Das Universalgenie
23.04.2001
Pro:
Sehr guter Allrounder
Kontra:
Fehlender Kat, eingeschränkte Gepäckunterbringung
Empfehlenswert:
Ja
 Godzillaa2
Über sich:
Ich interesiere mich sehr für Motoräder und schöne Autos.
Außerdem höre ich gerne Musik.
LIMP BI...
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Herbst 1987: Die Honda CBR 600 F feiert Premiere. Mit weltweit 250.000 verkauften Exemplaren in den darauffolgenden elf Jahren fand der Sportler reißenden Absatz. In Deutschland allein wurden 35000 Maschinen zugelassen. 1999 rollt nun die vierte Generation der beliebten Maschine an den Start. Und es besteht gar kein Zweifel: Diese CBR 600 F ist die beste, die Honda je gebaut hat, ein echtes Universalgenie. Zwar wirkt das technisch komplett neuentwickelte ’99er Modell auf den ersten Blick wie eine Rennreplica, im Fahrbetrieb zeigt sich aber, daß sie sich auf der Rennstrecke, Landstraße, Autobahn oder im dichten Stadtverkehr gleichermaßen zu Hause fühlt. Der neu entwickelte Motor ist drei Kilogramm leichter geworden. Außerdem baut er etwas kompakter als sein Vorgänger und leistet stolze 110 PS. Auch die Konfiguration der Zylinder wurde überarbeitet. Mit einem Bohrungs-/ Hubverhältnis von 67 x 42,5 Millimetern ist der Hub nun kürzer und der Kolbendurchmesser größer. Im Fahrbetrieb gibt sich der kurzhubige Reihenvierzylinder bis etwa 6000 Touren eher gemütlich, um schließlich im Bereich oberhalb dieser Marke wie eine Rakete abzuziehen, bis die Drehzahlmessernadel den roten Bereich bei 13500/min erreicht.
Ihren Kosenamen „Rakete“ hat die High Tech-600er wahrlich verdient. Über 250 km/h Höchstgeschwindigkeit dürfte selbst Tempofanatiker zufriedenstellen. Der Normal-Motorradfahrer wird zwar nur selten die Gelegenheit haben, die CBR 600 F auf leerer, trockener Autobahn und ohne Geschwindigkeitsbegrenzung auszufahren, aber allein das Wissen, daß dies ohne weiteres möglich ist, ist doch schon ein tolles Gefühl.Mit einer hervorragenden, klaren Rastung glänzt das leicht schaltbare Sechsganggetriebe. Trotz modernster Technik besitzt die CBR 600 F nach wie vor keinen geregelten Katalysator. Ein Sekundärluftsystem sorgt für die Nachverbrennung von Abgasen, der Ausstoß von Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoff wird reduziert. Den bekannten Stahlrohrrahmen löst jetzt ein neuer, aus Leichtmetall gefertigter Doppelprofil-Rahmen ab. Dieser repräsentiert den allerneuesten Stand der Rahmenbautechnik im Hause Honda. Sieben Kilogramm konnten die Ingenieure mit dem neuen Chassis einsparen. Auf der Straße begeistert dieses Fahrwerk denn auch durch eine bisher nicht gekannte Kombination aus perfekter Hochgeschwindigkeitsstabilität und superleichtem Handling.
Geübten Motorradfahrern, die auch mal im Grenzbereich unterwegs sind, aber auch Neulingen, vermittelt die 600er Honda in allen Lebenslagen ein sicheres Gefühl. Die gut dosierbaren Bremsen verzögern zuverlässig – was angesichts der möglichen Fahrleistungen auch wünschenswert ist. Selbst sehr anspruchsvolle Piloten werden daran nichts auszusetzen haben. Ohne Schnörkel präsentiert sich die Serienausstattung. Ein Hauptständer gehört an der CBR 600 F inzwischen zum guten Ton. Das H4-Licht leuchtet die Fahrbahn wirkungsvoll aus. Die Verkleidung schützt gut vor Nässe und bietet im Brustbereich hinreichend Entlastung vom Winddruck. Alle Armaturen sind übersichtlich und gut ablesbar im Cockpit angeordnet. Praktisch sind auch die auf die jeweilige Handgröße des Fahrers einstellbaren Handhebel für Bremse und Kupplung. Ab Modelljahr 1999 kommt bei einigen Honda-Modellen, so auch bei der CBR 600 F, eine Wegfahrsperre zum Einsatz. In den beiden mitgelieferten Schlüsseln ist ein speziell codierter Chip eingelassen. Eine Ringantenne am Zündschloß liest die codierten Informationen ein und übermittelt sie an die Systemelektronik. Das Motorrad kann also nur mit einem dieser beiden Schlüssel gestartet werden. Für Winterfahrer gibt es im Honda-Zubehör-Programm Heizgriffe, die exakt auf die Stromversorgung der CBR 600 F abgestimmt sind.
Fazit: Die sportliche Honda CBR 600 F ist ein Universalgenie mit einem großen Spektrum an Einsatzmöglichkeiten. Punkteabzug gab es nur für den fehlenden Kat und die etwas eingeschränkte Gepäckunterbringung.
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04.11.2003 10:52
Ich werde das Gefühl nicht los, genau diesen Bericht, minimal verändert in einer meiner alten Motorradzeitungen gelesen zu haben. Irre ich mich?
18.10.2003 01:28
Hervorragend geschriebener Bericht, man erspart sich jede Menge Sucherei in Propekten. Nur... ich hätte gerne mehr darüber gelesen wie Du Dich z. B. auf der Maschine fühlst. Wie sie in bestimmten Situationen reagiert. Ganz einfach persönliche Erfahrungen. Trotzdem ein sehr präziser Bericht
31.07.2002 16:16
Ziemlich sachlich geschrieben und ohne jegliche persönliche Meinung. Eigentlich klingt es wie aus einer Motorrad-Zeitschrift. Fährst du denn selber nicht dieses Motorrad? Gruß 3.engelchen