...HOLLYWOOD MÜLL...
06.09.2003
Pro:
So leid es einem tut : Es gibt schlechtere Filme . . . Mit großen Abstrichen : Harrison Ford und Josh Hartnett, die sich wacker schlagen . . .
Kontra:
Unlustig . . . Unspannend . . . Die wohl langweiligste Verfolgungsjagd der Filmgeschichte . . . Keinerlei Chemie zwischen den beiden Cops . . . Nerviger Dauerwebespot für die Handy - Industrie . . .
Empfehlenswert:
Nein
 ZordanBodiak
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I am just a dreamer... But you are just a dream....... ----- Lust- und antriebslos und dazu kommt e...
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Der Kinosommer neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. Doch die Produzenten aus Hollywood sind noch immer auf der Suche nach dem großen Erfolgsrezept für den nächsten Hollywood-Blockbuster. Da das Suchen aber eine äußerst schwere Tätigkeit ist – die zumeist an der Einfallslosigkeit der Drehbuchautoren scheitert – greift man liebend gerne auf altbekannte Schemata zurück. Aber nicht jedes Studio kann den Zuschauer mit einer erneuten Fortsetzung des letztjährigen Action-Überfliegers beglücken, so dass kurzerhand auf ein altbewährtes Konzept zurückgegriffen werden muss. Und was würde sich in einem heißen Sommermonat besser anbieten als eine simple Buddy-Action-Komödie? Also werden auf dem schnellsten Wege Drehbuchautoren engagiert, die Erfahrungen in (mehr oder weniger) lustigen Actionfilm aufweisen können. Zur Garnierung werden Schauspieler mit einer gewissen Ausstrahlung [und nach Möglichkeit zwei gänzlich verschiedene Typen] auf das zahlende Publikum erwählt, um den kommenden Hit unter Dach und Fach zu bringen. Ähnlich muss es den Machern von „Hollywood Homicide“ [zu deutsch: „Hollywood Cops“] ergangen sein. Auf der Suche nach einem Lückenfüller für den fortsetzungsverrückten Sommer koppelte man vor der Kamera mit Harrison Ford und Josh Hartnett ein äußerst interessantes Paar – das vor allem das langweilige Paar hinter der Kamera [dazu später mehr] ausgleichen soll und so die leeren Produzententaschen mit Bergen von Geldern füllen sollte.
Ob aber das langsam ausgenudelte Genre der Buddy-Action-Komödie noch einmal reanimiert werden kann? Die letzten Ausflüge [„Showtime“ und „I Spy“ (etc.)] entwickelten sich allesamt zum perfekten Kassengift und sorgten nebenbei für ein überaus verdientes Tief in der Karriere von Eddie Murphy. Aber mit dem ehemaligen Weltraum-Helden Ford und dem Pearl Harbor-Krieger sollten ein derartiges Desaster doch vermieden werden können. Oder? In einer Rap-Diskothek in Los Angeles ereignet sich ein tragisches Attentat auf eine auftretende Combo, die kurz vor ihrem Durchbruch stand. Der Fall der brutal Dahingemetzelten wird an die beiden Cops Joe Gavilan und K.C. Calden übergeben. Stehen die beiden ungleichen Partner – während der alternde Gavilan sich sein Zubrot durch Immobilien-Maklerei verdient, ist der junge K.C. bestrebt ein angesehener Schauspieler zu werden – zunächst noch im Dunklen. Zusätzlich wird das Arbeiten der beiden ungleichen Partner durch die Dienstaufsichtsbehörde erschwert, die Gavilan auf dem Kieker zu haben scheint.
Doch nach und nach fügen sich die Spuren zusammen und führen in die hohen Kreise der Musikproduzenten... Uninspiriert und langweilig versuchen die beiden Drehbuchautoren Robert Souza und Ron Shelton – der im übrigen auch für die Regie [zuvor u.a. „Dark Blue“ und „White men can’t jump“] verantwortlich ist – der Geschichte das nötig Tempo zu verleihen und scheitern auf ganzer Linie. Schon die Eröffnung der Detektivarbeit wird derartig altbacken und unlustig dargestellt, dass man sich beschämt von der Leinwand abwenden möchte. Harrison Ford alias Joe Gavilan tritt als alter Brummbär auf, der den polizeilichen Nachwuchs mit gewohnten Mitteln zu schikanieren scheint. Getreu dem Motto „lass den Jungspund deine Essensbestellung aufschreiben“ versucht man die Lacher des Zuschauers zu gewinnen. Wer bei derartigen Momenten aber noch mehr als ein müdes Lächeln entbehren kann, dürfte schon lange Jahre keine Buddy-Komödie mehr gesehen haben.
