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Um ein solches glückloses Modell geht es hier, - die Rede ist von der Honda CB 500 T
Als der größte Motorradhersteller der Welt die CB500T Mitte der 70er Jahre präsentierte, waren die Erfolgschancen zunächst einmal gar nicht so schlecht.
Denn diese 500er war strenggenommen keine Neukonstruktion, ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von DerFetteZwerg über Honda CB 500 T 11. März 2004
Produktbewertung des Autors:
Fahreigenschaften:
mittelmässig
Bremsleistung, Trockenheit:
gut
Fahrwerk:
gut
Komfort:
mittelmäßig
Verarbeitung:
sehr gut
Zuverlässigkeit:
mittelmäßig
Pro:
Selten, urwüchsiger Charakter, bietet viel für's Auge
Kontra:
schwer zu bekommen, Ersatzteilsituation nicht ganz problemlos
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
In den 70er Jahren waren die großen japanischen Motorradhersteller gerade dabei, den europäischen Markt unter sich aufzuteilen. Viele etablierte Zweiradmarken waren bereits aus dem Feld geschlagen, oder kämpften noch um die letzten paar Prozente Marktanteil.
Es schien so, als sei gegen die japanische Invasion kein Kraut gewachsen, - zu vielfältig und marktsättigend war das Angebot an Motorrädern aus Fernost. Jede erdenkliche Nische in den Wünschen der meist jugendlichen Käufer wurde erkannt und sofort gab es ein passendes Motorradmodell dafür.
Manchmal übertrieben es die fleissigen Marktforscher allerdings, - und es wurden Wünsche „erkannt“, - die es gar nicht gab. Dabei entstanden dann Motorradmodelle, die nie über ein Mauerblümchendasein hinaus kamen, weil sie einfach zu konsequent am Käufergeschmack vorbeikonstruiert wurden....dementsprechend selten sind diese Typen heute, beinahe 30 Jahre nach ihrer Präsentation.
Um ein solches glückloses Modell geht es hier, - die Rede ist von der Honda CB 500 T
Als der größte Motorradhersteller der Welt die CB500T Mitte der 70er Jahre präsentierte, waren die Erfolgschancen zunächst einmal gar nicht so schlecht.
Denn diese 500er war strenggenommen keine Neukonstruktion, sondern basierte auf der legendären CB 450, genannt „Black Bomber“, die zuvor mit ungeheueren Leistungs- und Geschwindigkeitswerten die Motorrad-Mittelklasse revolutioniert hatte . Diese CB450, zunächst ausschließlich in schwarzer Lackierung angeboten, war eines jener Motorräder gewesen, die den hervorragenden Ruf des Hauses Honda mitbegründet hatten. Sie war ein weiterer Beweis dafür, daß die Japaner Maschinen mit überragenden Leistungswerten bauen konnten, die trotzdem durchaus alltagstauglich und haltbar waren.
War die CB 450 jedoch noch eindeutig sportlichen Charakters gewesen, so kam die CB 500T mit einem völlig veränderten Outfit daher.
Ein halbhoher Lenker, eine „Western“-Sitzbank und die daraus resultierende aufrechte Sitzposition war alles Andere als sportlich, und man konnte sich des Eindruckes nicht erwehren, dass die japanischen Konstrukteure für das Design mehr als einen Blick über den großen Teich geworfen hatten. Der Motor, um rund 50 ccm vergrößert, war ebenfalls umerzogen worden. Er hatte viel von seinem Temperament und seiner Bissigkeit eingebüßt, ohne allerdings seinen ruppigen Umgangston zu verlieren. Als Paralleltwin ausgelegt, vibrierte er nach wie vor kräftig über den gesamten Drehzahlbereich, war dabei jedoch nicht besonders drehmomentstark, und konnte nicht verheimlichen, dass ihm hohe Drehzahlen absolut nicht lagen.
Honda war beim Bestreben, das Antriebsaggregat der neuen äußeren Erscheinung anzupassen eindeutig zu weit gegangen, und hatte dem Motor viel von seinem ursprünglichen Temperament und Charakter genommen.
Fußrasten und Lenker wurden komplett in Gummi gelagert, um die Vibrationen des Zweizylinders vom Fahrer fernzuhalten, gelungen war dies jedoch nur unzureichend.
