Der Geier fliegt wieder......

5  11.02.2006

Pro:
Für mich die beste Serie .

Kontra:
Die Serie läuft bei RTL

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Kultstatus:

Action:

Spannung

Spaß

Romantik:

Dialoge:

mehr


Papa_Santano

Über sich: Man soll ja immer positiv denken. Doch das Licht am Ende des Tunnels ist oftmals auch der entgegenko...

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Vorwort:

Mein Fernsehkonsum hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich mir alles mögliche ansah. Heute schauen sich meine Freundin und ich nur noch Sendungen an, die uns beide interessieren. In erster Linie sind dies Reportagen, Dokus und Nachrichten. Rein der Unterhaltung wegen schauen wir dann noch "Deutschland sucht die Superwurst" und eine Serie, von der dieser Bericht handeln soll.
Hinter Gittern- Der Frauenknast, ist für uns eine absolute Pflichtsendung. Selbstverständlich schauen wir uns diese nicht live an, sondern zeichnen diese auf, um der nervtötenden Werbung zu entgehen. Normalerweise halte ich nicht viel von TV-Serien und außer Lindenstraße und GZSZ habe ich keine Serie über längere Zeit verfolgt. Bei Hinter Gittern- Der Frauenknast kann ich allerdings nicht widerstehen. Dafür gefällt mir die Serie rund um die JVA Reutlitz zu sehr. In diesem Bericht möchte ich euch die Serie ein wenig näher bringen und natürlich auch meine ganz persönlichen Eindrücke zum Ausdruck bringen.


Die Story:

Schaue ich mir die Serienlandschaft im deutschen TV an, kann ich auf Ahieb nur sehr wenige Serien entdecken, denen eine neue Idee zu Grunde liegt. Serien, die auf den Themen Krankenhaus, Krimi, Teenies basieren, gibt es genug. Eine JVA zum Schauplatz einer Serie zu machen, war Ende der 90er Jahre völlig neu und wie das nun einmal so ist, konnte keiner abschätzen, ob der Zuschauer die Serie annimmt und ob diese ein Erfolg wird.
Hinter Gittern- Der Frauenknast hatte Erfolg und wird seit nunmehr fast 9 Jahren produziert und ausgestrahlt. Die Serie zeigt das Leben in einem Berliner Frauengefängnis und wie man sich denken kann, passiert dort natürlich eine ganze Menge. Dass die gezeigten Geschichten mitunter Lichtjahre von der Realität entfernt sind, stört mich nicht besonders. Hinter Gittern- Der Frauenknast hat Eigendynamik und Vielfalt, wodurch man sehr schnell zum Fan dieser Serie werden kann. Wer meint das Knastleben sei eintönig, liegt völlig falsch. Zumindest in der Serie lassen sich die Drehbuchautoren immer wieder neue Handlungsstränge einfallen, die dann über die Dauer von einigen Folgen abgearbeitet werden. Nun bin ich kein Insider, sprich habe noch nicht im Gefängnis gesessen, doch auch so glaube ich kaum, dass in einer einzigen JVA derart viel passieren kann. Angefangen von Verhältnissen zwischen Personal und Insassen, was ich ja noch als real einschätze, über Bombenanschlägen, Revolten, spektakulären Fluchtversuchen, verliebten Priestern und so weiter und so weiter.
Natürlich müssen immer neue Geschichten erfunden werden, um die Serie am Leben zu erhalten. In wie weit all diese Storys glaubhaft sind, lasse ich mal offen.


Der Aufbau der Serie:

Die Geschichten der Serie spielen sich dabei allesamt auf Station B ab. Die anderen Stationen, werden immer nur am Rande erwähnt. Gleich neben dem Frauenknast werden männliche Gefangene inhaftiert. Berührungspunkte gibt es nur selten. Getreu dem Motto "Gut gegen Böse", gibt es bei Hinter Gittern- Der Frauenknast zwei Gruppen, um die eine jede Folge aufgebaut wird. Das Gefängnispersonal auf der einen, die Gefangenen auf der anderen Seite.
Seitens der Drehbuchautoren werden die einzelnen Folgen sehr geschickt geschrieben. Meist gibt es irgendwo eine kleine Geschichte, die in einer Folge beginnt und auch endet. Den größeren Teil nehmen Geschichten ein, die sich über mehrere folgen fortsetzen und deren Ausgang sich nicht abschätzen lässt. Mit dieser Taktik schlagen die Macher der Serie 2 Fliegen mit einer Klappe. Da sich im TV-Geschäft keiner auf seinen Lorbeeren ausruhen kann, versucht man natürlich neue Zuschauer zu gewinnen. Als neuer Zuschauer einer Serie kennt man aber weder die Charaktere, noch die bis dahin erzählten Geschichten. Also geht man hin und baut kleine, in sich abgeschlossene Geschichten ein, um neue Zuschauer nicht ganz im Regen stehen zu lassen. Die sich über mehrere Folgen erstreckenden Geschichten, dienen der Bindung regelmäßiger Zuschauer. Da wundert es nicht, dass jede Folge mit einem so genannten "Cliffhanger" endet. Der Zuschauer soll auf die nächste Folge neugierig gemacht werden. Das Prinzip der "Clifhanger" ist nicht neu und auch keine Erfindung von RTL.
Die Amerikaner haben schon in den 60er Jahren damit angefangen. Wie vieles andere auch, sind auch die "Cliffhanger" zu uns rübergeschwappt.
Als Regelmäßiger Zuschauer der Serie könnte ich darauf gut verzichten, doch auf der anderen Seite fragt man sich schon, wie es denn nun weitergeht.
Schauspieler und Rollen:

Jede Serie steht und fällt mit ihren Darstellern und den Rollen, die diese verkörpern.
Hinter Gittern- Der Frauenknast hat, im Gegensatz zu anderen Serien, mit einem enormen Problem zu kämpfen. Während das Personal theoretisch bis zu Rente mitspielen könnte, braucht man bei Insassen ständig neue Charaktere, da die Fluktuation natürlich sehr hoch ist.
Entsprechend lang ist die Liste der Gefangenen, die in fast 9 Jahren zu sehen waren. Ich beschränke mich in diesem Bericht auf das aktuelle Ensemble und überwiegend auch nur auf die gespielten Rollen. Jeder Rolle werde ich einen persönlichen Sympathiefaktor geben.

