Der derzeit in den deutschen Kinos anlaufende Streifen „Hi-Lo-Country“, eine Art amerikanischer Heimatfilm des Briten Frears, ist wohl zweifelsfrei eher der Kategorie „low“ anstatt „hi“ anzusiedeln. Hauptdarsteller, die beiden immergeilen Cowboys Pete und Big Boy (Woody Harrelson), die sich mit dem Sold, den sie im zweiten Weltkrieg bei den Marines verdient haben, eine eigene Viehherde zulegen wollen. Doch immer wieder gibt es Krach mit den Daheimgebliebenen, die inzwischen mit Rinderzucht reich geworden sind. So jagt eine Prügelei die andere und die reichen Schnösel werden so richtig aufgemischt. Pete und Big Boy sind bald richtig dicke Freunde geworden, die zusammen durch dick und dünn gehen. Zu allem Unheil verliebt sich dann Big Boy ziemlich hirnlos in Mona (Patricia Arquette), die Frau des Vorarbeiters seines größten Konkurrenten Jim Ed Love. Pete, der auch schon seit geraumer Zeit auf Mona steht, ist nun ziemlich geknickt, doch wie Freunde so sind, gibt er selbstlos und unglücklich liebend sogar die eigene Hütte für ein Schäferstündchen des großen Freundes her. Des weiteren folgen noch mehr Prügeleien und Pete wird aufgrund seiner unerfüllten Liebe – obwohl er die wunderschöne und brave Josepha haben könnte – immer unglücklicher während Big Boy auf Wolke sieben schwebt. Immer wieder muß Pete seine Gefühle für Mona unterdrücken. Die Lage spitzt sich langsam aber sicher zu – nur dauert das in „Hi-Lo-Country“ schier eine Ewigkeit. Als jedoch eines Abends Big Boy völlig betrunken im Auto liegt, macht sich Pete an Mona heran und die beiden werden intim. Es scheint, als müsse es nun endlich zum großen Knall zwischen den beiden Freunden kommen, aber noch immer geschieht nichts. Derjenige Kinobesucher, der bisher nicht den süßen Engelsträumen verfallen ist, wartet, ißt die letzte Handvoll Popkorn, wartet weiter, trinkt den letzten Schluck Cola und wartet noch immer. Und als dann endlich Big Boys kleiner mit ihm zerstrittener Bruder Little Boy - wie sollte er auch anders heißen - auftritt nimmt die Geschichte ein ziemlich unerwartetes und schnelles Ende. Doch, ob es sich wirklich lohnt, fast zwei geschlagene Stunden auf diesen „Showdown“ zu warten, bleibt unbestritten zweifelhaft.