Gequält, unbeholfen, langatmig, langweilig
15. Sep 2003
Pro:
Die Idee . . .
Kontra:
. . . die Umsetzung
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Action:
Anspruch:
Humor:
Romantik:
Spannung:
mehr
 Posdole
Über sich:
Boooah ! Äh !
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Another Buddy Movie. Der 60jährige Harrison Ford und Movie-Star Josh Hartnett bilden das Pärchen, das sich als Cops durch allerlei riskante Situationen durchkämpfen muss. Dabei haben beide noch mehr oder eher weniger lukrative Nebenjobs, um ihr Polizistengehalt aufzustocken, was zumindest für Joe Gavilan (Ford) eine polizeiliche Untersuchung unter Führung eines alten Widersachers nach sich zieht. Das ist im Grunde die ganze Geschichte, die uns Ron Shelton und sein Drehbuchmitautor Robert Souza auftischen. Und die allein würde ja trotz allem für einen spannungsgeladenen, bodenständigen und nicht allzu simplen Buddy-Action-Film taugen, wenn, ja wenn da nicht die doch erhebliche Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit wäre. Gavilan und K C. Calden (Hartnett) sollen den Mord an Mitgliedern einer Musikband aufklären, der sie zu dem Produzenten Sartain (Isaiah Washington) führt. Gleichzeitig ermittelt der Leiter der Abteilung für interne Untersuchungen, Lieutenant Bennie Macko (Bruce Greenwood), gegen Gavilan, weil der Nebengeschäfte als Immobilienmakler betreibt und Schulden hat (oder irgend etwas in dieser Richtung). Zudem hat Gavilan Beziehungen zu einer Dame der Unterwelt namens Cleo (Lolita Davidovich), die der Polizei hier und da Informationen liefert. Allerdings hat Gavilan nichts mit der Dame, sondern mit einer anderen namens Ruby (Lena Olin), einer Ex-Freundin Mackos, was den besonders in Rage gegen Gavilan bringt.
Im Zuge ihrer Ermittlungen stoßen Gavilan
und K. C. auf einen Psychopathen (Leroy Wasley), der sowohl für Sartain, als auch für Macko zu arbeiten scheint ... Nun mag eine solche Geschichte, die nicht besonders neu ist, dadurch an Originalität gewinnen, dass in allen möglichen Situationen und bei allen erdenklichen Einsätzen die beiden Cops ihre kleinen Nebengeschäfte abwickeln wollen. Diese Idee könnte dazu taugen, einem mehr oder weniger seriösen Buddy-Movie eine gute Portion Komik beizugeben. Und in dieser Art war „Hollywood Homicide“ wohl auch gedacht. Als K. C. und Gavilan am Tatort erscheinen, diktiert letzterer ersterem nicht, was ihm dort auffällt, sondern war er jetzt gern essen möchte. K. C., der nebenher eine Yoga-Schule für den weiblichen Teil der Menschheit betreibt, will zudem allerorts seine vermeintlichen Talente als Möchtegern-Schauspieler anpreisen. Als Gavilan die Prunkvilla eines Film-Produzenten (Martin Landau) verkaufen will – an den Besitzer der Diskothek, in der die Morde stattfanden –, jubelt K. C. dem alten Mann ein Drehbuch oder irgend etwas ähnliches unter und hinterlässt ihm die Ankündigung einer Theatervorstellung von Laien, bei der er mitwirkt.
