Honda S2000 - Erlebnis für die Sinne!
23.03.2004 (25.01.2005)
Pro:
Erlebnis für die Sinne
Kontra:
giftiger und teilweise gefährlicher Supersportler
Empfehlenswert:
Ja
 DerToms
Über sich:
Mitglied seit:16.10.2003
Erfahrungsberichte:8
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 40 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Vorwort: Seit Februar 2003 fahre ich einen 1 1/2 Jahre jungen Honda S2000. Da schon etliche Berichte, zum Teil euphorisch von Testfahrern oder manchmal auch etwas voreingenommen von Besitzern, verfasst wurden. Habe ich mich nun entschlossen noch einiges zu diesem Fahrzeug zu sagen, nicht rein technisch, da dies schon genug erörtert wurde, sondern eher subjektiv. Hierzu möchte ich, zum besseren Verständnis auch anderer mir teilweise sehr gut bekannte Fahrzeuge einbeziehen, da der eine oder andere diese eventuell selbst kennt und sich dardurch ein besseres Bild zum Honda S2000 machen kann.
Er wurde viele gelobt, mit international anerkannten Preisen überhäuft und selbst von der deutschen Fachpresse zu einem anerkanntem Automobilem Glanzstück gemacht. Sorry, dies ist kein leeres Geschwätz, überwiegend negative Berichte sind mir aber absolut unbekannt. Wie gesagt, mein Honda S2000 gehört der ersten Baureihe an, dies ist ein Umstand, welcher sich teilweise doch sehr erheblich auf das jeweilige Fahrzeug auswirkt. Demnach unterscheide ich in meinem Bereicht auch an mancher Stelle zwischen den bisherigen drei Modellen, nämlich Bj. 2000-2002, Bj.2003 und Bj. 2004.
Bevor jemand voreingenommen an meinen Bericht herangeht und eventuell vermutet ich sein ein Honda oder Japan Cars Fan, dem sei gesagt, ich fahre auch einen BMW Z3 Coupe 3.0l. Ich unterliegen einfach nicht der Problematik, einem Hersteller aus dem Ausland, anderen Kriterien zu unterwerfen als bei einem deutschen Automobil. Wen es also interessiert, der ließt nun einfach weiter.
Wie kommt man eigentlich zu diesem Wagen:
Der Honda S2000 ist ein Fahrzeug, welches einen einfach nur begeistern kann. Dennoch war es ein Zufall, wie ich zu meinem gekommen bin. Anfangs stand für mich der Wunsch im Raum, mir ein Cabrio zulegen zu wollen. Da ich mit dem Z3 Roadster (meine Partnerin fährt einen), trotz Vorurteilen seitens Dritter, sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, war mein Wunschfahrzeug auch gleich der Z4, welcher aber erst im Herbst 2003 vorgestellt werden sollte. Nur soviel, die ersten Bilder sowie die spärlichen Informationen machten mich ganz neugierig auf diesen neuen BMW, andererseits wollte ich den nahenden Sommer aber schon in einem Cabrio genießen können. Also nicht verzagen, man könnte ja einfach ein anders Cabrio kaufen um es bei erscheinen des Z4, dann wieder abzustoßen. Da ich mich nicht als sportlicher Fahrer oder Rennfahrer gesehen habe, war ich frei von Vorurteilen und habe mich auch mit der gesamten Palette an Fahrzeugen, angefangen beim MG über den SLK, bis hin zum Boxter S, kundig gemacht. Ab und zu, stieß ich auf den Honda S2000, welcher zwar interessant aussah, dennoch befürchtete ich, der könnte nicht der Richtige sein. Warum auch immer! Der TT war mir zu unscheinbar, der SLK kein richtiger Roadster, die Elise einfach zu schlicht, vom Rover rieten mir insgeheim selbst Roverangestellte ab und im Mazda hatte ich mit meinen 1,86m einfach zu wenig Platz. Der Z3 schied sowieso aus, denn so einen haben wir doch schon. Blieb eigentlich nur noch der Boxter. Durch Zufall haben mir aber zwei Freunde, einer fährt einen Audi TT Cabrio (!?), der andere hat damit nix am Hut, erneut den Honda S2000 nahe gelegt. Nun, im zweiten Anlauf informierte ich mich über den Wagen und war auch gerade durch Erfahrungsberichte etwas verunsichert.
Da gab es einen japanischen Wagen, welcher ein wirklicher Sportwagen sein sollte, nicht so schlicht wie eine Elise aber denoch sportlicher als der kleine Boxter? Allso gut, ab ins Internet, Anzeige gesucht, Termin zur Probefahrt vereinbart, zum Glück sozusagen um die Ecke, und innerhalb von 24 Stunden hatte ich meinen eigenen Honda S2000. Aus jetziger Sicht muß ich sagen "Welch ein Glück das ich diesen Wagen genommen habe!"
