Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
. . . die Effekte sehen teils verdammt gut aus, die Grundidee an sich ist nicht schlecht . . . |
| Kontra: |
. . . die Logik geht spätestens ab der Hälfte total flöten, heftige Lücken in der Story, absolut vorhersehbar, nicht wirklich spannend, mittelmäßige bis grottenschlechte Darsteller, manche Szenen teils widerlich und pervers, bloße Effekthascherei . . . |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Nachdem uns gestern abend Schnee und Eisglätte wieder einmal den Weg ins Kino erschwerten, zogen wir einen gemütlichen Filmabend vor und nachdem auf Pro7 "Hollow Man" gezeigt wurde, sahen wir uns den Streifen mit Kevin Bacon auch an. Wir hatten ihn damals zwar schon im Kino gesehen und waren alles andere als begeistert, aber gerade deswegen wollten wir ihn nochmal sehen...
| ° Story
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Sebastian Caine (Kevin Bacon) ist Wissenschaftler und arbeitet mit seinem Team seit Jahren an einer Möglichkeit um Lebewesen unsichtbar werden zu lassen. Dies ist in der Tat schon gelungen, zu Testzwecken durchgeführt an einem Gorilla-Weibchen, doch bislang konnte man das Testobjekt nicht wieder sichtbar werden lassen. Eines abends hat Sebastian eine Erleuchtung und er findet die passende Formel - die sich am nächsten Tag im Labor in der Praxis bestätigt.
Doch die Freude über das gelungene Experiment soll nicht lange währen, denn das Pentagon entsagt dem Forschungsteam das Geld für weitere Projekte. Entrüstet über diese Entscheidung fasst Sebastian den Entschluss auf eigene Faust in "Phase 3" einzutauchen und das Experiment an einem Menschen durchzuführen. Als Projektleiter stellt sich Sebastian natürlich selbst zur Verfügung und in der Tat, es gelingt dem Team ihn unsichtbar werden zu lassen. Doch als man ihn nach drei Tagen wieder sichtbar machen will läuft etwas schief. Sebastians Herz versagt beinahe seinen Dienst. Er kann zwar wiederbelebt werden, bleibt aber unsichtbar...
| ° Umsetzung
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Dass man sich bei "Hollow Man" an diversen Klassikern orientiert hat, dürfte wohl klar sein. Filme wie James Whales "Der Unsichtbare" standen Pate und somit muss sich der Streifen von Paul Verhoeven (u.a. "Total Recall", "Basic Instinct", "Starship Troopers") auch mit diesen Klassikern messen lassen. Dass "Hollow Man" dabei klar den kürzeren zieht überrascht keineswegs, denn wo "Der Unsichtbare" von 1933 auf Atmosphäre, Stimmung und Logik setzt, zählen bei Verhoevens Werk in erster Linie die Special Effects. Geschlagene 560 Stück sind es an der Zahl und ich muss zugeben, dass diese teilweise wirklich nicht schlecht aussehen.
Kevin Bacon wurde für viele Aufnahmen in ein hautenges, einfarbiges Kostüm gesteckt um ihn später mittels modernster Technik unsichtbar werden zu lassen, während seine Schauspielkollegen um ihn herum so tun mussten als würden sie ihn nicht sehen. Dabei hatten sie oftmals am meisten damit zu kämpfen nicht lachen zu müssen, wie sie Kevin Bacon in einem beispielsweise knallgrünen Kostüm vor sich sahen.
Die computergenerierten Effekte sehen dabei aber dennoch erstklassig aus, egal ob man einen menschlichen Schatten im Nebel sieht, die Umrisse des unsichtbaren Kevin Bacon im Wasser eines Swimming Pools oder das bis in die Kapillaren nachempfundene Modell des menschlichen Körpers, wie es gerade unsichtbar wird, bzw. wieder versucht sichtbar zu werden.
Aber so gelungen die Effekte auch sein mögen, irgendwie ist vor lauter Special Effects die Story gewaltig auf der Strecke geblieben. Dabei fängt alles eigentlich ganz passabel an, denn es mag ja durchaus nachvollziehbar sein, dass ein Forscherteam an einem derartigen Experiment arbeitet.
