Einen Flirt kann man sich immer leisten
23.11.2000
Pro:
schönes Gefühlskino
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Anspruch
Action:
Romantik:
mehr
 SteveZero0
Über sich:
Mitglied seit:15.09.2000
Erfahrungsberichte:67
Vertrauende:4
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 6 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ein Flirt kann etwas schönes sein. Sobald daraus aber Liebe wird, kann das Ganze schon komplizierter werden, besonders dann, wenn der beste Freund ebenfalls ein Auge auf die Angebetete geworfen hat. Und eines ist doch wohl bekannt: Es gibt nur zwei Dinge auf der Welt die eine echte Männerfreundschaft zerstören können: Geld und Frauen. Diese Erfahrung müssen auch die Freunde Big Boy (Woody Harrelson) und Pete (Billy Crudup) machen. Als die beiden aus dem zweiten Weltkrieg nach Hause zurückkehren, scheinen sie ganz wie früher unzertrennlich zu sein. Geld kann dabei auch kein Hindernis sein, denn die beiden haben nichts. Dafür aber sind sie eingefleischte Cowboys und wollen sich den Unterhalt damit verdienen, auf ihren kleinen aber fruchtbaren Weideflächen Rinder zu züchten. Aber da begegnet Pete der attraktiven Mona (Patricia Arquette), die ihm sofort den Kopf verdreht. Der wiederum verliert sogleich denselben und ist von der schönen Frau mehr als nur hingerissen. Doch hier beginnen die Probleme. Mona ist verheiratet. Und nicht etwa mit irgendjemand. Ihr Mann ist kein besonders freundlicher Kerl und als Vorarbeiter die rechte Hand des arroganten Großgrundbesitzers Jim Ed Love (Sam Elliott). Der reißt sich rücksichtslos eine Farm nach der anderen unter den Nagel und macht den Cowboys, die sich ihm nicht anschließen wollen das Leben schwer. Auch auf das Land von Big Boy und Pete hat er ein Auge geworfen und tut alles, um die beiden zum Verkauf zu zwingen. Als wäre das aber nicht Problem genug, stellt sich auch noch heraus, das nicht nur Pete ein Auge auf die gute Mona geworfen hat. Nein, mit Entsetzen muß dieser feststellen, das sein bester Freund Big Boy ebenfalls mit Mona angebandelt hat. Und nicht nur das, er ist auch schon einen Schritt weiter. Bald weiß die ganze Stadt, daß die beiden etwas miteinander haben. Big Boy selbst ist das egal und mit seinem lockeren Mundwerk teil er allen mit, das Mona und er ein Paar sind.
Nun könnte man Pete raten, sich zurückzuziehen. Big Boy war halt vor ihm da. Außerdem bringt es nur Schwierigkeiten, mit einer verheirateten Frau anzubandeln, vor allem, wenn ihr Ehemann die rechte Hand ist von Ed Love. Das kann einfach nicht Gut gehen. Außerdem hat es Pete eigentlich nicht nötig sich auf so ein Abenteuer einzulassen, denn in einem Nachbarort wartet die wunderschöne Josepha (Penelope Cruz) auf ihn, die sich danach sehnt, das Pete endlich um ihre Hand anhält. Was also will der Mann noch mehr? Seine Liebe zu Mona wird jedoch zur Besessenheit und das einzige, was ihn zurückhält ist die Loyalität zu seinem besten Freund Big Boy. Die Geschichte droht schließlich zu eskalieren, als Monas Mann von der Untreue seiner Frau genug hat und Big Boy nach dem Leben trachtet. Aber als ob das noch nicht schlimm genug wäre, kommt es auch noch dazu, das Pete sich eines Nachts nicht mehr zurückhalten kann und mit Mona schläft. Wie soll das noch gut enden? Und das alles, obwohl Pete von einer Wahrsagerin die Prophezeihung bekommen hat, das bald nicht mehr alle von ihnen am Leben sein werden... "Hi-Lo Country" bietes wirklich schönes und großes Gefühlskino. Begünstigt wird das durch die tolle landschaftliche Kulisse von New Mexico. Die Umgebung vermittelt beeindruckend die große Weite des amerikanischen Westens und man kann sich einfach nicht vorstellen, dort unglücklich zu sein. Aber die Handlung belehrt uns eines besseren. Woody Harrelson als Big Boy ist ganz toll als draufgängerischer Typ, der blind und voller Enthusiasmus in sein eigenes Verderben rennt. Ganz besonders eindrucksvoll empfand ich Sam Elliott als kaltherzigen Großgrundbesitzer. So unsympatisch der Kerl auch ist, so scheint er doch der einzige zu sein, der einen kühlen Kopf bewahrt in der Gewißheit, das sich am Ende seine Widersacher selbst ein Bein stellen und alles zu seinen Gunsten ausgehen wird. Mit Schaudern kann man beobachten, wie er selbstsicher im Saloon sitzt und mit eiskaltem Lächeln Big Boy beobachtet, der sich immer weiter in Schwierigkeiten bringt. Die Spannung, wie das Drama wohl enden wird, ist ganz enorm. Die Zusammenführung der vielen so grundauf verschiedenen Charaktere mach den Film zu einem echten Erlebnis und so steht "Hi-Lo Country" dicht an der Grenze zu einem wirklich großen Epos, das einen schönen Fernsehabend hervorragend ausfüllen kann.
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