Auf längeren Touren - vor allem bei gleichbleibender Drehzahl – nervt der Twin mit derben Vibrationen, denen auf Dauer kein Gummi gewachsen ist. Hände und Füße des Fahrers kribbeln dann als wären sie eingeschlafen.
Daß sich dazu noch recht häufig verschraubte Bestandteile des Motorrades verselbständigen, versteht sich da schon fast von selbst. Eine häufige Kontrolle aller Schraubverbindungen empfiehlt sich regelmäßig, - Fahrer einer älteren Harley-Davidson oder einer britischen Lady wissen sicherlich, was ich meine !!
Der CB 450 hatte man ihren herben Charme noch gerne verziehen, versöhnte sie den Fahrer doch mit deutlich besseren Leistungswerten, hoher Kurvenwilligkeit und dem betont sportlichen Charakter.
Die gummigelagerten Bedienungselementer der CB500T hatten jedoch einen sehr ungünstigen Einfluss auf den subjektiven „Fahrer-Maschine“ Kontakt, darunter litt nicht zuletzt auch die Zielgenauigkeit bei Kurvenfahrten. Zudem brachte der Fahrtwind bei höheren Geschwindigkeiten deutliche Unruhe ins Fahrwerk, übertragen durch den breiten und recht hohen Lenker.
Kein Zweifel: die „Weiterentwicklung“ der CB 450 war ein kompletter Fehlschlag, - ein Motorrad, welches bereits bei der Neuvorstellung als überholt zu gelten hatte, - und in zeitgenössischen Testberichten auch folgerichtig gnadenlos verrissen wurde.
Sie wurde in ihrer kurzen Produktionszeit von gerade mal 2 Jahren nur zögerlich verkauft, zum Schluss mit hohen Preisnachlässen geradezu verramscht.
Heute, - rund 30 Jahre nach ihrem Erscheinen hat sich die Situation grundlegend verändert, - die CB500T ist inzwischen selten, deshalb interessant, - und man ist viel eher bereit, ihr die vielen kleinen Schrullen zu verzeihen, die sie letztendlich zu einer sehr individuellen Maschine machen...und das hat heutzutage durchaus seinen Reiz.
Sie ist - beinahe unbemerkt – zum Klassiker gereift !
Schauen wir sie uns also einmal aus heutiger – deutlich wohlwollenderer – Sicht ein wenig genauer an.
Der Bauzeit in den 70ern entsprechend geizt die CB500T nicht mit Chrom! Verchromte Stahlschutzbleche, verchromter Scheinwerfer, verchromte Auspufftöpfe in eigenwilligem Design, mit dem charakteristischen Vorschalldämpfer vorne zwischen den Krümmern.
Ein bauchiger, länglicher Tank, die schon erwähnte Sitzbank im Western-Stil, der halbhohe, recht breite Lenker... Insgesamt sieht die Honda also irgendwie „very british“ aus, mit ihrem stehenden Zweizylinder und der geschwungenen Tank-Sitzbank-Linie.
Man sitzt eigentlich nicht schlecht auf ihr, die Bedienelemente liegen gut zur Hand, die Sitzposition ist aufrecht und entspannt. Von gewoht guter Qualität auch Tacho und Drehzahlmesser.
Vorne eine einzelne, hydraulisch betätigte Scheibenbremse mit ausreichenden Verzögerungswerten, hinten eine Trommel , - eher mäßig in ihrer Wirkung. Auch das ist dem damaligen Standard entsprechend.
Startet man nun den Motor, - man kann dies per Kickstarter oder elektrischem Anlasser tun – kommt das erste „Aha“-Erlebnis: Der Motor hat noch Klang !!
Man ist heutzutage ja nur noch säuselnde, ihrer Lebensäußerung beinahe völlig beraubte „Umweltmotoren“ gewohnt. Welch erfrischende Ausnahme stellt der Sound des Honda-Paralleltwins da heute dar !
Es bollert vernehmlich aus den beiden dicken Endrohren, ein dumpfer Klang, den man noch vage aus glücklicheren Norton- und Triumph-Tagen her im Gedächtnis hat. Das Motorrad wiegt sich dabei leicht, von deutlich spürbaren Vibrationen geschüttelt, auf dem Seitenständer hin und her.