10 steht für ( Am liebsten würde ich Dich heiraten )

1 steht für ( Ich hasse Dich )


Beginnen werde ich mit dem Personal von Reutlitz:


Karin Böhne spielt Eva Baal (Gefängnisdirektorin)

"Die Baal", ist die Nummer 1 in Reutlitz. Als Direktorin der Haftanstalt obliegen ihr der gesamte Verwaltungsapparat und natürlich auch die Sicherheit. Eva Baal verkörpert eine strenge, wenig weiblich wirkende Frau, die mit harter Hand regiert. Gegenüber der Außenwelt und der Justizbehörde ist sie es, die Rede und Antwort zu stehen hat. Wann immer es zu Problemen in der JVA kommt, muss letztendlich sie dafür gerade stehen. Eva Baal gestattet sich daher nur sehr wenige, menschliche Züge. Die Position der Direktorin von Reutlitz ist immer auch ein Schleudersitz und keineswegs geeignet eine ruhige Kugel zu schieben. Für sie kommt erschwerend hinzu, dass auch intern ständig an ihrem Stuhl gesägt wird. Allen voran Jutta Adler, die den Posten der Direktorin gerne selbst wieder ausüben würde.
Eva Baal ist weder bei den Insassen, noch beim Personal sonderlich beliebt. Kühl und emotionslos hält sie den Betrieb aufrecht.

Mein Sympathiefaktor: 3

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Claudia Loerding spielt Jutta Adler ( Leitung Station B )

Ich war mir lange Zeit nicht wirklich sicher, ob ich Jutta Adler mögen, oder hassen soll. Generell habe ich ja mehr Sympathie zu den Gefangenen. Mit Unterbrechungen ist Jutta Adler einer der heimlichen Stars dieser Serie. "Der Geier", wie man sie auch liebevoll nennt, gehört zu den Dinosauriern der Serie. Jutta Adler litt sehr lange unter der Dominanz ihrer kranken Mutter, die sie häufig erniedrigte und sich wo immer es ging in ihr Leben einmischte.
Jutta Adler verkörpert im Privaten den Typ "graue Maus" Beruflich jedoch, blüht sie förmlich auf.
Knallhart, manchmal auch böswillig und hinterlistig, macht sie den Gefangenen das Leben zur Hölle. Jutta kann, was allerdings selten ist, auch menschlich und einfühlsam sein.
Meist jedoch genießt sie ihre Machtposition, denn im Gegensatz zur Direktorin Baal, hat Jutta Adler täglichen Kontakt mit den Insassinnen. Sie leitet Station B, auf der sich alles abspielt und zeichnet auch für die Wärter, auch Schließer oder Schlusen genannt, verantwortlich.
Mit der Insassin "Walter" verbindet Jutta eine Art Hassliebe. Zwischen den beiden kam und kommt es immer wieder zu Konfrontationen, deren Ausgang nicht immer abzusehen ist.
Jutta war lange Zeit weg aus Reutlitz und kehrte zu Beginn der aktuellen Staffel zurück. Ihr Versuch Walter als Spitzel einzusetzen, scheiterte kläglich und momentan kämpft man wieder gegeneinander. Der Geier hat viele Fans und steht auch bei mir ganz weit oben.


Mein Sympathiefaktor: 9

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Leon Boden spielt Edgar Brock ( Schließer )

Brock zu mögen fällt sehr schwer, denn in seiner Funktion als Schließer, stellt er das personifizierte Arschloch dar. Offiziell liebt Brock das Regelwerk von Reutlitz und lässt keine Gelegenheit aus die Gefangenen zu schikanieren. Tatsächlich aber, ist Brock nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Mit einem Kollegen und einer Insassin zusammen, betrieb er ein knastinternes Bordell. Wie auch Jutta Adler, verschwand Brock aus der Serie und kehrte in der aktuellen Staffel zurück. Zunächst zum kleinen Licht degradiert, verstand er sich in der Kunst in den Arsch anderer Leute, insbesondere den der Direktorin, zu kriechen, und arbeitete sich wieder hoch. Als ehemaliger Sicherheitschef ließ er die Gefangenen seine Macht spüren und wurde schnell zum meist gehassten Schließer. Auch unter den Kollegen ist Brock nicht sonderlich beliebt, da er auch hier keine Chance auslässt, Intrigen zu spinnen um sich Vorteile zu verschaffen.