Gut, es muss natürlich alles anfangs recht schnell gehen und man will den Zuschauer flott ins Geschehen einführen, somit ist die Formel um ein Lebewesen unsichtbar zu machen schon erfunden und es muss nur noch die Reversion gefunden werden.
Und wie entdecken wir die Formel für die Rückverwandlung? Na klar, indem wir ähnlich dem Game Puzzle Bobble ein wenig mit bunten Molekül-Bällchen am PC spielen und dabei "die Reversion knacken". Ganz toll, ich bin begeistert!
Auch über so manch andere Kleinigkeit am Rande darf man sich eigentlich nicht wundern, für die besonders kurzsichtigen Zuschauer wurde deswegen extra eine Makkaroni als Injektionsnadel verwendet, damit man sie auch ja nicht übersieht. Und wie grausig ist denn bitte die Latexmaske die man für Sebastian gießt? Mal ganz davon abgesehen, dass er die hautenge Maske binnen Sekunden ohne Falten und Knitter über sein Gesicht ziehen kann, er kommt auch ohne ausgeschnittene Nasenlöcher aus.
Ich bitte Euch, haltet Euch mal die Nase zu und versucht dann zu sprechen, zu essen, zu schlafen, etc. - Ihr werdet nicht nur merken, dass Ihr dann merklich "näselnd" sprecht, sondern irgendwann auch ganz schön außer Puste kommt, wenn Ihr immer durch den Mund atmen müsst. Unser Super-Kevin aber natürlich nicht, der kann ja alles (und das bei DEN großen Nasenlöchern, aber ich sag ja gar nix *g*).
Und wenn wir schon dabei sind: Wer hat nicht schon immer davon geträumt, Kevin Bacons Schniedelwutzi samt dazugehöriger Bimmelglöckchen im Moment des unsichtbar werdens kräftig heftig durch die Gegend schlenkern zu sehen? Es ist ein wahrer (Alp)traum...
Logisch durchleuchten darf man den Streifen beim besten Willen sowieso nicht. In "Der Unsichtbare" wurden seinerzeit alle aufkommenden Fragen sofort logisch erklärt: Der unsichtbare Wissenschaftler sollte sich nach einer Mahlzeit am besten eine Stunde lang verstecken, bis das Gegessene verdaut war, sonst war es noch sichtbar, er musste auf äußerste Reinlichkeit achten, da selbst der Dreck unter seinen Fingernägeln oder Schmutz an seinen Füßen verräterisch sein konnte.
Aber in der heutigen Zeit ist das alles anders. Hier kann Sebastian sogar unsichtbar ins Nachbarhaus gehen und hinterlässt dort beim Eindringen keinerlei Spuren. Danach geilt sich der kleine Perversling an den blanken Brüsten seiner Nachbarin auf, um sie Sekunden später auf's Bett zu werfen und - den Rest überlässt Verhoeven der Phantasie des Zuschauers, aber nachdem Caine einige Szenen zuvor erst seine Ex-Freundin und Kollegin Linda McKay (Elisabeth Shue) gefragt hat, wie sie es denn fände mal mit einem Unsichtbaren zu schlafen (und Caine sichtlich von dieser Vorstellung erregt wird), braucht man kein Hellseher sein um zu wissen was da auf dem Bett der Nachbarin abgeht.
Doch damit nicht genug, derartige Szenen gibt es gleich mehrfach. Schon zu Beginn seiner Unsichtbarkeit knöpft Caine seiner im Labor eingenickten Mitarbeiterin Sarah (Kim Dickens) mal eben die Bluse auf und massiert ihre Brust. Später dann träumt Linda davon, wie des nachts Sebastian in ihr Schlafzimmer einsteigt, sich auf ihrem Bett über sie beugt und ihr das Höschen auszieht... Sorry, aber ich finde das absolut neben der Kappe. Ist die Frau pervers veranlagt? Scheint so, denn ihr Traum entlockt ihr mehrfach ein eher lustvolles Stöhnen als ein angewidertes Keuchen.
