Hammerteil mit Kick
17.03.2002
Pro:
Neues Design, neue Technik, verbessert bis ins Detail
Kontra:
Relativ hoher Preis, könnten ein paar kubikzentimeter mehr sein
Empfehlenswert:
Ja
 misnia
Über sich:
Immer auf der Suche nach neuen Informationen, man lernt eben nie aus.........!
Mitglied seit:26.03.2000
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da steht sie nun, die neue VFR, knallrot und glitzernd in der Sonne und die ist meine, ich kanns kaum fassen, aber es ist wahr. Schon seit den ersten Testberichten hatte ich mich in die neue VFR verliebt, sieht einfach Klasse aus, und Technik vom Feinsten ist bei einer vollausgestatten Maschine schon ein Argument. Aber zuerst mal zu den Fakten: Die neue VFR, lieferbar ab Anfang des Jahres, hat ein aggressiveres Design bekommen, nichts mehr mit rundlich und so, nein , alles klar eckig, aber auch diese Ecken sind durch feingezeichnete Linien abgerundet, man schaue sich dieses Teil nur mal von der Seite an ! Farblich lieferbar ist die VFR in den Farben Silber, Rot,Blau und Schwarz. Am besten passt meines Erachtens das Rot zum Styling, denn das in den Testberichten bis zum Anschlag vorgestellte Modell in Silber, sieht life sehr langweilig aus.
Die Frontansicht wird dominiert von 4 H7 - Klarflächenscheinwerfern, welche immer im Paar entweder als Fahrlicht die zwei unteren oder bei Fernlicht durch zuschalten des oberen Paares aktiviert werden. Mit dieser Werferbatterie ist es nicht selten, das trotz exakt eingestellter Scheinwerfer, der gegenverkehr gelegentlich mit dem Fernlicht blinzelt, aber dem kann man ja abhelfen, in dem man die beiden anderen Sonnen kurz betätigt, dann hört das von selbst auf....! Diese Lampen geben Sicherheit bei Tag und Nacht und machen die Nacht zum Tage und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Blinker sind VFR typisch unterhalb der Werferbatterie in die Verkleidung eingelassen. Alles in allem ist der Frontblick sehr schön anzusehen und hat ein wenig etwas von einem Haifischmaul. Jetzt bewegen wir uns mal an das andere Ende der VFR, vorbei an der Seite wo doch eigentlich der Auspuff sein sollte, nichts da, aha ! Oh ,Schreck, Hände hoch. Kaum kommt man hinter die Karre zielen vier Auslassröhrchen aus zwei Endschalldämpfern unter der gut und straff gepolsterten Sitzbank auf einen. Klasse Design, das Beste was aus dieser Art Sitzheizung zu machen war, besser vom Design jedenfalls als bei anderen Herstellern. Die Rückleuchten ins Chassis eingepasst, immer der aggressiven Gesamtlinie folgend, sind formschön und gut sichtbar, nur ob diese nicht schmelzen, bei langen Fahrten, so eingebettet von den Rohren ?
Über den Auspuffendtöpfen hockt die schon oben beschriebene Sitzbank, welche leicht Stufenförmig ansteigt, dies jedoch nicht übertreibt und einem Co-Piloten einen ordentlichen und bequemen Platz verschafft, auf dem ermüdungsfrei auch längere Etappen bewältigt werden können. Dieser Co-Pilotensitz kann bei Solobetrieb mit der geilen und im Lieferumfang inbegriffenen Abdeckung gecovert werden, was der Maschine einen noch aggressiveren Touch verleiht. Die Haltegriffe, wahlweise zu montieren unter den eingeclipsten Abdeckungen, sind zwar ebenfalls Standartausstattung, jedoch Geschmackssache. Bewegen wir uns jetzt in Richtung Cockpit, völlig neues Design, mehr wie in manchem Auto, dominiert von dem mittig installierten großen analogen Drehzahlmesser. Rechts und Links davon je ein Digitaldisplay, das linke mit Anzeigen über Motortemperatur und eine genaue Aussentemperaturanzeige, welche nach einigen Metern Fahrt wirklich exakte Werte anzeigt. Ebenfalls in diesem Display ist die Digitale - Tachoanzeige untergebracht, große gut ablesbare Ziffern sind selbstverständlich. Im rechten Display finden wir eine ständig sichtbare Uhrzeitanzeige (PM/AM), die zwei unabhängigen Trip-Zähler und den Gesamtkilometerzähler, sowie die recht gute Tankanzeige in Form von Balken, welche im letzten Segment mit Blinken und Farbwechseln die blindesten Treiber auf den notwendigen Tankstopp aufmerksam machen, auch wenn man am liebsten ewig weiterfahren wollte.
