Erfahrungsbericht über

Honda Civic 1.4 (bis 01)

Gesamtbewertung (87): Gesamtbewertung Honda Civic 1.4 (bis 01)

676 Angebote von EUR 1.200,00 bis EUR 17.489,43  

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Mein Traumauto

5  15.09.2007 (16.09.2007)

Pro:
geringer Verbrauch, viel Platz, viele Ablagemöglichkeiten, Komfort, gute Rundumsicht

Kontra:
gewöhnungsbedürftig beim Einparken, preisintensive Versicherung

Empfehlenswert: Ja 

helden_gesucht

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:295

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 129 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Vorwort

Die Bundeswehr ist schon komische Zeit. Anfangs lebt man von der Hand in den Mund und später, nach den grundlegenden 9 Monaten, fragt man sich, wofür man überhaupt jeden Monat das ganze Geld bekommt. Ein zweites Phänomen ist, dass sich fast jeder Jungsoldat ein neues Auto holt - ob auf Pump oder gespart. Auch ich gehöre dazu, wenn auch unfreiwillig. Mein kleiner, weißer Ford Fiesta war nun im April 2006 auch schon 14 Jahre alt geworden, der TÜV und die Mehrwertsteuererhöhung drohten, die Roststellen verhießen nichts gutes, ebenso wenig wie der Benzingeruch im Auto, der mit der Zeit immer extremer wurde. Das alles veranlasste mich dann doch irgendwann zum Umsehen nach einem neuen fahrbaren Untersatz. Da ich schon als erstes Auto einen Honda Civic haben wollte, mir jedoch der Preis für ein 94er Modell von 2000 € eindeutig zu viel war, zumal die Motorlaufleistungen jenseits von gut und böse lagen, schaute ich mich zu dieser Zeit abermals nach einem Honda Civic um und wurde dann auf mobile.de fündig.
Das Fahrzeug

Das Objekt meiner Begierde war ein silbergrauer Honda Civic 1.4i S, Baujahr 1998, Modell MB2, 66kW/90 PS mit einer bisherigen Laufleistung von 60.800 km aus 1. Hand. Der Preis sollte 5.995,00 € betragen. Stolz, aber üblich bei einem gebrauchten Honda wie ich ja wusste. Der Wagen stand bei einem mittleren Autohändler bei uns in der Stadt zum Anschauen bereit. Ein kurzer Anruf und am nächsten Tag standen wir auf dem Parkplatz beim Händler und waren bereit für eine Probefahrt - die erste.
Optik

Gedrungen wie eine lauernde Raubkatze kauert der Civic auf der Straße - zugegeben in entschärfter Version. Die Front ist der Fahrbahn deutlich näher der Hinterteil. Groß und windschnittig ist die gesamte Frontschürze. Große Lufteinlässe und die grimmig geschnittenen Scheinwerfer vermitteln ganz und gar nicht den Eindruck einer Reisschüssel oder eines freundlichen Japaners. Der verchromte Kühlergrill möchte zeigen, dass es sich hierbei nicht um einen gewöhnlichen Civic handelt. Fließend und ovalförmig geht es über das Dach zum Heck, welches ebenfalls weiter zum Heckfenster fließt. Leider ist die Heckpartie nicht so formvollendet wie der Rest des Japaners. Auf mich wirkt er von der Seite betrachtet immer etwas abgehackt, jedoch von hinten eröffnet sich wieder ein komplett anderes Bild und meint, dass es schon alles so seine Richtigkeit hat. Antenne und die Bewässerungsanlage der Heckscheibe wirken wie Fischflossen. Das Gesamtpaket ist sehr gut gelungen und lädt quasi zum Einsteigen ein.
Interieur