Mein Sympathiefaktor: 1

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Corinna Horn spielt Daniela Kallweit (Schließerin)

Um Daniela Kallweit drehen sich nur wenige Geschichten. Aktuell steckt sie in einer Lebenskrise, da sie sich in einen Kollegen verliebt hat. Leider wird ihre Liebe nicht
So erwidert, wie sie sich dies wünscht, was zu Spannungen und einer Beeinträchtigung ihrer Leistung führt. Als Jugendliche war sie selbst einmal inhaftiert. Ihr damaliger Vertrauensbeamter war Brock, der sie auch durch einen gefälschten Lebenslauf nach Reutlitz holte. Brock wäre nicht Brock, wenn er sich dadurch nicht einen Vorteil verschaffen wollte. Corinna sollte auf seiner Seite stehen und bei seinen perfiden Spielchen mitmachen.
Ihre einstige Sympathie zu Brock schlug jedoch um und sie outete sich selbst bei der Direktorin. Die Baal gab ihr dennoch eine Chance und sie durfte weiter als Schluse arbeiten.
Ihr Verhältnis zu den Gefangenen könnte besser sein, um es einmal dezent zu formulieren. Corinna Kallweit hält nicht viel von einem humanen Strafvollzug, sondern setzt mehr auf Law and Order. Ihre harte Linie gefällt Brock zwar außerordentlich, doch kann dieser ihren "Königsmord" nicht verzeihen.

Mein Sympathiefaktor: 3

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Franziska Matthus spielt Dr. Evelyn Kaltenbach (Staatssekretärin)

Einst leitete die Kaltenbach die JVA Reutlitz selbst. Sie versuchte dabei stets die Insassinnen auch als Menschen zu sehen und war bei den Gefangenen sehr beliebt. Sie hatte immer ein offenes Ohr für die Belange und Probleme der Frauen und half wo immer es ging. Selbst "Walter" mochte die Kaltenbach in ihrer Funktion als Direktorin.
Der liberale Strafvollzug lag ihr dabei ganz besonders am Herzen. Letztendlich wurde sie jedoch vom Posten der Direktorin weggelobt und steig als Staatssekretärin auf, die ein wachendes Auge auf Reutlitz haben soll. Ihre Möglichkeiten Einfluss auf Reutlitz zu nehmen sind sehr begrenzt, da sie nicht mehr vor Ort ist. In der Serie tritt sie immer mal wieder auf, ohne jedoch über mehrere Folgen hinweg in die Geschichten eingebunden zu werden.

Mein Sympathiefaktor: 3

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Egon Hofman spielt Peter Kittler (Schließer)

Auch Peter Kittler gehört zu den Dinosauriern bei Hinter Gittern - Der Frauenknast.
Er gehört irgendwie dazu, auch wenn man auf ihn sehr gut verzichten könnte. Kittler schafft es immer wieder sich in Schwierigkeiten zu bringen. Sei es durch seine sexuelle Hörigkeit zu einer der Insassinnen, oder durch seine Dummheit immer wieder in Fettnäpfchen zu treten.
Kittler ist immer dabei, wenn in Reutlitz krumme Dinger laufen. Mal beschafft er Handys, damit die Frauen Telefonsex betreiben können. Dann wiederum ist er auch an dem aufgezogenen Borderll mit beteiligt. Kittler ist notgeil, um es auf gut deutsch zu sagen. Aktuell hat es ihm die Gefangene Stenzel angetan, die seinerzeit als knastinterne Hure arbeitete.
Seinerzeit waren Kittler und Brock wie Brüder miteinander verbunden. Heute jedoch haben die beiden ein massives Problem miteinander, wobei Kittler bislang der Verlierer war. Trotz seiner Verstrickung und so machen Schweinerei, blieb Kittler bisher unbehelligt.

Mein Sympathiefaktor: 2

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Heidi Weigelt spielt Sybille Mohr (Sekretärin)

"Möhrchen" ist die gute Seele der Anstalt. Sie sitzt direkt an der Quelle, sprich im Vorzimmer der Anstaltsleitung. "Möhrchen" hat ein großes Problem. Sie kann kein Geheimnis für sich behalten. Dies allein ist schon nicht besonders vorteilhaft. Da "Möhrchen" auch nicht die intelligenteste ist, entstehen immer wieder Situationen in denen sie meint etwas mitbekommen zu haben und dies dann völlig falsch interpretiert. Unvergessen bleibt eine Folge, in der eine Lieferung Vibratoren eintrifft und "Möhrchen" sich eines dieser kleinen netten Spielzeuge näher anschaut, dann aber nicht mehr loswird. Als Beispiel auch sehr schön ist eine Folge, in dem "Möhrchen" den Prototypen einer elektronischen Fußfessel ausprobiert und diese dann nicht mehr abbekommt. "Möhrchen" ist bei Personal und Gefangenen gleichsam beliebt. Ihre etwas schusslige Art macht sie sympathisch und liebenswert.

Mein Sympathiefaktor: 6

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Jost Pieper spielt David Wilborn (Schließer)

Mit knallharten Vorschriften und Strafen kann sich David Wilborn nicht wirklich anfreunden. Er sieht den humanen Vollzug als geeigneteres Mittel zur Resozialisierung der Frauen. Bei den Insassinnen genießt er daher ein, für einen Schließer, hohes Ansehen. Im Kollegenkreis jedoch eckt Wilborn wegen seiner humanen Methoden immer wieder an. Besonders Hardliner Brock nutzt jede Möglichkeit Wilborn zu schaden. Ich persönlich mag die Rolle des David Wilborn, weil er sehr symphatisch rüberkommt und mir seine Rolle als sehr glaubhaft erscheint.
In den aktuellen Folgen hat Wilborn privaten Stress. Mit seiner Kollegin Kallweit hatte er eine gemeinsame Nacht, die diese nicht als einmaliges Erlebnis hinnehmen will.

Mein Sympathiefaktor: 7

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Karin Oehme spielt Trude Schiller (Schließerin)

Trude kommt aus dem Osten und ist die älteste Schluse in Reutlitz. Die letzte Staffel endete mit der Explosion einer Bombe, die viele Opfer forderte. Trude hat die Bombe überlebt, ist seitdem aber auf Rollstuhl und Krücken angewiesen. Ihren normalen Dienst auf Station B kann sie daher momentan nicht verrichten und fristet ihre Stellung in der Schleuse zur Außenwelt. Als Trude noch auf Station B war, konnte man sie als hart, aber nett kennen lernen. Schon in der ehemaligen DDR arbeitete sie im Strafvollzug. Trude Schiller sieht man nicht sehr oft in der Serie. Sie gehört zwar mit dazu, doch würde es nicht besonders auffallen, würde man sie aus dem Drehbuch streichen.