Subjektiv: Der Honda S2000 ist ein Roadster, welcher ähnliche Attribute wie bei einem Porsche Boxter S (Sportlichkeit = Porsche) vorweisen kann, anderseits eine gewisse Austattung wie bei einem BMW Z3 oder SLK serienmäßig mitbringt, sich aber auf der Straße ähnlich kompromißlos fahren läßt, wie eine Lotus Elise oder der bekannte Opel Speedster.
Den direkten Vergleich zwischen den genannten anderen Fahrzeugen kann man aber eigentlich nicht ziehen, da der Honda S2000, sich in einer eigenen Klasse bewegt. Nicht weil er so gut ist, sondern da er ganz andere Schwerpunkte verfolgt als die übrigen Fahrzeuge. Honda hat sich zwar preislich (Kostet momentan wohl so um die 36.500.-- EUR) bei den anderen Fabrikaten dieser Klasse angesiedelt, das Konzept ist jedoch ein anderes, wodurch auch eine andere Zielgruppe für diesen Wagen in Frage kommt. Die Bezeichnung "Ausgesattete Fahrmaschiene" kommt dem Honda S2000 wohl am nächsten. Die Gründe hierfür sind, ein sportliches, von Hause aus härter abgestimmtes Fahrwerk (BMW M Fahrer würden sich wundern), welches aber angeblich nicht renntauglich ist. Ein hingegen sehr wohl renntauglicher Antriebsstrang, ein passendes Reifenkonzept (Modell 2000) sowie ein Antriebsaggregat welches den Prinzipien des Motorsports folgt, ohne die Wirtschaftlichkeit zu vernachlässigen.
Auch in Punkto Sicherheit kann der Honda S2000 einiges vorzeigen, obwohl hier nicht alles sinnvolle integriert wurde was möglich gewesen wäre und sein sollte, wenn dieser Wagen von "Jederman" sicher gefahren werden soll. Die Sicherheit wird durch einen speziellen Rahmen gewährleistet (Crashtest unter www.adac.de / Ergebnis besser als SLK ), auch Frontairbags sind vorhanden sowie das obligatorische ABS System. Vermissen muß man aber eindeutig ein ESP System, welches dem Honda S2000, gut getan hätte, aber hierzu später näheres. Nun meine Eindrücke zum Fahren des Honda S2000. Aufgrund des geringen Hubraums verfügt der Wagen nur über einen begrenten Drehmoment (für einen 2L Motor aber absolut Spitze 208Nm / Audis neuer 2.0FSI hat "nur" 202Nm), im Gegensatz zu meinem BMW Z3 Coupe 3.0 l, wird man als Fahrer eher nicht in die Sitze gepresst. Als Beifahrer verspürt man dennoch deutlich den Vortrieb dieses Wagens, warum dies so ist kann ich nicht sagen. Der Fahrbetrieb kann grundlegend in zwei Abschnitte zerlegt werden, zum einen alles was unterhalb von 5500 Umdrehung passiert und alls was sich darüber abspielt. Ja, ihr habt richtig gehört, der Wagen dreht munter bis zum Begrenzer, welcher erst bei 9500 Umdrehungen greift und es ist kein wirklicher Leistungsverlust zu spüren. Sitzt man in einem BMW Z4, Porsche Boxter oder SLK, so wird man sich selbstständig, aus Gründen des optimalen Vortriebs, schon vor einsetzten des Drehzahlbegrenzers mit dem nächsten Schaltvorgang befassen. Beim Honda S2000, ist dies gänzlich anderst, eher wie in der Formel 1, jedoch bei 9-10000 Umdrehungen früher. Ich habe noch nie vor dem Problem gestanden, wie ich es nun fast täglich im Honda S2000 erlebe, beim Beschleunigen fast ständig das Eingreifen des Drehzahlbegrenzers, zu provozieren. Der Wagen spult die Bandbreite der verfügbaren Drehzahl so fix ab und auch nach dem Drehmomentmaximum, welches bei 8500 Umdrehungen liegt, gelangt man so schnell und ohne spürbaren Leistungsverlust zu den genannten maximalen 9500rpm, daß schnelle Schaltvorgänge eine absolutes Muß, aber auch den eigentlichen Spaß am Wagen ausmachen. Die Fachwelt hat die Beschleunigung meist mit Werten von 5.9sec bis 6.2sec fixiert um die 100Km/h Marke zu erreichen. Aber auch danach geht es munter weiter und auch wenn der Boxter S am Ende ein paar Km/h schneller unterwegs ist, der Weg dorthin, ist im Honda S2000 einfach beeindruckender. Wer dies nicht glaubt muß unbedingt mal einen fahren.
