Über sich:Ich bin 42 Jahre alt und selbstständig im Internet-Bereich tätig. Aufgrund dieses Umstandes und eini...
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Als Weiterentwicklung der F6 C kam 1999 die VALKYRIE INTERSTATE auf den Motorradmarkt - zumindest in den USA. Nach Deutschland wird das Bike bisher immer noch nicht offiziell exportiert, so das der Anblick dieser Honda auf unseren Straßen nach wie vor ein seltener Anblick ist und sein wird - wenngleich sich der Eine oder Andere inzwischen bereits eine Maschine aus USA gekauft hat.
Ich hatte die Gelegenheit die private Maschine von Rainer Peukert einmal probefahren zu können und möchte euch einen kleinen Bericht darüber nicht vorenthalten, zumal immer wieder in diversen Foren und Gästebüchern im Internet dazu Fragen auftauchen.
Zuerst einmal: Interstate fahren gehört unter den F6-Fahrern sicher in die absolute Luxusklasse - zumindest einmal was den Preis betrifft. Beim derzeitigen Dollarkurs und den Einfuhrkosten, TÜV etc. ist das biken mit der Interstate inzwischen ein richtig teueres Vergnügen geworden. An dieser Stelle schweige ich mich über den genauen Preis aus, wer es wissen will soll sich bei Rainer selbst erkundigen. Jetzt aber zum eigentlichen Bericht:
Schön steht sie vor mir, gewaltig und chromglänzend schaut sie mich aus ihrem Doppelscheinwerfer an und lädt mich zu einer Spritztour hinter der Verkleidung die so stark an die 60er erinnert ein. Die Instrumentierung mit Leuchten, Tacho, Drehzahlmesser und LCD-Display hinterläßt erstmal einen leicht gewöhnungsbedürftigen Aspekt, stellt sich aber im Verlauf der Probefahrt beim Ablesen und der Bedienung der Radio sowie CB-Funk Funktionen als sehr zweckmäßig heraus. Alles ist gut im Blickfeld und funktionell sowie gut ablesbar. Auf der linken Seite des Lenkers befinden sich, ähnlich wie bei der GoldWing, die Bedienungsinstrumente für Radio, Funk, Lautstärke etc., die gut mit dem Daumen der linken Hand zu erreichen und zu bedienen sind. Das bekannte 6-Zylinder-Triebwerk springt an und sonor brummelt der Motor vor sich hin. Der Sitzendruck ist besser als bei der F6C, fast schon wie auf der GoldWing, ebenso die Sitzhaltung mit dem gut konzipierten Lenker.
Stadtverkehr: Natürlich darf man im Stadtverkehr auch bei dieser Maschine nicht vergessen in welcher Gewichtsklasse man unterwegs ist. Die Interstate aht keinen Rückwärtsgang - dies merkt man recht nachhaltig sobald man gezwungen ist die Maschine rückwärts zu bewegen. Das allgemeine Handling im Stadtverkehr ist trotzdem recht angenehm. Die Maschine läßt sich gut durch den Verkehr bewegen und bietet dazu noch den nötigen Komfort. Trotz des hohen Gewichts lassen sich enge Kurven, Stop and Go und andere unanehmlichkeiten des Stadtverkehrs souverän meistern. Bei heißem Wetter ist dabei auch die abwärme des Motors zu erwähnen - man kommt schon mal schön ins schwitzen.. aber wozu gibts in der Stadt denn sonst die vielen Eisdielen ;-)).
Landstraße: Jetzt kommen wir zur eigentlichen Domäne der Interstat. Asphaltgleiten ist angesagt - anders läßt sich das fahren über Land gar nicht beschreiben. Die bekannte Durchzugskraft des 6-Zylinders steht für schaltfaules Fahren in Reinkultur. Kurventechnisch läßt sich die Interstate gut bewegen, wenngleich die Bodenfreiheit der Fußrasten auch immer wieder mal schnell an ihre Grenzen gerät. Bodenwellen werden auch in Kurven recht gutmütig ertragen soweit die Geschwindigkeit sich im normalen Rahmen bewegt. Bei flotterer Fahrweise neigt der Rahemen bei Bodenunebenheiten schon mal zu manchmal recht nachhaltigen Pendelbewegungen.
Autobahn: Auch hier ist gleiten angesagt. Die Interstate ist generell schon kein Bike zum rasen und verleitet auch nicht dazu. Durch die Verkleidung und die hohe Scheibe bleibt das Fahrgefühl bis in Geschwindigkeiten von 180 km/h recht angenehm. Spurrillen mag die Interstate allerdings nicht unbedingt. Hier sind auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten Verwindungen im Fahrwerk recht stark spürbar. Geschwindigkeiten über 180 km/h ergeben durch die Verkleidung und die Koffer ein unangenehmeres Fahrgefühl da hier doch schon recht stark Luftverwirbelungen spürbar werden. Trotzdem läßt sich das Bike bis auf eine Spitzengeschwindigkeit von 210 km/h beschleunigen.
Angenehm wirken sich auch die recht großvolumigen Koffer aus. Wer längere Touren oder Einkaufsfahrten plant wird sich immer wieder über diese freuen, nicht nur wegen der schönen Formen sondern natürlich in erster Linie wegen des großen Stauraums.
Der Durchschnittsverbrauch der Interstate lag bei angenehmen 7,6 Litern Normalbenzin.
Fazit: Ein richtig schönes Bike. Schade das Honda die Interstate bis dato immer noch nicht nach Europa exportiert und diese Maschine so auch unsereins offiziell zu einem erträglichen Preis zugänglich macht. Leider werden eingeführte Maschinen in Deutschland als “Graue” behandelt, was das Leben auch nicht gerade leichter macht. Trotzdem war es für mich ein schönes Erlebnis diese Maschine einmal in aller Ruhe zu fahren und zu genießen. Eines hat sich aber auch ganz klar herausgestellt: Die Interstate ist überall wo man hinkommt ein echter Hingucker und ich durfte so manche Frage beantworten....
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