Mein Sympathiefaktor: 4

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Uta Prelle spielt Birgit Schnoor (Schließerin)

Die Schnoor ist seit Beginn der Serie mit von der Partie. Sie verkörpert auch eher den ruhigeren Typ und ist bei den Insassinnen nicht unbeliebt. Im Knastalltag kann und will sie sich nicht mit vielen Regelungen anfreunden und scheut sich auch nicht dies zu propagieren. Seitens der Anstaltsleitung erntet sie dafür immer mal wieder eine Rüge. Auch die Rolle der Birgit Schnoor ist relativ klein ausgelegt. Während in Reutlitz der Bär tanzt ist Birgit Schnoor oft im Hintergrund zu finden. Ihren großen Auftritt hatte sie, als sie als Geisel genommen wurde.
Gegenüber den Insassinnen verhält sie sich fair und auch schon mal hilfsbereit. Mit Ihr Ärger zu bekommen ist recht schwer. Die Insassinnen wissen dies natürlich und nutzen ihre Gutmütigkeit auch schon mal aus.

Mein Sympathiefaktor: 5

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Als nächstes kommen wir zu den Insassinnen von Reutlitz. Wegen der verschiedensten Delikte sitzen einige der Damen schon seit Beginn der Serie vor knapp 9 Jahren in Reutlitz ein.
Beginnen möchte ich meine Vorstellung der Insassinnen mit einer Frau, ohne die die Serie wahrscheinlich nicht derart beliebt wäre. Die Rede ist natürlich von "Walter" der unangefochtenen Nummer 1 der Serie.


Katy Karrenbauer spielt Christine Walter (Gefangene)

Walter war ist und bleibt die Nummer 1 unter den Gefangenen. Sie ist seit der ersten Folge mit dabei und ohne Walter wäre die Serie nur halb so gut. Walter, die Knastlesbe bekommt zu Ihre eigentlichen Strafe immer wieder Nachschlag. Anders wäre es auch nicht möglich sie dauerhaft in der Serie zu lassen. Ohne Walter läuft auf Station B überhaupt nichts. Wer sie zum Freund hat, kann sich sicher sein, von anderen Gefangenen unbehelligt zu bleiben. Hat man Walter allerdings zum Feind, tut man gut daran sich in die hinterste Ecke zu verkriechen.
Der Gewalt grundsätzlich nicht abgeneigt, lässt Walter keinen Zweifel daran, wer auf Station B der Boss ist. Ihre Schlagkraft bekommen dabei sowohl Mitgefangene, als auch Personal zu spüren. Vom Wesen her ist Walter aber ganz und gar nicht gewalttätig, im Gegenteil. Gebeutelt durch eine schwere Kindheit, musste sie sich immer alleine durchs Leben kämpfen.
Trotz ihre Härte nach Außen, hat Walter einen sehr weichen Kern. Ihr Lieblingsfeindbild war ist und bleibt der Geier, Jutta Adler. Auch wenn Jutta Adler ihr half, als Walter mal wieder im Bunker war, nutzt Walter jede sich bietende Möglichkeit um den Geier zu ärgern und zu demontieren. Als lesbische Gefangene kommt die Liebe bei Walter natürlich trotz der Gefängnismauern nicht zu kurz. Neben einigen kurzen Affären, war Walter immer mal wieder schwer verliebt. Für ihre größte Liebe, Vivie, wurde sie sogar schwanger um Vivie ihren größten Wunsch, ein Kind nämlich zu erfüllen.

Mein Sympathiefaktor: 8

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Bettina Lohmeier spielt Annabelle Liffers (Gefangene)

Annabelle hat einen vermeintlichen Einbrecher erschossen. Dieser jedoch stahl lediglich ein
Paar Bulmen aus ihrem Vorgarten. Was Annabelle nicht wusste ist, dass der Blumendieb der Ehemann von Melanie Schmidt, einer Gefangenen von Reutlitz war, der er die Blumen schenken wollte. Melanies Begeisterung die Mörderin Ihres Mannes auch auf Station B zu haben lässt sich kaum in Worte fassen. Annabelle hat die Kunst des speicheleckenden Arschkriechers perfektioniert und wird Stationssprecherin und somit Jutta Adlers Leibeigene. Annabelle ist extrem hinterlistig, psychisch kaputt und ein elendes Miststück. Schauspielerin Bettina Lohmeier spielt eine sehr negativ angelegte Rolle und auch ich kann die Figur der Annabelle Liffers nicht vor den Augen sehen. Schon mehrfach sagte ich zu meiner Freundin, dass "die Liffers" einfach nur mal kräftig was auf die Schnauze braucht. Und siehe da, die Liffers bekommt in Reutlitz regelmäßig Prügel. Freunde hat Annabelle in Reutlitz keine, höchstens Gleichgesinnte, wie Natascha Sanin zum Beispiel, für deren Zwecke sich Annabelle zum Schergen macht. Der Geier hat die Liffers kürzlich ihres Postens enthoben und so hat Annabelle Liffers momentan keine Möglichkeit mehr die anderen Gefangenen zu schikanieren.

