Honda S2000

Erfahrungsbericht über

Honda S2000

Gesamtbewertung (52): Gesamtbewertung Honda S2000

6 Angebote von EUR 8.500,00 bis EUR 34.737,00  

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Rassiger Roadster für Kenner

5 17. Feb 2002

Pro:
rassig, knackig, agil, pur, geil

Kontra:
laut, hart

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Zuverlässigkeit:

Fahreigenschaften:

Bedienung:

Platzangebot:

mehr


plusacht

Über sich:

Mitglied seit:14.02.2002

Erfahrungsberichte:3

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 55 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Optischer Eindruck
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Da steht er vor mir. Tief geduckt, lange Haube, hohe Seitenlinie und kurzes, knackiges Heck. Von vorne sieht er aufregend aggressiv aus. Die Augen äh Scheinwerfer zu schmalen Schlitzen zusammengekniffen, wie ein Ninja vor einem Kampf und riesige Luftöffnungen die nur darauf warten endlich die Landstrasse in sich aufsaugen zu können. Er ist kein Schickimicki und trotzdem ein Hingucker. Silber ist zwar nicht meine Lieblingsfarbe, aber seit den Erfolgen von Mercedes in der F1 gilt Silber ja in Deutschland als die sportliche Farbe.


Erste Daten
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Eigentlich war ich ja skeptisch, als die Autovermietung mir den S2000 vorschlug. Ein Honda, da gehen die Gedanken zuerst Richtung japanischer Einheitsbrei und Familienkutsche. Andererseits auch riesige Erfolge in der F1, tolle Motorräder und mit dem NSX sogar einen Supersportwagen. Der ams-Bericht klang ja auch ganz vielversprechend, vor allem da der Motor erst bei über 9000 U/min abgeregelt werden soll. Das klingt schon wie Renntechnik im Serientrimm. 240 PS klingt gut aber nicht aussergewöhnlich. Eine Literleistung von 120 PS ist aber schon absolute Spitzenklasse. Da reicht kein Porsche Turbo ran oder Lamborghini oder Ferrari. Lediglich Porsche GT2 und der "grosse" Audi TT sind auf dem Niveau. Nur benötigen diese dazu einen Turbo zur Unterstützung. Der Honda scheint hier pure F1-Technik zu verwenden.


Daten bis zum Umfallen
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Motor: Einbau vorn, längs, Reihen-4-Zylinder, Vierventiler, 2 oben liegend Nockenwellen, Verdichtung 11,0, keine Aufladung. Das Ergebnis sind 240 PS bei 8300 U/min und ein Drehmoment von 208 Nm bei 7500 U/min.
Getriebe: 6-Gang
Heckantrieb
Masse/ Gewichte: Radstand 2400mm, LxBxH 4135x1750x1285 mm, Leergewicht 1260 kg, zul Gesamtgewicht 1535 kg, Kofferrauminhalt 143 l, Tankinhalt 50 l
Serienbereifung 205/55 - 225/50/R16W
Fahrleistung: 0-100 in 6,2 s, max 241 km/h,
Bremsweg aus 100 km/h: 37,1m (kalt) 36,1m (warm)
Verbrauch 8,5 - 14 l /100km, Durchschnitt 10,75 l, allerdings Super Plus
Und der Preis? das alles gibt es ab EUR 33.3oo (etwa 5-7% Rabatt möglich)


Motor anlassen
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Ich öffne die Türe und gleite hinein. Alles wirkt sehr solide und gut verarbeitet. Ich stecke den Schlüssel und ... nichts ist mit Drehen und der Motor springt an! Ein Schwächeanfall? Technisches Versagen? Nein!! Der Mitarbeiter der Autovermietung (ja ja, die Vermietung aus meinem anderen Bericht) lächelt süffisant und weist lässig auf einen knallroten Knopf links neben dem Lenkrad hin. Da denkt man gleich an "gentlemen, start your engine" und LeMans. Also Knopf gedrückt und das Wundertriebwerk springt an. Aber jetzt merkt man schon den Unterschied zu einem heiser röchelnden Ferrari oder dem Blubbern mancher V8-Boliden (ja genau, mal unter Morgan+8 nachlesen ;-) ). Aber dieser Wagen ist ja auch zum Fahren und nicht zum Stehen gedacht.