Beim Einstieg in das neue Auto war ich zunächst erst einmal überrascht, wie tief man in dem Auto sitzt. Zudem liegt man eher als man sitzt, wogegen ich allerdings nichts einzuwenden habe. Richtig krass fällt diese Umstellung auf, wenn man von einem Minivan, wie dem Meriva meiner Schwiegereltern, in den Civic umsteigt.
Im Innenraum begrüßt der kompakte Japaner den Fahrer mit dezent dunklen Sitzbezügen und einem schwarzen Kunststoff-Cockpit. Ins Cockpit sind auf Fahrerseite gut leserlich die Rundinstrumente Tacho und Drehzahlmesser eingelassen. Daneben die
Bilder von Honda Civic 1.4 (bis 01)
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Honda Civic 1.4 (bis 01) Bild 105154739 tb
Kofferraum
Anzeige für den Tankfüllstand und die Kühlflüssigkeit. Die Mittelkonsole beherbergt den Hauptteil der Innenraumbelüftung, den Einschub für das Radio, den Aschebecher plus Zigarettenanzünder (Premiere für mich: der Fiesta hatte nur den Aschebecher) und ganz wichtig: die Klimaanlage ohne Temperaturregler.
Des Weiteren gehören zur Ausstattung elektrisch verstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn sowie Fahrer- und Beifahrerairbag. Auch eine kleine Edelholzleiste in dunkelbraun ist eingebaut.
Mit zum Civic gibt es ein gutes Ablagekonzept. Die Türen fassen schon mal den großen Teil des Spittels, den man mit sich rumschleppt. Weiteren Platz gibt es in der Mittelkonsole zwischen Fahrer und Sozius, im Handschubfach und links vom Fahrer ist ein geräumiges Fach für Putzschwamm und Sonnenbrille. Für Karten oder die Parkscheibe ist hinter der Sonnenblende Platz und der Straßenatlas findet in den Taschen hinter den Sitzen ein bequemes Zuhause.
Auf dem Fahrersitz kommt man sich gut aufgehoben am Steuer dieses Gefährts vor. Alles ist bequem erreichbar. Clevere Lösung, wie ich finde, gibt es für den Fensterheber des Beifahrerfensters. Der Schalter befindet sich in der Mittelkonsole. Beide können ihn erreichen, aber trotzdem nur ein Schalter. Das Lenkrad liegt gut, wenn auch schwer ist der Hand. Das liegt an der Servolenkung, die sich doch in der Leichtgängigkeit von moderneren Exponaten unterscheidet. Die Schalterapparatur erklärt sich quasi von allein und ist gut beschriftet. Nicht das die Zeichensprache nötig wäre, denn es ist alles dort zu finden, wo es sein sollte, außerdem sind die Schalter sehr übersichtlich. Neuste Errungenschaft im Vergleich zum Fiesta: Intervallscheibenwischer.
Das große Problem, das ich habe mit neuen Autos, ist, dass ich mich eingeengt fühle. Man ist immer so "umbaut" bei Neuwagen. So ist es hier nicht. Ich mit meinen 1,86 m finde bequem Platz und es ist auch noch jede Menge Platz um den Sitz nach hinten zu verschieben. Ebenso sieht es mit der Entfernung zum Dach aus. Dass sich der Platz für die Mitfahrer im Fond dabei reduziert, erklärt sich selbst.
Auf der Rückbank ist Platz für 3 Erwachsene. Obwohl es die Limousinenversion ist, wird es doch recht schnell eng auf den hinteren Plätzen, vor allem dann, wenn der Pilot größer als 1,70 m ist.
Fahrdynamik & Alltagstauglichkeit

