Japanischer 318i
30.09.2000
Pro:
Verarbeitung, Motor, Getriebe, Strassenlage, Innengeräusch
Kontra:
keine Windowbags, kein ASR, hinten unübersichtlich
Empfehlenswert:
Ja
 Andreas_Adelsberger
Über sich:
Halten Firmen immer alle Versprechen. Ist alles so gut und schlecht wie man immer denkt? ciao.com bi...
Mitglied seit:30.09.2000
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Mittelklasse zum Preis eines Golf 2,0? Gibts oft. Mittelklasse mit Premiumanspruch zum Preis eines Golf 2,0? Gibts nur von Honda. Ist eine Probefahrt wert. Der Accord gefällt nicht nur mit seinem Aussehen (erinnert etwas an den Audi A4) und seiner aggressiven Front (Überholprestige) sondern auch mit handfesten Qualitäten. Die (an vielen Stellen lasergeschweiste) Karosserie ist sehr steif. Innen klappert nichts. Wie dies im Alter ist liess sich nicht feststellen (600 km auf dem Tacho), aber unser super verarbeiteter Civic Aerodeck und Hondas Ruf lässt hoffen. Die Materialien im Accord sind bis auf ein paar Kleinigkeiten Premium. Bis auf die im LS zu tief angeordnete Uhr ist alles wo es hingehört. Die steife Karosserie ist auch mit verantwortlich für die hohe passive Sicherheit des Accord. Zusammen mit den beiden schwedischen Modellen Volvo V40 und Saab 9-3das beste Auto im Euro NCAP (Large Familiy Cars, siehe www.euroncap.com). Schade, dass es keine Windowbags gibt, dann wäre das Sicherheitspaket komplett.
Im Innenraum bietet der Accord ausreichend Platz, der etwas knappe Knieraum hinten erinnert allerdings eher an einen Audi A4 und weniger an einen geräumigen Passat. Der 470 l große Kofferraum lässt sich serienmässig erweitern (warum kosten umklappare Rücksitzlehnen in einem teuren Audi, BMW oder Mercedes eigentlich extra?, beim Accord ist sie 1/3 zu 2/3 geteilt.). Der Stufenheck sieht meiner Meinung nach besser aus als der etwas pummelige Schrägheck Accord (warum gibt es eigentlich keinen Kombi?). Dass die Heckklappe des Stufenheck nach hinten abfällt sieht zwar gut aus, macht aber eventuell eine Einparkhilfe (gibt es als Originalzubehör beim Honda Händler) empfehlenswert. Nicht überzeugen können die serienmässigen Lautsprecher, sie taugen nur für Sprachsendungen. Wer neben einem Bose Soundsystem (leider nur mit Cassettenradio, CD Wechsler zu horrendem Preis als Extra) noch Nebelscheinwerfer, LM-Räder, Klimaautomatik statt manueller AC und mehr Teile in Wagenfarbe will sollte den 1,8i ES nehmen. Ansonsten sich den Einbau anderer Lautsprecher ueberlegen.
Vom Antriebsstrang können auch unsere Premiumanbieter noch lernen. Der 1,8l SOHC VTEC läuft mit seinen 2 Ausgleichswellen so rund wie sonst nur Reihensechszylinder. Bis 4000/min ist er auch akustisch kaum wahrnehmbar. Ab 4000/min hört man etwas mehr (VTEC) im Vergleich zu anderen Vierzylindern lächerlich wenig. Mit 100 kw ist der Accord gut motorisiert und 1,8l reichen auch. Dass es ein Honda ist merkt man auch an der Drehfreude des Motors und dem tollen Getriebe (exakt, leichtgängig, ganz kurze Schaltwege). Die Schaltbox eines Honda kann süchtig machen... . Das Fahrwerk ist auch das einer Sportlimousine: Der Accord bietet viel Komfort ohne dabei schlecht zu liegen. Er liegt sogar ziemlich gut. Die Lenkung lässt viel Fahrbahnkontakt spüren ohne nervös oder stössig zu sein. Auf kurvigen Strassen ist der Accord untypisch handlich. Der Aufwand einer Doppelquerlenkerachse vorn und einer Fünflenkerachse hinten hat sich auf jeden Fall gelohnt. Schade nur, dass es kein ASR gibt. ESP ist eigentlich nicht nötig, der Accord liegt wie ein Brett.
Neben dem famosen Achtzehnhunderter gibt es noch einen 2,0i, der 110 kw (150 PS) leistet. Er drückt 184 Nm statt 175 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle und ist nur mit der noblen ES Ausstattung verfügbar. Beide Motoren sind auch mit einer 4-Stufen-Automatik mit Tiptronic Modus erhältlich. Daneben gibt es noch den sportlichen Accord Type-R. Er verfügt über einen 156 kw (212 PS) starken 2,2i DOHC VTEC. Ein Sperrdifferenzial soll dafür sorgen, dass die Leistung auch auf die Strasse kommt. Bei der Ausstattung muss man allerdings Kompromisse eingehen: die Rückbank ist nicht umklappbar (Domstrebe), die Geräuschdämmung ist abgespeckt (Gewicht) und in den Recaro Sitzen sind keine Seitenairbags integriert. Die Fahrleistungen (0 - 100 in 7,2 sec. und Spitze 228 km/h) sprechen aber eine eigene Sprache. Ausserdem wird noch ein Coupé angeboten. Es ist ein recht eigenständiges Modell (verfügt über eine ähnliche Bodengruppe) und wird nicht im englischen Swindon sondern in den USA gefertigt (die Stückzahlen sind für ein eigenes europäisches Coupé wahrscheinlich zu niedrig). Das Coupé kann mit dem 2,0i SOHC VTEC (108 kw) oder dem 3,0i SOHC VTEC V6 mit 147 kw (200 PS) bestellt werden. Wobei es den V6 nur mit Automatik gibt.
Der Accord ist ein gut 20000 DM billigerer Ersatz für einen BMW 318i (Honda = japanische Premiummarke) und eine bessere Alternative zu gleichteuren Kompaktwagen oder Brot und Butter Mittelklasseautos. Ein Opel Vectra (konnte im Bekanntenkreis öfter einen 1,6i 16V fahren) vermittelt lange nicht den Fahrspass und Perfektion des Accord. Hätte ich (wie bei meinem Focus) einen günstigen Vorführwagen erwischt wäre es wohl ein Accord geworden... .
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13.08.2005 16:20
Sehr schöner Bericht mit Vegleichsmöglichkeiten und anderen Modellvarianten!!! sehr Lobenswert. Aber das der Accord 2,2i DOHC VTEC nur 228 KM/H Spitze schafft, kann ich mir nich vorstellen. Da er ca. 400ccm mehr als der 1,8er hat, mit dem ich 215 KM/H schaffe, denke ich das ca. 240 km/h oder mehr drin sind. mfg bacardi
03.10.2004 02:39
Schöner mit Verstand geschriebener Bericht! Leider fehlen mir Alltagsinfos und Angaben zu Kosten.... Grüße, Andreas
27.12.2000 23:18
beim Vorgängermodell, das mein Vater fährt, klappert nach 6 Jahren nur der Hausschlüssel in irgendeiner Ablage... Warum selbst bei deutschen "Premiummarken" eine geteilte Rücksitzbank aufpreiskostet verstehe wer will - in fast jedem ausländischen Kleinstwagen-Modell ist das bereits Serie Allerdings sind einige Austattungspakete von Honda auch ein Rätsel