von aufgeblähten Trailern ...
14.09.2003
Pro:
hin und wieder wird der zuschauer in ansätzen unterhalten,
Kontra:
meist jedoch ist dies nicht der fall .
Empfehlenswert:
Nein
 der_dominator
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:105
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 125 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Es gibt zwei Arten von Filmen. Erstere sind so gruselig, blutrünstig, dass sie geschnitten werden müssen, um die Damen und Herren der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften davon zu überzeugen das man sie zumindest verstümmelt ins Kino bringen darf. Das Geschrei ist, vorwiegend bei Liebhabern des Genres, groß und die verstümmelte Fassung wird, zu Recht [!] ignoriert. Andere Filme wiederum, und Hollywood Cops gehört zweifelsfrei dazu, sind so schlecht das man sie einfach kürzen müsste um sie erträglich zu machen und den armen Kinobesuchern [Achtung Seitenhieb] oder gar Hobbysneakern eine Verschwendung weiterer, in diesem Falle hundertelf, Minuten seines Lebens erträglich zu machen. Das es durchaus Filme gibt, deren Länge angebracht, deren Schnitte zufrieden stellend sind, soll dabei außen vor gelassen werden. In diesem Falle wäre es besser gewesen alles zwischen Vorspann und Abspann herauszuschneiden und in irgendeinem verstaubten Archiv beruhen zu lassen - und eigentlich war sogar der Vorspann schlecht. Hollywood. Nachdem der Name des Stadtteils im Norden Los Angeles’ ungefähr vier bis fünf Minuten in verschiedenen Variationen im Vorspann eingeblendet wurde dämmert selbst dem kleinsten Geist in diesem Lande wo die Szenerie des Filmes stattfindet. Was der arme, von Hoffnungen auf einen netten Kinoabend in Kinosessel gepresste, Zuschauer noch nicht weiß ist das es in den nächsten Minuten zu einer Schießerei kommt bei der die Mitglieder einer aufstrebenden Band in einem Club durch die Bank weg über den Haufen geschossen werden. Die Ermittlungen nimmt das Copgespann Gavilan [Harrison Ford] / K.C. [Josh Hartnett] in die Hand und bestellt zur Freude des Publikums zunächst einmal Cheeseburger, gut durch versteht sich. Auch sonst scheint das ungleiche Gespann nicht ganz bei der Sache, denn während Gavilan nebenbei auch noch als Immobilenmakler tätig ist, gibt K.C., wenn er gerade nicht einmal das weibliche Geschlecht bezirzt, Yogakurse und plant eine Karriere als Schauspieler.
Von ständigem Handygeklingle begleitet, sowohl ein Vorsprechen als auch der Verkauf des nächsten Hauses muss während der Einsätze organisiert werden, machen sich die beiden auf die Suche nach Spuren und finden nach einigem hin und her einen überlebenden des grausamen Anschlages, der ihnen nach einigem „hin und her“ den entscheidenden Hinweis gibt. Zu diesem Zeitpunkt hat der Zuschauer allerdings jegliches Interesse am lösen des Falles verloren und wartet nur noch darauf das endlich der Abspann eingeblendet wird; egal ob der Mörder gefasst ist oder nicht. Der Grund ist recht schnell gefunden. Mal davon abgesehen, dass die Komödie, mit einigen spärlich gestreuten Gags versehen, keinesfalls lustig ist, ist die Geschichte um die beiden Cops einfach zu voll gestopft.
Es nervt wenn während Verfolgungsjagden über Häuserkäufe verhandelt wird und K.C. seine Yogakurse gibt. Viel schlimmer noch sind die unzähligen Nebenstränge, die den Film wohl unterhaltsam machen sollen, zu keinem Zeitpunkt aber Witz versprühen bzw. interessieren. Dass Gavilan, früher einmal einem Cop ans „Bein gepisst hat“, der ihm, mittlerweile in der Dienstaufsicht, auch weil er mit seiner Ex-Freundin zusammen ist, nun an den Kragen will interessiert genauso wenig wie der Tod Caldenss Vaters, der den jungen Polizisten des LAPDs nun dazu treibt Schauspieler zu werden. Die Krönung des ganzen, vom permanenten und extrem nervigen Handyklingeln einmal abgesehen, all das passt am Ende wie ein Puzzle zusammen und „löst“ den Fall. Das der Plattenboss seine Jungs vom Mörder Caldens Vaters hat umbringen lassen und Gavelines Freundin, natürlich Hobbywahrsagerin, den entscheidenden Hinweis gibt, setzt dem ganzen Unfug die Krone auf, aber zu diesem Zeitpunkt interessiert dies sowieso keinen mehr, wenn man es nicht sowieso schon geahnt hat, denn wirklich auszeichnen kann sich der Film nur in den Kategorien „Klischeehaftig-“ und „Vorhersehbarkeit“. Da hilft es auch nicht, dass das Gespann Hartnett / Ford, unterschiedlich wie Tag und Nacht, durchaus [zumindest über Strecken] Gefallen kann, und der Film zum Ende hin ein wenig stärker wird: Regisseur Ron Shelton schafft es einfach zu keinem Zeitpunkt Spannung zu erzeugen oder durch eine komödiantische Inszenierung zu überzeugen und so ist Hollywood Cops im Prinzip nicht mehr als ein aufgeblähter Trailer bei hin und wieder ein wenig schmunzelt und sich dann doch denkt das man dass nicht wirklich sehen möchte. Ärgerlich nur das es dafür bereits zu spät ist…
[unterm Strich bleibt] Hollywood Cops [Hollywood Homicide - USA 2003 - 111 Minuten - FSK 12]
Regie: Ron Shelton [Drehbuch: Robert Souza] Darsteller: Harrison Ford, Josh Hartnett, Lena Olin, Bruce Greenwood, Isaiah Washington u.a.
© der_dominator im September 2003 nicht empfehlenswert [4/10]
Preisvergleich
sortiert nach Preis
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Das könnte Sie interessieren
|
|
20.10.2003 02:46
Total bescherter Film!
05.10.2003 19:33
Ich wusste gar nicht, das Josh Hartnett damit spielt. ..So was. Schöner Bericht! Liebe grüsse, Saskia
02.10.2003 16:12
... und in ein paar Jahren lacht man über die Handies, wie die 'damals' noch ausgesehen haben. Muss ja schrecklich sein, das Rumgenerve und Nebegestränge. Liebe Grüße, Stefan