So erscheint gerade der enorm wichtige Spaßfaktor bei „Hollywood homicide“ äußerst minimal – tendiert gar dem Nullpunkt entgegen. Verzweifelt sucht man nach Kabbeleien zwischen den Hauptdarstellern, die der ausgelutschten Story vielleicht etwas Würze verleihen würde. Eine Suche die vergebens ist – anstelle dessen wird immer wieder die penetrante Handy-Telephoniererei der beiden Figuren dargestellt – man will ja verdeutlichen, dass die beiden äußerst vielbeschäftigt sind. Dass der Witz aber spätestens nach dem zweiten Ertönen der Klingeltöne mehr als nervig wird, dürfte wohl verständlich sein. Wenn das ganze Handy-Geklingele in einer Verhörszene mit Ford noch auf den penetrant Höhepunkt getrieben wird, dürften spätestens die Nerven des Betrachters blank liegen. Aber auch der Versuch den ständig ausgeglichenen K.C. alias Josh Hartnett perfekt ruhig in Szene zu setzen funktioniert nur in den ersten Minuten des Filmes. Spätestens wenn dieser in einem Verhör [scheinbar sind die Verhöre perfekt für das Überreizen des Humorfaktors geeignet] seine Yoga-Übungen vollzieht, geht der Schuss ins eigene Bein.
Ansonsten verbleibt eigentlich nur noch eine überlange Verfolgungsjagd – bei der Ron Shelton sein Gespür für Geschwindigkeit scheinbar verloren hat – im Gedächtnis des Betrachters. Nein, nicht die Geschwindigkeit der Autos ist verantwortlich für die Actionlastigkeit einer Szenen, man muss dem Betrachter auch etwas bieten, dass ihm ein gewisses Spannungsgefühl verleiht. Erwählt man aber eine derartig uninteressante Geschichte und koppelte diese mit langweiligen Verfolgungsjagd auf den Straßen Hollywoods, lässt das den Betrachter in etwa so kalt wie ein Besuch am Nordpol. Mit guter Miene zum bösen Spiel ertappt man sich in derartigen Momenten schon dabei, dass man ein sich überschlagendes Polizeiauto als kleinen Höhepunkt betrachtet. Armselig geht die Action-Welt der „Hollywood Cops“ zu Grunde.
Was aber gänzlich den gezwungen komischen Eindruck von „Hollywood Homicide“ zu Grunde richtet, ist die üble Klischeehaftigkeit des Drehbuches. Ein Beteiligter der „Mörderbande“ kommt aus den Reihen der Polizei und ist [Achtung Klischeealarm hoch zehn!] für den Tod des Vaters von K.C. verantwortlich. Wer bei diesem Story-Element noch nicht in Verzweiflungstränen ausbricht, ist wahrlich hart im Nehmen von Hollywood-Klischees, die natürlich mit einer polizeiinternen Hatz gegenüber Joe Gavilan – und beinahe in dessen Suspendierung enden – weiter vorangetrieben werden.
Vielleicht sollte man gesamtbetrachtet nicht derartig hart mit dem Film ins Gericht gehen, immerhin beruht ein Teil der Grundidee des Filmes auf wahren Erfahrungen des ehemaligen Polizeibeamten Robert Souza, der nach „Deep Blue“ – bei dem er als Berater fungierte und erstmalig mit Ron Shelton zusammentraf – scheinbar den Gefallen an der Traumfabrik gefunden hat. So soll die Figur des Joe Gavilan auf seiner Vergangenheit beruhen. Vielleicht hätte sich aber Robert Souza nicht nur Harrison Ford auf den Leib schreiben sollen, sondern auch noch ein paar lustige Sprüche, die seine Erscheinung etwas verbessern. Eine Schande, dass Hollywood erneut (ehemalige?) Kassenmagneten wie Josh Hartnett und Harrison Ford für eine dümmliche Actionkomödie verschwendet. Dass Ford in seiner langen Karriere bewiesen hat, dass er zu wesentlich besseren Leistungen fähig ist und vor allem auch schwache Drehbücher – wie seinerzeit „Six days, seven nights“ [zu deutsch: „sechs Tage, sieben Nächte“] – alleine durch seine enorme Ausstrahlung retten kann, ist unbestritten. Nicht grundlos wurde er vom Empire Magazine im Oktober 1997 bei der Wahl zum besten Filmstar auf Platz eins gewählt. Aber spätestens nach dem patriotischverseuchten „Air Force One“ befindet sich Ford auf dem absteigenden Ast. Die langweilige Romanze „Random Hearts“ [zu deutsch: „Begegnungen des Schicksals“] und der ebenso langweilige U-Boot-Thriller „K – 19: The Widowmaker“ können nur schwerlich den glänzenden Stern des spannungsgeladenen „What lies beneath“ [zu deutsch: „Schatten der Wahrheit“] aufpolieren. Der ehemals größte Publikumsmagnet geht seinem Untergang entgegen. Auch in „Hollywood homicide“ versucht Harrison Ford das Beste aus seiner papierdünnen Figur herauszuholen. Kann mit kleinen (aber leider sinnfreien) Solo-Tanzeinlagen und dem ewig verschmitzten Lächeln seinem Parade-Polizisten eine gewisse Kontur verleihen. Aber selbst ein in Ehren ergrauender Schauspieler kann nicht gänzlich verheimlichen, dass ihm der Spaß beim Spielen verloren gegangen zu sein scheint. Verständlich – bei einem derartigen Drehbuch.