Aber dass Linda nicht besonders helle ist merkt man spätestens im letzten Drittel des Films. Da fällt es kaum noch ins Gewicht, dass sie zum Verschließen einer Wunde einfach mal eine Ladung Gaffa-Tape darüberklebt, nein, sie bastelt sich auch noch á la McGyver aus einem Defibrillator mal eben einen Elektromagneten um eine verriegelte Tür zu öffnen. Super Sache! Schade, dass sich Elisabeth Shue für eine derartig unterfordernde und niveaulose Rolle hergegeben hat, nach ihrem Erfolg in "Leaving Las Vegas" hätte sie weit mehr Feingefühl bei der Wahl des Drehbuchs beweisen können.
Auf der anderen Seite passt sie sich damit aber eigentlich nur dem Rest der Crew an, denn dass Kevin Bacon nie den großen Durchbruch geschafft hat liegt sicherlich nicht nur an seinen überdimensional großen Nasenlöchern. An seiner Seite als Rivale (nicht nur in wissenschaftlichen Angelegenheiten, sondern auch in Sachen Liebe) steht als Lindas aktueller Freund Josh Brolin in der Rolle des Matthew Kensington. Sein Spiel passt zu seiner geleckten Optik: Eigentlich recht schön, aber ohne Ecken und Kanten und somit absolut unauffällig und sich wie von selbst wieder aus dem Gedächtnis löschend. Dagegen ist Kim Dickens (u.a. "Das Mercury Puzzle", "The Gift") als Assistentin Sarah Kennedy ja beinahe schon brilliant, wenngleich sie auch in mancher Szene etwas überzogen spielt.
Letztlich lebt der Streifen aber sicherlich nicht von seinen schauspielerischen Leistungen, sondern einzig und allein von seinen zugegeben teils beeindruckenden Effekten. Als Kompromiss an die Technik muss man sich dafür damit zufrieden geben, dass die Logik gerne mal auf der Strecke bleibt und ab der Hälfte des Films sich dramatisch bis hin zur Lächerlichkeit entwickelt.
| ° Spoiler
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Einen Punkt muss ich in dieser Beziehung noch ansprechen, der aber ziemlich viel verrät und den ich hier gesondert aufführe. Alle die den Film also noch nicht kennen und ihn sehen wollen, sollten vielleicht diesen Absatz überspringen.
Wir waren beim Thema "Logik" angekommen und hier erreicht man den absoluten Gipfel der Lächerlichkeit wenn es zum finalen Showdown zwischen Sebastian und seiner Ex-Freundin Linda und deren aktuellen Stecher Matthew kommt. Denn dabei ist es ja nicht so, dass Sebastian eigentlich tausend Tode stirbt.
Nein, fünf sind es an der Zahl. Seinen ersten Tod findet Caine, nachdem er mindestens 30 Sekunden lang lichterloh brennt. Wir sehen wie seine Latexmaske im Gesicht und seine Klamotten in Flammen stehen und er sie sich vom Leib reisst. Er hat Schmerzen, ok, aber die verkrustete und verkohlte Haut bröselt binnen Sekunden von ihm ab und er ist schon wieder unsichtbar.
Seinen zweiten eigentlichen Tod erleidet er als ihn ein Schlag mit einer Eisenstange voll auf den Schädel trifft, aber nur zwei Sekunden später steht er wieder auf. Sein dritter Tod? Ein Stromschlag, als er mit der Eisenstange in der Hand in ein Starkstromkabel gelangt und gebrutzelt wird. Doch damit nicht genug, Caine lebt weiter.
Die Dramatik nimmt zu, denn das Labor explodiert. Muss ich erwähnen, dass Caine entweder durch die Druckwelle oder durch die Feuerwand hätte draufgehen müssen? Wohl nicht, oder? Er lebt jedenfalls und schafft es Linda und Matthew erneut anzugreifen. Letztlich stürzt er in den Fahrstuhlschacht und man mag es kaum glauben, aber jetzt hat er wirklich den Löffel abgegeben!
| ° Infos
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Titel: Hollow Man - Die unsichtbare Gefahr
Originaltitel: Hollow Man
Regie: Paul Verhoeven
Drehbuch: Gary Scott Thompson, Andrew W. Marlowe
Darsteller: Elisabeth Shue, Kevin Bacon, Josh Brolin, Kim Dickens, Greg Grunberg, Joey Slotnick, Mary Randle, etc.
Land: USA/Deutschland, 2000
Länge: 112 min.
