Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
War günstig |
| Kontra: |
Für die Grösse etwas schwer |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Dieser Bericht ist über das Toledo 4 von High Peak, und nicht über das Dakota 5. Ciao habe ich schon angeschrieben, damit eine eigene Kathegorie für das Toledo 4 eingerichtet wird. Warum ich trotzdem jetzt schon hier meinen Bericht poste? Nun: bei ebay wird das Toledo 4 immer wieder angeboten. Für knapp 160 € und mehr. Das halte ich für zu viel. Weil es aber so viele Angebote zu dem Toledo 4 gibt, gibt es einen Bericht, der Käufer bei ebay sicher interessiert.
1. Die Toledo Familie
Vom Toledo gibt es mehrere Grössen. Meines Wissens neben der Gr. 4, die ich besitze und benutze, auch noch eine Gr. 5 + Gr. 6. Der Aufbau der Zelte ist im Prinzip ähnlich, die Grösse macht den Unterschied. Ist ja klar bei der Numerierung. Alle haben einen Vorraum und einen Schlafraum, das in Gr. 6, soviel ich mich erinnere, hat sogar 2 Schlafkabinen. Alle Zelte haben zudem 2 Ausgänge: einen hinten, bei dem man nicht durch den Vorraum gehen muss, und einen durch den benannten Vorraum. Desweiteren kann man bei allen Zelten den Vordereingang so abspannen, dass man ein kleines Sonnenvordach hat.
2. Das Toledo 4 bei der näheren Untersuchung
Der rückwärtige Ausgang ist ziemlich unbequem zum Ein- und Aussteigen. Ich nutze ihn daher nie. Keine Ahnung, warum da überhaupt einer ist. Lediglich beim Aufbau ist es hilfreich, dass man das Zelt hinten öffnen kann, so kommt man besser an die Innenzeltbefestigung heran.
Der vordere Ein/Ausgang ist grosszügig: man kann die geteilte Vorderfront entweder komplett öffnen und als Sonnendach aufstellen oder man zippt nur eine Seite hoch und lässt die andere unten an der Bodenbefestigung. Vorteil dieses Konzepts: sind mehrere Leute im Zelt, ist ein grosser Ein/Ausgang sehr praktisch. Ebenso beim Ein- und Ausladen der Sachen ins Zelt. Ausserdem kann man bei grösserer Wärme so besser lüften. Ist hingegen das Wetter mal nicht so gut, dann nutzt man nur eine Seite, und den Platz hinter dem geschlossenen Eingangsstoff verwendet man als geschützten Bereich von persönlichen Dingen, dahinter werden sie dann nicht nass.
Innen/Aussenzelt
Das Innenzelt besteht aus einer Kunstfaser (Polyamid), die sehr atmungsaktiv ist, dazu gibt es noch sehr grosszügige Insektengazes, die man entweder vom abdeckenden Stoff freilegt oder bedeckt lässt. Schlechte Luft gab es deshalb im Zelt nie.
Das Aussenzelt ist aus beschichtetem Polyester, die Nähte sind versiegelt. Dadurch soll eine Wassersäule von 2000 mm ausgehalten werden. Das Zelt habe ich aber nicht bei starkem Regen ausprobiert. Einen mittleren Regenguss hat das Zelt aber gut vertragen. Am unteren Bereich des Vorderteils besitzt das Aussenzelt Regenabweisungsstreifen, damit bei Regen nicht über den Boden ins Vorderzelt läuft. Das passiert aber trotzdem.
Das Gestänge
Es gibt 2 Sorten Gestänge: das Innenzelt wird mit Hilfe Fiberglasstangen aufgestellt, das Aussenzelt ausschliesslich mit Stahlstangen. Das ist zwar in dieser Kombination stabil. Leicht ist aber was anderes.
