Unsichtbar:Was würde man machen?
13.06.2001 (03.07.2001)
Pro:
gute Special Effects und Extras
Kontra:
durchschnittl . Story
Empfehlenswert:
Ja
 fellfrosch1
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:61
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 76 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Paul Verhoeven, als Produzent von guten Filmen wie Starship Troopers oder Total Recall bekannt, hat sich mit Hollow Man wieder an einen potentiellen Kassenschlager versucht. Potentiell werden viele jetzt Fragen. Warum er ein Erfolg wurde oder warum nicht, versuch ich im folgenden aus meiner Sicht zu erklären. 1) Die Story =============
Das Wissenschaftlerteam um Sebastian Cain (Kevin Bacon) ist dabei, eine sensationelle Entdeckung zu machen: den lebenden Organismus unsichtbar zu machen. An Versuchstieren hat dieses Experiment schon funktioniert. Einen Gorilla hat das Team erfolgreich unsichtbar gemacht. Leider ist es bisher nicht gelungen, den ganzen Prozeß wieder umzukehren.
Bis Cain eines Nachts die Lösung vor Augen hat. ungeachtet aller Bedenken seines Teams führt er einen Selbstversuch durch. Cain wird unsichtbar. Eingesperrt in dem Forschungslabor versucht er und sein Team nun, ihn wieder sichtbar zu machen. Doch dies schlägt fehl.(c by fellfrosch1) Cain fängt an, die Vorzüge seiner Unsichtbarkeit zu schätzen wissen. So treibt er im Labor und auch Außerhalb sein "Unwesen".
Langsam aber sicher wird ihm sein Zustand geföhrlich zu werden. Er versucht sein Team systematisch zu töten. Wird er wieder sichtbar oder wird ihm seine Unsichtbarkeit doch zum Verhängnis oder schafft er es, denn Prozeß wieder umzukehren? 2) Die Schauspieler ====================
- Kevin Bacon als Forscher Sebastian Cain. Man merkt Bacon förmlich an, dass ihm die Rolle des Unsichtbaren spaß macht (auch wenn er die meiste Zeit aufgrund der Unsichtbarkeit nicht zu sehen ist). Zynische Kommentare und kleine Gemeinheiten wirken aus dem Mund von Bacon schon recht gut. Aber nicht oscarreif. Allerdings ist es schwer einen geeigneten Darsteller für diese Rolle zu finden. - Elizabeth Shue (Linda). Als Mitarbeiterin im Forscherteam für mich die beste Besetzung des Filmes. Fassunglosigkeit über Cains Versuch und sein Verhalten als Unsichtbaren stellt sie überzeugerisch dar. Auch in den Actionszenen zum Schluß des Filmes weiß sie zu glänzen.(c by fellfrosch1) Die Besetzung mit einer atraktiven und inteligenten Frau ist ein guter Schachzug von Verhoeven. Aber vielleicht sag ich das auch nur, weil ich Elizabeth Shue auch so schon klasse finde! - Josh Brolin (Matthew). Ebenfalls Mitarbeiter des Teams und mit Linda befreundet. Auch wenn Brolin nicht so sehr bekannt sein sollte, ist er doch ein guter Schauspieler. Sehr viel falsch machen kann er in seiner Rolle eigentlich auch nicht. Ein wenig Text und die ein oder andere Actionszene kann eben jeder guter Schauspieler darstellen. Was seine Leistung nicht verschlechtern soll. Insgesamt ist "Hollow Man" gut besetzt. Jedoch werden von den Schauspielern aufgrund der Story und der darzustellenden Charaktere auch keine übermäßigen Leistungen gefordert. Doch geben die Darsteller eine gute Leistung, dem Film angemessen, ab.