Mein Sympathiefaktor: 0

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Barbara Freier spielt Uschi König (Gefangene)

Was Mutter Beimer für die Lindenstrasse ist, wird in Reutlitz von Uschi König verkörpert. Ihren ersten Mord begang Uschi an der Geliebten Ihres Mannes. Anfangs hatte Sie, wie auch Walter ihre Clique, doch mit der Zeit näherten sich Walter und Uschi immer weiter an. Heute sind die beiden unzertrennlich und lenken gemeinsam die Dinge auf der B.
Nachdem Uschis Tochter in die Kreise eines zweifelhaften Freundes geriet der sie zu Pornofilmen zwingen wollte und Uschis Tochter bei ihrer Flucht tödlich verunglückte, erschoß Uschi den vermeintlichen Freund und Pornofilmer. Uschi König wird demnach noch ein paar Jahre bei Hinter Gittern - Der Frauenknast bleiben können.
Während Walter aggressiv und aufbrausend ist, bleibt Uschi auch in brenzligen Situationen ruhig und besonnen. Zu ihr kommen die Gefangenen, weil Sie wissen von Uschi einen brauchbaren Rat zu bekommen. Uschi selbst hat in ihren Knastjahren einiges durchmachen müssen und gelernt die Ruhe zu bewahren. Immer wieder versuchte man, insbesondere der Geier sie in eine psychiatrische Anstalt einzuweisen. Durch ihre Beliebtheit bei den Gefangenen, konnte sich Uschi aber immer deren Unterstützung sicher sein.

Mein Sympathiefaktor: 9

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Chritiane Reiff spielt Ilse Wünsche (Gefangene)

Ilse ist einfach nur naiv. Die ehemalige Scheckbetrügerin sitzt auch nach fast 9 Jahren immer noch in Reutlitz. Ihre Wirkungsstätte ist die Knastküche, eine wichtige Position, die Ilse zu nutzen weis. Ihre legendären, selbstgebrannten Schnäpse halfen schon vielen Gefangenen über Depressionen und Probleme hinweg. Ilse Wünsche, deren Name früher Brahms war, heiratete im Knast und trug fortan den Namen Wünsche. Ilse ist gutherzig, treu, liebevoll, aber auch strohdoof. Mit Busenfreundin Jeannette erlebte Sie so manches Abenteuer. Völlig unrealistisch, dennoch aber außerordentlich spannend war der Fund alter Waffen und Briefe aus dem 2. Weltkrieg, die Ilse und Jeannette im Keller von Reutlitz beim Putzen fanden.
Ilse hat eine große Leidenschaft. Sie liebt und verschlingt alles was sie über Königshäuser und vermeintliche Stars in die Finger bekommt. Als in einer Gastrolle der Schlagersänger Karel Gott nach Reutlitz kommt, dreht Ilse natürlich vollends am Rad. Gewalt, wie auch Drogen, lehnt Ilse Wünsche ab. Außer ihrem Schnaps und ihren Zeitschriften braucht Ilse nicht viel um glücklich zu sein. Wenn Ilse nur nicht sooooo doof wäre.

Mein Sympathiefaktor: 7

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Sylwia von Wildburg spielt Annika Jeske (Gefangene)

Eigentlich sollte und wollte Annika Jeske in Reutlitz als Schluse arbeiten. Dies machte sie auch, allerdings nicht ganz so, wie man sich das vorstellt. Mit einer Insassin und einem Schließer zusammen begann sie mit der Herstellung von Falschgeld und fliegt natürlich auf. Ihren Job in Reutlitz ist sie natürlich los. Dennoch bleibt sie in der JVA, diesmal nur auf der anderen Seite der Mauern. Annika freundet sich sehr schnell mit Ginger an, die mit der Zeit mehr als nur freundschaftliche Gefühle für Annika entwickelt. Durch ungünstige Umstände endet Annika, wie auch Ginger im Privatbordell der Schließer Brock und Kittler, welches unter der Leitung von Natascha Sanin geführt wird. Annika versuchte mehr als einmal aus den Fängen dieser Knastmafia zu entkommen. Erst als sie ermordet werden sollte, und man versehentlich eine andere in die ewigen Jagdgründe schickte, wandelte sich das Blatt. Annika schaffte es sogar eine Arbeitsstelle außerhalb der Knastmauern annehmen zu dürfen und blühte völlig auf.
Es kam aber wie es kommen musste. Annika verliebte sich in ihren Chef, der auch in sie, was Ginger ja nun überhaupt nicht gefiel. Eine geschickt gesponnene Intrige stellte Annika als vermeintliche Ausbrecherin dar. Job und Freund war sie damit los. Jetzt endlich brach sie mit Ginger und befindet sich derzeit im direkten Umfeld von Walter und ihren Genossinen.

Mein Sympathiefaktor: 9

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Dennenesch Zoudé spielt Wilhelmina Makubela (Gefangene)

Als Kriminelle kam Wilhelmina nicht nach Reutlitz. Sie saß in Abschiebehaft. Ihre Hautfarbe war mehr als einmal Anlass sie zu beschimpfen und als Niggerin abzustempeln. Die kaffeebraune Schönheit jedoch schaffte es eine Scheinehe mit dem Vater einer Küchenhilfe einzugehen. Ihr Herz aber gehörte dem Gefängnispfarrer, der das Gleiche für Wilhelmina empfand. Tragsisch, doch der Scheinehemann wollte mehr, sprich Sex und durch Wilhelminas Gegenwehr stürzt ihr Scheinehemann unglücklich. Und so sitzt Wilhelmina nun doch wegen einer Straftat in Reutlitz, da man ihr Vorsatz ankreidete. Auch gut könnte man denken, denn nun können sie und der Pfarrer ihre Liebe ausleben. Theoretisch war dies auch so, doch dann kam die Bombenexplosion an deren Folgen der Pfarrer verstarb.
Wilhelmina überlebte, doch war sie ein anderer Mensch geworden. Die Schuld am Tod des Pfarrers gab sie Walter, die die Bombe über die Mauern werfen wollte um alle zu retten.
Rassistischen Anfeindungen gegenüber muss sich Wilhelmina jetzt nicht mehr aussetzen. Da sie aber die Position einer Stationssprecherin inne hat, sehen sie andere Gefangene nicht mehr als eine von ihnen.