Der Fussboden
Das Innenzelt besitzt einen wasserundurchlässigen und robusten Kunststoff, in der Beschreibung stand PE, das soll wohl Polyethylän heissen. Leider hat das Vorzelt keinen eigenen Boden. Das ist ziemlich blöd, denn dort lagert man ja gerne Sachen, die nicht im Dreck stehen sollen. Ausserdem trägt man so umso mehr Dreck ins Zelt, denn Camping findet per se auf der Erde und nicht auf sauberen Turnhallenböden statt...
3. Der Aufbau
Dieses Zelt baut man am schnellsten zu zweit auf. Wenn man es einmal geschafft hat, kann man es mit ein bisschen Geschick auch alleine hinbekommen. Zuerst wird das Innenzelt aufgestellt. Die Fiberglasstangen können ungeschickten Leuten schon mal den Nerv rauben, denn sie neigen dazu, aus den dazugehörigen "Pins" herauszurutschen. Das ist sehr lustig - für die anderen Leute drumherum! Hat man den Bogen raus, passiert das nicht mehr: man führt die Fiberglasstangen in die unterste Öse des Innenzelts auf allen 4 Seiten, und zwar jeweils diagonal. Es entsteht dadurch eine Spannung und das Kreuz der Fiberglasstangen in der Mitte richter sich auf. Nun aber ganz langsam immer reihum eine Öse höher befestigen, bis zum Schluss das Innenzelt oben festgeknüpft wird. Das Aussenzelt ist im Aufbau sehr viel weniger heikel und es ergibt sich hier fast alles von alleine. Leider sind die Stahlstangen zwar mit Farben gekennzeichnet, aber im vorderen Bereich des Zeltes fehlt einmal eine Differenzierung und das sind am Vorderfirst plötzlich unterschiedlich lange Stangen gleich markiert und die Aufbauanleitung schweigt sich darüber aus. Hier muss man probieren. Und das muss ich jedes Mal, und jedes Mal nehme ich mir vor, mit dem Eddingstift zu markieren ... Der Aufbau dauert ungefähr 20 bis 30 Minuten. Bei schlechtem Wetter hat man Pech: das Innenzelt muss immer zuerst aufgestellt werden, denn die Fiberglasstangen bekommen die Stabilität durch das Innenzelt.
4. Schlechtes Wetter
Die Regenfestigkeit habe ich bereits erwähnt. Zusätzlich packt HighPeak diverse Schnüre bei, die man bei kräftigem Wind nimmt. Ich spanne das Zelt zunächst nur so ab, als ob das beste Wetter ist, dann nehme ich diese extra-Schnüre und spanne ohne Zug den Rest des Zeltes, aber nicht unbedingt alle Schnüre. Bei Wind spanne ich die Leinen nach. Ganz fest soll man nicht spannen, da leidet das Material.
5. Der Abbau
Ser schnell geht das. Ich breite jeweils das Aussen- und Innenzelt an einem sauberen Platz aus. Wenn man zunächst entlang vermutlich noch erkennbarer Faltlinien knickt, dann die Luft herausstreicht und schliesslich die Einzelteile zusammenrollt, dann passt das Zelt genauso in die Tasche, wie das im Laden war. Das ganze dauert rund 15 Minuten.
6. Kleiner Luxus
Viel bietet das Zelt nicht: als extra zu erwähnen sind kleine Befestigungspunkte an verschiedenen Stellen des Innenzelts. Da kann man z.B. Lampen aufhängen. Im Aussenzelt gibt es leider nicht eine einzige Befstigungsmöglichkeit, man muss sich mit Provisorien abfinden.
Ausserdem sind noch ein paar Stoffbahnen beigefügt. Damit kann man im Innenzelt ein Separee herstellen. Naja, das hätte sich HighPeak meiner Meinung nach sparen können. Sinnvoll dagegen sind auf der Hauptausgangsseite 2 Reissverschlüsse am Innenzelt. Da kann besser aus dem und ins Zelt, ohne dem anderen aus Versehen ins Gesicht zu treten.
