Geh doch endlich tot
02.11.2000
Pro:
Kevin Bacons blaue Augen ! !
Kontra:
der Rest
Empfehlenswert:
Nein
 Katia23
Über sich:
Ich versuche Filmrezensionen zu schreiben. Alte Filme, neue Filme, lustige und traurige, schlechte u...
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Das, und kein anderer Gedanke beherrschte meinen Kopf und mein Denken während des lächerlichen Finales von "The Hollow Man". Ja, es war mal wieder soweit. Aufgrund einer spontanen Idee meinerseits ("Lasst uns doch mal wieder ins Kino gehen!") und der zahlreichen Überstimmung bei der Auswahl des bevorzugten Filmklassikers (Ursprünglich wollte ich "O brother where are thou" sehen ...) kam es zu dem entscheidenden Moment an dem ich (wieder einmal *leise seufz*) die Ausgabe von 10,- DM an der Kinokasse des Cinemaxx bereut habe. Mit eindeutiger Mehrheit 2:1 wurde gestern beschlossen, das man/Frau sich "The Hollow Man" anzusehen hat. Einwände meinerseits (das Übliche Schmollen und bitte, bitte wurde gekonnt überhört) wurden von den Herren der Schöpfung gewaltsam überstimmt. Und so war es denn soweit. Während ich still am Popcorn meiner Mitkinobesucher knabberte, kam nach einem ewigen Werbevorspann, endlich der Hauptfilm.
Ich hatte mich seelisch und moralisch damit abgefunden, wenn ich schon nicht George Clooneys braune Augen bewundern darf, dann will ich wenigstens den ganzen Abend in Kevin Bacons Blaue schauen dürfen. Aber denkste!!! Das hatte sich nach einer knappen, halben Stunde auch erledigt, dann war der Knabe nämlich unsichtbar. Nix mehr mit hecheln und tief in die Augen (die blauen) blicken. Jetzt war Action und Science-Fiction angesagt. Und wie immer vorweg, ein kurzer Blick auf die Story. Und die ist vom Ansatz her, gar nicht mal so schlecht. Sebastian Caine (Kevin Bacon; ganz schön alt geworden, der Gute) entdeckt bei nächtlichen Forschungsarbeiten am PC eine langgesuchte Formel gegen die Unsichtbarkeit. Jawohl, ist nämlich ganz anders. Nach dem er seiner Ex (Elisabeth Shue), ebenfalls Mitglied im Club des hochbegabten Forschungsteams, mitten in der Nacht, sein Erfolgserlebnis nahe gebracht hat, trifft man sich anderntags zu einem gemütlichen Plausch im ultrageheimen Forschungslabor sponsored by Pentagon. Dort sieht (oder auch nicht) der geneigte Zuschauer, dann einen kleinen Streichelzoo a la Gorillas, Hündchen, Ratten etc., die in ihrer Unsichtbarkeit, der Dinge harren, die da kommen mögen. Der geniale Dr. Sebastian Caine, der sich selbst gern Gott nennt, hat die Umkehrformel für das Leben in der sichtbaren Fauna gefunden. Ruck, Zuck wird ein Gorilla namens Isabelle II, erkennbar an vielen Hektolitern Luft und ein paar wüsten Geräuschen geschnappt und mittels des eilends hergestellten neuen Serums innerhalb weniger Minuten Schicht um Schicht (Skelett, Blutbahnen, Organe, Adern, Muskeln .., alles sehr detailliert erkennbar) wieder materialisiert.
Soweit so gut. Aber nun kommt Dr. Gott die Idee, das Projekt, ohne Zustimmung der Obersten Top 10, des Pentagons, doch mal an sich selbst auszuprobieren. Also, belügt er kurzerhand, die Jungs und Mädels seiner Truppe und lässt sich von ihnen unsichtbar spritzen. Auch kein leckerer Anblick. Das war´s dann mit den blauen Augen von Kevin Bacon, fortan erkennbar an Luftzügen und merkwürdigen Umrissen, oder mit Maske und Sonnenbrille. Leider klappt der Umkehrversuch nicht ganz so gut, wie bei Isabelle II und Caine muss noch eine Weile im Zustand der Hydraulik bleiben. Das weiß er durchaus zu schätzen. Und was ihn zuvor als zynisch, chaotischen, aber liebenswerten Kerl auszeichnet, bleibt auf der Strecke und verwandelt ihn in ein aggressives, mordendes, aber unsichtbares Monster. Dann geht es Schlag auf Schlag. So nach und nach eliminiert er auf brutale Art und Weise sein Team, bis zum endgültigen Showdown.