Ganz gleich ob schnell oder nicht, eigentlich ist der Honda S2000 nicht auf der Autobahn sondern auf der kurvigen Landstraße zu Hause. Die doch sehr hohe Endgeschwindigkeit (Hersteller 240 km/h) ist aber im positiven zu bezweifeln, dies kann auf einem Dynoday oder auch mit Ergebnissen diverser Fachzeitschriften belegt werden. Auch die Besitzer eines Honda S2000 werden meist ohne Probleme bestätigen, auf der Autobahn gehts noch weiterhin vorran, auch wenn der Hintermann schon mit seinem auf 250 Km/h begrenten Fahrzeug, im Rückspiegel verschwindet. Da ich über diese Möglichkeiten selbst verfüge, habe ich diesen Test schon mit eigenen Fahrzeugen durchgeführt. O.K. mal realistisch, ein Ferrai ist er nicht, ich vermute bei ca. 255 Km/h (real) ist dann trotz der angezeigten 265 Km/h einfach Schluß, aber ein wenig schneller als der Rest ist er schon. Ganz gleich, dies ist ein netter Nebeneffekt, aber nicht der Schwerpunkt dieses Wagens. Wie angesprochen liegt dieser eher in der Möglichkeit, ähnlich einer Lotus Elise und frei von Verfolgern a´la Boxter S oder BMW Z4 um die Kurven zu jagen. Dies sollte aber nur ein besonnener Fahrer probieren, da der Honda S2000 ebenso kompromisslosen Kriteren folgt, wie der neue Porsche GT oder ein Enzo Ferarri. Da fehlt nämlich etwas, es nennt sich ESP und dies macht die Sache zu einem unkalkulierbaren Risiko, für alle, die der Meinug waren, sie säßen in einem "normalen" Cabrio, Marke SLK oder Z4. Ja, genauso giftig wie man die Kurve nehmen kann, genauso giftig verhält sich der Honda S2000, wenn es um das Einfangen des eigenen ausgebrochenen Hecks geht. Selbst für angeblich sportlich geübte Fahrer, welchen ich mal unterstelle, sie würden im Prinzip die meisten Situationen auch meistern können, sind die Bewegungen des S2000 überraschend. Es fehlen die Auslaufzonen, welche man sich herbei sehnt, wenn das Heck ausbricht. Nach Ausbruch des Hecks in die eine Richtung und Richtungswechsel, durch Gegenlenken des Fahrers, in die andere Richtung, erfolg eine kurzes knappes Einfedern und der Wagen bewegt sich erneut in die entgegengesetzte Richtung. Vom Prinzip her ist dies ja eventuell vielen bekannt, nur dieser "Stoß" ist so kurz und knapp, daß er die meisten Fahrer überfordert. Das dieser Vorgang erheblich mehr Platz benötigt, als eine normale Landstraße normalerweise bietet, führt häufig zu den genannten Ausritten in die Botanik. Aber keine Angst, der S2000 zeigt diese giftige Verhalten erst beim Überschreiten des Grenzbereiches und der liegt teilweise viel höher, als bei vergleichbaren Fahrzeugen. Auch hat Honda in diesem Teil nachgebessert und ab Bj.2002 ein leicht modifiziertes Fahrwerk integriert. Angeblich wurde hierdurch diese Problematik erheblich reduziert, d.h. der Wagen leicht entschärft. Da ich des öffteren schon an Fahrertrainings, zum Bsp. beim ADAC teilgenommen habe, was ich auch an dieser Stelle jedem wärmstens empfehle, sind mir die Eigenarten des S2000, nicht bestens, aber immerhin bekannt. Leider erkennt man bei diesen Fahrten auf einem Testgelände, häufig nicht, daß man die Situation zwar meistert, im Straßenverkehr aber andere Hindernisse und Verkehrsteilnehmen eventuell im Wege stehen. Hierdurch wäre im Straßenverkehr der Ausgang eines Einfangmanövers, auch ein anderer, als auf der schönen, breiten Teststrecke. Nun erhalte ich bestimmte gleich böse Worte, aber ich ich stehe zu meiner Meinung. Der S2000 ist nichts, um einfach mal so, unbekümmert und ohne Sinn für Fahrbahn und Physik, durch die Kurven zu rasen. Die Gründe hierfür sind zum einen das fehlende ESP und zum anderen die mechanische Sperre, welche sich an der angetriebenen Hinterachse befindet. O.K. auch ich bin kein ESP Fetischist, aber zuschaltbar und somit als Sicherheitsoption für den Fahrer, im Fahrzeug integriert und es hätte viele Unfälle nicht geben müssen. Das diese Behauptung stimmt, kann leicht nachvollzogen werden, der Wagen ist mit Stand 2004 in VK36 (geht bis maximal 36) eingestuft. Der Grund liegt und dies ist unumstritten, nunmal an der hohen Unfallrate und an nix anderen. Ich fasse deshalb nochmal zusammen. Der Vorteil mittels Sperrung der Hinterachse auch in Kurven fast optimalen Vortrieb zu erlangen, wird auf den beengten Verhältnissen einer Landstraße schnell zum Sicherheitsrisiko, wie die Unfallstatistiken unmißverständlich zeigen. Der Grenzbereich liegt erfreulich hoch, er kündigt sich dem Fahrer, falls er den Wagen schon öfters dorthin getrieben hat auch an, aber ausser auf einer Rennstrecke, fehlen einem einfach die nötigen Meter, den Wagen erneut unter Kontrolle zu bekommen. Hier ist also absolute Vorsicht angesagt!
