Hornet CB 600 FS - paßt wie angegossen! :-))
20.04.2006 (05.05.2006)
Pro:
Leicht und wendig, ideal für Frauen
Kontra:
Hoher Spritverbrauch auf der Autobahn, fehlende Uhr : - )
Empfehlenswert:
Ja
 Mrspeggy
Über sich:
Lasse mich von der Werbung leiten, probiere auch mal Neues. Meine Berichte beruhen auf eigene und me...
Mitglied seit:01.09.2002
Erfahrungsberichte:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 18 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll und es wird auch schwierig, alle Vorzüge hier aufzuführen: Das Mopped ist einfach genial, für alle, die mit größeren Maschinen nicht klar kommen, deren Gewicht zu hoch, man als Person recht klein ist oder einfach ein Bike möchte, was sich prima händeln läßt und dabei schnell und spritzig ist. Wer sich für dieses Mopped interessiert, kennt weitestgehend das Wichtigeste. Deshalb hier nur ein Paar Eckdaten:
Hubraum: 600 cm³, 94 PS, 4 Takt, 4 Zylinder-Motor, 16 L Tankinhalt, angegebene Höchstgeschwindigkeit 229 km/h, Leergewicht: 200 kg, max. Zuladung mit Fahrer: 190 kg. Inspektionskosten sind nicht sehr hoch. Genaue Zahlen hab ich nicht zur Hand, da ich den Bericht bei der Arbeit schreibe. - Ausstattung meiner Maschine:
Halbverkleidung, Drehzahlmesser, Scheibenbremsen......
- Meine Geschichte: Fahre seit 1982 Motorrad, früher MZ, dann Honda. Meine erste Honda war eine CB 500, welche nach 6 Jahren im Jahre 2002 von der Hornet CB 600 FS abgelöst wurde. Dieses Bike habe ich gekauft, ohne eine Probefahrt gemacht zu haben. Habe nur im Laden Probe gesessen und gewußt: DAS... ist mein Maschinchen! GESEHEN = >> gekauft!!
- Beschreibung: Was mir als Erstes aufgefallen ist: die Sitzhaltung ist, trotz der angehenden Sportlichkeit, noch sehr bequem. Man sitzt ziemlich aufrecht. Die Knie sind aber bei meiner Körpergröße von 1,68 m schon recht angewinkelt und man sollte es vermeiden, Hosen zu tragen, die an den Knieen eng geschnitten sind. Das rächt sich bei längerer Fahrt, zumindest bei mir. Ich komme sehr bequem mit beiden Füßen runter, stehe eben, also nicht auf den Zehenspitzen und habe noch bissl Beinfreiheit, falls man mal auf einer seitlich abschüssigen Straße steht. Das ist sehr wichtig, auch wenn man mit Gepäck fährt. Sie ist nicht nur ein sportliches Naked Bike, sondern auch eine geniale Tourenmaschine. Ich weiß das, denn wir fahren wirklich große Touren damit, sprich Süd-Frankreich und Süd-Spanien, viele Pässe! Bei der CB 500 tat mir bei vielen Paßfahrten oftmals schon nach 100 km der Po weh, was bei der Hornet inzwischen erst nach 500 km der Fall ist, wenn überhaupt. Einziger, für mich leider ein gravierender Nachteil: bei Autobahnfahrten (Reisegeschwindigkeit 160 km/h), was man ja leider nicht immer umgehen kann, reicht der Tankinhalt kaum 200 km, dann schreit der Tank schon : Reserve!!! Sonst hat man etwa eine Reichweite von ca. 270 - 300 km. Das liegt allerdings sehr an der jeweiligen Fahrweise. Ich habe mir angwöhnt, bei spätestens 250 km an die Tanke zu fahren. Sicher ist sicher, denn es ist gar nicht soooo einfach, den Hahn für die Reserve während der Fahrt zu finden. Ich habe es bisher erst einmal geschafft, ohne daß der Motor mangels Benzin ausging. Dieser Hebel verdient eigentlich nicht den Namen Hebel oder Benzinhahn, denn es ist mehr ein kleines "Schnuddelchen", welches man bei der Fahrt, beinahe vergebens sucht! Ich vermeide es daher, so lange zu fahren, bis der Motor nach Reserve lächzt!
