Das ideale Anfängermotorrad Honda CB 500 (S)
05.01.2005 (01.06.2006)
Pro:
Das ideale Anfängermotorrad
Kontra:
Für den gedrosselten Motor unangepasstes Getirebe => zu hoher Verbauch
Empfehlenswert:
Ja
 Vladijoschkov
Über sich:
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Erfahrungsberichte:14
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 54 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Vorwort: ======= Ich habe vom optischen her genau die gleiche CB 500, wie sie hier auch abgebildet ist, rot und mit Windschild, jedoch mit silbernen Felgen. Ich habe sie mir um Weihnachten 2003 Jahr mit 3300km privat für 2900 Euro gekauft. Allerdings hatte sie schon 5 Jahre auf dem Buckel und wurde davon die letzten 4 kaum gefahren. Dafür wurden aber die 1000, 3000 und 6000km Inspektionen bereits gemacht. Und ich habe sie direkt vom Verkäufer ca. 80 km nach Hause gefahren, bei ca. +2°C und Regen. Kein Problem, angesprungen ist sie wie im Sommer und gut gekleidet war die Fahrt ein echtes Vergnügen. Endlich mit dem eigenen Motorrad!!! Erste Erfahrungen: =============== Letztes Jahr, 2004, habe ich noch weitere 3500km drauf gefahren. Alles ohne Zwischenfälle, außer, dass anfangs jemand auf dem Parkplatz den Benzinhahn aufgedreht hatte und sie, 8 Stunden später, abgesoffen war. Da man leider nicht ohne Entfernen des Windschildes (was nicht gerade unaufwändig ist) an die Zündkerzen kommt und ich auch keine Zeit dafür hatte, da das Motorrad bei mir als Autoersatz fungiert, musste ich es zu einer Werkstatt bringen.
Bremsen: ======== Die CB500 PC32 hat im Gegensatz zur PC16 auch hinten eine Scheibenbremse. Vorne ist das Motorrad ebenfalls mit einer ausgestattet, was fast ein bisschen wenig ist. Zwei wären mir vorne lieber, aber zum Stehen kommt sie auch so. Motor: ====== Der Motor hat einen Hubraum von 499ccm, aufgeteilt auf zwei Zylinder. Er arbeitet als Vergaser und ist auf 24kW (laut Fzg-Schein) gedrosselt.
Licht: ===== Nummernschildbeleuchtung, Bremslicht und Rückstrahler werden alle von einer Birne bedient, so, dass beim Bremsen auch das Nummernschild stärker beleuchtet wird, was aber in dieser Klasse nichts unübliches ist. Das Abblendlicht ist nachts nicht ganz überzeugend. Die Straße wird keine 40 Meter weit ausgeleuchtet. So ist man gezwungen so oft wie möglich mit Fernlich zu fahren, wobei das verglichen mit dem Fernlicht von Autos auch mager erscheint. Die Leistung: =========== Da ich selbst "Anfänger" mit reichlicher Autoerfahrung war, war die Maschine natürlich noch auf 34PS/25kW bzw. 33PS/23kW gedrosselt. Was man leider am Spritverbrauch merkt: 6 l/100km gehen da schon durch. (Stadt: 7l/100km, Land/Autobahn unter 120km/h: 4-5l/100km). Denn der 6. Gang ist zu überdimensioniert für einen Motor mit 23kW.. Wenn der Motor nicht gedrosselt wäre, sähe das Ganze sicher anders aus. In diesem Zustand ist sie max.156 km/h in den Papieren schnell, aber abhängig von Kleidung und Körpergröße sind bei mir nur 145km/h drin, aber dann bei Vollgas und 5. Gang (im 6. geht es nicht schneller als 130km/h) und 10l/100km. Im ungedrosselten Zustand würde sie dann die 10l o.ä. auf ca. 190km verbrauchen, was schon deutlich besser wäre. So komme ich mit einer Tankfüllung (15l) zwischen 200 und 260km weit, abhängig von Strecke und Temperatur. Bis 100km/h hat sie ordentlich Zug, baut dann aber wegen der Drossel ordentlich ab. Zwischen 5500-6500 U/min hat sie ein richtiges Leistungsloch (gedrosselt), danach kommt sie noch mal ein bisschen. Aber idealerweise fährt man immer zwischen 2500 und 5000U/min, je nach bedarf.
Kosten: ======= Eine Inspektion beim Vertragshändler um die Ecke kostet so um die 70-150 Euro, eine Bremsscheibe (vorn) mit Belägen und Einbau 180 Euro, jenachdem, was gemacht wird. Steuern liegen bei 36 Euro und ich bezahle bei SF 125% 130 Euro Haftpflichtversicherung. Größe: ====== A propos Körpergröße, auch wenn das Bike recht "klein" ist, passen als Fahrer und/oder Sozius Menschen mit langen Beinen und einer Gesamtkörpergröße von 194cm drauf, optimalerweise aber 190cm oder kleiner. Lediglich wäre es dann unmöglich bei hohen Geschwindigkeiten (>150km/h) sich auf den Tank zu legen. Aber da die CB 500 nun mal ein Tourer/Sporttourer ist und keine Rennmaschine ist das auch kein Problem.
