Erfahrungsbericht über

Honda Civic Type-R

Gesamtbewertung (16): Gesamtbewertung Honda Civic Type-R

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Der einzig wahre GTI unserer Zeit

5 12. Jul 2002 (14. Aug 2003)

Pro:
Perfektes Triebwerk, Erstklassiges 6 - Gang Getriebe, Top Service

Kontra:
Tankvolumen, Kein Deckenhaltegriff für Beifahrer

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Zuverlässigkeit:

Fahreigenschaften:

Bedienung:

Platzangebot:

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PzychoOlli

Über sich:

Mitglied seit:12.07.2002

Erfahrungsberichte:3

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 48 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ganz unten befinden sich Anmerkungen Stand Juli 2003

Ich fahre den Type R jetzt seit Ende Januar 2002 und habe mittlerweile 20.000 Kilometer damit abgespult.
Der Großteil A1 Hamburg - Köln. Wer die Strecke kennt weiß, dass es dort mit dem Asphalt vielfach nicht zum Besten gestellt ist. Nunja, mein Rücken lebt noch und ich muß sagen, dass der Fahrkomfort - für ein Fahrwerk mit solch ausgeprägten sportlichen Eigenschaften - einfach ausgezeichnet ist (Den Autobild GTI-Vergleich kann ich also absolut nicht nachvollziehen).

Kommen wir zum Fahrverhalten. Die Fahrsicherheit könnte auch mit ESP nicht besser sein. Ein Kontrollverlust muß schon provoziert werden. Selbst wenn man in einer mit 50 km/h angefahrenen 90 Gradkurve voll auf die Bremse latscht (Was man ja im Allgemeinen zu vermeiden sucht...), hält der Wagen seine Spur! Dass auf den Bremsassistenten verzichtet wurde, fällt eigentlich kaum auf, da die Bremsen auch bei Höchstgeschwindigkeit noch gnadenlos zupacken. Auch nach zwei Runden Nordschleife war kein Fading zu bemerken. Sehr Interessant verhält es sich mit dem Vorderachs-Differenzial. Richtig eingesetzt lässt es sich damit (vorallem bei Nässe) hervorragend untersteuernd um Kurven driften ohne einfach nur geradeauszufahren (wie bei anderen Fronttrieblern, die ohne diese bemerkenswerte Einrichtung auskommen müssen.)

Motor und Getriebe verschmelzen mit den atemberaubenden Fahreigenschaften zu einer gnadenlos sportlichen Einheit. Der Motor ermöglicht es einerseits im Ort gemütlich bei knapp über 50 km/h im 6. Gang dahinzucruisen (und dabei - solange man auf der Autobahn unter 130 bleibt - deutlich unter 8 Liter Super zu verbrauchen!) und andererseits im Infight an der Ampel gut doppelt so teure Autos abzuschütteln. Zu Schade das man die Gesichter der Fahrer eben dieser Autos im Rückspiegel so schlecht beim ins Lenkrad Beissen beobachten kann... Einen BMW 330 hat man zum Beispiel bis zum Ende des 5. Ganges bei 200 km/h leicht und locker unter Kontrolle (Dieses wurde natürlich nicht an der Ampel, sondern auf der Autobahn festgestellt!).
Bei meiner Fahrweise (recht zügig) verbraucht der Wagen zwischen 10 und 11 Litern. Bei der Absoluten Rekordfahrt Köln - Hamburg (470 km) in 2 Stunden 58 Minuten - waren es 15,4... ohne einen zweiten Boxenstop, durch den mit 50 Litern recht kleinen Tank bedingt, wäre ich noch 10 Minuten schneller gewesen.


Die Optik des Fahrzeugs ist meines Erachtens über jeden Zweifel erhaben. Agressiv und doch noch einigermaßen dezent. Durch die stark abfallende Schnauze und den gigantischen Wendekreis von fast 13 Metern dauert es allerdings eine Weile, bis man enge Parklücken prblemlos mit dem Type R nutzen kann. (Das Gefühl sagt einem nämlich, dass man bei 30cm Abstand bereits einen guten halben Meter im vorderen Auto steht...)
Der Innenraum ist ergonomisch und recht gefällig gestaltet. Die Sportsitze sind ausgezeichnet. So auch das Lenkrad und der nicht besser zu platzierende Schaltknüppel (Distanz Lenkrad - Knüppel knapp 10 cm!). Besonderes die im Vergleich zu älteren Civics verdreifachte Anzahl von Ablagemöglichkeiten und die insgesamt 4 Cupholder sind sehr praktisch. Auf der Rücksitzbank ist mehr Platz als im Golf. Das Raumgefühl ist auf dem Fahrersitz besser als im 5er BMW (Urteil eines 5er Fahrers). Verarbeitung und Qualität der Materialien ist bis auf eine Ausnahme gut: Das Alufarbene Plastik rund um das Radio ist doch etwas sehr billig. Nach zweimaligem Radio Ein/Ausbau sieht es leider schon etwas ramponiert aus. (Hier zu empfehlen übrigens die aktuellen Modelle von JVC, die sich optisch hervorragend in den Innenraum einfügen (zumindest mit roter Beleuchtung) und auch noch verdammt gut klingen.)
Der Kofferaum ist in der Größe einen Tick kleiner (Ich glaub 10 Liter) als der des Golf Dreitürers.
Die Rücksitzbank ist 2/3 geteilt. Ich habe mit dem Wagen eine Menge (Voll bis oben hin!) Gepäck herumtransportiert und komme zu dem Schluß, dass der Wagen voll Alltagstauglich ist. (Auch vollbeladen offenbart der Type R noch ein ausgezeichnetes Fahrverhalten, dem Motor ist auch an Steigungen keine nennenswerte Mehrbelastung anzumerken.)

