TOTALITÄRE SINNLOSIGKEIT DURCH RATIONALISMUS
01.02.2003 (05.02.2003)
Pro:
s . T .
Kontra:
s . T .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
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 Commandante
Über sich:
"Die Kunst der Lebensführung besteht bekanntlich darin, mit gerade so viel Dampf zu fahren, wie...
Mitglied seit:01.09.2000
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Hallo liebe Leseratten, heute werde ich euch einen etwas älteren Roman „Homo Faber“ von Max Frisch vorstellen. Begründet durch die noch gar nicht soweit zurückliegenden, qualvollen Deutschstunden und der dadurch gesammelten Informationen, sehe ich es als gute Grundlage an, euch meine Eindrücke zu vermitteln. Des weiteren werde ich den Roman regelrecht zerpflücken und auf die Hintergründe eingehen. Ich werde dabei weniger über den Inhalt erzählen, denn das soll jeder von euch selbst herausfinden. ------------ GLIEDERUNG ------------ 1.) FABEL 2.) HAUPTFIGUREN UND DEREN EIGENSCHAFTEN 3.) LEITMOTIVE UND PARABELN 4.) FRAUENBILD / NATURVORSTELLUNG 5.) SPRACHE DES ROMANS 6.) DATEN ZUM AUTOR 7.) FAZIT 1. ZUSAMMENFASSUNG DES INHALTES (FABEL)
Der sich schon im mittleren Alter befindliche Walter Faber wird durch viele Zufallsschneisen in immer wieder neue Abenteuer katapultiert. So wird er zum Beispiel durch den Absturz des Flugzeuges, mit dem er zum nächsten Kongress muss, mit einem Deutschen in Kontakt gebracht, der sich später als Bruder seines besten Freundes herausstellt. Walter entschließt sich seinen alten Freund zu besuchen, muss dann aber feststellen, dass sich dieser in seinem Haus erhängt hat. Später trifft er dann Sapett, die er während einer Schiffsreise näher kennen lernt. Was er aber nicht weiß, diese Sapeth (sie heißt eigentlich anders, doch Walter gab ihr den Namen, weil er besser klingt) die Tochter von Hanna ist. Hanna war seine Jugendliebe, mit der er unwissend ein Kind hatte. Den weiteren Verlauf der Geschichte lass ich im Raum stehen, denn ich will euch dazu ermutigen diesen Roman zu lesen! ;-) 2.) HAUTFIGUREN UND DEREN EIGENSCHAFTEN Da wäre zum einen Walter Faber selbst: Er ist ein vielreisender Mensch, der sich fast ausschließlich seiner Arbeit widmet. Er ist ein Rationalist, denn für ihn sind die wesentlichen Dinge nur Verstand und Technik. Alles was gegen diese Anschauung rebelliert, d.h. Emotionen u.a. verabscheut er. Er ist ein Mann der mittleren Reife (ca. 45 Jahre alt, bin mir aber nicht ganz sicher). Er hat viele Liebschaften, weil ihm an Frauen nicht viel liegt. Erst als er Sabeth begegnet beginnt er sich zu ändern. Die zweite Hauptperson des Romans ist Hanna Landsberg. Sie ist die Jugendfreundin von Walter und später mit dessen Freund Joachim Henke verheiratet. Sie ist Halbjüdin und emigrierte 1938 nach Paris und wurde dann Kommunistin. Sie ist intelligent, vielseitig, emanzipiert. Emigriert später nach Griechenland und wird dort Archäologin.Die dritte Person im Roman ist Sabeth, sie geht mit Walther ein Verhältnis ein, ohne zu wissen, dass sie die Tochter von ihm ist. Sie ist noch sehr jung und interessiert sich sehr für Kunst und Architektur. Mehr kann ich euch leider nicht zu dieser Person sagen, denn dann würde ich euch zu viel verraten. 