Das Verdeck
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Bevor es nun los geht, lasse ich mir noch den Verdeckmechanismus erklären. Handbremse anziehen, Persenning abnehmen, Schalter drücken und das Verdeck schliesst sich. Dann noch 2 Griffe schliessen und fertig. Das öffnen ist dann natürlich ähnlich einfach und absolut ampeltauglich. Und wenn die Persenning nicht drauf ist, dann stört das den Fahrer auch nicht.


Der Innenraum
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2 Sitze, wenig Platz. Genau so muss eine Fahrmaschine sein. Man/frau fühlt sich aber wohl behütet in der Vollederausstattung. Die Sitze geben guten Seitenhalt und sind so bequem, wie man es von einem Sportwagen erwartet. Die Sitzposition ist sehr gut, wenn auch das Lenkrad nicht höhenverstellbar ist. Der Mitteltunnel ist ziemlich breit geraten und wenn man nicht aufpasst, löst man die Scheinwerferwischanlage aus und wird etwas nass. Ablagen/ Fächer gibt es nicht viele, aber die sind abschliessbar und nehmen etwas Kleinzeug auf. Die Schalter sind alle gut positioniert und den Anlasserknopf kenne ich inzwischen ja auch ;-) . Etwas schlucken muss ich aber bei den Instrumenten: komplett digital und als Breitbandtacho gestaltet!! Das ist halt Geschmacksache. Übersichtlich ist er auf jeden Fall. A propos Übersicht. Wenn das Verdeck geschlossen ist, ist es etwas schwierig mit dem Blick nach Hinten, aber das ist bei dieser Art Auto ja nicht überraschend. Die Kunststoffscheibe im Verdeck ist im 2002er Modell übrigens gegen ein Glasscheibe ausgetauscht worden. Dies hilft schon etwas. So ein Auto fährt man aber offen! Und dann gibt es natürlich überhaupt kein Problem mit der Übersichtlichkeit nach hinten. Etwas gewöhnungsbedürftig ist natürlich die lange Motorhaube (wenn man vorn rausschaut ;-) ), aber das klappt sehr schnell.


Die Fahrmaschine
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Jetzt geht es aber los. Ab durch den Stadtverkehr. Dies ist sicher nicht das Haupteinsatzgebiet für solch einen Wagen, aber ohne Stadt wird es in der Praxis wohl nie gehen. Der Honda S2000 schlägt sich zudem recht tapfer und zeigt sich richtig alltagstauglich. Lediglich beim Anfahren muss man aufpassen. Etwas Drehzahl braucht man schon. Er ist halt kein Drehmomentwunder. Wendig ist er sowieso. Auch wenn er nicht so aussieht, er ist nur so lang wie ein Golf oder der neue Polo!! Lediglich die Aufteilung ist wesentlich attraktiver ;-)

Die Warnung des Autovermieters, dass man bei Nässe etwas mit dem Gaspedal aufpassen muss, kommt nicht von ungefähr. Wenn man an einer Kreuzung abbiegen will, die Drehzahl durch das Runterschalten noch relativ hoch ist und man dann zu viel Gas dann versucht das Heck - bei Nässe - recht schnell einen eigenen Weg zu gehen. Ich will das eigentlich gar nicht zu negativ werten. Der S2000 ist eben keine Familienkutsche, sondern ein Sportwagen. Da muss man mit dem Gaspedal bewusst umgehen.

Bei Trockenheit ist die Strassenlage aber phänomenal! Die Landstrasse ist erreicht. Das Hohe Venn und die Ardennen bieten genau die Strecken, die der S2000 und sein Fahrer brauchen: Kurven, guter Zustand und kein Verkehr. Der Wagen ist agil, reagiert direkt auf jede Lenkbewegung und es scheint keine Kurve zu geben, die ich nicht locker meistern könnte. Man fährt sich in einen wahren Kurvenrausch. Die Gewichtsbalance ist hervorragend und das Chassis sehr verwindungssteif. Da macht es auch nichts, dass Honda anscheinend kein Geld mehr für Federungskomfort hatte. So hart wie ein Morgan+8 ist der S2000 nicht. Er ist aber meilenweit von einer SLK-Sänfte entfernt.

