Erfahrungsbericht über

Homo faber / Max Frisch

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Max Frisch: Homo faber

4  10.08.2008

Pro:
interessante Sprache, zum Nachdenken anregend

Kontra:
nichts

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

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giselamaria

Über sich: herzlichen Dank für die vielen bh-s!! - und jetzt fiebern wir dem Champions-league-Endspiel im Wimbl...

Mitglied seit:06.08.2008

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 49 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als hilfreich bewertet

von dem Autor habe ich noch einige andere gelesen; er hat einen besondern Schreibstil; nicht immer einfach zu lesen, aber dennoch sehr zu empfehlen!!
Auf Frage, wie mir das Buch gefallen hat: Natürlich sehr gut :-) sondst hätte ich nicht geschrieben, sehr zu empfehlen :-)

"- Der Bürger verlässt das Gefängnis seiner Wohlanständigkeit, versinkt im Anonymen und kehrt anders zurück, als er aufbrach. Dort, wo das Ich sich in der Namenlosigkeit verliert und seine Vergangenheit preisgibt, entfernt sich das Individuum von allem Vertrauten-. (Walter Jens) -"


Meine Zusammenfassung:

Faber befindet sich im Flugzeug, nimmt eine ablehnende Haltung gegenüber seinen Mitreisenden, insbesondere gegen Herbert ein, dem Deutschen, der zufällig ein Bruder seines Freundes Joachim ist. Beobachtet alles, was im und um das Flugzeug herum geschieht, mit technischem Verstand, gibt sich gelangweilt, ist müde.  Er schildert nun mehr stichwortartig als formuliert die Notlandung, die lange Wartezeit bis sie endlich abgeholt werden, wie sie dann durch unwirtliche und trostlose Gegenden geraten, in einem Wirtshaus schließlich landen, wo er außer Warten, Dösen und Biertrinken nichts anderes zu tun hat. Schließlich ergibt es sich dann doch, dass ausgerechnet Herbert das Auto des Wirts bekommt, und sie machen sich dann auf den Weg zur Plantage, die ja beide eigentlich besuchen wollten &treffen dann schließlich auch ein, finden Joachim, der sich aufgehängt hat in seiner Blechbaracken-Behausung, das als Büro der Plantage gedient hatte.
Fabers Gedanken schweifen immer wieder zu zurückliegenden Geschehnissen, wie auch schon während des Flugs oder während der Wartezeiten &.
Aus diesen ganzen Geschehnissen kann man sich ein Bild machen über die Zeit, die Faber durchlebt hat, die Trennung von Hanna, die ein Kind von ihm bekommt, was er aber nicht weiß, sie heiratet dann Joachim, einen gemeinsamen Freund und Arzt, der eigentlich für die Abtreibung gedacht war. Einen Heiratsantrag Fabers hatte Hanna zuvor abgelehnt &.Faber verlässt dann die Schweiz und geht seinem Beruf im Ausland nach, er trifft Hanna jahrelang nicht, hat auch keinen Kontakt zu ihr. Faber selbst, unfähig für eine Beziehung, hat wechselnde Frauenbekanntschaften, kann sie aber letztendlich nicht ertragen.
Bis er schließlich Elisabeth auf dem Schiff Frankreich trifft, (er hatte sich kurzentschlossen für eine Schiffsreise entschieden, anstatt den Flieger zu nehmen) er nennt sie Sabeth. &Er ist um die 50, sie ist um die 20 Jahre alt. Mit dem Satz: <Er verliebte sich in sie und machte ihr bereits paar Tage später in Avignon einen Heiratsantrag> würde der Eindruck einer Trivialität entstehen, wenn nicht die Gedanken Fabers, Rückblicke und Empfindungen eingeflochten wären.
Und so ändert sich langsam seine Wesensart &durch die Anwesenheit Sabeths, die die Welt mit ganz anderen Augen sieht als er.
Als schließlich durch Unterhaltungen herauskommt, dass Hanna ihre Mutter ist, ist Faber zunächst gar nicht so verwundert, er nimmt an, Joachim wäre Sabeths Vater. &
Sie reisen dann nach Griechenland, wo Hanna lebt. Faber sieht Hanna nach über 20 Jahren wieder. Sie fragt ihn nach seinem Verhältnis zu Sabeth, eigentlich wissend, dass da Faber mit seiner eigenen Tochter ein Verhältnis hat &lässt ihn aber zunächst im Glauben, er sei nicht der Vater &....dann ist Faber mit Sabeth unterwegs, am Meer, sie liegt im Sand, schreit plötzlich auf, eine Schlange hatte sie gebissen &..sie läuft auf ihn zu, stürzt eine Böschung hinunter, bleibt bewusstlos liegen, .kommt ins Krankenhaus, Hanna ist da.  Sabeth stirbt dann paar Tage später nicht an dem Schlangenbiss, sondern an einer Schädelfraktur, die sie sich durch den Sturz hinzugezogen hatte &und die von den Ärzten nicht rechtzeitig erkannt und behandelt worden war & -. Faber weiß jetzt, das Sabeth seine eigene Tochter ist.
Er verlässt Hanna und reist nochmal nach Mexiko, mit Zwischenstop in Kuba, wo er jetzt alle Dinge anders sieht, erkennt auch die Schönheiten der Natur, die Fröhlichkeit der Menschen, und sieht auch plötzlich die Schönheit in vielen Dingen, wo er doch vorher, besonders aber an Menschen, alles mehr als hässlich angesehen hatte. Er kann Freude empfinden, er hat sich vom realitätsgläubigen Menschen weg entwickelt, &das wird deutlich an genau den Stellen, wo er vor ein paar Wochen noch gewesen war; er trifft auch Herbert wieder, den Deutschen, der damals auf der Plantage an diesem trostlosen Flecken geblieben war, der aber auch jetzt nicht bereit ist, wieder zurückzukehren und dort bleibt. Faber kehrt zu Hanna zurück, liegt im Krankenhaus, eine Operation (Magenkrebs) steht bevor.
Seine letzten Gedanken: aber es ist Hanna, die nicht davon loskommt. Ob er ihr verzeihen könnte! Sie hat geweint, Hanna auf den Knien, während jeden Augenblick die Diakonissin eintreten kann, Hanna, die meine Hand küsst, dann kenne ich sie gar nicht. Ich verstehe nur, dass Hanna, nach allem was geschehen ist, Athen nie wieder verlassen will, das Grab unseres Kindes. Wir beide werden hier bleiben, denke ich. Ich verstehe auch, dass sie ihre Wohnung aufgab mit dem leeren Zimmer; es ist Hanna schon schwer genug gefallen, das Mädchen allein auf die Reise zu lassen, wenn auch nur für ein halbes Jahr. Hanna hat immer schon gewusst, dass ihr Kind sie einmal verlassen wird, aber auch Hanna hat nicht ahnen können, dass Sabeth auf dieser Reise gerade ihrem Vater begegnet, der alles zerstört "

