Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
wunderschöne Landschaft, Natur pur, verschiedene Schwierigkeitsgrade |
| Kontra: |
nix |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Was nicht alles wieder in ist, wenn man ihm nur einen wohlklingenden englischen Namen verpasst! Hiking ist also das gute, alte Wandern.
Nun zum Thema: Hiking in Franekn
Wer kennt sie nicht, die weltberühmte Fränkische Schweiz mit ihren bizarren Felsen? Die liegt in Franken - und die Hersbrucker Schweiz nahe Nürnberg gehört ebenfalls dazu - die sind aber nicht Thema dieses Berichtes. Franken ist groß, und die bekanntesten Städte dürften Nürnberg, Fürth, Erlangen, Bamberg und Bayreuth mit den Wagnerfestspielen sein, des weiteren vielleicht noch die Porzellanstadt Selb nahe der tschechischen Grenze und Wunsiedel mit den Luisenburgfestspielen. Die letzten drei befinden sich im Fichtelgebirge, und nur über diesen Teil Frankens werde ich berichten, Franken ist einfach riesig, ähnlich wie ein ganzes Bundesland.
Das Fichtelgebirge
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Das Fichtelgebirge ist ein hufeisenförmiges Mittelgebirge mit Gipfeln bis knapp über 1.000m, das hauptsächlich aus Granit besteht. Es gilt als ein steinreiches Gebirge, da hier fast jedes Mineral der Erde zumindest in Spuren vorkommt, ist also geologisch sehr interessant, was auch Johann Wolfgang von Goethe zu Studienzwecken hierher führte.
Goethe war es auch, der die wahre Ursache der für einige der Gipfel so typischen Blockmeere und bizarren Felsen herausfand: Verwitterung. Je nachdem, ob es sich um Blockmeere, also riesige wie von Titanen hin geworfene Geröllhalden aus Felsen handelt, die wie Säcke aussehen, nennt man diese Art der Verwitterung Wollsackverwitterung. Felsen, die wie übereinander gelegte Matratzen aussehen, heißen dementsprechend Matratzenverwitterung.
Granit ist ein wasserundurchlässiges Gestein, so dass es in früheren Zeiten viele Hochmoore gab, wo sich das Wasser unter dem Erdboden auf dem Granit staute und nicht abfließen konnte. Die meisten davon sind allerdings heutzutage trocken gelegt, am bekanntesten ist das Zeitelmoos mit seiner Artenvielfalt von Fauna und Flora.
Das Fichtelgebirge wurde bereits im frühen Mittelalter erschlossen, wichtige Handelsstraßen führten durch das Gebirge gen Osten. Und da diese bewacht und befestigt werden mussten, wurden entsprechend viele Burgen gebaut, die heute nur noch Ruinen sind. Kleinere Befestigungsanlagen, die nur aus dem Burgfried bestanden und direkt die Straßen überwachten, nannte man Tempel.
Als die Straßen in späteren Zeiten durch Verträge gesichert wurden und die Ritter in den Burgen oben auf den Bergen arbeitslos wurden, wandelten sie sich zu Raubrittern, die aber allesamt einmal besiegt wurden. Die Sieger schleiften die Burgen, ließen keinen stein mehr auf dem anderen, so dass es heute nur noch Ruinen zu besichtigen gibt.
Im Mittelalter war das Fichtelgebirge aufgrund seines Reichtums an Mineralien das Ruhrgebiet des Mittelalters. In Goldkronach wurde Gold abgebaut, im heutigen Museumsbergwerk werden auch immer wieder entsprechende Events für Groß und Klein angeboten. In Fichtelberg gibt es das Schaubergwerk Gleislinger Fels, wo ehemals Silbereisenerz abgebaut wurde, das ist besonders reines Eisen, das silbern schimmert.
