mitzunehmen ist das aber wert. Schließlich sind Schäden an den diversen Anschlüssen häufig und teuer.
Anmerkungen zur Installation Man merkt ein wenig, dass das Gerät v.a. für große Unternehmen und Profis konzipiert ist. Die Handbücher und CD-Dokumentationen enthalten nur die basalen Einstellungen und Funktionen. Für alles weitere hat man offenbar einen EDV-Techniker an der Hand zu haben... Hierfür ein dickes Minus, da Einstellungen nur im trial&error Verfahren (mit vielen, vielen Schleifen) möglich sind. Aber vielleicht bin ich da nur verwöhnt? Praxis-Erfahrungen: Für wirklich mobile Arbeiter ist der tablet PC eine feine Sache: sehr leicht, und das Gerät stört in Besprechungen nicht mehr als ein Notizblock. Lange Dokumente Lesen oder überarbeiten im Zug oder Auto? Perfekt. Kein unergonomisches Balancieren auf den Knien mehr, da mehrere angenehme Arbeitspositionen möglich sind. Surfen an jedem Hotspot: das reine vergnügen, fast wie Zeitunglesen.
Schreiben wird man wirklich lange Texte oder komplexe Dokumente aber unterwegs damit nicht wollen. Dafür hat man ja den Arbeitsplatz rund um´s Dock zu Hause... Mit allem, was man so braucht, läppert sich die Ausstattung aber erheblich im Geldbeutel. Wer auf bestehende Infrastruktur (externes Laufwerk, guter Bildschirm, Tastatur etc.) zurückgreifen kann, kommt vergleichsweise günstig weg.
Preisvergleich
sortiert nach Preis
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Das könnte Sie interessieren
Verwandte Tags für HP Compaq Tablet PC TC1100
|
|
18.08.2004 11:25
Wirklich ein sehr schöner Bericht !
18.08.2004 10:59
einfach bh.
18.08.2004 10:51
Muss mich meinem Vorgängerkommentator anschließen. Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass ich das gut finden würde. LG