Mein Sympathiefaktor: 6

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Nadine Warmuth spielt Antje "Ginger" Stenzel (Gefangene)

Ginger kam wegen Betrugs und Diebstahl in den Knast. Vorher hatte Sie als Prostituierte gearbeitet. Natürlich mischt sie auch im Privatbordell im Knast mit, allerdings mehr unfreiwillig. Lange ahnt man es nur, doch Ginger hat sich in Annika verliebt. Ihre Liebe, die offen zu zeigen sie sich nicht traut, bleibt unerwidert. Ginger zeichnet sich durch einen schwachen Charakter aus. Ohne jemanden im Hintergrund zu haben, ist Ginger hilflos und kleinlaut. Natascha Sanin schwört Ginger auf sich ein und trotz der totalen Pleite mit dem Bordell, hängt Ginger in den aktuellen Folgen wieder am Rockzipfel von Natascha. Durch ihre falsche Anschuldigung, Annika wolle flüchten, hat Ginger im Prinzip niemanden mehr auf ihrer Seite. Von den anderen Häftlingen wird sie geschnitten, oder tätlich angegriffen, da sie Annika, verraten hat.
Ihr bleibt also nur die Gesellschaft von Natascha Sanin und Annabelle Liffers.
Eine ganz besondere Beziehung unterhält Ginger zum Schließer Kittler. Der notgeile Kittler würde Ginger am liebsten auf der Stelle vernaschen. Ginger nutzt diesen Umstand natürlich so gut es geht aus. Kittler frisst ihr dabei nahezu aus der Hand.

Mein Sympathiefaktor: 8

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Constanze Priester spielt Manuela Wellmann (Gefangene)

Manuela ist die aktuelle Freundin von Walter, obwohl sie eine Position als Vorarbeiterin bekleidet und damit Privilegien der Schlusen erhält. Man sieht es ihr nicht unbedingt an, doch Manuela kann ihre Fäuste einsetzen. Sie macht dies aber nur, wenn man sie angreift. Ansonsten ist Manuela friedfertig und mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Weil Manuela nicht so sprang wie Natascha Sanin, das Biest von Station B es gerne wollte, setzte Natascha einen externen Bekannten auf Manuela´s 15jährige Schwester an und drohte damit das Mädchen töten zu lassen. In den aktuellen Folgen kommt Manuela frisch aus dem Bunker und reiht sich wieder in die Gruppe rund um ihre Freundin Walter ein. Manuela Wellmann ist noch nicht sehr lange bei Hinter Gittern - Der Frauenknast dabei. Ich denke, dass Sie aber noch eine Zeit bleiben wird. Zu viele Fragen sind noch unbeantwortet.

Mein Sympathiefaktor: 5

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Susann Uplegger spielt Natasche Sanin (Gefangene)

Lange hat es gedauert, bis Natasche Sanin aus Reutlitz entsorgt wurde. Wie auch der Schließer Brock, spielt Natascha eine absolut unbeliebte Rolle. Die aus der Ukraine stammende Natascha erkauft sich alles was sie haben will. Geld scheint sie noch genug zu haben. Ihre Intrigen sind wohl durchdacht und nie kann man ihr etwas nachweisen. Sogar einen Mord schiebt sie geschickt in den Schuh einer anderen Gefangenen. Zu Natascha´s Pech ist diese andere Gefangene jedoch Walter und einen Mord lässt die sich nicht mal eben unterjubeln. Zusammen mit Brock, Kittler, Annika und Ginger betreibt Natascha ein knastinternes Bordell. Natascha ist die Chefin und bezahlt Brock und Kittler dafür potentielle Kunden einzuschleusen. Annika und Ginger fungieren als ihre persönlichen Pferdchen.
Natascha selbst hält sich immer im Hintergrund. Sie zieht zwar die Fäden, doch nachweisen kann man ihr nichts. Erst als im Mordprozess gegen Walter Ihr Pferdchen Ginger aussagt und Natascha als die wahre Mörderin auffliegt, ist Ruhe. Natascha wird verlegt. Wohl wegen vieler Zuschriften ist Natascha aber wieder da. In den ersten Folgen nach ihrer Rückkehr schien sie wie ausgewandelt. Stets mit Bibel bewaffnet verkündete sie nur noch das Wort des Herrn.
Ich war geneigt dies trotz meiner Zweifel zu akzeptieren, auch wenn ich nicht glauben konnte, dass man Natascha so harmlos rumlaufen ließ. Ich sollte richtig liegen, denn mittlerweile spinnt Natascha ihre Intrigen wie eh und je.

Mein Sympathiefaktor: 1

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Christine Schubert spielt Jeannette Bergdorfer (Gefangene)

Das "Spatzerl" wie ich die Bergdorfer gerne nenne, ist schon seit dem Start von Hinter Gittern - Der Frauenknast mit dabei. Jeannette ist krankhaft neugierig und "arbeitet" seit Jahren als persönlicher Spitzel vom Geier. Ich mag das Spatzerl, besonders in Kombination mit Ilse Wünsche. Die beiden zusammen sind ein Dreamteam. Jeannette, die Putzfrau von Reutlitz, ist irgendwie nie mit dabei, wenn es zur Sache geht. Sie ist zwar bestens informiert, interpretiert aber auch vieles falsch. Natürlich ist auch Jeannette immer nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht und selbstverständlich ist Jeannette auch bestechlich. Mit Geld erreicht man bei ihr einfach alles. Geld ist auch der Grund, weshalb sie in Reutlitz einsitzt.
Durch nicht ganz legale Geschäfte, wie es der Richter nannte, putzt und putzt und putzt sie durch Station B.