Haupteinnahmequelle waren aber der Zinnabbau und die Steinverarbeitung. Vor Erfindung des Schleifens im 19. Jahrhundert wurde der Granit als Gebrauchsstein verwendet zum Häuserbau u.a., danach auch als Ziersteine für Grabsteine etc. verwendet.
Vom Steinabbau künden noch die historischen Steinbruchwanderwege in der Häuselloh bei Selb und am Epprechtstein bei Kirchenlamitz, beide mit vielen Schautafeln und Erläuterungen versehen.
Im 19. Jahrhundert versuchte Alexander von Humboldt, der später den Amazonas bereiste, den inzwischen erlahmten Bergbau wieder zu reaktivieren, aber die Erträge waren nicht mehr ergiebig genug, dass es sich gelohnt hätte.
In neuerer Zeit hat man versucht, Uran abzubauen. Das Fichtelgebirge ist leicht radioaktiv, was man auch zu Heilzwecken nutzt, z.B. durch eine Radonquelle im Kristallbad in Fichtelberg.
Die Landschaft ist – wie gesagt – ein Hufeisen aus Bergen zwischen ca. 700 bis etwas über 1.000m, in der Mitte dazwischen befindet sich ein welliges Hügelland, das auch zum Radwandern einlädt. Der 2006 eröffnete Wallensteinradwanderweg führt in eine großen Acht bis ins benachbarte Böhmen/Tschechien.
Dies war erstmal ein Überblick über die Gegebenheiten des Fichtelgebirges. Wandervereine, die noch nicht Hikingvereine heißen, gibt es hier auch, einmal den Alpenverein und ganz besonders den Fichtelgebirgsverein –FGV – der hier nicht nur wandern geht sondern sich auch um die Wege, Wegmarkierungen, Sitzbänke usw. kümmert und einige Unterkunftshäuser in verschiedenen Orten und auch einigen Berggipfeln besitzt.
Nun also zu den Wanderungen oder auf neu-hochdeutsch vielleicht Hiking Tours(?):
Wanderungen
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Da es ja hier um Sport geht und nicht um Sonntagsnachmittagspaziergänge, beschreibe ich also kurz die Ausflüge auf die verschiedenen Gipfel. Einen Blick auf alle Hauptgipfel erhält man vom 12-Gipfelblick bei Röslau, der Mitte des Fichtelgebirges.
Einige mehrtägige Wanderwege durchziehen das Fichtelgebirge, und auch der Fränkische Wanderweg führt hindurch.
Wanderwege
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Es gibt einen Höhenweg über die höchsten Gipfel, einen Seenweg, der die diversen Seen miteinander verbindet, einen Quellenweg und einen Nordweg, um nur die wichtigsten zu nennen.
Das Fichtelgebirge hat keine künstlichen Seen. Die älteren Seen wurden für den Bergbau angelegt, die neueren dienen als Trinkwasserspeicher und gleichzeitig als Erholungs- und Freizeitgebiet.
Zu den quellen ist folgendes zu sagen: das Fichtelgebirge in der Mitte nicht nur Deutschlands sondern auch Europas ist eine europäische Wasserscheide, hier entspringen die Saale, die nach Norden in die Elbe fließt, die Eger, die nach Osten in Tschechien ebenfalls in die Elbe fließt, der Main – Weißmainquelle, der Rote Main entspringt ind er Fränkischen Schweiz – der nach Westen in den Rhein fließt, und die Fichtrelnaab, die sich mit Waldnaab und Haidenaab zur Naab verbindet, und im Süden in die Donau fließt. Rhein und Elbe fließen in die Nordsee, die Donau mündet in Rumänien bei Tulcea ins Schwarze Meer.
Am Quellenweg finden sich aber auch noch die Quellen vieler kleinerer Gewässer, die alle gefasst und beschriftet sind.