Wer aber nun vorschnell die Meinung hat, der Honda S2000 würde im Prinzip den Fahreigenschaften eines SLK, TT oder Z4 hinterherfahren, der tut ihm unrecht. Insbesondere beim direkten Vergleich mit diesen anderen Fahrzeugen, zeigte der S2000 nicht nur in der Fachpresse immer wieder, daß er Slalomkurse erheblich schneller und sicherer meistert, als die genannten Fabrikate. Ich kann dies eindeutig bestätigen. Mehrnoch, er verblüft mich manchmal sogar. Gerade auf nur "nasser" Fahrbahn, zeigt er bei schnell gefahrenen Ausweichmanövern, eine viel höher Präzision als meine bisherigen Ausführungen vermuten lassen. Es war selbst für mich möglich, den Wagen mit ca. 8 Km/h (66Km/h) mehr, durch den ADAC Kreiskurs zu bewegen, als zum Beispiel den Z4. Der Fahrtrainer und ich waren verblüft , daß der Z4 sowie der Z3, trotz helfender Elektronik, bei ca. 58-60Km/h, eine 270-360 Grad Drehung vollführten, hingenen der S2000 erst ab 66Km/h, mit einem leichten Drift, weiterhin der Strecke folgen konnte. Wir schoben es Anfangs einfach mal auf das immer genannte "leichte Heck" eines BMW, wobei bei gründlicher Überlegung dieser Ansatz unsinnig ist, da Z3 und Z4, wie der S2000 eine 50:50 Gewichtsverteilung, von Forder- und Hinterachse besitzen. Hieran sollte es also nicht gelegen haben. Auch gerade Bremsmanöver, wobei ein Teil der Strecke trocken, der andere glatt war, stellen kein Problem dar. Hingegen war es fast unmöglich auf der "Rutschbahn" des ADAC, auf Anhieb ein Ausweichmanöver oberhalb von 20Km/h durchzuführen. Hier hatten selbst Modelle wie der elektronikfreie Golf II, die Nase vorne. Demnach denke ich, bei allen Situationen, wo es glatt und rutschig ist, sollte man es sich nochmal überlegen, was man sich selbst und dem Wagen zumutet.
Der Honda S2000, ist kein gutmütiges Spielzeug und er verzeiht auch nur selten Fehler, welche bei anderen Fahrzeugen, durch vorhandene elektronische Helfer, meist ausgemerzt werden. Das Honda einen anderen Weg verfolgte ist ja schön und gut, nur sollte man im Showroom des Händlers auch unmißverständlich darauf hinweisen, daß man eher einen giftigen Rennwagen, als ein Allwetter-Cabrio kauft. Die Innenaustattung ist funktionelle, man lernt die Details, die Anordung mit der Zeit lieben. Es gibt schönere Lösungen, auch wenn der Audi TT für mich nie in Frage kommt, hier passt die Karrosserie und der Inneraum einfach noch besser zusammen. Aber was solls, ein Porsche Boxter ist im Innenraum auch kein Lichtblick und so befindet man sich in ganz guter Gesellschaft, wie ich meine. Ab Bj. 2002 hat Honda hier ein wenig detailarbeit geleistet und kleine Problem wie Anordnung von Knöpfen (bsp.Scheinwerferreinigung) oder auch die Position der Lautsprecher, sinnvoll verändert. Die Anzeigentafel, welche ich zuerst etwas skeptisch betrachtete ist ein absolutes Muß, da sie ähnlich wie in der Formel 1, den Fahrer deutlich auf die Drehzahl, bzw. den nun anstehenden Gangwechsel hinweist. Dies wäre mit analogen Instrumenten, welche ich insgeheim meist schöner finde, wohl eher nicht zu erreichen gwesen. Die digitale Anzeige ist demnach keine technische Spielerei sondern ein notwendiges Feature, um den Honda S2000 richtig bewegen zu können. Genauso fix wie der S2000 auf der Straße ist, so öffnet sich auch das Verdeck. Das ist das schnellest was ich bisher gesehen habe und kann nur deshalb mit dem etwas langsameren Z4 Verdeck (ansich ebenfalls schnellem) verglichen werden, da man etwas Zeit für die manuelle Ent- bzw. Verrigelung verliert. Nervig ist die Persening, da Lobe ich mir die Lösungen seitens BMW und Porsche, zumindest wenn es um ein Stoffdach geht. Klima gibts auch und der Sound kann befreidigen. Ab Bj. 2003 hat er nun auch eine Uhr! Fehlanzeige besteht aber bei der eigentliche notwendigen Öltemperaturanzeige, ein Wagen, welcher nur mit der richtigen Öltemperatur auf Vollleistung geracht werden sollte, muß sowas eigentlich ab Werk haben. Das Platzangebot ist als "sportlich" zu bezeichnen, ich kann es einfach nicht anderst umschreiben. Alles was ich zum Fahren an Utensilien unterbringen möchte, geht auch rein, ansonsten aber muß man der Realität ins Auge sehen und auf den Großeinkauf verzichten. Ist halt ein Sportwagen, welcher eher zweit oder dritt Wagen sein sollte.