Die erste Testfahrt führte mich damals sofort in die Werkstatt, weil ich wissen wollte, woran ich bei dem Auto bin. Deswegen wollte ich noch eine Probefahrt machen und diesmal richtig. Das Ziel war die Autobahn. Die 90 Pferdchen unter der Haube wuchteten die 1.140 kg schwere Reisschüssel binnen weniger Sekunden auf Tempo 100 und auch darüber. Zwar gibt Honda die Spitzengeschwindigkeit mit Tempo 175 km/h an, doch das ist nur pro forma. Tatsache lief der Bolide auf Anhieb 190 und an Bergabhängen auch locker über 200.
Mit dem neuen Auto habe ich auch meinen Fahrstil etwas angepasst. Den etwas schwachen Fiesta musste man praktisch Treten um voran zu kommen. Der Civic hingegen versprüht eine angenehme Ruhe auf den Fahrer und die Mitreisenden, denn man weiß, man könnte schneller, wenn man wollte. Denn die ersten 3 Gänge ziehen ordentlich und ehe man es sich versieht, steht der Tacho bei 100 Sachen und der Drehzahlmesser jenseits der 5000 U/min. Einmal auf Touren hängt der Japaner gierig am Gas und schon ein Gedanke an Gasgeben lässt ihn schneller werden und den Motor laut brüllen. Die Gänge 4 und 5 wirken dann schon eher schwächer übersetzt, denn es findet anfangs kaum eine Kraftübertragung statt.
Die Schwäche des Autos sind lange Bergaufpassagen, wovon es bei uns im angerenzenden Erzgebirge jede Menge gibt. Will man hier überholen ist der 3. Gang nötig um die 100 km/h zu knacken und zu halten. Ob eine Person mehr oder weniger im Auto ist, merkt man ziemlich schnell, da die Vorschubskurve dann doch deutlich nach unten zeigt.
Dagegen sind Kurven eindeutiges Revier des Civic, denn durch den tiefen Schwerpunkt und das recht straffe Fahrwerk, braucht es lang bis man dem Heck ein Schlittern oder Quietschen entlockt. Seitenneigung (fast) Fehlanzeige. Einziges Manko: das straffe Fahrwerk schluckt Unebenheiten nicht so lautlos wie ein komfortabel abgestimmtes Fahrwerk, doch dafür steht nun mal das S - wie Sport. Ebenfalls sehr gut dazu passend sind die Sitze, welche in entfernter Anlehnung an die Recaro-Sportsitze gefertigt sind. Sie sind bequem auch auf langen Fahrten, bieten jedoch auch genügend Seitenhalt in scharfen, schnellen Kurven.
Aber auch bei ruhiger Fahrweise überzeugt das Auto. Schnelles Schalten ist mit dem knackigen, kurzen Schaltknüppel ein reines Vergnügen und bis auf den 5. Gang, der etwas Abseits liegt, flutschen die Gänge nur so. 5. Gang in der Stadt ist nicht möglich? Und ob. Bei sparsamen 1500 U/min schnurrt die 1.4-Liter-Maschine vor sich hin und man schwebt quasi über den Asphalt. Kein unwilliges Ruckeln oder Brummen stört die friedliche Stimmung.
Und damit sind wir auch schon beim Thema "Verbrauch". Klar, es kommt immer darauf an, wie man fährt. Lässt man an jeder Ampel immer alle stehen und ist an der nächsten roten Ampel der erste, schlägt sich das auf den Verbrauch durch. Ich hingegen befürworte die spritsparendere Variante. Sich im Verkehr treiben lassen, frühes Schalten, an Ampeln mit langer Rotphase auch mal den Motor ausmachen. So schafft man es den Verbrauch auf 6-6,5 l Super auf 100 Kilometer zu drücken. Im Gegensatz dazu stehen laut Tankbuch 8-8,5 l bei hochtourigem Fahren. Somit sind mit den 45 Litern Tankinhalt Distanzen bis knapp 700 Kilometern möglich und von mir auch schon selbst erreicht worden.
Doch zur Alltagstauglichkeit gehört noch mehr als nur der Verbrauch und die Leistung. Es kommt auch noch auf den Kofferraum an und davon hat der Civic eine Menge. Hatte ich in den Fiesta schon 6 Leute untergebracht, so würden in den Civic locker noch 2-3 Leute mehr passen. Das Kofferraumvolumen ist gigantisch. Beim wöchentlichen Familieneinkauf möchte man gleich noch mal gehen, da einfach noch zu viel Platz im Auto ist. Bestes Beispiel ist der Ostseeurlaub letztes Jahr. Obwohl wir nur zu zweit waren, war der Kofferraum voll. Verständlich bei 2 20-Liter-Kanistern, 2 großen Reisetaschen, meiner Gitarre und dem dazugehörigen Verstärker und noch jede Menge anderer Sachen. Die Kühltasche war eigentlich nur deswegen im Personenabteil, weil die Schnur zum Zigarettenanzünder nicht so lang war.
Neulich haben wir Sachen von einer Freundin geholt, die für ein Jahr ins Ausland geht und deshalb ihnen Hausrat verkauft. Wir wollten den Kühlschrank haben und auch der passte ins Auto. Wir hatten die Rückbänke umgelegt, doch wenn ich es mir recht überlege, hätten wir darauf theoretisch verzichten können.
Das einzig Negative am Kofferraum ist, dass eine keine Verankerungsmöglichkeiten für die Haltegurte gibt. Somit muss der Kofferraum immer recht voll sein oder alles fliegt herum.
Tückisch ist Sicht beim rückwärts fahren. Nicht, dass man nicht genug sieht, das ist nicht das Problem, aber man schätzt das Auto von innen permanent zu lang ein. Mir passiert es immer noch, dass ich zu "große" Parklücken habe und beim Aussteigen bemerke, wie viel Platz dann noch hinter mir ist. Eine positive Sache hat das: Unfälle beim Einparken sind so fast unmöglich.
Kosten