Fahrten im Dunkeln sind auch kein Problem. Das Licht ist super und die Beleuchtung der Armaturen, welche in rot gehalten sind, bleiben gut erkennbar. - Mitfahrt als Sozius
Fahrten zu zweit sind möglich. Ich selbst bin auf meiner Maschine schon hinten mitgefahren und empfand dies als nicht besonders angenehm, eher als Höllenritt, da meine Knie sehr stark angewinkelt waren. Es kommt eben auch auf die Größe und Beinlänge der Person an. Die Sitzbank ist aber auch für den Hintermann gut gepolstert und kein "Sprungbrett". Ich denke aber auch, daß jemand, der selbst Fahrer ist, generell hinten drauf nicht so den Fahrspaß hat! *smile* Allgemein würde ich aber sagen, daß der Sozius nicht allzu groß sein sollte. :-) Mein Maschinchen schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h, wovon ich selbst überrascht war. Aber ich muß auch eingestehen, daß dies mit dieser kleinen Maschine kein Genuß ist. Sie wirkt bei dieser Geschwindigkeit ziemlich flattrig, weil man dann doch die fehlende, richtige Verkleidung vermißt. Die Halbverkleidung läßt aber eine Reisegeschwindigkeit von ca. 160 - 170 km/h zu, ohne daß es anstrengend wird.
- Gepäck: Ich habe einen Topcase-Halter für ein Givi-System dran, welches auch für Seitenkoffer erhältlich ist. Desweiteren verwende ich dazu eine Gepäckrolle (Seesack), die ich vor das Topcase spanne. Gepäcktaschen sind ohne Halter nicht verwendbar, da der Auspuff stört. Die Taschen würden am Auspuff verbrennen, zumindest auf der einen Seite.
- Fahrverhalten: ..mit und ohne Gepäck ist wirklich super. Sie läßt sich sehr gut händeln, liegt Klasse in den Kurven. Die Maschine legt sich sowieso allgemein förmlich wie von selbst in die Kurve, was auch ein Vorteil von einem zentralen Federbein unter der Sitzbank ist. Auch mit Sozius läßt sich sie sich noch sehr gut fahren, obwohl der Fahrspaß allein wesentlich höher ist. :-)
Was ich für nachteilig bzw. gewöhnungsbedürftig halte, ist der Aspekt, wenn man nicht mit genug Drehzahl in die Kurve geht, dann in der Kurve Gas gibt, ist da eine Art Leistungsloch, das heißt, für einen super kurzen Moment passiert erstmal nix, wenn man Gas gibt. Da fehlt eben der Hubraum. Ansonsten geht aber richtig die Post ab, wenn man am Gasgriff dreht. Damit wird auch das "nervöseste, rechte Handgelenk" glücklich. Der grüne Drehzahlberech geht bis 13000 Umdrehungen. Da steckt Power drin. Ab 7000 Umdrehungen geht's richtig zur Sache. Es macht wirklich Spaß, so manches größere Maschinchen an der Ampel damit stehen zu lassen. Hab' da einen schönen Spruch für Bikerkollegen, wenn man an der Ampel steht, womit ich meinen Mann mal "geschockt" habe, der eine Honda Afrika Twin, 750 cm³ & 60 PS fährt: "Na, willste mal in meinen Auspuff gucken?" Gesagt, getan.... sie geht ab, wie Schmitt's Katze... wie man so schön sagt. Erster Gang geht bis 100, da frohlockt das Herzerl. - Bremsen:
..sind der Hammer. Die Vorderradbremse haut so richtig rein. Man muß anfangs bissl vorsichtig sein und testen, damit man im Fall der Fälle richtig bremst. Die Hinterradbremse empfinde ich als zu lasch, was sie aber nicht ist. Problem bei diesen Maschinen ist die Gewichtsverlagerung beim Bremsen. Das legt sich alles nach vorne, so daß man meint, daß die hintere Bremse nicht richtg funktioniert. Ich hatte sie deshalb schon in der Werkstatt, was überflüssig war. Ist eine reine Gewohnheitssache. Ich bin es halt gewohnt, IMMER mit beiden Bremsen zu bremsen. - Einstellmöglichkeiten:
Man kann bei der Hornet leider nichts verändern. Sitzbankhöhe ist vorgegeben, genauso wie der Scheibenwinkel für die Verkleidung! Aber all dies nimmt nicht den Fahrspaß. Ich fahre sie nun bereits 4 Jahre und es werden sicher noch mehr. Es könnte höchstens sein, daß sie mal von der CBF 1000 abgelöst wird, welches ebenfalls ein ideales Frauen-Mopped ist. (bin sie schon gefahren). Womit ich bissl Schwierigkeiten habe, ist das Rückwärtsschieben der Maschine. Für gewöhnlich packt man ein Mopped an den Lenker und den Griffen hinten an der Sitzbank! Für mich sind die Griffe an der Sitzbank ZU weit hinten, so daß die Armspanne zu groß ist und ich die Maschine nur wacklig rückwärts schieben kann. Warum ich das anspreche? Weil ich meine Maschine rückwärts in die Garage schieben muß. Vorwärts schieben kann ja jeder! *lol*. - Zuverlässigkeit:
Eins vorweg: ich bin ein Sommerfahrer! Das heißt: im Winter steht das gute Stück in der Garage. Nach dem Winter gibt es immer ein wenig Startschwierigkeiten, wenn man die Batterie NICHT ausbaut oder abklemmt, wie wir es tun. Ansonsten springt sie mit dem ersten Druck auf den E-Starter sofort an. Sie hat auch noch einen Choke, der bei kühleren Temperaturen immer gezogen werden muß. Im Sommer reicht es, ihn kurz zu ziehen und nach dem Anspringen für ein Paar Sekunden gezogen zulassen. Die Rückspiegel könnten ein Tickchen größer sein. Auch bei optimaler Einstellung sieht man nicht immer gut den nachfolgenden Verkehr. Aber das haben wohl fast alle Moppeds.
- Reifen: Reifengrößen: vorne 120er und hinter 180er! Michelin oder Bridgstone sind möglich, logischer Weise beide Reifen immer NUR von einem Hersteller. Haltbarkeit: recht lange, je nach Fahrweise 2 Saisons oder 8000-10000 km. Ich bin kein Materialfahrer, deshalb halten sie wohl auch so lange. :-)
- Fazit: Ein schnelles, kleines, drehfreudiges und wendiges Mopped, mittlerer Preisklasse (ich habe mit Überführung damals, im Jahre 2002, 7500 € bezahlt), welches, nach meiner Meinung, auch nicht von der CBF 600 abgelöst werden kann, womit viele Händler protzen, wenn es um den Ankaufsbetrag bei Inzahlungnahme einer Hornet geht. Dafür ist die Hornet, wie der Name schon sagt, einfach ein agressiveres Bike im Vergleich zur braven CBF 600, die auch noch weniger PS hat. Leider wird sie nur noch als reines Naked Bike verkauft. Eine Verkleidung, also die "S"-Version, gibt es nicht mehr ab Werk dazu! Der Zubehörhandel läßt grüßen. Alles in allem:
Ein ideales FRAUEN-Mopped! (oder für kleine Männer *smile*)
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26.04.2006 14:47
In einigen Teilen könnte der Bericht ausführlicher sein, insgesamt steht aber schon eine Menge drin. Infos zu Verbrauch, Reifen und Inspektionskosten fehlen aber, daher ein knappes "sh" von mir. Gruß, Andreas
20.04.2006 16:44
Hallo, Tanja! Es freut mich, daß Dir mein Bericht gefallen hat. Baut auf!! :-)) Mit der CB 500 hatte ich nie Probleme, außer daß mir der Po häufiger weh getan hat. Ich wollte nur mehr Power, deshalb auch der Wechsel zur Hornet! Die CB 500 war auch ein ideales Touren-Mopped. Ich kann sie wirklich nur empfehlen. Die Fazer kenne ich nur von der Optik her. Deren Leistung und Fahrverhalten kann ich nicht beurteilen, aber man hört auch nichts Negatives. :-)) Übrigns: welcher normale Moppedfahrer hat KEIN nervöses, rechtes Handgelenk??? *smile*. LG, Ricarda!
20.04.2006 09:50
Bis vor einem Jahr bin ich auch eine Honda CB500 gefahren. Mir sind ständig die Beine eingeschlafen. Die Hornet ist nicht schlecht, doch wenn ich mich dazu entschließen sollte, würde mein Mann nur noch schwitzen. Nervöses re. Handgelenk, grins. Jetzt fahren wir eine Yamaha Fazer, ist auch ok, aber halt keine Honda. Super Bericht, viele Infos, die ich bereits wußte aber interessant mal es aus einem anderen Munde zu hören. LG Tanja