FSK: 16
| ° Fazit
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Hier haben wir es mit einem der zahlreichen Beispiele zu tun die beweisen, dass man sich in vielen modernen Actionfilmen eigentlich nur noch auf die Wirkung von Special Effects verlässt. Dass dabei die Story, die Dramatik und vor allem die Logik deutlich zu kurz kommt scheint nicht zu stören, stattdessen versucht man den Zuschauer mit dem massiven Einsatz an Effekten zu blenden. Diese sind zwar teils wirklich beeindruckend geworden, können aber nicht über die vielen Patzer hinwegtäuschen, die an manchen Stellen weit über die Grenzen der Peinlichkeit hinausgehen und einfach nur noch widerlich sind.
"Hollow Man" ist somit eine Enttäuschung auf nahezu gesamter Linie, ein Blendwerk der Effektmaschinerie Hollywoods und ein Film, der von mir sicherlich keine Empfehlung bekommt. Den einen (Zwangs)Stern gibt's von daher lediglich für die Effekte, mehr ist an "Hollow Man" aber beim besten Willen nicht sehenswert.
In diesem Sinne...
Stay Dark!
The-HollowMaster
PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen einen unsichtbaren Schniedelwutzi (respektive das passende Gegenstück dazu) bekommen... ;)
Shake Heads!
| weitere Erfahrungsberichte |
Kannst du ihn sehen?
Bewertung für Hollow Man - Unsichtbare Gefahr von
VicJustice
Pro: Siehe Text
Kontra: Siehe Text
Ich habe mir ja untypisch viel Zeit gelassen für meinen nächsten Beitrag aber das lag an privaten Problemen die ich nicht richtig überwinden könnte. Ich hätte zwar in dieser Zeit einen Beitrag verfassen können, aber er wäre sicher totaler Schrott geworden ...
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sehr hilfreich
24.06.2001
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UNSICHTBAR und GEFÄHRLICH
Bewertung für Hollow Man - Unsichtbare Gefahr von
chris-kros
Pro: die Spezial Effects
Kontra: die etwas lahmen Schauspieler
Regisseur Paul Verhoeven überwindet die Grenzen des Sichtbaren. In der düsteren Moralstudie löst sich Kevin Bacon im Nichts auf – und läuft Amok.
Die Idee von der Unsichtbarkeit hat die Menschheit immer fasziniert. Seit der Antike zieht sich das ...
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sehr hilfreich
18.04.2001
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Die Macht der Unsichtbarkeit
Bewertung für Hollow Man - Unsichtbare Gefahr von
Cephei
Pro: teilweise brilliant Effekte; spannend;
Kontra: fällt gegen Ende ab;
Im Herbst 2000 war in den deutschen Kinos die Premiere für "Hollow Man", dem jüngsten Streich von Regisseur Paul Verhoeven. Was soll man sagen, die Kritiken waren allgemein ziemlich gespalten - Begeisterung auf der einen Seite ob eines intelligenten Thr ...
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sehr hilfreich
21.10.2000
(05.04.2002)
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Schall und Rauch
Bewertung für Hollow Man - Unsichtbare Gefahr von
Posdole
Pro: Gute Grundidee, special effects
Kontra: Alles andere: dämtliche Geschichte, schwache Figuren
Was ließe sich aus einer solchen Geschichte alles zaubern: Wissenschaftlicher erfinden ein Mittelchen, das – in den Körper injiziert – jemanden unsichtbar macht. Die moderne Tarnkappe ist erfunden! Doch aus einer phantastischen Idee wird bei Paul Verhoe ...
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sehr hilfreich
20.10.2003
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Enttäuschend, habe mit mehr gerechnet
Bewertung für Hollow Man - Unsichtbare Gefahr von
Eleonore
Pro: Die wirklich super gemachten Verwandlungsszenen
Kontra: oft Anlehnungen an andere Filme erkennbar
Heute abend haben wir uns mal wieder einen Film über Premiere Select bestellt "Hollow Man".
Die Story handelt von einem Wissenschaftler-Team das ein Geheimprojekt behandelt welches mit einem Serum zu tun hat welches unsichtbar machen soll. Die Forschun ...
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sehr hilfreich
28.10.2001
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