High Fidelity

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Die Top 5 - Hitlisten eines Plattenladenbesitzers

5  02.07.2001 (14.11.2002)

Pro:
ein humorvoller, amüsanter und niemals langweiliger Film

Kontra:
Wenn man gerade aus aktuellem Anlass schlecht drauf ist, könnte der Film vielleicht nicht ganz das Richtige sein

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

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mr.matze

Über sich: Leserunde? Klar! Einfach anfangen und/oder kurz im GB Bescheid geben.

Mitglied seit:17.11.1999

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 147 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wie habe ich es eigentlich geschafft, circa 1 Jahr an diesem Film vorbeizukommen? Gut, Freunde haben mir ge7sagt, ich soll ins Kino gehen, weil der Film gefallen würde. Aber sind wir mal ehrlich: haben die angeblichen Freunde nicht schon öfter dermaßen schlechte Filme als Knaller empfohlen, sodass man nach dem Film überlegt hat, ob sie sich mit dieser Empfehlung für irgendetwas rächen wollten? Nun gut, ich habe den Film im Kino verpasst und am Samstag lief ich direkt daran vorbei. Der Film war in meiner Augenhöhe einsortiert, ähnlich zu den Süßigkeiten an der Supermarktkasse, die Kindern direkt vor den Augen tanzen, damit sie nur noch die kleine Hand ausstrecken müssen. Ich schaute also meine Frau an und sagte "Der!".
Gesagt, getan.

Der Film erzählt von dem ehemaligen DJ und jetzigen Plattenladenbesitzer Rob Gordon und seinen Beziehungsproblemen. Der Laden "Championship Vinyl" versteht sich als Begegnungsstätte für Musikbegeisterte und solche, die es werden wollen. Die beiden Angestellten Dick und Barry, die Rob als musikalisches Autistenpärchen bezeichnet, sind nicht wirklich eine große Hilfe für Rob und so versucht er selbst, seine soeben zu Ende gegangene Beziehung zu Laura zu verarbeiten, die jetzt mit einem schnöseligen Öko angebandelt hat.

Trotzdem ist Laura nicht das Wichtigste, denn Musik scheint für Rob eine eigene Dimension zu sein, die ihm in allen Lebenslagen weiterzuhelfen scheint. Typisch und sehr witzig sind dabei die "Top Five Songs ..." in allen Lebenslagen, die Rob zu den Themen Liebe, Tod, Beerdigung einfallen. Auch, wenn ich nur wenige der aufgezählten Titel gekannt habe, so war es doch ein Genuss, die Hitlisten immer wieder mal zu hören. Und auch wenn Besitzer eines Plattenladens nicht unter den Top 5 Berufen von Rob steht, so macht er es gern und auf irgendeine Art doch erfolgreich. Dass er nicht in Geld schwimmt, mag auch daran liegen, dass Kunden, die in seinen Augen geschmacklose Musikwünsche oder ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legen, aus dem Laden geekelt werden ...

Auf seiner Suche nach dem Weg, Laura für sich zurückzugewinnen lernen wir die Top Five seiner verflossenen Beziehungen kennen, die in Rückblenden vorgestellt werden. Später dürfen wir miterleben, wie er in einer vorgezogenen Midlife Crisis alle von Ihnen versucht zu kontaktieren, um herauszufinden, warum sie ihn verlassen haben; dies scheintihm auch fast durchweg zu gelingen.

Doch bei allem, was er tut, bekommt er seine Gedanken nicht von Laura los, auch nicht, als er seine gigantische Plattensammlung neu sortiert. Und das tut er nicht alphabetisch, nicht chronologisch, sondern autobiografisch ...

Der Film kommt uns amüsant, aber gleichermaßen düster und sarkastisch daher. Rob Gordon ist der sympathische Held, an dessen Leben ich teilhaben und mitfühlen durfte, während er es in immer wieder komischer Art und Weise ausschnittweise an mir vorrüberziehen ließ.

Die Handlung wurde aus der ursprünglichen Romanvorlagenumgebung Londons in die USA verlegt, weil wohl sonst kein Amerikaner in diesen Film gegangen wäre, aber er sprüht trotzdem vor Witz und hat diesen charmanten britischen Humor, den ich schon bei der Verfilmung von "Fever Pitch" so gemocht habe.

Einige Ideen des Films sind natürlich nicht neu, so zum Beispiel, dass der Hauptdarsteller direkt in die Kamera spricht und die Regie natürlich so umgehen kann, dass er nonverbal alle möglichen Gefühle mit Mimik und Gestik darstellen muss und stattdessen einfach in die Kamera erzählt, was für ein arroganter W..., äh, Mensch dieser und jener doch wäre.

Alles in allem kann ich euch bei einer guten Flasche Wein und einem gemütlichen Abend allein oder noch besser zu zweit nur zu diesem Film raten, was ihr wohl nicht bereuen werdet, etwas Humor vorausgesetzt!


High Fidelity

Komödie, USA 2000, 114 Minuten, ab 12

Regie: Stephen Frears
Produktion: Tim Bevan, Rudd Simmons
Drehbuch: D. V. DeVincentis, Steve Pink, John Cusack, Scott Rosenberg
Romanvorlage: "High Fidelity" von Nick Hornby
Musik: Howard Shore
Kamera: Seamus McGarvey
Ausstattung: David Chapman, Thérèse DePrez
Schnitt: Mick Audsley

Mit John Cusack (Rob), Iben Hjejle (Laura), Todd Louiso (Dick), Jack Black (Barry), Lisa Bonet (Marie de Salle), Catherine Zeta-Jones (Charlie), Joan Cusack (Liz), Tim Robbins (Ian), Ben Carr (Vince), Lili Taylor (Sarah), Bruce Springsteen (Bruce Springsteen)

Grüße, euer mr.matze (c) 14.11.2002
Wer klaut dem soll dieser Film nicht gefallen.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
radinho

radinho

07.10.2007 22:30

Klasse Bericht! lg Hendrik

radinho

radinho

07.10.2007 22:30

Klasse Bericht! lg Hendrik

pantherhh

pantherhh

17.01.2003 14:12

kenn "nur" das buch, aber das hab ich verschlungen

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