Ähnlich ergeht es Mädchenschwarm Josh Hartnett – der abgesehen von dem „Pearl Harbor“-Reinfall zumeist einen annehmbaren Eindruck auf den Betrachter seiner Filme hinterlassen hat [u.a. „O“ und „Black Hawk down“] –, der mit leicht dackeligem Blick seiner Figur des Yoga-verrückten Cops durchaus annehmbare Züge verleiht. Sicher seine Wandlung vom zarten zum harten Übercop, der den Tod seines Vaters rächen muss, ist ungefähr so glaubwürdig wie ein fliegendes Schwein – aber diese schlechte Einschätzung könnte durchaus an der Abneigung des Rezensenten gegenüber übelster Klischeehaftigkeit liegen. Die restlichen Rollen sind durchaus mit klangvollen Namen besetzt. Vor allem der Name des Oscar-Gewinners Martin Landau [für seine Nebenrolle in „Ed Wood“] scheint den Betrachter entgegenzulachen. Aber wie sollte es anders sein? Seine Figur des Filmproduzenten Jerry Duran ist eine kleine – und leider unbedeutende – Randerscheinung in „Hollywood homicide“, die den Charakterdarsteller bei weitem nicht fordert, so dass der Zuschauer erneut einen Eintrag unter „verschenkte Schauspielqualitäten“ verbuchen kann.
Den Rest – der immerhin mit Namen wie Isaiah Washington [u.a. „Ghost Ship“ und „Crooklyn“], Gladys Knight [u.a. bekannt für ihren James Bond Titelsong „Licence to kill“] und Master P. [der ebenso vorwiegend im (Rap-)Musikbusiness bekannt geworden ist und die „South Park“-Hommage „Kenny’s dead“ verfasste] aufwarten kann – kann getrost unter der Bezeichnung „uninteressant“ abgetan werden. Man kann ihnen in Ansätzen das Bestreben ihre Rolle brauchbar auszuleben ansehen, aber Qualitäten können sie mir ihrem klischeehaften Auftreten bei weitem nicht setzen. *Fazit – Wenn die Zeit knapp wird, hast du nur noch einen Schuss *
Vielleicht hätten die Produzenten in Hollywood nicht den Bösewicht des Filmes in einen Müllcontainer (mit der Aufschrift „Hollywood waste“) fallen lassen sollen, sondern gleich das ganze Drehbuch – immerhin wäre auf diese Art und Weise dem Betrachter ein weiteres Ärgernis erspart geblieben. Die beiden Hauptdarsteller versuchen das Bestmögliche aus ihren Figuren herauszuholen – scheitern aber an der absolut uninteressanten Story. So hangeln sich Ford und Hartnett von Szene zu Szene, machen sich als Yoga-Futzi und Handy-Junkie zum Affen und beten, dass die Zuschauer ihren filmischen Totalausfall möglichst schnell aus dem Gedächtnis gestrichen haben. Wieso man aber Ron Shelton erneut auf den Regiestuhl gelassen hat, wird wohl nie geklärt werden. Dabei hat er doch bereits mit „Knock out – eine schlagkräftige Freundschaft“ bewiesen, dass er bei weitem kein Gespür für komische Momente zu kennen scheint und selbst interessante Filmfiguren-Freundschaften zu Grunde richten kann. Sicher, auch „Hollywood Homicide“ bietet zwei lustige Momente, ob man wegen selbiger aber extra einhundertelf Minuten seines Lebens verschenken sollte, muss wohl jeder selber für sich entscheiden.
Punkte: 2 ermordete Punkte auf meiner 10er-Skala Internet: www.hollywood-cops.de
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26.09.2003 09:50
Bei der Vorschau hatte ich schon so meine Bedenken. Zum Glück hab ich mir das Geld gespart für diesen Film. Schönes WE
10.09.2003 16:42
Ja, was soll ich da noch sagen? Der Trailer war - und das ist meist ein Zusammenschnitt der besten Szenen - Öde und das anfängliche "geil, Harrison Ford" wurde zu einem.. aha.. ich werde warten bis der Film auf Video raus ist, oder ein Freund ihn hat..Danke für die Warnung
09.09.2003 20:34
Den Bericht kannte ich ja schon, deswegen ging das Lesen etwas schneller. Mir ist aber ein kleiner Fehler aufgefallen, denn in Zusammenhang mit diesem Polizeiberater Souza schreibst Du was vom Film "Deep Blue", was aber wohl "Dark Blue" heißen müsste. Mfg Björn.