Honda CBR 600 F

Erfahrungsbericht über

Honda CBR 600 F

Gesamtbewertung (101): Gesamtbewertung Honda CBR 600 F

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Drehorgel mit Rennsporttechnik

5  27.03.2003 (13.04.2004)

Pro:
extrem sportlich, solo langstreckentauglich

Kontra:
Beifahrersitz spartanisch

Empfehlenswert: Ja 

mgutt

Über sich:

Mitglied seit:22.03.2003

Erfahrungsberichte:17

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 22 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

13.000 Umdrehungen jede Minute - das ist Hondas Rennsporttechnik-Träger CBR 600. So viel verträgt der Motor klaglos. Dann bringt es die 600er auf ihre Spitzenleistung (je nach Modelljahrgang 106 - 110 PS aus dem quereingebauten Reihenvierzylinder). Das reicht für Spitzentempi um 230 km/h für einen liegenden Fahrer.

Der Beifahrer sollte jedoch besser daheim bleiben. Die CBR 600 bietet nur einen kleinen, flach gepolsterten Sozius-Höcker. Dem Fahrtwind ist man darauf ziemlich ausgeliefert. Die hoch angelenkten Sozius-Fußrasten kommen BeifahrerInnen im wahrsten Sinne des Wortes entgegen.

Der Fahrer hingegen freut sich über die spontane Gasannahme und das sportliche, hinten verstellbare Fahrwerk. Mit dem 18-Liter-Tank kann man durchaus 350 km weit kommen, was jedoch klarerweise nach Fahrweise differiert. Die Bremsen sind überaus standfest. Nur brachiale Hebelbetätigung bringt die Reifen zum Blockieren, was im Falle des Vorderrades zu Überschlägen, im Falle des Hinterrades zu Schleudern führen kann.

Das höchste Drehmoment von 63 Nm liegt erst bei 10.500 U/min an, wobei das Sechsganggetriebe durch gute Stufung und leichte Schaltbarkeit hilft, im idealen Bereich zu bleiben (zwischen 9.000 und 12.500 U/min). Auch niedertouriges, spritsparendes Bummeln (zwischen 2.500 und 4.000 U/min) ist mit dem früher Vergaser-, heute Einspritzelektronik-bestückten Bike klaglos und ruckelfrei möglich.

Negativ wirkt sich der fehlende KAT aus, der eine bessere Schadstoffeinstufung verhindert. Besonders gering fällt die Möglichkeit aus, Gepäck mitzunehmen. Am Besten ist man mit einem Schulterrucksack ausgestattet. Gepäckträger sind im Zubehörhandel erhältlich, zum touringtauglichen Koffersystemträger wird die CBR 600 damit jedoch nicht (kann beim Jahrgang 2003 mit Auspuff unterm Sitz statt seitlich besser sein)

Die von mir gefahrenen Bridgestone Batlax-Reifen hielten gut 10.000 km. Ölverbrauch war nicht bemerkbar. Mit K&N-Sportluftfilter verbesserten sich die Fahrleistungen deutlich. Spritverbrauch mit und ohne Tuning unverändert zwischen 5 Litern Überland und etwa sieben Litern bei sportlichem Fahren auf Paßstrecken. Sicherlich sind auch acht Liter Normalbenzin möglich, doch dazu müsste man den 180/55 R17-Hinterreifen und den 120/70 R17-Vorderpatschen sehr malträtieren.

Positiv:
Handling, Winschutz, Fahrer(arbeits)platz ergonomisch wie selten in dieser Klasse, aber ohne Spielereien. Solo mit Rucksack tourentauglich. Sportlicher Motor mit Verbrauch am unteren Ende der Motorradklasse. Bremsen klassentypisch super (2x Scheibe vorne, eine hinten), Fahrwerk gutmütig, Gewicht fahrfertig 198kg beschert leichtes Handling, 18 Liter Tank gute Reichweite.

Negativ:
Beifahrer sitzt unbequem im Wind mit stark angewinklten Knien. Gepäck kaum zu transportieren. Bei Unfällen teure Original-Verkleidung (Sturzpads erhältlich). Großgewachsene sollten eine längere Probefahrt unternehmen, um zu checken, ob sie mit Fußrasten und Stummellenker in dieser Anordnung zurecht kommen (sonst zurückverlegte Rasten und durchgehenden Custom-Lenker).