Alles schön und gut. Doch was Shelton daraus macht, ist wohl eine der langweiligsten, langatmigsten und langsamsten Inszenierungen, die die Welt je gesehen hat. Schwerfällig mühen sich Hartnett und Ford durch die Schauplätze, redlich bemüht, etwas Bleibendes an Humor zu hinterlassen, doch außer ein paar wenigen Lachern produziert „Hollywood Homicide“ nur Gähnen und Peinlichkeiten. Dazu gehört auch, dass der Subplot – die Nebengeschäfte der beiden Cops – zu einer Art Vollbremsung für die Haupthandlung wird und diese in den ausgelutschten Gefilden des Genres herumirrt. Das kann man übrigens weniger Ford und Hartnett anlasten, denn die bemühen sich wenigstens redlich. Eine Autoverfolgungsjagd, bei der Hartnett samt Familie des Eigners des beschlagnahmten Wagens deren Leben riskiert, eine Verfolgungsjagd per Fahrrad und eine Szene, in der Hubschrauber der Polizei und der Medien den Himmel bevölkern, liefern zwar einige wenige akzeptable Spannungsmomente. Den Rest des Films kann man in dieser Hinsicht jedoch getrost vergessen. Ford selbst wirkt in einigen Actionszenen lächerlich, und ab und an ist unübersehbar, dass ein Double für ihn durch den Film „fliegt“. Vergleicht man „Hollywood Cops“ etwa mit ganz ähnlichen Filmen wie „Lethal Weapon“ (1987), werden die krassen Qualitätsunterschiede besonders deutlich. Als Mel Gibson und Danny Glover in L.A. für Ordnung sorgen wollten, stimmte das Mischungsverhältnis zwischen Charakteren, Story, Komik und Action noch. Richard Donner verstand es, trotz eines auch nicht gerade komplizierten Plots seinem Film das einzuhauchen, was „Hollywood Cops“ einfach fehlt: Leben. Aus den zwei äußerst unterschiedlichen Figuren Riggs und Murtaugh holte Donner und holten Gibson und Glover raus, was nur herauszuholen war. Bei Ford und Hartnett wirkt das alles aufgesetzt, gewollt komisch, ungelenk. Es ist nicht besonders witzig, wenn Gavilans Handy in einem fort klingelt. Und auch K. C.’s Betrieb einer Yoga-Schule ist kaum komisch, sondern eher unnötiger Ballast in einem Film, der in 111 Minuten nicht so recht weiß, was er mit seinem Material anfangen soll. Typisch für die verkrampfte Atmosphäre des Films: In einer Szene, in der die beiden Cops durch Macko vernommen werden sollen, gelingt es Gavilan, seine Vernehmung dadurch zu verhindern, dass er ständig zum klingelnden Handy greift, während K. C. auf dem Tisch Yoga-Übungen absolviert und auf diese Weise seiner Vernehmerin ein Schnippchen schlägt. Gequält, unbeholfen. Gleiches gilt für die Verfolgung eines Zeugen, der durchs Wasser zu flüchten versucht, während K. C. ein Laufpensum über Wege und Brücken absolviert.
Alles in allem kann man Ford und Hartnett vielleicht zwei Punkte zugestehen. Den Rest des Films kann man getrost vergessen. Und die Flut von Cameo-Auftritten (Gladys Knight, Smokey Robinson, Robert Wagner, Eric Idle, Frank Sinatra Jr.) ändert an diesem Urteil nichts. Wertung: 2 von 10 Punkten.
Hollywood Cops (Hollywood Homicide) USA 2003, 111 Minuten Regie: Ron Shelton Drehbuch: Robert Souza, Ron Shelton Musik: Alex Wurman Director of Photography: Barry Peterson Schnitt: Paul Seydor Produktionsdesign: James Bissell, Christa Munro Hauptdarsteller: Harrison Ford (Joe Gavilan), Josh Hartnett (K C. Calden), Lena Olin (Ruby), Bruce Greenwood (Lt. Bennie Macko), Isaiah Washington (Antoine Sartain), Lolita Davidovich (Cleo Ricard), Keith David (Leon), Master P (Julius Armas), Dwight Yoakam (Leroy Wasley), Martin Landau (Jerry Duran), Lou Diamond Phillips (Wanda)
Internet Movie Database: http://german.imdb.com/tt0329717 Weitere Filmkritik(en): „Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert) (3 von 4 Punkten): http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/2003/06/061301.html
„Movie Reviews“ (James Berardinelli) (2 von 4 Punkten): http://movie-reviews.colossus.net/movies/h/hollywood_homicide.html © Ulrich Behrens 2003 für www.ciao.com www.yopi.de www.dooyoo.de
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27.09.2003 23:30
Gut geschrieben sh etwas langweilig war er da gebe ich dir recht
26.09.2003 10:33
also sehe ich nach einem anderen Film, wenn ich morgen ins Kino gehe. Gruß adler13
26.09.2003 08:48
Bei der Vorschau hatte ich schon so meine Bedenken. Zum Glück hab ich mir das Geld gespart für diesen Film. Schönes WE