Zunächst für mich etwas holprig und gewöhnungsbedürftig die Sprache, die aber gegen Ende noch verschwommener und eher wie Notizen wirkt.

Mein Versuch, eine Kurzbeschreibung zu erstellen ist noch beeinflusst von dem doch etwas ungewöhnlichen Schreibstil dieses ganzen Berichts, muss man sich doch nach dem Lesen erstmal chronologisch alles zusammenreimen, und vermutlich nochmals lesen..

Den sehr zahlreich vorhandenen Rezensionen gerade dieses *homo faber* möchte ich eigentlich nichts mehr hinzufügen. Es wurde so oft besprochen, so oft in Schulen verwendet, und sämtliche Aussagen ausführlich und vielfältig hervorgehoben.

Für mich am auffallendsten: Die Sprache von Frisch in diesem Buch; ich bin gespannt, wie sie im Gantenbein ist, ob sie ähnlich ist oder wieder ganz anders.

Noch paar Daten zum Autor:

Max Frisch geb. 15.5.1911 Zürich, verst. 4.4.1991 in Zürich

Jüngstes Kind des Architekten Franz Bruno Frisch und seiner Frau Karolina Bettina, geb. Wildermuth.
1942: 1. Ehe mit Constanze von Meyenburg; 1955 Trennung; 1959 Scheidung
1958-62: Liaison mit Ingeborg Bachmann
1968; 2. Ehe mit Marianne Oellers; 1979 Scheidung
Dramatiker und Erzähler. Pazifist, Gegner sämtlicher Nationalismen. Neben Dürrenmatt der bedeutendste Schweizer Schriftsteller des 20. Jhs.; trug entscheidend dazu bei, dass die deutschsprachige Literatur nach dem 2. Weltkrieg wieder zu internationalem Ansehen kam; Übersetzungen in alle Kultursprachen; viele seiner Werke sind fester Bestandteil der Schullehrpläne.
Grundthema der Romane: Problem der persönlichen Identität (bürgerlicher Intellektueller) in einer unpersönlichen, konformistischen und uniformen Welt; variierte Einzelthemen: Ehe, Tod, Kunst, Missvergnügen an bürgerl. Lebensverhältnissen. Politische Motive in den Dramen.

1958. Georg-Büchner-Preis; Literaturpreis der Stadt Zürich
1962: Ehrendoktor der Philipps-Universität Marburg; Großer Kunstpreis der Stadt Düsseldorf
1976: Friedenspreis des deutschen Buchhandels
1980: Ehrendoktor des Bard College, USA
1982: Ehrendoktor der City University of New York
1987: Ehrendoktor der Technischen Universität Berlin
1989: Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
lafferlarry

lafferlarry

03.10.2011 17:47

Haben wir auch in der Schule durch genommen - in der tat ist der Schreibstil insbesondere für einen Schüler schon gewöhnungsbedürftig. Aber natürlich ist das Buch ein Standardwerk! Gruß laff

meinemiamaria

meinemiamaria

29.08.2011 21:49

Ja, das ist quasi eine Pflichtlektüre ! ----- Maria ----

Hedwig_2010

Hedwig_2010

01.05.2011 15:28

Ich musste Max Frisch auch in der Schule lesen ... nie wieder!

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