Mehr Sportmotorrad scheint mir Luxus, die Grundbedürfnisse deckt schon die CBR 600. Zu verdauen ist halt der Preis von ca. 8.500 Euro (abzüglich Prozente vom Händler kommt man auch mit 8.000 davon). Rennstreckentauglich!

Zur Zuverlässigkeit die mir bekannten Standzeiten der Verschleißteile (gemeinschaftlich sportlich bewegt, vor allem Überland mit Pässen und Kurven, zwei Mal Rennstrecke ohne Wettbewerb):
- Reifen: beide ca. 10.000 km
- Service: Alle 12.000 km
- Inspektion: nach Garantiezeit selbst, sonst 6.000km
- Bremsen: ca. 24.000 km hinten, 18.000 vorne
- Bremsflüssigkeit: sollte bis zu 3 Jahren halten
- Kette: 18.000 km
- dazu kamen bislang: nach 14.000 km Scheinwerferbirnchen vorne, 1x Instrumenten-LED.

Umbauhinweis: Die CBR600 lässt sich zu einem Top-Streetfighter umbauen, wenn man die Verkleidung abnimmt. Dann braucht man noch: freistehende Blinker und neue Scheinwerfer vorne, durchgehenden Lenker (vermittelt mehr Stabilität bei aufrechter Fahrerhaltung) und evtl. neue Lenkerbefestigung. Richtig schön wirds, wenn der Motor aufpoliert worden ist. Unsere Test-CBR fand diesen Weg, nachdem sie ein unvorsichtiger Fahrer ein wenig auf der Verkleidung geparkt hatte. Jetzt ist das Bike orange mit schwarzen und carbonfarbenen Anbauteilen und Chromdoppelscheinwerfern. Hinten tut nun ein Avon-Azaro-Reifen in der Dimension 200/50R17 seinen Dienst, der vor allem Optik bringt. Zusätzlich eingebaut: Kühlerverkleidung in Chrom von Honda Hornet, Kettenabdeckung Carbon, Bugspoiler Carbon (Eigenfertigung), verchromte Abdeckungen für den Auspuffkrümmer (Eigenfertigung), neuer, kleinerer Kotflügel vorne in Carbon-Optik, schwarze Felgen mit rotem Rand (Eigenlackierung), Bremszangen in schwarzmetallic, Fußrastenanlage und Griffe in Chrom mit verlängerten Zügen/Leitungen (DePretto-Moto, Italien), K&N-Luftfilter, geänderte (größere) Airbox mit Ram-Air-Einlass ausgestattet, Akropovic-Auspuff. Nun fährt sich das Bike im Handling eine Spur besser als zuvor, beschleunigt spitzenmäßig, aber die Höchstgeschwindigkeit nutzt man eher selten wegen des Zerrens des Windes an allen Körperteilen. Die hintere Sitzbank wurde durch Eigenumbau dafür bequemer, da tiefer und breiter.
Umbau lohnt sich vor allem für diejenigen, die nicht in eine neue Verkleidung investieren wollen oder schon eine CBR haben und nun einen Streetfighter fahren wollen. Alle, die sich ein Naked-Bike kaufen wollen und nun an die CBR600 denken, sollten sich mal die Hornet600 mit leicht gedrosseltem Motor oder die Hornet 900 mit ein bisschen mehr Power (vor allem Drehmoment) ansehen.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
magsi

magsi

18.10.2003 01:58

350 KM Tankreichweite?????????????? Ich denke mal 200 - 220 mehr sind beim besten Willen nicht drin. Und übrigens gibts sehr wohl Tägersysteme für Topcase und Seitenkoffer. Dann mutiert die Kleine plötzlich zu einem hervorragenden Tourer.

empty84

empty84

28.03.2003 15:18

schönes teil, klasse bericht

Veterano

Veterano

28.03.2003 14:02

Ein paar Daten über das Bike mehr, wären zwar wünschenswert (technische) aber trotzdem "sh". Für mich wäre die 600er nichts, da ich nicht so gerne jenseits der 10.000 Umin unterwegs bin, zudem meine 1200 ccm ziehen einfach besser aus der Kurve raus. Gruß Albert

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