Die Sitze hingegen sind eine Wucht, eng geschnitten, eher härter, verbinden sie den Körper direkt mit dem Fahrzeug. Der sogenannte Poposensor ist allzeit in der Lage abgefragt zu werden, was der Wagen gerade macht. Ich spreche hier über ein absolutes Highlight des Wagens, ich habe schon auf einer Menge sportlicher Sitze, platzgenommen, noch nie war ich so gut mit einem Wagen verbunden und konnte trotzdem selbst lange Fahrten ohne Verspannungs- oder Rückbeschwerden durchführen. Wie gesagt ich fahre ansonsten noch ein BMW Z3 Coupe, dieser ist weicher abgestimmt, hat ebenfalls Sportsitze und auch mein vorheriger 7er BMW kommt aus meiner Sicht nicht an diese Sitze heran. Anderst als man erst vermuten mag, steigt man nach einer 4 Stunden Tour aus dem Wagen und muß sich nicht direkt mal die Gliedmaßen mit Bewegungsübungen, lockern. Bei BMW 7er war dies von Anfang an klar, beim Honda S2000 hätte ich dies nie erwartet. Aber realistisch betrachtet könnte dies auch daran liegen, daß ich einfach die ideale Körperstatur, passend zur Sitzposition habe. Mir ist zwar nichts gegenteiliges bekannt, aber hier sollte jeder einafch mal Probesitzen um sich ein Urteil zu erlauben. Die Schaltung ist einfach Klasse, extrem kurz und präzise. Wo BMW normalerweise Klassenprimus ist, erkennt man schnell den Meister! Da muß man ganz neue Maßstäbe ansetzen.
Nun noch zum Werksmäßig vorhandenem Auspuffsound des Honda S2000 ein paar nette Worte, dieser ist nämlich richtig schön. Nicht dumpf und er verschwindet bei höheren Drehzahlen auch nicht, sondern er wird immer heller, ganz wie man 9000 Umdrehungen halt zu hören wünscht. Ich selbst, unverbesserlich wie ich halt bin, habe dies noch etwas unterstützt und eine HKS Hiper verbaut. Was da abgeht kennt man eher von der Rennstrecke, als von einem Serienwagen. Ist aber Geschmackssache und nicht für jeden uneingeschränkt empfehlenswert, meine permanente Beifahreruín bestätigt dies gerne. Einzig der neue Nissan 350 Z hat einen ähnlich passenden Sound von Hause aus spendiert bekommen. Den Boxter möchte ich da am Rande auch noch mit einbeziehen, hier stimmt der Sound im großen Ganzen ebenfalls. Die Euphorie über den angeblich genialen Sound meines BMW Z3 oder des neuen Z4, ist mir absolut unverständlich, wer dies behauptet, kennt die vorher genannten drei Fahrzeuge meiner Meinung nach nicht. Jetzt noch ein Blick auf die Serienbereifung, hier bestehen Unterschiede zwischen den Baujahren. Anfangs wurde der Honda S2000 auf 16 Zoll Felgen gestellt und man verpasste ihm eine spezielle Version der Bridgestone S02 Potenza Reifen. Hier bestehen wirkliche Unterschiede zwischen der Version Poleposition, meist im Handel angeboten, der Version N3, welche für Porsche ausgeliefert wird und dem speziellen Modell für den Honda. Wie dem auch sein, dieser spitzen Sommer- und Gutwetterreifen ist für den Honda S2000, bei eben diesen genannten Vorraussetzungen erste Wahl. Stimmt eine dieser Vorraussetzungen nicht, so wird es Problematisch. Die schon genannte Giftigkeit des Honda S2000, wird insbesondere bei anhaltendem Regen, durch diesen Reifen begünstigt. Ich habe sie dennoch daruf, da der S2000 auf trockener Fahrbahn hiermit optimal unterwegs ist, ich lassen den Wagen aber bei schlechtem Wetter auch stehen, aber dies kann nun mal nicht jeder machen. Auch deshalb hat Honda bei den beiden späteren Baureihen dann das Modell S03 verbaut, welches doch etwas ausgewogener funktioniert. Ich denke dies ist für die Allgemeinheit eine etwas bessere Wahl.