Gibt man ein wenig mehr Gas, so steigert sich das Geräusch zu einem bellenden Stakkato, - allzeit präsent, aber eigentlich nicht wirklich laut. – und schon gar nicht unangenehm !! Der Motor hängt subjektiv recht gut am Gas und reagiert spontan.
Das 5-Gang-Getriebe räpresentiert gewohnt guten japanischen Bedienungskomfort, jeder Gang lässt sich problemlos schalten und sitzt auf Anhieb.(Einige zeitgenössische Testberichte erwähnten hin und wieder herausspringende Gänge, - an meinem Exemplar habe ich so etwas jedoch nie erlebt)
Das Motorrad setzt sich leichtfüßig in Bewegung, der Motor wirkt im unteren Drehzahlbereich recht elastisch und mühelos. Dies ändert sich jedoch bei höheren Geschwindigkeiten. Ab etwa 130 km/h geht dem Antriebsaggregat spürbar die Puste aus, Geschwindigkeitszunahme findet nur noch sehr träge statt, - wenn überhaupt. Selbst für die damalige Zeit ein unterdurchschnittlicher Wert für eine 500er mit immerhin 44 DIN-PS.
Die Abstufung des Getriebes ist im unteren Bereich sehr gut gelungen, jedoch erscheint der fünfte Gang ein wenig zu lang übersetzt...die Maschine dreht dort nicht mehr aus. Die Höchstgeschwindigkeit wird bereits bei leichtem Gegenwind nur im 4.Gang erreicht.
Schnellfahren ist sowieso eindeutig nicht das Metier der CB500T, - ab 130 km/h bringt man durch seine aufrechte Sitzweise derart Unruhe ins Fahrwerk, dass einem der Spaß daran schnell vergeht.
Am Besten ist man mit der Honda im Bereich um ca. 110 km/h unterwegs, die Vibrationen sind dabei erträglich., der Fahrtwind reißt einem nicht den Kopf ab, und der Motor strengt sich nicht übermäßig an .
Schnell gefahrene Kurven verlangen eine längere Gewöhnungszeit, da der Lenker durch die Gummilagerung immer ein wenig schwammig wirkt. Man muß sich damit abfinden, daß auf gewundenen Schwarzwaldsträßchen selbst eine beherzt gefahrene CB 500 kaum neue Rekorde aufstellen wird, - ich wurde bei solch einer Gelegenheit eine professionell bewegte Hercules Ultra 80 einfach nicht los ! Sie klebte wie aufgemalt in meinen Rückspiegeln ! >lach<
Wer auf der Honda CB500T schnell fahren möchte, ist aber definitiv sowieso am falschen Platz, - ihr urwüchsiger Charakter offenbart sich dem Fahrer eigentlich viel eher beim gemütlichen Dahincruisen, - man genießt die Landschaft, und lauscht dem Motor, der sein sonores, brummiges Lied dazu singt.
Dabei lernt man auch den rauhbautzigen, irgendwie ehrlichen Charakter des Motorrades schätzen, welches so erfrischend ungehemmt seine Lebensäußerungen mitteilt.
Vielleicht hat jedes Ding irgendwann seine Zeit, - die Zeit der einst so glücklosen Honda CB500T scheint jedenfalls - zumindest in den pflegenden Händen einiger Unverbesserlicher- jetzt endlich gekommen zu sein. Good Vibrations !
...Als ich meinen Freund kennenlernte, besaß er auch gerade stolz eine HondaCB500.
Mi t diesem Bike machte ich meine ersten Erfahrungen als Sozia und auch als Fahrerin und ich muß sagen: Das kleine Bike hat es echt in sich!!!
Besonders für Einsteiger wie mich, ist dieses Motorrad sehr gut geeignet. Das Gas ist leicht zu dosieren und auch die Bremsen reagieren so, wie man es erwartet.
Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich die HondaCB500 S der "normalen" vorziehen, da sie mich optisch mehr anspricht.
Rein technisch gib t es aber keinen Unterschied zu vermerken!!...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich
Es begann alles 1994. Ich kaufte eine CB 400 N Bj.80 27 PS (Anthrazit) für 1900,- DM in gutem Zustand (dachte ich). Ich fuhr sie ein halbes Jahr ohne größere Mängel, lediglich routine-Reparaturen fiehlen und was sonst noch so bei einem süßen 15Jahre... mehr