An den kleinen Sichtausschnitten im Vorderteil gibt es ebenfalls ausknöpfbare Stoffbahnen. Ich habe sie immer drin gelassen.
7. Das Zubehör
Die dem Zelt beiliegenden Nägel reichen nicht. Man besorgt sich am besten einen Satz davon und dazu noch Häringe und einen kleinen Hammer.
8. Tipps
Für den Eingang habe ich mir eine einfache blaue Plane gekauft, kostete ganz wenig. Dadurch habe ich die Schmutzprobleme und das Hineinrinnen von Regenwasser beseitigt.
Zum Aufstellen des Vorderteils als Sonnendach sind keine Stangen dabei. Ich hatte gebrauchte Teleskopstangen, mit denen das sehr gut geht. Sonst kann man die Stoffbahnen des Eingangs nämlich nur hochrollen.
Die Anleitung lege ich immer zu der Tragetasche, dann kann auch ein Neuling, dem ich das Zelt leihe, das Teil aufstellen.
9. Die Grösse, das Gewicht und der Preis
Da kommen wir auf ein heikles Thema: zum Wandern und Radfahren ist das Zelt mit knapp 10 kg zu schwer. Das liegt vor allem an den verwendeten Stangen. Aluminium wäre leichter als die Stahlstangen. Also etwas für´s Auto oder den Campingbus. Aber da gibt es grössere Zelte, die nicht viel teurer sind.
Das Toledo soll für 4 Personen sein. Wir haben das Zelt zu zweit benutzt, und das reicht! Lieber 2 Zelte mitnehmen und Platz haben, als Drängelei! Zum Wandern ist es eh nix, also muss man nicht auf jedes Kilo achten. Der Vorderraum ist mir inzwischen auch zu klein. Da passt nicht viel hin, gerade bei Regen kann es einem zu eng werden. Die nutzbare Grösse (entsprcht dem, was einem als Platz tatsächlich zur Verfügung steht):
Innenzelt 250 cm x 220 cm
Eingangsbereich 140 cm x 260 cm
Aufstellfläche komplett 410 cm x 290 cm (plus Leinen!)
Höhe Eingangsbereich 170 cm, ich stosse oben an, Aussenhöhe 180 cm
Höhe Innenzelt minus 10 cm, fällt schräg zum Boden ab.
10. Fazit
Wenn man das Toledo 4 als Zweitzelt nutzt oder mit einem Campingbus reist, ist echt o.k., als alleiniges Zelt würde ich bei dem Gewicht inzwischen lieber auf ein grösseres (Stelwand-) Zelt zurückgreifen. Darum suche ich zur Zeit auch ein anderes Zelt. 159.95 € würde ich nie dafür zahlen. Lasst Euch nicht von der Angabe bei ebay "2 Eingänge" und "leicht" blenden, wirklich leicht ist etwas anderes und unter Eingang verstehe ich keine kleine "Kriechluke". Ich denke, dass die Anbieter grosse Mengen des Zeltes aufkauften weil es nicht mehr im normalen Handel lief, ich würde die Händler mal anschreiben und anfragen, ob sie einem nicht einen besseren Preis machen. Ich würde lieber 50 € mehr ausgeben, wenn ich den Preis bei ebay (159.95 €) sehe, und mich für ein grösseres Zelt entscheiden, so um die 200 €. Ich selber hatte Glück und habe es für 49 € bei einer Quelle-Fundgrube gesehen und auch gleich gekauft. Zu diesem Preis ein absolutes Schnäppchen, der ebay-Preis ist keins.
Insgesamt ist die Vearbeitung gut, die Anleitung fast korrekt. Da kann man nicht meckern. Und wenn man meine Anmerkungen berücksichtigt ist das Zelt ganz in Ordnung, darum bewerte ich es auch mit "gut".
Sobald Ciao das Toledo 4 in der Liste hat, poste ich um.