Die Fahreigenschaften des Honda S2000 im Punkto Sicherheit wurden beim Modell Bj. 2002 bis 2004, durch Modifizierungen des Fahrwerks verbessert. Der Honda ist zwar weiterhin ein giftiges Wesen, er wurde aber leicht entschärft. Die Gemeinde der Besitzer eines Honda S2000 ist in dieser Hinsicht etwas gepalten und ich Empfehle folgende Ansicht. Wenn man einen Honda S2000 in erster Linie als Zweitwagen betreibt, ihn nur bei schönem Wetter aus der Garage fährt, sich stets bewust ist, daß man sich auch auf die Fahrbahnbeschaffenheit (ich meine Unebenheiten) konzentrien muß, so ist die kompromißlosere Version Bj.2000 die erste Wahl. Allen anderen lege ich spätere Baujahre ans Herz, mit dem Hinweis trotzdem keinen SLK zu erwarten. Ein paar Worte zum Image des Wagens. Lustigerweise hat der S2000 nur bei Neidern ein solches Problem. Entgegen dem üblichen Trend, einen Japanaer immer erst etwas schief anzusehen, drehen sich beim S2000 die Passanten ständig um. Dies ist kein Witz und leicht überprüfbar. Ich hatte erlich gesagt am Anfang ein Problem damit, auch war mir dieser Umstand schon aus diversen Testberichten bekannt und kam mir unglaubwürdig vor. Das Gegenteil ist aber der Fall, wo ich auch stehe, oder Ihn stehen lassen, es dauert nur eine kurze Zeit und der erste bleibt stehen und schauen ihn sich an. Wenn man im Straßencafe sitzt, kann man sogar eine Strichliste führen, so soft renne die Leute um diesen Wagen. Selbst meine Partnerin, welche meinen Honda S2000 meist als Reiskocher verspottet, mußte in kürzester Zeit zugeben, daß es fast unverständlich ist, wie groß das Interesse seitens anderer Personen an diesem Wagen ist. Als ich meinen ursprünglichen Wunschwagen, den Z4 dann endlich mal zur Probe fahren konnte, hat mal der eine oder andere geschaut, denn der Wagen war ja brandneu, dies ist aber mit dem S2000 in keinem Fall vergleichbar. Interessant ist ebenfalls, daß andere Cabriofahrer eher interessiert, als abwertend zu mir schauen. Ich lächle selbstvertändlich zurück und hoffe somit zu der Verständigung zwischen deutschen und japanischen Fahrzeugliebhabern etwas beizutragen. Kurz gesagt, man erkennt nach kurzer Zeit an sich selbst eine gewisse Ader, welche man vorher stets verneint hätte, man fühlt sich als etwas "Besonderes". Bitte nun keinen Spott, ich habe den Honda S2000 deshalb nicht gekauft und kann ja auch nichts dafür, aber es ist halt so.
Für einen potentiellen Käufer eines Honda S2000 ist noch ein anderer Punkt von Interesse, die Wirtschaftlichkeit. Kaum zu glauben, wenn man ein Auge zukneift, dann ist der Wagen das reinste Sparmobil. Obwohl ich den Honda S2000, meist voll ausfahre, verbraucht die Kiste nie mehr als maximal 11,5 Liter. Für ein Fahrzeug mit diesen Eigenschaften ein Witz, mein BMW verbraucht schon mindestens 10,5 L wenn ich schleiche, bei Vollgas bin ich locker jenseits von 14,5 L. Auch Nissans 350Z oder gerade der RX8 von Mazda sowie der Porsche Boxter, sind gegen den Honda die reinsten Schluckspechte. Nun aber mal das zweite Auge wieder aufgemacht und man sieht gleich eine etwas andere Situation. Klar er verbraucht nicht viel, man kann ihn aber auch nicht unter 10 L drücken. Außerdem tankt er selbstverständlich und ausschließlich das teurere Super Plus Benzin (V-Power bringt nix, aber probiert es halt). Der tolle Motor verleitet einen, auch noch so vernüftigen Fahrer, oftmals zu profilraubenden Bechleunigungseskapaden, demanch halten die Gummis auf der Hinterachse nicht lange. Die absolute Spurtreue selbst bei Tempo 230, erkauft der Honda sich durch eine Spureinstellung an der Vorderachse, welche die Inneseite der Reifen, mittelfristig abradiert.
