Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Robust, wartungsarm, gute Fahreigenschaften |
| Kontra: |
Etwas biederes Erscheinungsbild |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Zugegeben - es gibt hübschere Mopeds. Deutlich hübschere. Allerdings auch deutlich häßlichere, wie beispielsweise BMW immer wieder aufs Neue beweist.
Doch die Ente (von NTV, gesprochen halt "Ente-Vau") hat mit den häßlichen Schnabeltieren der GS-Reihe des eben erwähnten bayrischen Herstellers nicht nur den wartungsarmen Kardanantrieb gemeinsam: Gelten die Bayernenduros als robust, so darf man die Honda-Ente getrost als unverwüstlich bezeichnen. Doch der Reihe nach.
TECHNISCHE DATEN
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Die kann man mit wenig Googelei auch selbst herausfinden, aber hier die wichtigsten Eckdaten:
Motor: V2 mit 650ccm
Leistung: je nach Baujahr ungedrosselt zwischen 50 und 61 PS, Drosselung auf 27 oder 34 PS sehr einfach möglich durch Austausch der Ansaugstutzen
Fahrwerk: Telegabel vorne, Einarmschwinge hinten
Endantrieb: Kardan, in die Einarmschwinge integriert
Bremsen: Je eine Scheibe mit je einem Doppelkolben vorn und hinten
Zur Modellhistorie siehe Links.
ANSCHAFFUNG
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Zur Ente kam ich zwar nicht ganz wie die Jungfrau zum Kinde, aber etwas unerwartet war das dann schon - eigentlich suchte ich nach einer kleinen, wendigen 250er für die Stadt, dabei stieß ich allerdings auf ein Inserat für eine NTV: rund 40tkm, Koffer dabei, gut gepflegt (Garagenfahrzeug), 1200 Euro, zehn Kilometer weit weg. Kammer sich ja ma angucken. Die isses dann auch geworden.
Derzeit kann man ab 800 Euro eine einigermaßen gut erhaltene Ente mit Kilometerstand um die 50.000 ohne großes Zubehör erwerben. Vollverkleidung und/oder Koffer sind sinnvolle Extras, die gerne auch was extra kosten dürfen, allemal ist es billiger, ein Moped zu kaufen, wo diese Dinge (wenn man Wert drauf legt) gleich mit dabei sind als sie teuer nachzurüsten.
Ausstattung
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Die NTV kommt als klassisches Naked Bike eher spartanisch daher. Leider nicht schick spartanisch wie beispielsweise eine Kawa 650WS, sondern eher plump mit ihren dicken Blinkern, dem klobigen Tank und der fetten, aber immerhin bequemen Sitzbank. Überschaubar, aber völlig ausreichend auch das Cockpit: Neben analogem Tacho (mit Tageskilometerzähler) und Drehzahlmesser gibt's je ein Lämpchen für Fernlicht, Blinker, Öldruck und Kühlwassertemperatur. Letztere wird auch noch durch eine kleine im Drezahlmesser integrierte Anzeige dargestellt.
Bis 93 war ein Hauptständer Serie, später mußte man ihn nachrüsten, wenn man einen wollte.. Koffersysteme gibt's auch zum Nachrüsten, am besten ist das Original-Honda-Set, das aber eigentlich von Hepco&Becker kommt. Wer unbedingt Wert drauflegt, kriegt von diversen Herstellern auch Vollverkleidungen.
FAHREIGENSCHAFTEN
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So, nu aber: Wie fährt sich die Kiste? Zwei Dinge vorweg: Zum einen fahre ich ansonsten gerne extrem flache Chopper, von daher kommt mir die NTV vergleichsweise doch recht sportlich vor, auf der andern Seite kann man die Technik aber natürlich nicht mit der aktueller Motorräder vergleichen.
Fahrwerk
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Das ist recht komfortabel abgestimmt. Bodenwellen schluckt das häßliche Entlein mit passender Bereifung (dazu weiter unten) auch in Kurven klaglos. Das heißt nicht, daß man bei extrem schlechten Rumpelpisten als Fahrer nicht auch mal durchgeschüttelt wird, aber das Moped bleibt auch in Kurven spurstabil und läßt sich auch durch heftige Schlaglöcher nicht aus der Bahn bringen. Die richtigen Reifen vorausgesetzt, aber wie gesagt, dazu später.
Das Zentralfederbein läßt sich in Vorspannung und Zugstufe einfach und schnell verstellen, dazu einfach die Sitzbank abmachen und einstellen. Doch ganz ehrlich: Ich habe noch nie was dran verstellt und habe - egal ob mit Sozia und massig Gepäck oder alleine - keinen Unterschied beim Kurven- und Schlaglochverhalten feststellen können. Außer natürlich, daß mehr Masse schwerer in die Schräglage zu zwingen ist. Damit wären wir beim nächsten Punkt.