Das ganze wird bestens unterstützt durch einen genialen Motor und eine präzise Schaltung mit kurzen Wegen. Ich musste mich zuerst an die Charakteristik des Motors gewöhnen. Das soll heissen Spass an hohen Drehzahlen. So 3-4000 U/min will der Motor schon, dass man kräftigen Vorschub bekommt. Die 6 Gänge sind aber gut abgestimmt, lassen sich mit dem Aluminiumhebel leicht schalten und so ist es ein leichtes diese Vorgabe zu erreichen. Der Motor dreht leicht und seidenweich hoch, begleitet von einem tollen Sound. Längst ist das Leerlaufdrehzahl-Allerlei vergessen. Über 6500 U/min geht der Spass dann aber erst richtig los. Dies ist eine Drehzahl, bei der die meisten Autos "rot werden" und die Kolben dezente Spuren in der Motorhaube hinterlassen wollen. Ich brauchte einige Stunden um bereit zu sein die Drehzahl über 6500 U/min auch nutzen zu wollen. Schliesslich fährt er sich bis dahin ja auch äusserst flott. Doch gerade die letzten 2500 U/min machen den S2000 so aussergewöhnlich. Ein wahrer Orkan bricht los. Ich werde in den Sitz gepresst der Motor brüllt und ich fühle mich wie im Autohimmel. Und dieses Gefühl gibt es in allen 6 Gängen.

Auf der Autobahn hält der S2000 mit seinen 240 km/h gut mit ;-)) . Wer offen fahren will, sollte sehr windfest sein. Wer geschlossen fahren will wird überrascht sein, dass der Geräuschpegel nicht wirklich nachlässt. Dafür ist das Zerren durch den Wind weg. Auf der Autobahn sehne ich mich aber immer wieder nach der Landstrasse und den schönen Kurven zurück.


Fazit:
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3 Tage hatte ich den S2000 zur Verfügung. Die Faszination die von diesem Auto ausgeht ist unbeschreiblich. Aber Vorsicht: es ist ein Auto mit nur wenigen Kompromissen. Er ist hart gefedert, selbst geschlossen laut und bei Nässe bricht er relativ schnell aus. Wer aber einen besonderen Sportwagen fahren will, den man nicht an jeder Ecke sieht, der kommt an dem S2000 kaum vorbei.

Ist jetzt der S2000 besser als der Morgan +8 ? Sie sind unvergleichlich. Die Charakteristika von Motor und Fahrwerk sind zu unterschiedlich. Beide Abstimmungen sind aber faszinierend. Ich bin aber auch ein Fan des "grossen" Audi TT Roadster, des Alfa Spider 3,0, eines Boxster S oder eines 911 Cabrio. Mir haben aber auch ein Mini Cabrio und ein Käfer Cabrio viel Spass gemacht. Jedes dieser Fahrzeuge hat seinen eigenen Charakter und dieser sollte zu den eigenen Erwartungen passen. Dann ist Spass garantiert.

Wer noch weitere Informationen benötigt, der kann auch gerne mal auf der Internetseite der S2000-Verrückten rein schauen: www. s2k.de
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Dynomike

Dynomike

12.06.2006 15:13

Netter Bericht. Bis auf ein paar Ungereimtheiten bei den technischen daten gut zu lesen. Es würde mich alledings stark interessieren, welche Vermietung so irre ist, Ottonormalverbraucher einen S2000 an die Hand zu geben.

Robzn

Robzn

08.04.2004 21:35

Schickes Auto, aber ich würde mir aufgrund der fehlenden alltagstauglichkeit keinen Roadster kaufen. Und wenn dann eher nen Z3/Z4 (finde die schicker als den S2000).

Arschbaron

Arschbaron

24.02.2004 12:02

Spitzen Bericht. Passend zum Auto. Sehr hilfreich um dich für diesen Roadster zu entscheiden. Gruß

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