Letzlich wird der Honda zu einem Luxusvergnügen, wenn man keine niedrige Einstufung in der Versicherung vorweisen kann, d.h. steigt er im Jahr 2005 nochmals, so muß man mit dem Versicherer schon individuelle Konditionen aushandeln, damit er überhaupt noch versichert wird. Das dies natürlich seinen Preis hat, ist klar. Da die Angebote zu unterschiedlich sind, vieleicht an dieser Stelle ein kleiner Anhalt, mein Versicher hätte mir den Wagen bei 1000EUR SB, mit VK, bei 100% zu einem Preis von Rund 4000.-- EUR versichert. Heute zahle ich knapp 1200.-- EUR, da ich glücklicherweis weniger als 100% habe und mich für die TK mit 1000.-- EUR SB entschieden habe. Soviel zahlt man sonst nur für erheblich größere und teurer Fahrzeuge, aber wie gesagt, hier trifft die Schuld auch Honda, die einfach das eine oder andere mal lieber eingebaut hätten. Der regelmäßige Service ist ebenfalls nicht als günstig zu bezeichnen, aber dies ist bei Honda ja bekannt. Um nicht abzugleiten letzlich noch der Hinweis, daß ich Wirtschaftlichkeit ein weinig auch mit Altagstauglichkeit in Verbindung bringe. Hier kann ich mit ruhigem Gewissen sagen der Wagen ist bezüglich der Fahrleistung absolut altagstauglich. Problemlos kann man, im unteren Drehzahlbereich, sich bei moderatem Spritverbrauch durch die regenfrei Stadt bewegen. Nur den Supermarkt sollte man zwecks Einkauf eher nicht ansteuern.
Objektiv:
Der Honda S2000 ist genau das richtige, für erfahrene Fahrer, welche eine Herausforderung suchen. Er hat kein Imageproblem und damit können ihn auch Personen, mit nicht so gefestigtem Selbstwertgefühl, anschaffen. Die Fahrleistungen entsprechen einem warem Sportwagen, wobei er hier eher dem Formel 1 Konzept folgt, d.h. Leistung durch Drehzahl. Er kann bei schönem Wetter besonnen auch sehr schnell bewegt werden, bei Regen oder im Winter empfehle ich die Garage. Die Unterhaltskosten gehen in Richtung Luxus, wobei der Verbrauch hier positiv auffällt. Der Honda S2000 hat einen guten Wiederverkaufswert und man fährt fast ein Unikat, denn die er wird nur in einer sehr begrenzten Stückzahl (< 3000 Stk.von 2000-2004) nach Deutschland geliefert. Das Fahrzeug verfügt über alle Extras, die eine Fahrt bequemer machen als in einer Lotus Elise, nicht mehr und nicht weniger. Der Wagen ist nichts für Fahranfänger oder Proleten, die den "Max" machen wollen, dies treibt nur die Versicherungsprämien nach oben. Er hat ein prämiertes Design, erscheint selbst durch hauseigene Modifikationen seitens Honda, an der Produktline, nicht alt. Hierbei sind die optischen Unterschiede nur eingeweihten bekannt, daß Problem "dein 5er BMW ist aber ein älteres Modell, kauf dir mal einen neuen 5er" besteht hier einfach "noch" nicht. Beim Fahren werden nicht nur die erwarteten Empfindungen, bezüglich der G-Kräfte befriedigt, sondern auch die Ohren mit dem Sound verwöhnt und (ich gebe es zu) fast ständig der eigene Brustmuskel, durch die einem entegengebrachte Bewunderung anderer und dadurch leicht geschwellte Brust , trainiert. Letzteres habe ich etwas übertrieben, bitte verzeiht mir dies, aber ich wollte ehrlich sein.
Negativ: Dazu habe ich mich in meinen Ausführungen eigentlich schon geässert und werde das gesagte auch nicht nochmal aufzählen, aber ein Hinweis möchte ich noch anfügen. Als äusserst negativ bezeichne ich mal den Service seitens des Herstellers. Hier kontaktet man am besten mal ein Forum im Internet um sich auf den aktuellen Stand zu bringen. Dort erhält man dann auch den einen oder anderen Tip, bezüglich "S2000 Fähige Honda Werkstätten". Dieses Thema ist nämlich ein Trauerspiel, erst im dritten Anlauf und nun mehr als 100Km entfernt von mir, habe ich einen Honda Händler finden können, der weiß wie der S2000 richtig gewartet werden sollte. Was in diesem Bereich abläuft, ist nicht nur mitunter Materialzerstörend sonder in meinem Fall schon fast Gefährlich gewesen. Also Augen auf, nicht jeder Honda Händler hat schonmal einen S2000 in seiner Werkstatt gehabt.