3. LEITMOTIVE UND PARABELN Ja was will er denn jetzt von uns? Die Sache ist ganz einfach, jedem Werk liegen bestimmte Leitmotive u.a. zu Grunde, die ein Autor in die Handlung einbaut. Meist bekommt man diese gar nicht mit, doch beim genaueren Lesen und einigen Kenntnissen über z.B. die griechische Sagenwelt sind sie unverkennbar. -Magenkrebsmetapher- Es treten Bezüge zum Professor O. und Walter auf, beide haben sehr viel Stress während der Arbeit und zeigen beide die selben Eigenschaften auf. Beide leiden später an Magenkrebs. -Technik und Rationalität- Das sich Walter stark an der Technik festkrallt, ist daran zu erkennen, dass er immer seine Schreibmaschine, seinen Rasierapparat und seine Kamera bzw. jeweils eins von beiden dabei hat. Ohne diese Gegenstände fühlt er sich nicht wohl. - Ödipusmotiv- Hier werden Bezüge zur griechischen Sagenwelt deutlich. In der griechischen Sage heiratet der Sohn seine Mutter und zeugt mit ihr Kinder. In abgewandelter Form tritt dies auch im Roman auf. Walter und Sabett haben miteinander ein Verhältnis. Später denkt Faber genau wie Ödipus darüber nach, sich die Augen auszukratzen um der Realität zu entfliehen. Doch im Gegensatz zu Ödipus führt Faber es nicht durch.4. FRAUENBILD / NATURVORSTELLUNG -Frauenbild- Wie ich schon andeutete, hält Faber nicht viel von Frauen, weil sie seiner Meinung nach beim Mann immer nur auf Gefühle achten. Dies steht im Zwiespalt mit seinem Technikbegriff, wodurch er Emotionen verabscheut. Man soll nach dem Verstand handeln, Emotionen würden in diesem Fall nur im Wege stehen. Des weiteren vergleicht er Frauen mit Tieren oder Pflanzen. -Naturvorstellung- Er erachtet die Natur als widerlich, deutlich wird dies vor allem in Metaphern wie „schleimiger Mond“ oder „Tiere sind Ungeziefer“ <Beide Anschauungen ändern sich, als Walter die junge Sabeth kennen lernt> 5. SPRACHE IM ROMANS Zu Beginn des Roman ist ein nüchterner, sachlicher Sprachstil mit Andeutungen an einen wissenschaftlichen Gebrauch der Sprache zu erkennen. Es werden viel Angaben (zahlreiche Daten, technische Bezeichnungen) in den Text eingearbeitet. Im weiteren Verlauf ist eine Subjektivierung erkennbar. Der Autor lässt Jagon und Zynismus (gerichtet gegen alles was Faber für irrational hält) anklingen. Weiterhin nimmt auch die Zahl der Metaphern zu. 6. DATEN ZUM AUTOREN Max Frisch wurde 1911 in Zürich geboren, studierte zunächst Germanistik, brach das Studium aber 1933 ab und arbeitet als freier Journalist. 1936 studiert er Architektur in Zürich und 1938 hat er seinen ersten literarischen Erfolg. 1942 seinen ersten beruflichen Erfolg (1. Preis für ein Schwimmbad). 1950 Veröffentlichung eines Tagebuches (Titel „1946-1949“) --> Bezüge für den Stoff von „Homo Faber“. 7. FAZIT DER GESCHICHT Auf Grund dessen, dass der Roman im Schulunterricht integriert ist, wurde ich gezwungen das Buch zu lesen ( das kann ich überhaupt nicht leiden). Aber im Nachhinein bin ich froh, es doch zu Ende gelesen zu haben. Nicht ohne Grund habe ich das Ende ausgelassen, damit versuche ich zum einen gewisse Personen davon abzuhalten ihre Hausaufgaben zu einfach zu lösen, zum anderen um die Spannung nicht zu nehmen, falls sich vielleicht doch der ein oder andere entschlossen haben sollte, sich das Buch anzuschaffen!
© Copyright bleibt beim AutorMfG Commandante |01.02.03| Originalfassung vom 07.07.01
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Taschenbuch, 208 S., Bericht, Erschienen: 2004
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28.02.2004 20:29
Ich musste das Buch in der Schule auch lesen.Ich fand es auch erst,nachdem ich das Buch gelesen hatte ganz ok.Doch es wird einem wirklich versaut,in dem man in der Schule wirklich alles analysiert,interpretiert und wirklich über jede Kleinigkeit etwas schreiben muss.. :-)
11.01.2004 19:31
Ich muss dieses Buch im Deutschunterricht vorstellen und eventuell emfehlen! Dazu habe ich deinen Bericht gelesen, bin mir aber nicht sicher, ob du dieses Buch weiteremfiehlst oder eher nicht! Ansonsten hat mir der BEricht wirklich gut gefallen, vorallem weil er lang aber sehr strukturiert war
04.11.2003 20:05
Ohh, jetzt weiß ich wenigstens, was auf mich zukommen wird... :o) Gruß Christian