Wer jetzt sagt, mit einem Diesel komme ich doch wesentlich billiger, dem Rate ich den Gang zur nächsten Tankstelle. Dass die Spritpreise schon lange nicht mehr feierlich sind, dürfte wohl jedem klar sein. Froh sein kann da der, welcher das europäische Ausland vor der Tür hat.
Aber auch in Punkto Kfz-Steuer dürfte der Civic einen Diesel locker schlagen. 103 € werden für die Euro-2-Norm jährlich fällig. Bei der Versicherung vergeht einem dann schon wieder das Lachen. Stufen 19 - 21 machen den Civic hier recht teuer, auch wenn ich nicht nachvollziehen kann, woran das liegt. Ich habe noch keinen Unfall auf deutschen Straßen gesehen in dem ein Honda verwickelt war. Bei 138% Schadenfreiheitsklasse liegt die monatliche Prämie mit Teilkasko als Zweitwagen bei 125 €. Das ist ein großer negativer Punkt.
Recht einseitig sind die Bereifungsmöglichkeiten. Nur 175/65er sind im Fahrzeugschein eingetragen. Dafür sind die recht preiswert. Den Satz Winterreifen von Yokohama mit Stahlfelgen habe ich übers Internet für 300 € bekommen - neu.
Stand der Dinge, Pro/Kontra & Fazit

Ich fahre den Civic jetzt schon 1,5 Jahre. Ich habe ihn für die fast 6000 € damals gekauft, in der Gewissheit mich über das Fahrzeug beim Vorbesitzer erkundigt zu haben. Ein älteres Ehepaar musste den Wagen verkaufen, weil der Mann gestorben war und die Frau keinen Führerschein hatte. Das der Preis hart an der Schmerzgrenze lag, lasse ich außen vor. 30.000 Kilometer habe ich mit dem Wagen mittlerweile heruntergerissen und nie hat er irgendwelche Mätzchen gemacht. Mein einziger Werkstattbesuch ist auf einen fälligen Ölwechsel (Dezember 2006) zurückzuführen. Bald ist es Zeit für den TÜV, dann werden wir sehen, wie gut oder schlecht es aussieht. Meine einzigen Beobachtungen zurzeit sind: die Lichthupe funktioniert nicht mehr, aber das Fernlicht und sonst nichts. Nach dem Kauf wurde, nach meiner Beanstandung, die komplette Abgasanlage ausgetauscht, da ich nach 2 Wochen Fahrt meinte, einen V8 unter der Haube zu haben. Bei den älteren Leuten stand das Fahrzeug fast nur herum und mich hat die Reparatur nur einwenig Wartezeit gekostet. Dazu ließ ich die Bremsklötze auswechseln, weil die ebenfalls am Ende Waren.
Wie man sieht, ein sehr zuverlässiges Auto. Wenn ich an meinen Fiesta zurückdenke und eines Tages die Achslenkung gebrochen war, bin ich doch sehr erfreut über diese Zuverlässigkeit. Somit muss ich sagen, dass mich der Wagen noch nie im Stich gelassen hat und ich jedem dieses Modell empfehlen kann, wobei ich auch bemerkt habe, dass seit einiger Zeit jede Menge davon draußen herumfahren und es schwierig werden könnte, ein günstiges Modell zu ergattern. Jedoch in Fahrverhalten, Verbrauch, Komfort und Kofferraumvolumen schlägt den Civic so schnell nichts. Und bei guter Pflege wird man mit ihm sicherlich ziemlich alt.
Die negativen Sachen sind eher Kleinigkeiten wie eben die gewöhnungsbedürftige Abschätzung beim Einparken oder etwa das Design des Hecks von der Seite, was für meinen Geschmack etwas gestaucht wirkt.
90 PS klingen zwar erst nicht viel, doch in Verbindung mit dem geringen Gewicht reicht die Power locker um ordentlich im Verkehr mitschwimmen zu können oder auch mal Stoff zu geben.
Was ich ändern würde an der Schalteinheit, ist der Knüppel selber, denn der ist recht schlank geraten. Ein massigeres Modell würde besser aussehen und sich auch besser anfühlen.
Doch das sind wie gesagt nur Kleinigkeiten. Mit den harten Fakten hat der Civic überzeugt und für mich steht auch jeden Fall fest, dass auch ein eventuelles, neues Auto irgendwann einmal ein Honda sein wird.
Wem der Civic zu klein ist, dem empfehle ich den Umstieg auf den Accord der selben Baujahre. Ebenfalls ein sehr schönes Auto.
Ihre Bewertung dieses Fahrberichtes

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Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
iela

iela

18.09.2007 20:14

...scheint irgendwie das Trendauto zur Zeit zu sein :-) Gruß iela

SunshineEva

SunshineEva

18.09.2007 17:40

Mir gefällt das neuere Model besser, aber toller Bericht. LG Eva

Keks500

Keks500

18.09.2007 10:16

Super Bericht. LG

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