Die Berge
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1. Schneeberg
Am Fuße des höchsten Berges des Fichtelgebirges, des Schneebergs mit 1.057m entspringt die Eger. Etwas weiter die B303 hoch Richtung Bischofsgrün ist ein kleiner Parkplatz, von dem aus man auf den Gipfel wandern kann. Zunächst geht es eine geteerte Straße bergauf, die füher von der US Army genutzt wurde, denn auf dem ganz untypisch flachen Gipfel des Schneebergs befindet sich ein US Stützpunkt, der von hier aus die nahe gelegene Es-DDR überwachen konnte. Der Gipfel war zu DDR-Zeiten gesperrt.
Heutzutage kann man also wieder hinauf. Vor dem Gipfel geht es geradeaus einen wanderweg hinauf mit einem Brunnen und einem Stein, der die 1.000m-Grenze markiert. Auf dem Gipfel selbst steht ein kleiner Aussichtsturm, das Backöfele, von dem man eine schöne Sicht ins Tal hat.
2. Ochsenkopf
Der Ochsenkopf ist der zweithöchste Berg und nur wenig niedriger als der Schneeberg. Vor der Erfindung der modernen Vermessungstechnik wurde er für den höchsten Berg des Fichtelgebirges gehalten, nach ihm, der in alten Dokumenten als Uichtelberg genannt wurde, erhielt das gesamte Gebirge seinen Namen.
Der Ochsenkopf ist zu Fuß oder per Seilbahn zu erklimmen, ich war aber noch nie dort oben. An seinem Fuße sind die Weißmain- und die Fichtelnaabquellen, hier führt also der Quellenweg entlang.
3. Kösseine
Von Wunsiedel aus geht es zunächst zum Felsenlabyrinth Luisenburg, wo auf der in den Fels eingebetteten Freilichtbühne jeden Sommer die Luisenburgfestspiele stattfinden. Das Felsenlabyrinth ist der erste Bürgerpark überhaupt, also ein Park, der nicht zu einem Schloss gehörte sondern von den Bürgern der Stadt angelegt wurde. Allerdings ist es kein Park mit Wegen, wie wir ihn kennen sondern eins dieser oben beschriebenen Blockmeere mit schmalen Pfaden und teilweise Felsen zum Überklettern oder wo man sich durch enge Höhlen quetschen muss. Hier sind auf jeden Fall feste Schuhe angesagt, es gibt auch Führungen, und bei Regen ist es geschlossen. Der Eintritt ist nicht hoch und für FGV-Mitglieder ist er frei.
Die Luisenburg, die früher Luxburg hieß, erhielt ihren Namen zu Ehren des Besuchs der allseits beliebten Königin Luise von 1806. Reste der Luxburg sind noch im Felsenlabyrinth zu erkennen.
Auf dem Kösseinegipfel war ich noch nicht, aber oben gibt ees ein Unterkunftshaus mit Einkehrmöglichkeit.
4. Waldstein
Auf dem Waldsteingipfel befindet sich das rote Schloss, von dem natürlich auch nur noch Ruinen stehen, und der Bärenfang, der an die Zeit erinnert, als im Fichtelgebirge noch Bären lebten und gejagt wurden. Hier gibt es ebenfalls eine Einkehrmöglichkeit, das Waldsteinhaus.
5. Seehaus und Nusshardt
Vom Parkplatz nicht allzu weit vom Silberhaus entfernt führt ein Wanderweg hinauf zum Seehaus, ebenfalls einem FGV-Haus mit Einkehr und Übernachtungsmöglichkeit. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick gegenüber auf den Ochsenkopf.
Nach einer kleinen Stärkung oder Erfrischung geht es weiter einen harmlosen und gemütlich zu gehenden Wanderweg Richtung Nusshardt.Wenn man allerdings weiter nach oben gelangt, muss man die Felsen hinauf, die gut befestigt aber auch nur mit guten Schuhen zu bewältigen sind. Oben angekommen landet man zunächst auf einer kleinen Ebene mit Sittzbänken und einer kleinen Höhle aus umgekippten Felsen, die zum Teil oben offen ist, bevor es weiter und zum Teil über Treppen hinauf zur Aussichtsplattform geht. Den Gipfel selbst können nur geübte und schwindelfreie Kletterer erreichen.