Mein Sympathiefaktor: 7

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Sigrid Maria Schnückel spielt Melanie Schmidt (Gefangene)

Um eines vorweg zu sagen, Melanie, auch Mel genannt, ist mein absoluter Liebling der Serie. Die Rolle, die sie spielt, ist genau meine Wellenlänge. Mel ist aufmüpfig und sagt was sie denkt, auch wenn die Konsequenzen manchmal grausam sind. Sehr zu meiner Freude neigt Mel dazu sehr schnell aus dem Anzug zu springen und von 0 auf 100 in weniger als 1 Sekunde zu sein. Mel sitzt wegen Gewaltverbrechen und arbeitete lange Zeit als eine Art Hausmeister. Wann immer es etwas zu reparieren gab, holte man Mel und ihren Werkzeugkasten.
Rein optisch sieht Melanie nicht unbedingt weiblich aus. Eher wie ein Mann mit Brüsten. Vielleicht habe ich diesen Eindruck auch nur, weil Mel sich überhaupt nicht weiblich verhält.
Wo immer es Krawall gibt, findet man sie an voderster Front. Ihr erklärtes Feindbild ist neben den Schlusen in erster Linie Annabelle Liffers, die Mörderin ihres Mannes. "Hackfresse" wie Mel sie in ihrer herzlichen Art und Weise nennt, hat bei ihr keine guten Karten und ich gehe davon aus, dass Hackfresse noch sehr oft Prügel beziehen wird. Mel schreibt sich dem Kreis um Walter zu. Im Gegensatz zu Uschi König, ist Mel alles andere als ruhig und besonnen.

Mein Sympathiefaktor: 10

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Wie glaubhaft sind Rollen und Darsteller....?

Ich denke die Macher der Serie haben mit der Besetzung der Rollen eine sehr gute Wahl getroffen. Alle Darsteller spielen ihre Rollen sehr überzeugend. Dies lässt sich auch daran erkennen, dass ich die Schauspieler mit negativen Rollen nicht sonderlich mag. Auch wenn mir bewusst ist, dass ein Leon Boden nur die Rolle des Schließers Brock spielt, kann ich mich mit Herrn Boden nicht wirklich anfreunden. Hier vermischen sich Fiktion und Realität auf die von den Machern gewollte Weise. Als Zuschauer nimmt man den Schauspielern ihre Rollen ab und identifiziert sich mit denen, oder lehnt diese voll und ganz ab. So wie mir die Rolle der Mel am besten gefällt, mag meine Freundin den Geier, Jutta Adler am liebsten. Der Geier rangiert bei mir unangefochten auf Platz 2
Nun entzieht es sich meiner Kenntnis, wie der Strafvollzug in einer echten Frauen JVA abläuft. Ganz sicher nicht wie bei Hinter Gittern - Der Frauenknast, das ist mir klar. Schaue ich mir die Serie jedoch an, verschwende ich keinen Gedanken daran, dass hier alles nur reine Fiktion ist.

Die Frage, in wie weit die Schauspieler ihre Rollen glaubhaft darstellen, muss jeder für sich selbst beantworten. Ich mache meine Antwort an Szenen fest, in denen es um Gefühle, oder aber um Gewalt geht. Beides ist meiner Meinung nach nicht einfach zu spielen und bisher fand ich solche Szenen überwiegend realistisch. Als herausragend möchte ich die Leistung von Claudia Loerding beschreiben. Als Jutta Adler " der Geier" hat sie in den Jahren die ganze Bandbreite ihres Könnens gezeigt. In den ersten Staffeln wurden sehr oft Schauplätze außerhalb von Reutlitz gewählt und viel über die privaten Geschichten von Personal und Insassinnen gezeigt. Jutta Adler, in Reutlitz knallhart, laut und zu Beginn auch versoffen, erlebte man privat als eine zerbrechliche Frau mit unendlich großen Komplexen.
Claudia Loerding zeigte dem Zuschauer, dass hinter dem Geier ein Mensch steckt, der leicht zu verletzen ist. Hier hatte die Schauspielerin ein sehr breites Feld zu zeigen, dass sie mehr kann, als der Geier zu sein. Anfangs hatte ich Probleme damit zu realisieren, dass auch der Geier ein Liebesleben hat. Ich sah in Claudia Loerding immer nur den Geier, der sein Ding durchzieht ohne nach links oder rechts zu schauen. Als sich Jutta Adler dann aber in einen Nachbarn verliebte und einen Machtkampf mit ihrer kranken Mutter auszutragen hatte, erkannte ich, dass Claudia Loerding zu viel mehr in der Lage ist. Dies gilt für den Geier ganz besonders, aber auch alle anderen Schauspieler überzeugen durch facettenreiches Schauspiel. Bleibt zu hoffen, dass viele der jetzigen Besetzung erhalten bleiben.


Wo wird gedreht....?

Wie man sich denken kann, gibt es die JVA Reutlitz nicht tatsächlich. Ich könnte mir auch nicht vorstellen, wie man eine TV-Serie in einem echten Gefängnis mit Inhaftierten drehen könnte. Nun sieht man in Außenaufnahmen immer wieder das Knastgelände. Mauern, Wachtürme, Stacheldraht, das volle Programm. Und auch die Gebäude sehen real aus und nicht wie eine Kulisse aus Pappe. Gedreht wird Hinter Gittern - Der Frauenknast in Berlin-Spandau, auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne der Briten. Perfekt kann ich da nur sagen, denn eine Kaserne lässt sich optisch recht leicht zu einem Knast umbauen.