Was den Service von Honda angeht, bin ich restlos begeistert. Auf Einladung von Honda besuchte ich das 24 Stunden Rennen auf dem Nürburgring. (Kostenlos)
Kürzlich ist schon wieder eine Einladung für den Langstreckenpokal in meinen Briefkasten geflattert. Mal sehen ob ich Zeit finde. Die Leistungen meines Händlers (Honda Hansen in Braak) beurteile ich als sehr gut. Sehr freundliches Personal und ein guter und schneller Werkstatt Service (welche ich allerdings erst einmal zur 20.000er Inspektion aufgesucht habe.) Bis her hat der Wagen nicht die geringste Macke gezeigt, so dass ich die Zuverlässigkeit nur loben kann.

Bei einem Listenpreis von 22241,- Euro ein echtes Schnäppchen. KEIN anderes Fahrzeug kann da noch mithalten. (Ein Hamburger Händler bot ihn kürzlich sogar für 19.900 an.) Versicherung ist natürlich kein Pappenstil und so bezahle ich bei SF 25 Haftpflicht und Vollkasko zusammen 750 Euro jährlich.

Ich bin von diesem Fahrzeug immer noch restlos begeistert und würde es immer wieder kaufen. Schade, dass man so wenige Kollegen durch die Gegend rollen sieht.

Fahrzeugpreis 22241 Euro
3 Jahre Garantie auf 100.000 km
Service Intervalle alle 20.000 km (klein/groß/klein...)
Kosten kleiner Service 230 Euro bei Honda Hansen in Braak
Kosten großer Service 350 Euro bei Honda Hansen in Braak

Technische Daten: (geklaut aus Sport Auto 11/2001)

Motor
--------------------
Wassergekühlter Vierzylinder-Reihenmotor, zwei obenliegende Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, variable Ventilsteuerung "i-VTEC"; Bohrung mal Hub 86,0 x 86,0 mm, Hubraum 1998 cm³, Verdichtung 11,0:1

Leistung 200 PS (147 kW) bei 7400 U/min
Drehmoment 196 Nm bei 5900 U/Min
(ab 2200 U/Min immer mehr als 170 Nm)
Literleistung 100,1 PS pro Liter Hubraum

Kraftübertagung
--------------------
Frontantrieb mit 25% Sperrdiferenzial
mechanisches Sechsganggetriebe (1. und 2. Gang dreifach Synchronisiert)

Fahrwerk
--------------------
Einzelradaufhängung vorn und hinten, vorn mit Doppelquerlenker, McPhersonfederbeinen, Stabilisator; hinten Double-Wishbone-Aufhängung mit Doppelquerlenker und Längslenker, Stabilisator

Innenbelüftete Bremsscheiben vorn und hinten, Durchmesser 300/260 mm; elektronische Bremskraftverteilung "EBD"; ABS

Räder Bridgestone Potenza RE 040, vorn und hinten in der Größe 205/45 R 17W auf 7 Zoll breiten Leichtmetallfelgen

Karosserie-Wendekreis 12,6 m (!)

Karosserie
--------------------
Zweitürige Kompaktlimousine mit Fließheck
Länge 4140 mm
Breite 1695 mm
Höhe 1425 mm
Radstand 2575 mm
Tankvolumen 50 Liter
Gewicht 1195 kg
Zuladung 355 kg
Leistungsgewicht 6,23 kg/PS
Gewichtsverteilung 61,6 / 38,4 %

Fahrleistungen
--------------------
0 - 40 2,2 s
0 - 60 3,6 s
0 - 80 5,0 s
0 - 100 7,0 s
0 - 120 9,3 s
0 - 140 12,6 s
0 - 160 16,0 s
0 - 180 22,6 s
0 - 200 28,4 s

Höchstgeschwindigkeit 235 km/h (Tacho zeigt 245)
Gefahrene Höchstgeschwindigkeit (Bergab, Rückenwind)
Laut Tacho 257 km/h

Elastizität 80 auf 120 im 4. 5. 6. Gang:
7,0 Sekunden / 8,6 Sekunden / 11,4 Sekunden