Äußeres: ======== Der Sound kommt sowohl trotz der 499ccm bei niedrigen wie auch bei hohen Drehzahlen gut rüber. Bei den niedrigen hört sie sich wegen der nur 2 Zylinder ein bisschen Chopper-mäßig dröhnend an. Bei hohen Drehzahlen wie eine vergleichbare Rennmaschine. Über die Optik läßt sich vorzüglich streiten, als wunderschön ist die Maschine meiner Meinung nach nicht, aber es ist immerhin ein Motorrad, das fährt.
Das Fahren: ========== Die Straßenlage ist einfach gut und sie verzeiht vor allem Fehler, wie zu starkes Bremsen in Kurven und oder ähnliches. Auch zu starkes abbremsen im Regen nimmt sie einem so schnell nicht übel, jedoch sollte man überlegen die Gabeldämpfung zu verringern, da bei nassen und vorallem "hubbelig-ausgefahrenen" Kurven schnell das Vorderrad an Haftung verliert und wie auf Öl zur Seite wegrutscht . Trotzdem kommt man selbst auf schneeglatten Straßen vorwärts, aber nur mit 10-30km/h oder so ;-). Fazit: ===== Bei der CB 500 (S) handelt es sich um ein ganzjahrestaugliches Motorrad. Ich fahre dank entsprechender Ausrüstung bei jedem Wind und Wetter. Ich bin ausversehen auch schon auf glatten Straßen gefahren. Mit der entsprechenden Vor-und Weitsicht gab es keine größeren Probleme. Auch wenn das Thermometer weit unter die 0°C gefallen war und sie dann eine Nacht lang ungeschützt draußen stand, sprang sie immer wieder an. Ein äußert zuverlässiges Motorrad.
Was mich stark positiv überrascht hat, ist dass die CB 500 für ein Motorrad dieser Preisklasse und Größe auch Stauraum bietet. Unter dem Sitz ist ein abschließbares Fach mit ca. 3l Volumen, sowie Haken um die Helme diebstahlsicher anzubringen und vor der Rückleuchte ist Platz für Werzeug oder ein Bremsscheibenschloß (auch von der aufgeklappten Sitzbank erreichbar). Schlusswort: =========== Auch wenn ich mich anfangs über die niedrige Leistung des gedrosselten Motors hier ausgelassen habe, ist sie ein ideales Anfängermotorrad, da man sich bei den geringeren Geschwindigkeiten erst mal richtig das Motorradfahren "gewöhnen" kann. Denn ehrlich gesagt, kein Mensch, der aus einer Fahrschule kommt, egal welchen Führerschein er gemacht hat, kann das erlernte Fahrzeug auch fahren, erkann es nur bedienen. Es kommt eben auf die Er-fahr-ung drauf an. Als ehemaliger Mitarbeiter einer Fahrschule weiß ich da nur zu gut Bescheid, was (wer) da auf unseren Straßen alles leider rumfährt.
Grüße Vladijoschkov & vielen Dank für's Lesen + Bewerten + Kommentieren. *Update 04.05.2006*
Ich habe das Bike seit einem Monat entdrosselt und muss sagen meine Erwartungen bezüglich Spritsparen wurden erfüllt ich konnte die Streckenlänge pro Tank um gut 150 km Ausweiten. Die mehr Leistung (jetzt 43kW) merke ich erst bei höheren Geschwindigkeiten (ab 70km/h). Ich muss meine gesamte Kritik die mit dem zu schwachen Motor zusammen hängt revidieren, denn jetzt ist die Maschine ein gut abgestimmtes Gesamtpaket. *Update 01.06.2006*
Jetzt konnte ich ausführlich den Durchschnittsverbrauch ermitteln und er liegt jetzt bei nur noch 4,2l /100km bei normaler Fahrweise (kein unnötiges Beschleunigen, Autobahn 100-140kmh, Landstraße rund <=100kmh)
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26.06.2007 12:24
als laie und nicht motorradfahrer hat mir der bericht gefallen (d.h. habe alles ganz gut nachvollziehen können). selbst motorrad fahren werde ich wohl auf meine alten tage nicht mehr (lernen) :o) lg heike
07.01.2007 18:09
Toller Bericht, werde mir auch bals eine cb kaufen, da ich schon aus Fahrschulzeiten von dieser Maschine überzeugt war.Gruß
25.01.2006 01:48
Sehr schöner Bericht! CU hkohn!