Wann lief die erste Folge.......?

Die erste Folge von Hinter Gittern - Der Frauenknast lief am 22.09.1997. Mittlerweile ist man bei über 370 Folgen angekommen, was für eine wöchentliche Serie eine ganze Menge ist.


Was ist der größte Nachteil der Serie.....?
Sie läuft bei RTL !!!
( Die ständige Werbung macht mich irre )


Gibt es kleinere Nachteile....?

Ja, die gibt es leider auch.
Was mich und sicher auch viele andere stört ist die Besetzung der einzelnen Folgen. Wie ich zu Beginn meines Berichts sagte, wird in fast jeder Folge eine kleine Geschichte erzählt, die in sich abgeschlossen ist. Dazu kommt eine mehrere Folgen umspannende Geschichte.
Natürlich werden dadurch vorwiegend die Charaktere gezeigt, die in diesen Geschichten involviert sind. Beim Personal von Reutlitz fällt es nicht weiter auf, wenn da ein Schließer über mehrere Folgen nicht zu sehen ist. Bei den Gefangenen fällt es auf, sehr deutlich sogar. Manchmal sieht man die ein oder andere Insassin über mehrere Folgen nicht ein einziges Mal.

Wo sind die aber hin.....?

Geflohen sind die nicht, dass wüsste man.
Im Bunker oder auf der Krankenstation wüsste man auch.

Nein, immer wieder scheint die ein oder andere Gefangene überhaupt nicht existent zu sein, um dann irgendwann wieder aufzutauchen. Natürlich kann man nicht immer das komplette Ensemble in die Geschichten einbauen. Doch spielt die Serie in einem Gefängnis, wo man eine Rolle nicht mal eben auf Geschäftsreise oder in den Urlaub schicken kann.
An diesem Umstand fällt mir leider immer wieder auf, wie unwirklich die ganze Serie manchmal ist. Mich stört dies ungemein, weil die gesamte Glaubhaftigkeit darunter leidet.
Wünschen würde ich mir, dass man die Insassinnen zumindest in jeder zweiten Folge mal zu Gesicht bekommt. Es braucht ja keine Sprechrolle zu sein, die Anwesenheit würde mir, wie auch sicher vielen anderen Zuschauern genügen.

Wo und Wann läuft die Serie....?

Wie ich schon sagte, läuft die Serie leider bei RTL. Meinem persönlichen Werbesender.
Weil weder meine Freundin, noch ich Lust haben uns lustige Würstchen und glückliche Hausfrauen mit ihrer neuen Tütensuppe anzuschauen, zeichnen wir die einzelnen Folgen auf und schauen uns diese später an. Wer Hinter Gittern - Der Frauenknast live sehen möchte, sollte sich montags um 21:15 Uhr zu RTL begeben.

Was gibt es sonst noch zu wissen.....?

Wer die ersten Folgen sehen möchte, kann sich die erste und zweite Staffel auf DVD bestellen. Zusätzlich gibt es noch eine DVD in der man die Folgen rund um Bombenexplosion im letzten Jahr sehen kann. Bücher und Spiele zur Serie gibt es natürlich auch.
Autogramme kann man bei Bedarf auch bestellen und natürlich kann man sich auch auf machen, den Drehort zu besuchen. Aus einigen Foren habe ich erfahren, dass ein solches Unterfangen nicht immer erfolgreich ist. Natürlich kann man auf dem Gelände nicht einfach rumlaufen. Daher beschränken sich die Fans darauf die Darsteller am Eingang abzufangen und sich Autogramme geben zu lassen, Fotos zu machen und die Darsteller mit Fragen zu löchern.
So sehr ich die Serie auch mag, bin ich an diesem Punkt noch nicht angekommen, halte mir diesen aber ausdrücklich offen. Ein paar Autogramme habe ich zumindest schon einmal.


Mein Fazit:

Ich hasse Serien, ich hasse RTL. Und dennoch bin ich süchtig nach Hinter Gittern - Der Frauenknast. Was mich an dieser Serie am meisten begeistert ist die Tatsache, dass es endlich mal etwas anderes ist. Endlich mal keine Krankenhausserie, bei der man das Ende ahnt und auch endlich mal keine Polizeiserie, deren Storys man im Prinzip alle schon einmal irgendwo gesehen hat. Hinter Gittern - Der Frauenknast ist anders. Die Thematik der Serie ist mit keiner anderen vergleichbar. Den Ausgang der frei erfundenen Geschichten kann man auch nach nunmehr bald 9 Jahren nicht abschätzen. Bei Hinter Gittern - Der Frauenknast ist alles möglich. Und wenn die Haftstrafe einer Insassin abzulaufen droht, wird sie halt in eine Geschichte verwickelt, zu deren Ende es einen kräftigen Nachschlag gibt.
So gesehen, könnten sich Walter und der Geier auch in 10 Jahren noch bekämpfen. Mir soll es recht sein. Und meine geliebte Mel wird hoffentlich auch noch mal ein paar Jahre aufgebrummt bekommen.


© Papa_Santano am 11.02.2006 für Ciao


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Somian

Somian

28.12.2006 02:58

woah! UMSH (ultramegasuperhilfreich)

TheManiac007

TheManiac007

20.07.2006 16:14

Makellos! bh! lg :)

Tricel

Tricel

11.03.2006 15:26

Gehen denn alle meine BH's heute an dich? *lach* ich mag die Serie nicht besonders, aber deine Auseinandesetzung mit fast jeder kleinsten Kleinigkeit ist mir ein BH wert... :o) liebe Grüße, patricia

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