Oh mein Gott, sind wir heute aber wieder sarkastisch. Mal ernsthaft. Im Film kommt es nach der Hälfte der Zeit zur klassischen U-Boot Situation. Gute Crew will den böse gewordenen, aber genialen Wissenschaftler stoppen und wird dabei systematisch dezimiert. Dabei hat Regisseur Paul Verhoeven alle Stilmittel der Mac Gyver Folgen genutzt. Schleichen durch dunkle Kellergänge, Improvisation von Waffen und anderen Hilfsmitteln und ganz viele laute Explosionen und Gedonner im besten Dolby-Surround. In irgendeiner Filmkritik habe ich gelesen, das sich P. Verhoeven selbst über seinen Film als reinstes Mainstream Kino äußert. Aber von jemanden der auch die Finger bei "Show Girls" im Spiel hatte, ist vielleicht auch nicht mehr zu erwarten? Ich weiß es nicht. Im Hintergrund nur die Vermutung Platos, das wären wir, als Menschen unsichtbar; dann würden wir alle zu Verbrechern werden. Phhh ... wer soll uns denn sehen?
Aber diese plumpe Feststellung von einem ach so genialen Dr. Sebastian Caine? Er ist der einzige, unsichtbare Mensch im Film, ein halbes Dutzend Leute wissen das und trotzdem vergewaltigt er Frauen, tötet kleine Hündchen und ertränkt einen bekannten Pentagon Wissenschaftler im hauseigenen Swimmingpool. Logische Konsequenz. "Er war's, Er war's ..." Denken wir lieber nicht mehr darüber nach. Verhoeven lässt seinen "Helden" vom abgefahrenen, aber liebenswerten Chaoten zu einem Monster wandeln. Habe ich schon den Dr. Jekyll/Mr. Hyde Komplex zitiert. "Ach es wohnen zwei Seelen in meiner Brust ..." Quatsch, das war ja wer anders. Niemand mehr da, mit dem wir leiden können, denn Sebastian ist ja böse und somit schlecht, im Auge des Betrachters und der Rest der Crew ... na ja reden wir nicht darüber. Hätte sich Elisabeth Shue nicht ab und an ein wenig entblößt und auf ihre engen Shirts verzichtet, hätten nicht mal die Jungs Spaß an dem Film gehabt.
Hmm ... was soll ich sagen! Ach ja wisst ihr, was mir an dem Film gefallen hat? Mal ganz abgesehen, von den schon anfangs erwähnten schönen, blauen Augen Mr. Bacons? Ja? Der Porsche und die genaue anatomische Darstellung des Gorillas und später von Kevin Bacon. Nicht eben lecker, aber verteufelt nah am Bio Unterricht. Fazit meines Kinobesuchs. Vergesst es! Wieder einmal Geld verschenkt, das ich hätte sehr viel effizienter anlegen können. Z. Bsp. Ein nettes Video oder eine Flasche Rotwein. Und doch, schmeichelt es dem Ego, nach einem Film zu hören: "Du hattest recht, wir hätten in den anderen Film gehen sollen." *lach*. Hach ... es tut soooo gut recht zu haben. Auch wenn, beim nächsten Mal wieder keiner auf mich hören will. Aber wie sonst, sollte ich zu meinen Meinungen über schlechte Filme kommen, als auf diese Art?
In diesem Sinne, geht mal wieder ins Kino! Cu.K.
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02.06.2001 22:34
Ein sehr guter Bericht. *nur mal so anmerk*:Während dem Besuch bei den Geldgebern verschweigt Kane das er schon ein Gegenmittel gegen die Unsichtbarkeit hat wohlwissentlich.:-) Paul Verhoeven ist eigentlich einer der genialsten Filmer Hollywoods, er persifliert in seinen Filmen so geschickt, dass es den meisten nicht auffällt. Schön zu sehen bei Starship Troopers oder eben bei Showgirls. Nur bei diesem Film hier, da glaube ich wollte er nur einen Kasenknüller züchten, obwohl auch hier einige Spitzfindigkeiten zu finden waren. Grüße Misty
02.06.2001 22:34
Ein sehr guter Bericht. *nur mal so anmerk*:Während dem Besuch bei den Geldgebern verschweigt Kane das er schon ein Gegenmittel gegen die Unsichtbarkeit hat wohlwissentlich.:-) Paul Verhoeven ist eigentlich einer der genialsten Filmer Hollywoods, er persifliert in seinen Filmen so geschickt, dass es den meisten nicht auffällt. Schön zu sehen bei Starship Troopers oder eben bei Showgirls. Nur bei diesem Film hier, da glaube ich wollte er nur einen Kasenknüller züchten, obwohl auch hier einige Spitzfindigkeiten zu finden wahren. Grüße Misty
08.04.2001 19:28
Habe ihn gerade eben auf Viedeo gesehen...wollte ne Kritik schreiben, aber alles, was ich dazu sgaen wollte (und noch ein wenig mehr) hast du ja schon geschrieben! Und in einem so tollen Stil! Mann, das freut mir!Grüßchen DIDI