Verzögerung kalt 10,5 m/s²
Verzögerung warm 10,4 m/s²

Verbrauch (Minimal, Maximal jeweils eine komplette Tankfüllung)

Minimal 7,3 Liter Super
Maximal 15,4 Liter Super
Durchschnitt 10,7 Liter Super

--------------------

Letzte Neuigkeiten

23.07.2003
So, mittlerweile hat die Kiste 40.000 Kilometer runter und geht nächste Woche zur zweiten Inspektion. Bisher ist an dem Wagen nichts ohne meine Mitschuld kaputgegangen:

Nach einem leichten Kontakt mit einem 15cm hohen Pflanzkübel der sich meiner Aufmerksamkeit entzog, weiß ich nun, warum der ADAC immer lackierte Stoßfänger bemängelt... Nun, in diesem Fall ist es zwar nur die Frontspoiler-Lippe, welche ein paar Kratzer abbekommen hat und Plastik rostet ja zum Glück auch nicht, aber man lernt, welche Gegenstände man zu meiden hat. Alles in allem für mich kein Grund die Werkstatt aufzusuchen.

Ein weiteres Maleur (und deutlich teurer) passierte im Winter, als ich nach einem Ausweichmanöver in einen Dreher geriet und unsanft, seitlich rutschend, vom Kantstein gestoppt wurde. Danach stand leider das Lenkrad schief. Spur verstellt, Stoßdämpfer krumm und Felge verzogen. Kurzum 700 €.
Man könnte jetzt bemängeln, daß der Stoßdämpfer sich nicht hätte verbiegen dürfen usw. Ich bin allerdings froh, daß Achsschenkel, Radlager und so nichts abbekommen haben. Hat nämlich ganz schön gerummst.

Der Ölverbrauch hat sich auf gut einen Liter bei 7000 Kilometer eingependelt (Dies hängt allerdings stark mit der Fahrweise zusammen.)

Obwohl meine physikalischen Kenntnisse mir gesagt haben, das es nichts bringen kann, habe ich neulich, in einem Anfall von Großzügigkeit, einfach mal Shell V-Power getankt (Das ist das Benzin mit den 100 Oktan). Bringt rein garnichts. Weder beim Verbrauch, beim Durchzug, noch im Ansprechverhalten. Tankt lieber Super...

Zuletzt gibt es noch zu bemerken, daß der Wagen immer schneller wird. Der Type R spurtet mittlerweile gut zwei Sekunden schneller von 100 auf 200, als am Anfang.

Achja, wie schon Sport Auto im letzten Heft festgestellt hat, ist der Reifenverschleiß recht hoch anzusiedeln. Ich schätze mal meine Sommerreifen werden zwar noch bis zum Winter durchhalten, im nächsten Frühjahr müssen dann aber dringend neue Puschen drauf. Ich würde die Halbwertzeit eines Sommerreifensatzes mal auf ca. 35000 Kilometer schätzen (Wer sein Fahrzeug um die Kurven trägt, schafft mit Sicherheit deutlich mehr).

Ich bin immer noch hochzufrieden mit dem Auto. Irgendwas klappert zwar irgendwo hinterm Amarturenbrett und mein Vater hat so ein Chromteil am Schaltknauf lose gespielt, welches nun immer beim Schalten scheppert - ich bin mir aber Sicher, daß diese kleinen Mängel nächste Woche, nach der Inspektion, passé sind.

14.08.2003
So, Inspektion ist erledigt. Das Klappern im Armaturenbrett war auf eine Rückholfeder der Lenkung zurückzuführen. Wurde auf Garantie erledigt, genau wie der Schaltknauf. Wenn ich das beim Chefmechaniker richtig rausgehört habe, dann ist diese Rückholfeder ein typisches Type-R Problem - hängt mit den großen Kräften, die durch das Differential entstehen zusammen.
Bei der Inspektion waren sämtliche Filter (Luft, Öl, Pollen) fällig. zudem wurde das Ventilspiel eingestellt. Alles in Allem beliefen sich die Kosten auf ca. 350 €.
Damit sind alle Probleme beseitigt und der Wagen läuft wieder wie neu.  
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
21phillip12

21phillip12

19.08.2005 17:56

echt guter bericht zu einem echt guten auto... hätt ich doch nur das kleingeld dazu.. aber probegefahren bin ich schon.. ich sag nur: DER HAMMER echt der sehr geil ;-) dein bericht beschreibt das auto echt gut

porschelutgen

porschelutgen

08.08.2005 23:10

Super Testbericht, ein freund von mir besitzt den gleichen Wagen und er spricht nur positiv ueber den type R muss wohl was dran sein ;)))

AMGaida

AMGaida

12.10.2004 21:23

Sehr guter Bericht, der mich wirklich sehr fasziniert und interessiert hat. Das Auto ist bis auf die Antriebsart wirklich perfekt. Der Langstreckepokal an der Nordschleife ist übrigens kostenfrei, die Einladung von Honda war also nicht allzu großzügig. ;-) Grüße, Andreas

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