das Rundrum Glücklich Paket
26.08.2001 (27.08.2001)
Pro:
ausgewogen, gut verarbeitet
Kontra:
wird leider nicht mehr gebaut
Empfehlenswert:
Ja
 teejay
Über sich:
Mitglied seit:30.04.2000
Erfahrungsberichte:57
Vertrauende:12
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 26 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo liebe Leser, seit knapp 7 Jahren fahre ich jetzt eine Honda CB 1000. Es handelt sich hier um ein Naked Bike - ähnlich der CB600 Hornet oder CB750 sevenfifty. Nur dass die CB 1000 wesentlich groesser, fetter und ich finde auch besser aussieht. Teilweise wird sie wegen des bulligen Aussehens auch als "Macho Bike" bezeichnet.
Leider wird die CB 100 nicht mehr gebaut und auch das Nachfolgemodell CB 1300 wird in Deutschland wegen des fehlenden KATs von Honda nicht angeboten (Tip für den, den es interessiert: www.ztk.de - Zweiradtechnik Könemann in Schneverdingen bietet die CB 1300 an). Wer also gebraucht ein Modell bekommen kann, sollte die Gelegenheit nutzen ! Für mich ist die CB 1000 (bzw. CB 1300) im vergleich zu den Konkurrenten (Kawasaki Zephyr, Yamaha XJR 1300, Suzuki GSX 1300) das beste und schönste Motorrad. Während das Aussehen Geschmackssache ist (ich mag das bullige, eigenständige,neue Naked-Bike-Aussehen - im gegensatz zu dem 70er Jahre Retro-Kopie-Design manch andere Modelle) spricht auch die hochwertige Technik (z.B. Wassergekühlter Motor - im gegensatz zum Lufgekühlten Aggregat mancher 70er-Retro Modelle) und Verarbeitung für die Honda.
Zum technischen: Rahmen, Schwinge, gabel etc. sind Eigenkonstruktionen für die CB 1000 - alles sieht wie schon erwähnt recht gross und fett aus. Der Motor (4-Zylinder-Reihe, 4 Gleichdruckvergaser, 16 Ventile) stammt im Prinzip von der CBR 1000 - wurde aber mit einem anderen Zylinderkopf versehen. Er leistet so serienmässig 98 PS und hat ein maximales Drehmoment von 85 Nm. Dieses ist die einzige angebotete Leistungsstufe. Der Motor ist nicht gedrosselt, kann also auch nicht "aufgemacht" werden. Der Motor dreht kraftvoll von unten hoch. Drezahlorgien sind möglich aber nicht nötig. Ein gemächliches dahintuckern bei 2000/min ist genauso möglich, wie das schaltfaule hochbeschleunigen im letzen Gang. Die Beschleunígung von 0 auf 100 liegt mit angegebenen 3,9 Sekunden nicht auf Hayabusa-Niveau - ist aber trotzdem identisch mit einem Ferrari F50 ! Der Verbrauch ist mit 5 (sehr gemächlich auf der Landstrasse) bis 10 Litern (permanent über 200 auf der Autobahn) je nach Fahrweise natürlich sehr unterschiedlich - Im Durchschnitt liegt er aber mit 7 bis 8 Litern allerdings nicht sehr niedrig. Zum Fahrverhalten: das Fahrverhalten der CB 1000 ist sehr gutmütig. "Gutmütig" umscheibt es eigentlich schon umfassend. Es handelt sich um kein Sportbike - wer mit 140 durch die 90 Grad Kurve will, wird das Fahrwerk für zu "weich und schwammig" halten. Der Tourenfahrer, der gerne mal über die Landstrassen fährt und die 90 Grad Kurve lieber mit 80 angeht, wird völlig zufrieden sein. Ebenso ist das Motorrad nichts für Autobahnheizer - erstens ist es ein Naked Bike und hat keinerlei Verkleidung oder Schutzscheibe - so dass es ab 160 unkomfortabel bis ungemütlich wird. Zweitens ist bei maximal 230 km/h Schluss - und dahin kommt man auch nur, wenn man sich flach auf den Tank legt. Und eines noch - die CB 1000 legt nicht das Fahrverhalten einer 250er oder einer Enduro (bei dene es reicht, zu DENKEN, in welche Kurve man will und das Motorrad fährt schon dahin) an den Tag ! Die Honda ist alles andere als unhandlich, man muss sich aber schon selber in die Kurven legen.
Der Soziusbetrieb: ist meines Erachtens nicht zu empfehlen Die Soziusbank ist recht schräg und der Sozius sitz recht hoch. Die Sitzposition (Fahrer): ist nachezu perfekt. Selbst ich mit 1,92 m Körpergrösse sitze sehr entspannt - die Beine sind nicht zu stark abgewinkelt - selbst nach 3 Stunden Fahrt fühle ich mich noch wohl. Alle Hebel und Schalter sind gut zu erreichen. Zu bedenken ist, dass es sich um ein Naked-Bike handelt ! Ab 140 km/h fängt es doch an, "zu drücken im Gesicht"...
Das Cockpit: ist mit Drezahlmesser, Tachometer, Temepraturanzeige, Leerlauf-, Seitenständer-, Aufblendlicht- und Ölkontrollleuchte ausgestattet. Mehr nicht - und damit entspricht es hier auch der Kategorie "Naked Bike" - was ich positiv finde. Der Armaturenträger sieht edel (poliertes Metall) und dank der wenigen aber wesentlichen Anzeigen auch sehr aufgeräumt aus. Statt einer Tankanzeige/benzinuhr gibt es den "guten" alten benzinhahn mit ReserveSchaltung. Fazit: Selbst nachdem ich neulich eine 40.000 DM teure Bimota SB8 R fahren durfte und ich von der Motorleistung und dem Fahrwerk überwältigt war, bin ich doch bei meiner wesentlich ausgewogeneren und im Alltagsbetrieb mehr Spass versprechenden Honda geblieben.
P.S. in 7 Jahren habe ich noch keine Panne oder Reparatur gehabt !
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03.03.2002 20:48
Guter Bericht, fahre selber eine CB1000 seit 6 Jahren und bin genau Deiner Meinung. Gruß Schnupo
26.08.2001 15:51
Ein gelungener Beitrag, den Du hier als Produktvorschlag eingestellt hast! Wenn Du noch die Sonderkriterien nachträgst, hast Du gute Ausssichten auf einen Diamanten! Man liest sich, daedalos
26.08.2001 15:42
Toller Bericht. Bin zwar selber noch nie mit gefahren, werde das aber sicher bald mal tun. Klingt echt bequem !!! Ciao Mario