High Fidelity

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High Fidelity

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Voller Charme, ironischem Witz und Musik

4  27.08.2001

Pro:
Der Charme, der Witz, die Charaktere, die Musik

Kontra:
Teilweise klischeebehaftet

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

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Dash_HB

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:218

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 24 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Dieser Streifen ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Er war DER Geheimtipp der Kinosaison 2000 schlechthin, und das Beste: Das sit er auch geblieben, denn dies ist keine gewöhnliche Hollywood-Blockbuster-Komödie, sondern einer dieser Filme, die ich immer wieder gern sehe.
Im Folgenden will ich versuchen, einen kleinen Überblick zu schaffen.

Hintergrund und Vorlage des Films "High Fidelity" ist der gleichnamige Roman von Nick Hornby. Dieser spielt in England, wohingegen der Film leider in die USA verlegt wurde. Aber das ist so ziemlich mein einziger negativer Kritikpunkt. Das Buch werde ich in den nächsten Tagen auch mal lesen, meist ist das ja besser als die Verfilmung. Aber um genau die soll es jetzt erstmal gehen.

Der Protagonist der Geschichte mit dem schlicht brillanten Namen Rob wird von John Cusack gespielt. Dieser führt als Erzähler durch die Handlung und besticht durch Charme, Offenheit und herrlich ironischem Witz.
Am Anfang des Films wird Rob gerade von seiner Freundin Laura verlassen, gespielt von einer skandinavischen Newcomerin namens Iben Hjeijle. Ein spezifischer Grund für die Trennung wird anfangs noch zurückgehalten, aber der Knackpunkt der Handlung sit gegeben.

Im Folgenden erfährt man vom Leben Robs, welches so traumhaft gewöhnlich ist, dass man beinahe neidisch wird:
Rob besitzt einen Plattenladen namens Championship Vinyl (dieser taucht übrigens in mehreren Romanen von Nick Hornby auf), der sich gerade so durch Stammkunden über Wasser hält. Und hier wird gleich ein weiteres Leitmotiv des Films vorgestellt: Musik. Rob ist Musikfan, und seine kleine Wohnung ist vollgestopft mit Regalen voller Platten. Dieses Leitmotiv der Musik sowie der Abneigung gegen Charts-Musik zieht sich als einer der roten Fäden durch die gesamte Handlung. Dazu später mehr.
Im besagten Plattenladen arbeitet Rob mit zwei anderen Exzentrikern zusammen, die halb seine Freunde sind und ihm halb den Nerv töten. Ein schüchternes kleines Männchen, das sich zwar nur sehr zurückhaltend durchsetzt, aber dafür alles über Musik weiß, sowie ein vollschlanker Metaller, der auf alles einen zynischen Kommentar auf Lager hat und sich liebend gern mit konformen Spießern anlegt (später entpuppt er sich jedoch als talentierter Sänger einer Swingband).
Zurück zu Rob. Dass Laura ihn verlassen hat, zehrt natürlich gehörig an seinen Nerven. Doch in diesem Fall ist guter Rat garnicht teuer, denn sein Idol Bruce Springsteen rückt ihn für lau raus; Rob soll die Akteurinnen seiner ultimativen Top 5 Hitliste der gescheiterten Beziehungen alle nochmal anrufen und den Grund für das Scheitern ermitteln. Top 5 Hitliste? Aha, ein weiteres Leitmotiv. Ständig stellen Rob und seine Mitarbeiter/Freunde Hitlisten auf. Die Top 5 Hitliste von den ersten Liedern einer Platte; die Top 5 Hitliste für Songs an einem Montagmorgen; die Top 5 Hitliste der besten Splatterfilme und so fort. Und eben so eine Liste bekommt man anfangs über gescheiterte Beziehungen von Rob präsentiert.
Dieser folgt natürlich dem Rat des "Boss", und nachdem dem geneigten Zuschauer diese fünf Beziehungen in Rückblenden gezeigt wurden, setzt er sich mit seinen Exen in Verbindung und will wissen, warum sie ihn vor 30/22/8 usw. Jahren sitzengelassen haben. Als Ergebnis der ganzen Aktion verspricht er sich Einsicht und natürlich die Rückeroberung Lauras, die inzwischen bei einem klischeebehafteten Esoteriker hängengeblieben ist.

Ob er das schafft, wird fast zur Nebensache, denn zwischendrin vergisst man beinah die Story.
Die ganz große Stärke des Films sind wirklich die Dialoge; diese sprühen vor Charme, Intelligenz und zielsicherem Witz. Dies ist keine typische Komödie mit Slapstick Gags, von denen nur jeder achte zündet. Hier wird viel feinfühliger und subtiler gearbeitet. Das Parodieren der modernen Popkultur und die fein nuancierte Charakterdarstellung der Figuren, jede für sich ein Unikat, lassen einen die Zeit vergessen.
Abgesehen davon bietet der Film allen eine ganze Menge, die genung haben vom amerikanischen Kino-Einheitsbrei. Gastauftritte von in Vergessenheit geratenen Stars, unkonventionelle Schönheiten, Rock'n'Roll, ein heimliches Star-Duo und so fort.
Wer den Hang hat zu einem Humor der anderen Art, mal schwarz, mal ironisch, wird hier garantiert auf seine Kosten kommen, denn die Witze werden hier nicht offen dargelegt, sondern werden hinterlistig versteckt hinter Mimik, Aus- und Körpersprache der Figuren.

"High Fidelity" bietet für mich perfekte Unterhaltung, die einfach keine offensichtlichen Schwächen zeigt. Sonst hat man ja öfter mal das Problem, das man beispielsweise die eine oder andere Figur nicht leiden kann und man nur darauf wartet, dass ihr Auftritt vorbei ist. Hier aber glänzt jeder einzelne Charakter und bleibt sofort im Gedächtnis, sei es wegen dem Aussehen, der Aus- und Körpersprache oder wegen dem Verhalten.
Alle zusammen bieten einen brillierenden Sternenhimmel, an dem alle harmonisch miteinander interagieren.

Sicher, der Erbsenzähler vom Dienst wird hier anprangern, dass die Story wenig Tiefgang bietet oder die Figuren zu klischeebehaftet sind, aber gerade mit den Klischees wird auch viel gespielt, denke ich. Aber das soll jeder selbst entscheiden.

Ein Film, nicht für den Massengeschmack, aber mit unheimlich viel Charme, ironischem Witz, ausgereiften Charakteren und vor allem mit viel Musik, genialer Soundtrack inclusive.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
chris_rabl

chris_rabl

27.01.2002 00:02

Toller Film, toller Bericht! Ach, eine Frage noch - wie meinst du das mit den Proportionen meines "4th-Floor-Berichtes"? lg chris

lost_angel

lost_angel

01.01.2002 13:52

Hab mir den Film vor kurzem auf Video angeschaut undfand ihn echt toll! Gruß lost_angel

Zaphie74

Zaphie74

13.10.2001 22:58

Hi, ich bins wieder ;o) Jau, sehr schöner Bericht. Kann Deine Meinung nur bestätigen, teilen, whatsoever. Auch an mir ist der Film erst vorbeigegangen (und das als Musikfan!*g*) und hab ihn umso mehr genossen, als er diesen Sommer im Open-Air-Kino lief...was ham wir gelacht... Bis demnäxt. Z74

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  1. Beena
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