Fahrdynamik
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Im Solobetrieb ganz ohne Gepäck läßt sich das Ding, bereitwilliger Einsatz der Gashand, Schaltfreudigkeit und keine Scheu vorm roten Bereich vorausgesetzt, überraschend sportlich über Geraden und vor allem durch Kurven prügeln. Wobei prügeln der falsche Ausdruck ist: Mit den BT45 braucht's noch einen leichten Druck, aber mit den BT023-Reifen fällt die Kiste geradezu in die Kurven! Supersportlerfahrer müssen sich da echt in acht nehmen, die NTV ist trotz ihres biederen Äußeren und der auf dem Datenblatt eher unbeeindruckenden Kennzahlen erstaunlich agil und fährt der Knieschleiferfraktion nicht unbedingt nur hinterher.
Doch auch mit Gepäck geht die Fuhre gut voran, wie jedem anderen Motorrad gilt es hier natürlich auch, schlau zu packen: Schwere Sachen nach unten, leichtes nach oben, ganz schwerer Kram in den Tankrucksack. Wenig anders sieht es aus, wenn eine Sozia dazukommt, selbst mit Gepäck: Kurven lassen sich genauso agil nehmen. Allerdings wünscht man sich dann doch gelegentlich mehr Leistung, vor allem beim Überholen, und vollbeladen mit Sozia muß man bei den Bremsen doch schon sehr sehr beherzt zupacken, um in kritischen Situationen schlimmeres zu verhindern. Solo sind die Bremsleistungen der beiden Scheiben vorne und hinten allerdings mehr als ausreichend.
Nervig einzig das Eintauchen der Gabel bei starkem Bremsen, in hubbeligen Kurven, die sich unversehens zuziehen, sollte man deswegen auch eher hinten und überhaupt gefühlvoll bremsen.
Die Sitzposition ist oben rum grade, untenrum eher sportlich. Auf Dauer geht das auf die Knie, ist aber ansonsten eigentlich recht bequem. Auch von hinten kamen bislang keine Klagen. :-)
ALLTAG
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Die Fahrleistungen sind im Alltag mehr als ausreichend und reichen aus, um jeden M3-Poser an der Ampel, aber auch auf der Landstraße zu versägen. Bei einem M5 wird's schwierig, geht aber auch. :-)
Gepäcktauglichkeit
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Von Werk aus ist die NTV eher spartanisch mit Gepäckbefestigungsmöglichkeiten ausgestattet, es gibt jedoch zahlreiche Nachrüstmöglichkeiten. Doch wer auf Reisetauglichkeit Wert legt, sollte sich aber, wie gesagt, eine kaufen, die schon ein Gepäcksystem mit dabei hat.
Meine hatte Koffer dabei, und zwar die originalen Hondakoffer, dazu zusätzlich noch so ein Gepäckbefestigungsdings hinter dem Soziussitz. Die Koffer fassen je einen Integralhelm plus Kleinkram oder auch z.B. insgesamt 4,5 Paletten Katzenfutter. :-)
Die Koffer reichen für mich im Alltag vollkommen aus, sei es zum Arbeiten (ich bin Photograph, mein Knipsgeraffel kriege ich da locker unter, sperrige Gegenstände wie Lichtstative kann man an dem Gepäckdings festschnallen) oder zum Einkaufen. Ein Auto kann die Ente freilich nicht ersetzen, aber seit ich die NTV hab, wird mein Auto deutlich seltener bewegt.
Doch selbst für Campingtouren zu zweit ist auf der NTV Platz genug: Zelt, Isomatten und Schlafsäcke sowie einigen leichten Kleinkram kann man in einer Gepäckrolle hinten auf das Gepäckdings schnallen, der restliche Krempel findet in den beiden Koffern Platz. Proviant, Werkzeug und Knipsomat kommen in den Tackrucksack, fertig. Regencombis kann man für schnellen Zugriff dann noch oben auf den Koffern am Griff drauf festbinden. :-)
WARTUNG, REPERATUR UND UNTERHALT
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Das ist das erfreulichste Kapitel bei der NTV: Steuer und Versicherung sind dank niedriger Kubikzahl und Leistung sehr günstig. Noch günstiger sind allerdings die Wartungs- und Reperaturkosten!
Ich fahre meine jetzt seit bald zwei Jahren und 21.000km - außer regelmäßigem Ölwechsel alle 10tkm (das Handbuch schreibt übrigens 12tkm vor, aber es ergab sich so) und den üblichen Verschleißteilen wie Bremsbelägen war zwischenzeitlich nur ein neuer Neutralschalter fällig. Ein Teil, das 18 Euro kostet und das man bei einem Ölwechsel grad mitaustauschen kann, wenn man's überhaupt braucht.