3) Special Effects =================== Wer Filme von Paul Verhoeven kennt und die Effects in diesen schon gut findet, wird einen hohen Anspruch an "Hollow Man" haben. Doch enttäuscht wird man in dieser Hinsicht bestimmt nicht. Special Effects in chronologischer Reihenfolge:
- Die Betrachtung eines unsichtbaren Gorillas: Es wird gezeigt, wie ein unsichtbarer Gorilla eine Maus "fängt" und dann "verspeist". Desweiteren wird er aus der Sicht von Wärmebildbrillen gezeigt. Sicherlich kein besonderes Special Effect, aber interessant anzusehen. - Das "Umwandeln" des unsichtbaren Gorillas: Der Primat liegt festgeschnallt auf einer Liege. Das Serum wird gesprizt, eine blaue Flüssigkeit fliesst durch seine Adern. Nach und nach wird er sichtbar: zuerst das Skelett, dann die Ader, dann die inneren Organe und schließlich die Haut samt Fell. Es ist schon erstaunlich, wie Verhoeven es geschafft hat, den Gorilla wieder sichtbar zu machen. Das schlagende Herz ist realistisch animiert. Doch für schwache Nerven ist das nichts. - Die Umwandlung von Caine: Dieses kann man mit dem Gorilla vergleichen, nur das ein menschl. Körper gezeigt wird. Aber auch sehr realistisch dargestellt. Verhoeven hat scheinbar viel Zeit in einem Obduktionsraum verbracht!, so wahrheitsgetreu ist die Szene verfilmt. - Die Schlußszenen, bei denen der Unsichtbare Cain durch Wasser "sichtbar" wird. Die Sprenkleranlage versprüht Wasser, welches auf Cains Körper haften bleibt und so einen "Wassermenschen" entstehen lässt. Sieht sehr gut aus! Das Forscherteam hat nun keine Wärmebrillen mehr und kämpft wirklich gegen einen Unsichtbaren. Für mich nach der o.a. Szenen die beste des Filmes. Wo ist Cain nun? fragt man sich ständig. Die Explosion am Ende des Filmes, wo ein Fahrstuhlschacht in Flammen aufgeht findet man von den Effects her in nahezu jedem Actionfilm -> guter Durchschnitt. 4) Ton/Filmmusik ================
Viel über den Ton zu sagen gibt es nicht, da die entsprechenden Szenen fehlen. Die wenigen Szenen, die Toneffekte nötig haben, sind allerdings sehr gut vertont. Befindet sich Cain in der rechten Ecke des Raumes, so kommt seine Stimme auch über den rechten Lautsprecher der Stereoanlage. Die Filmmusik ist zweckmäßig eingesetzt; zu jeder Szene passend. Ein bekanntes Lied als "Hauptsong" gibt es nicht. 5) DVD-Qualität ===============
An der Qualität des Filmes gibt es nichts auszusetzen. Die Ladezeiten sind mit 2-3 Sekunden im erträglichen und normalen Rahmen. Das Bild ist gut bis sehr gut. Auch der Ton wird gut von der DVD zum Verstärker o.ä. übertragen. Die Wechsel der Kapitel sind nicht merkbar. Aussetzter beim Abspielen hab ich nicht festgestellt. Von dieser Hinsicht ein gute bis sehr gute Qualität. 6) Special Features / Extras ============================
6.1 Commetare der Schauspieler des Produzenten 6.2 Anatomy of a thriller: zeigt wie Verhoeven versucht hat, einen Unsichtbaren darzustellen und ihn in den Film zu integrieren. Sehenswert: die Dokumentation, wie die Schauspieler mit einem Darsteller agieren, der überhaupt nicht zu sehen ist. (c by fellfrosch1)Außerdem wird gezeigt, wie die Szenen mit dem Unsichtbaren gedreht wurden und später in den Film aingefügt wurden. 6.3 Behind the scenes 6.4 Picture in Picture: siehe Anatomy.... nur ein wenig genauer und ausführlicher. Ebenfalls sehenswert. Insgesamt sind die Extras ausreichend. Was wollte man auch mehr haben, als die Darstellung, wie es möglich wurde einen Unsichtbaren zu inszenieren?
7) Zusammenfassung / Fazit ========================== Lange habe ich auf Hollow Man gewartet. Enttäuscht wurde ich nicht. Auch wenn die Story recht "durchgekaut" wirkt, wurde sie technisch nie so gut umgesetzt wie in diesem Film. Da man ja weiß, dass irgendwann ein Mensch unsichtbar wird, wartet man von der ersten Minute an auf diesen Moment und wird nicht enttäuscht. Diese Szene alleine hat es so noch nicht bei einem Film gegeben und läßt den einen oder anderen schon einmal die Augen vom Bildschirm abwenden. Das Ende des Films kommt in dieser Form doch recht ünerraschend. Ich persönlich hatte mit einem anderen Ende gerechnet. (c by fellfrosch1) "Hollow Man" ist allerdings nicht für jeden Geschmack geeignet. Wer sowieso nicht auf Actionfilme und Special Effects steht, wird auch hier keinen Gefallen finden. Für den Kinofan aber sehr empfehlenswert und eine DVD die aufgrund ihrer perfekten Special Effects in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollte.
8) Sonstiges ============ Inspieriert wurde Verhoeven wohl von "Jagd auf einen Unsichtbaren" mit Chevy Chase. Dieser Film ist allerdings eine Komödie und Vergleiche daher kaum anstellbar. Inhaltlich wird, wen wunderts, die selbe Thematik behandelt.
USA 2000 Regie und Produzent Paul Verhoeven DolbyDigital 1.85:1 und 16:9 widescreen Sprachen deutsch und englisch Untertitel deutsch, englisch, türkisch Laufzeit ca. 108 Minuten FSK ab 16 Jahren
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22.10.2001 20:54
Meine Meinung dazu kennst Du ja, Spezialeefekte allein machen noch keinen guten Film... Gruß 00Wotan
12.07.2001 02:08
Naja...erst mal: guter Bericht. Ich persönlich fand Hollow Man im Kino stinklangweilig. Die Special Effects sind zwar aller erster Sahne, aber das macht noch lange keinen guten Film aus. Action gibts eigentlich nur am Ende des Films..ansonsten plätschert er so vor sich hin...ohne großartig Spannung aufzubauen.
11.07.2001 22:43
der film ist wirklich gut, hab ihn auch gesehn. gruß magicstar:-))