6. Rudolfstein und Drei Brüder
Von Weißenstadt aus führt der Weg durch Wald hinauf zum Rudolfstein, oben auch wieder etwas felsig aber doch noch ein richtiger Weg. Oben erwartet uns eine Burg aus Felsen, in die tatsächlich einmal eine richtige Burg geschickt hinein gebaut worden war.
Von der Aussichtsplattform hat man einen schönen Blick auf Weißenstadt und den See, aber um zum gipfelbuch am Gipfelkreuz zu gelangen muss man wieder ein schwindelfreier Kletterer sein.
Vom Gipfel geht es über einen Bergkamm Richtung Schneeberg vorbei an drei bizarren Felsen, den Drei Brüdern.
7. Platte
Der Weg zur Platte führt ab Silberhaus an der B303 auf angenehm zu gehenden Waldwegen hinauf zu einem Blockmeer, das sich Richtung Weißenstadt ein Stück ins Tal ergießt. Von hier hat man einen herrlichen Ausblick auf die Stadt und den See, die aufgestaute Eger.
Bis zum Gipfel muss man – wie üblich – wieder etwas klettern, was aber diesmal ziemlich harmlos ist, selbst ich bin hoch gekommen.
8. Hohe Mätze
Auch die Hohe Mätze ist über einen schönen Wanderweg durch Wald zu erreichen, kurz vor dem Gipfel ist eine bewaldete Ebene mit Ruhebänken im Schatten. Den Rest muss man wieder klettern, auf dem letzten Block unter dem Gipfel habe ich dann kapituliert, weil ich mir nicht den Hals brechen wollte …
9. Großer Kornberg
Der Große Kornberg ist einer der niedrigeren Berge, der gut zu erwandern ist. Der Gipfel ist bewaldet und ohne Felsen dafür mit einem Aussichtsturm und einer militärischen Anlage, die heute für allen möglichen Funkverkehr, Fernsehen und als Handysatellit genutzt wird.
Im Winter gibt es hier eine Skipiste, und am unteren Ende der Piste gibt es ein Café mitten im Wald, wo man auch im Sommer bewirtet wird und das auf einem angenehmen Spaziergang zu erreichen ist.
Ich denke, die Auswahl ist jetzt groß und abwechslungsreich genug, um sich ein Bild von den Wander- bzw. Hikingmöglichkeiten des Fichtelgebirges zu machen.
Karte und Fotos
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Eine karte mit vielen Links zum Anklicken und vielen Fotos gibt es hier:
http://www.sabines-kaleidoskop.de/Fichtelgebirge.htm
Ein paar Fotos werde ich noch hoch laden.
Ich freue mich auf Eure Lesungen, Kommentare und Bewertungen, alles Liebe von Sabine :)
Erläuterung zu den anzuklickenden Produktdetails:
Wandern ist nicht nur im Sommer sondern auch im Frühling und Herbst möglich, bei Schnee natürlich nicht, da die WEge nicht geräumt werden, allerdings gibt es teilweise Langlaufloipen.
Schwierigkeitsgrade sind unterschiedlich, aber im Allgemeinen mit guten Schuhen und ein bisschen Kondition gut zu erwandern.
Alle Wanderwege sind mit dem Auto hervorragend zu erreichen, aber ohne Auto gibt es keine Möglichkeit, Busse fahren so gut wie gar nciht zu den landschaftlich schönen Zielen bzw. zu den entsprechenden Wanderwegen. Ohne Auto kann man nur in der Nähe der Städte oder eisenbashnlinie wandern gehen, wo es auch sehr, sehr viele Möglichkeiten gibt.