Auch, was ich so im NTV-Forum gelesen habe, bestätigt meine Erfahrung: Bei ausreichender Wartung halten die NTV und ihr Motor bis weit über 100.000km, Laufleistungen über 200.000tkm sind keine Seltenheit.
EMPFOHLENE ÄNDERUNGEN
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Reifen
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Wenn das Moped noch die Standardbereifung (Exedra irgendwas) hat: Runter damit, die Pneus werden schon seit Jahren nicht mehr gefertigt und dürften mittlerweile hart wie Tropenholz sein.
Guten Ersatz liefert der BT45 von Bridgestone: Sehr gute Fahreigenschaften im trockenen bis zum Schleifen der Fußrasten, gute im Nassen. Sägezahnbildung vorn schmälert den Fahrkomfort in Kurven mit zunehmender Laufleistung, ohne allerdings die Haftung auf der Fahrbahn wesentlich zu verschlechtern. Laufleistung bei meiner Fahrweise 5000 bis 7000km.
Derzeit fahre ich einen Satz BT023, ebenfalls von Bridgestone. Bisherige Erfahrungen: Wow, ein komplett neues Moped! Läßt sich viel leichter in Kurven legen, klebt noch besser bei Schlaglochpisten und scheint länger zu halten. Jedenfalls sind hinten nach knapp 4500km noch ca. 40% des Profils da. Einziger Nachteil: Etwas teurer als der BT45.
Luftfilter
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Nicht nur für Vielfahrer, sondern auch für Soundfetischisten interessant: Die Umrüstung auf K&N-Luftfilter. Nicht nur, daß dieser derzeit für ca. 70 Euro in der Bucht gehandelte Austauschluftfilter nur noch alle zig Kilometer gereinigt(!) statt wie der originale nach 15000km ausgetauscht werden muß - damit klingt die Kiste auch viel geiler! Das Ansauggeräusch bei niedrigen und mittleren Drehzahlen ändert sich dermaßen, daß es eine wahre Pracht ist. Das beste ist: Das ganze ist Plug and Play! Tank ab, Airbox auf, alten Luftfilter raus, neuen rein, fertig! Keine neuen Düsen, keine TÜV-Eintragung nötig, nix!
Die Edith meint, daß bei den späteren Baujahren, die aus Emissionsschutzgründen magerer abgestimmt sind, evtl. doch neue , größere Düsen fällig sein könnten. Bei allen Modellen mit dem kurzen Auspuff (bis Bj 95, glaube ich) sollte das aber kein Problem darstellen.</edith>
Leistungsmäßig bringt der offene Luftfilter allerdings wenig: Ganz untenraus zieht die Ente ein wenig besser, ganz oben raus dreht sie ein wenig freudiger und im fünften Gang auch höher, sprich: etwas höhere Endgeschwindigkeit. Im wichtigen mittleren Drehzahlband allerdings konnte ich keine spürbare Besserung bemerken.
FAZIT
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Fahren statt schrauben - wer das will, ist bei der NTV goldrichtig. Nicht geeignet ist die NTV zum Posen vor der Eisdiele oder beim Bikertreff. Auch ist sie nicht geeignet zur Kompensation zu kurz geratener primärer männlicher Geschlechtsmerkmale, dafür ist die Leistungsentfaltung doch zu brav.
Gut geeignet ist sie dagegen für jeden, der ein robustes, zuverlässiges Moped sucht, welches tut, was man von ihm will, das auch im Winter (gute Batterie vorausgesetzt) zuverlässig anspringt, das zur Not auch auf Waldwegen fahrbar ist, aber auch in der Stadt wendig genug ist, um sich an allen Ampeln bis nach vorne durchzumogeln.
Mein ganz persönliches Fazit aus bald zwei Jahren NTV und 21000km: Anfangs waren wir eher eine Zweckgemeinschaft - ich brauchte ein Moped, um in der Stadt schnell und ohne nervige Parkplatzsuche von einem Termin zum nächsten zu kommen. Schnell wurde aber mehr draus: Der eigentlich mit dem Chopper geplante Italienurlaub wurde dann doch mit der NTV bestritten (Koffer sind halt doch praktisch), die Damen fanden den Soziussitz dann doch auch irgendwie bequemer als die Sitzbrötchen auf den Eisenschweinen... Und nicht zuletzt: Es macht halt doch einfach Spaß, mit dem Ding durch die Kurven zu heizen!
Links:
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Modellhistorie:
http://ntv-forum.de/html/modellpflege.html
Forum zur NTV:
http://ntv-forum.de/
| weitere Erfahrungsberichte |
Meine "eNTeVau" ist die Beste...
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sehr hilfreich
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sehr hilfreich
11.08.2001
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sehr hilfreich
21.02.2007
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Bewertung für Honda NTV von
Danny42
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sehr hilfreich
17.10.2003
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