arbeitender vs. spielender Mensch
10.02.2009
Pro:
Intention fürs eigene Leben, leicht verständliche Sprache mit Fachausdrücken aufgefrischt
Kontra:
verwirrend, Erzählstränge verworren
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
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 verbatim158
Über sich:
Die Nützlichkeit des Lebens liegt nicht in seiner Länge, sondern in seiner Anwendung. (Michel de Mon...
Mitglied seit:17.09.2005
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 94 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo liebe Leser und Leserinnen, diesmal möchte ich wieder einmal einen Testbericht über ein Buch veröffentlichen. Und zwar diesmal über ein ziemlich bekanntes Werk, welches ich in der Schule gelesen habe. Somit habt ihr auf gleich einmal den Grund, warum ich mir dieses Buch gekauft habe. Ich musste es und meistens ist dies schon das Todesurteil für ein Buch, denn ich lese zwar gern, aber nur dann, wenn ich es auch will und nicht wenn ich dazu gezwungen werde. Aber das soll nun nix heißen, denn nach meinem letzten Buch, welches ich lesen musste und nachdem ich dann einen Bericht darüber geschrieben habe, habe ich mir geschworen, immer subjektiv zu bleiben. Zum mindesten nicht mit einfließen zu lassen, dass ich es kaufen und lesen musste. *Aussehen* Auf dem Cover des Buches sieht man groß Autor, Titel und Subtitel sowie ein Bild von einem Schiff "Queen Mary" und der Name des Verlages. Das Bild zeigt das Schiff, welches die Wende in dem Leben der Hauptfigur einleitet. Deshalb ist dieses Coverbild sehr geschickt gewählt und sicherlich nicht falsch. Auf der Rückseite steht wie immer der Klappentext und ISBN- Nummer.Klappentext: "Max Frischs Homo faber ist eines der wichtigsten und meistgelesenen Bücher des 20. Jahrhunderts: Der Ingenieur Walter Faber glaubt an sein rationales Weltbild, das durch eine Liebesgeschichte zerbricht. Kein anderer zeitgenössischer Roman stellt derart ehrlich wie hintergründig die Frage nach der Identität des modernen Menschen." *Was muss ich vorm Lesen des Buches wissen, um es zu verstehen* Ich muss wissen, das es einen Zweiten Weltkrieg gab und grob den Verlauf des Krieges, sowohl die schrecklichsten Ereignisse wie z.B. der Holocaust. Ich sollte mich ein wenig geographisch auskennen, da Walter Faber(die Hauptfigur) ziemlich viel reist. Es wäre auch hilfreich Kinder zu haben, um den Roman noch deutlicher zu verstehen. Aber dies ist nicht zwingend notwendig.*Thematik* In diesem Bericht, wie Max Frisch ihn selbst nennt, geht es um Walter Faber, welcher aus seiner Sicht in Caracas ein Tagebuch der vergangenen Tage aufschreibt und später auch bis zu seinem Tode nicht mehr vom Schreiben loslässt. Walter Faber ist ein sehr rationaler Mensch, d.h. er glaubt nicht an Zufälle und lebt sein Leben nach der Mathematik. Nachdem er allerdings seiner eigenen Tochter einen Heiratsantrag macht, gerät seine Lebenshaltung das erste Mal ins Wanken. Ein zweites Mal als er seine damalige Freundin Hanna, die Mutter seiner Tochter, wieder sieht. Kurz vor seinem Tode beschließt er nun, dass sein Leben eigentlich Quatsch war und dass man alle Ergebnisse seiner Studien vernichten solle. Noch zum Cover des Buches: auf der Queen Mary lernt Walter Faber seine Tochter Sabeth kennen. In diesem Bericht geht es nun zusammenfassend darum, wie ein Mensch versucht seine eigene Identität versucht zu finden. Wie es auch schon im Klappentext erwähnt wird. *Wie mir das Buch gefallen hat* Am Anfang war es beim Lesen sehr verwirrend. Aber ungefähr bei Seite 50 wird es schon etwas klarer. Leider sind die Erzählstränge so in sich verworren, dass der Leser es sehr schwer hat durchzusehen. Ohne dass wir das Werk im Unterricht behandelt hätten, hätte ich es wohl kaum richtig kapiert. Also leichte Kost ist dieser Erzählbericht auf jeden Fall nicht. Die Sprache ist leicht verständlich. Doch durch die vielen technischen Begriffe wird es manchmal etwas schwieriger. Dies lässt sich noch aushalten. So richtig etwas auszusetzen gibt es an dem Buch nicht. Auch die Thematik ist so verständlich, dass ich diesen Bericht durchaus zu lesen vermag. Durch diesen Bericht wurde ich auch angeregt ein wenig mehr über mein eigenes Leben nachzudenken und was ich denn besser machen könnte. Ich finde es sehr gut, dass wir dieses Buch in der 13. Klasse lesen, denn so hat man schon etwas zum Nachdenken. Etwa wie es nach dem Abitur weitergehen soll und so weiter. Auch über das Thema Partnerschaft kann man nach diesem Buch sehr gut grübeln. *Eigene Interpretationsmöglichkeiten* Im Unterricht haben wir natürlich mehrere Interpretationsmöglichkeiten durchgenommen. Ich werde sie euch auch aufzählen, aber die eine, welche