Letztlich gibt es dann noch die Problematik um die gute "alte" Kupplung des S2000. Fand bisher keine Stelle wo ich die Problematik erläutern hätte können, nun also an dieser Stelle. Anderst als man es normalerweise erwarten könnte, gibt die "Urversion" (Bj. 2000) schon nach kürzester Zeit langsam seinen Geist auf. Der Grund liegt auf der Hand, das Ding unterliegt so enormen Beanspruchungen, daß der Verschleiß dementsprechend hoch ist. Es ist halt ein Unterschied wenn ich bei 9500rpm auskuppel, um sogleich bei 6500rpm wieder den neuen Gang einzulegen. Aber alles halb so Wild, der kundige Honda Händler, wird die Kupplung, normalerweise auch nach Ablauf der Garantie und auf Kullanz, gegen eine neuere Version austauschen (Versionsnummer erfahrt ihr in Diveresen Internet-Foren). Ist eine Version, welche ab Bj.2002 sowieso in allen S2000 vorhanden ist, nun eingebaut, so sollte es künftig keine Probleme mehr geben. Es ist halt nicht so einfach eine Kupplung zu entwickeln, welche rennsporttypische Drehzahlen verkraftet und andereseits noch einen klaren Druckpunkt auffinden läßt, welcher zum Anfahren im normalen Straßenverkehr nunmal notwendig ist.
Fazit: Wer den etwas anderen Sportwagen möchte, sollte den Honda S2000 kaufen. Ich für meinen Teil bin letzten Sommer mehr als 20.000 Km mit dem Wagen, einfach nur Spazieren gefahren und habe es nie bereut. Das ich ihn nicht im Winter einsetzte, konnte man unschwer erkennen, deshalb schenke ich mir diesen Teil auch. Die Qualität ist nicht schlechter als bei meinem BMW, auch dieses bedarf keiner ausführlichen Diskussion. Zu Reperaturen kann ich auch nichts sagen, da der Wagen trotz seiner mittlerweile ca. 40000 Km, noch keine Probleme verursacht hat.
Auf den Punkt gebracht und aus der Fachpresse übernommen, "Der Honda S2000 ist ein günstiges und qualitativ hochwertiges Cabrio mit den Fahreigenschaften eines Supersportwagens, mit allen Vor- und Nachteilen...".
In eigener Sache: Eventuell ist es einigen Lesern aufgefallen, daß ich verschiedene Warnhinweise, wiederhole. Dies mache ich sehr Bewust, damit sie nicht überlesen werden können. Vor dem Kauf des Honda S2000 hatte ich mich auch bei CIAO informiert und habe nur bei einigen wenigen Berichten, von Besitzern, wirkliche Hinweise auf das Fahrverhalten erhalten. Diese Hinweise sind aber manchmal doch so wichtig, daß sie nicht oft genug genannt werden können. Da ich über CIAO aber schon einen ungefähren Eindruck vom S2000 bekommen konnte, demnach davon ausgehe, andere Leser und potentielle Käufer machen diese Erfahrung ebenso, möchte ich hierzu beitragen und meine Berichte dementsprechend umfassend verfassen. Deshalb nenne ich die Sachen auch beim Namen und unterstreiche den Stellenwert gerne durch erneute Wiederholungen.
PS: Nun gibts auch mal ein paar Bilder vom S2000!
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28.08.2009 18:09
Sehr umfangreich, sehr informativ. Auch wenn das Fahrzeug weit außerhalb meiner finanziellen Mittel liegt, streiche ich ihn jetzt vorerst von meiner Liste von Autos, die man irgendwann man fahren sollte.
25.08.2006 20:32
Sehr ausfürlicher und objektiv erscheinender Bericht. Gerade was das kritische Fahrverhalten im Grenzbereich angeht sehr detailliert geschrieben. Hat geholfen vor dem Kauf zu orientieren!
07.07.2006 09:31
grrrrrrrrrrr der wagen ist der hammer.schade , dass ich das nötige kleingeld nicht habe *grins*. von mir bekommst du ein besonders hilfreich weil dein bericht sehr informativ ist und man ihn super lesen kann.man kann richtig die mühe herauslesen, die du dir mit diesem bericht gemacht hast.hut ab.mach weiter so.lg nessa