ich am besten für das Buch passend finde, werde ich euch ein wenig genauer erklären. Zum mindestens werde ich es aus meiner Sicht versuchen. Wir haben folgende Möglichkeiten aufgelistet: Selbstfindung des Menschen durch die Liebe, Ablegen der Scheinidentität und Hinwendung zum inneren, wirklichen Ich, Verdeutlichung der Vergänglichkeit des Lebens, Vereinigung der beiden Elemente "homo faber" und "homo ludens" zu einem ganzheitlichen Menschen.Die letzte Interpretationsmöglichkeit, war diejenige, die ich fast von Anfang an(halt seit ungefähr Seite 50) auch selbst im Auge hatte. "Homo ludens" wird aus dem Lateinischen als "spielender Mensch" übersetzt und bedeutet für mich so viel, wie ein Mensch, welcher sich nur um die Triebe des Lebens sorgt und nicht um die wahre Realität kümmert. Also solche Menschen, welche sich immer nur dem Genuss hingeben und ihren Pflichten nicht genügend oder gar nicht nachkommen. "Homo faber" bedeutet aus dem Lateinischen der "arbeitende Mensch". Also ein Mensch, welcher nur für die Arbeit lebt. Es gibt wirklich solche Menschen, welche nur mit dem Stress leben können. Für mich war es komisch, dass ein Mensch nur auf eine Seite konzentriert sein könne, wie z.B. Walter Faber. Walter Faber ist, natürlich nach dem Werk, ein Mensch, welcher nur für die UNESCO rumreist und sich nicht einmal im Dschungel den schönen Eindrücken eines Maya- Tempels hingibt. Er denkt nur daran, dass er hier drüber einen Bericht für die UNESCO schreiben muss und nicht daran, dass z.B. die Pflanzen so hübsch sind. Für mich entnahm ich daraus, dass man nicht nur spielen kann im Leben, sondern auch einmal Stress im Leben braucht, um Glück zu erreichen. Denn das einzigste Ziel in meinem Leben ist, zutiefst glücklich zu sein. Walter Faber zeigte mir, dass man dies nicht nur allein mit Stress und Arbeit erreichen kann. Vorher dachte ich nämlich, dass man nur durch gut sein in der Schule Glück erreichen könne. Doch auch im Privatleben sollte man versuchen Glück zu erreichen. Beide Menschenteile solle man in der Waage halten und so solle man glücklich werden. Ich hoffe, dass ich die richtige Interpretation getroffen habe. Auf jeden fall war dies die eine, welche ich für mich aus dem Buch entnommen habe und auf mein eigenes Leben übertragen konnte. *Der Autor* Max Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren. Sein Vater war als Architekt tätig.Nach der Schule studierte Frisch von 1931 bis 1933 Germanistik. Als sein Vater starb, brach er die Studien ab, um eine Auslandsreise zu unternehmen und als freier Journalist zu arbeiten. 1934 erschien Frischs erster Roman "Jürg Reinhart", der sein literarisches Talent bereits sichtbar werden ließ. 1936 schrieb er sich für Architektur an der Technischen Universität Zürich ein. Im Jahr 1937 veröffentlichte er den Roman "Antwort aus der Stille". 1939 nahm Frisch im Tessin bis 1945 unregelmäßig den Militärdienst auf. 1941 erlangte er den Universitätsabschluss, worauf er in einem Architekturbüro in Zürich eine Anstellung erhielt. Am 30. Juli 1942 heiratete Frisch Constanze Meyerburg. Im selben Jahr eröffnete er sein eigenes Architekturbüro, das er bis 1955 betrieb.Max Frisch verstarb am 4. April 1991 an einer Krebserkrankung in Zürich. *Allgemeines* Preis: 8 Euro ISBN: 3518 368540 Seitenzahl: 201**Fazit** Ich habe es nicht bereut, dieses Buch gelesen haben zu müssen. Ehrlich gesagt, fand ich das gewählte Thema recht interessant. Allerdings würde ich das Buch nur für Erwachsene empfehlen, denn dann kann man die Intentionen des Autors verstehen. Vielleicht könnte ein Kind so manche Sachen falsch verstehen, z.B. die falsche Vater- Tochter- Beziehung. Deswegen: 4*Sterne und eine Empfehlung LG Eure Jasmin
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Homo faber, Max Frisch
2004, 208 Seiten, Maße: 10,8 x 17,7 cm, Taschenbuch, DeutschEines der ...
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Homo faber - Frisch, Max
Taschenbuch, 208 S., Bericht, Erschienen: 2004
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12.02.2009 11:39
So etwas musste ich nie lesen....HDGDL Mama
11.02.2009 23:57
Ich habe dies Buch vor ziemlich genau 12 Jahren in meiner Ausbildung in Psychologie gelesen! Ich dachte erst au weia, welch unglaublich langweiliger Schinken, aber ich war doch angenehm überrascht!!;-)) Ich habe es auch gern gelesen und finde es auch toll, wenn ein Autor es schafft, dass auch nach dem Lesen noch die Köpfe arbeiten!!;-)) Lg Engelherz
11.02.2009 20:39
Soche Bücher werden auch deshalb gerne im Deutsch-Unterricht verwendet, weil man so vieles hineininterpretieren kann. Schon eine tolle Leistung, wenn ein Autor es schafft, die Leser zum Nachdenken anzuregen. LG