Die Lenkerenden sind ordentlich montiert, eine recht gute Stellung der Hände, welche fast ermüdungsfreies Fahren zulässt, ist gewährleistet. Meine Erfahrung ist etwas Druck in der Daumenbeuge rechts, aber immer noch zu rtragen, da das Gesamtkonzept der VFR zwischen Tourer und Sportler liegt, aber doch mit dem Akzent auf Sportler. Die Lenkerarmaturen sind normaler Standart, alles da , alles am richtigen Platz, keine Mängel. Die Originalscheibe der Verkleidung funktioniert für den Durchschnittsbiker ordentlich, ich habe bis Tempo 160 und darüber kaum Druck auf dem Oberkörper gespürt, darüber wird es dann schwer, sich nur auf den gegendruck zu konzentrieren, also keine Aussage darüber.
Kommen wir zum Motor und den Fahrleistungen, sowie dem Fahrwerk. Alles neu konzipiert, alles anders , und diese VFR ist in zwei Varianten erhältlich, einmal mit ABS und DCBS ( Dualbremssystem ) die andere nur mit DCBS. Einfluss auf die Motorisierung hat das jedenfalls nicht, jedoch auf die Verstellbarkeit der hinteren Feder, denn bei der ABS - Ausführung ist diese von aussen über ein nur bei der ABS VFR vorhandenes Handrad in der Dämpfung verstellbar. Die normale Ausführung bedarf weiterhin des Einsatzes eines Hakenschlüssels.
Die Gabel ist ebenfalls einstellbar, bei beiden Versionen gleich, durch Drehen der Einstellschraube auf der jeweiligen Gabel ist die Vorspannung einstellbar. Braucht man eigentlich nicht wirklich, denn die Grundeinstellung ist äusserst solide und für den normalen Betrieb schon richtig. Die VFR fängt man mit voren zwei Dreikolbensätteln an 296er Scheiben ein, wovon ein Sattel drehbar gelagert ist und beim DCBS die Ansteuerung der hinteren Dreikolbenzange an der 256er Scheibe übernimmt. Die Wirkung ist jederzeit souverän, einer Eingewöhnung bedarf das DCBS meines Erachtens nicht, es funktioniert einfach. Das ABS regelt total unauffällig, ich habe bisher keine Situation erlebt, wo es mich hat erschrecken lassen, es ist auch nicht so einfach, das ABS zum auslösen zu bringen, meistens denkt man: War das jetzt das ABS oder was ? , da ist es schon wieder vorbei, ohne Klappern oder Ruckeln, so fein arbeitet diese Technik.
Der Vierzylinder V - Motor mit 782 ccm und 109 PS wartet mit einer Besonderheit auf ! Um mit dem Einsatz dieser Maschine die Vorteile einer Zweiventilermaschine mit der einer Vierventilermaschine zu kombinieren, wurde ein Drehzahlabhängiges Ventilsteuersystem entwickelt, welches bis zu 7000 U/min als Zweiventiler arbeitet und dann über Öldruck die restlichen zwei Ventile pro Zylinder zuschaltet. Man merkt dieses Anziehen der Maschine spürbar, es gibt einen Kick, welcher aber nicht hart einsetzt sondern fast eine Art Genuss verbreitet, wenn es dann so weit ist. Der ohnehin geile Sound dieser Maschine wird dann zu einem heißeren Schreien und man hört deutlich die Pferde im Motor atmen. Drehzahlmäßig kann man sich mit der VFR locker über das ganze Band bewegen, eher fährt man sie etwas hochtouriger als zu niedrig, aber das ist meine Erfahrung und muss nicht auf alle zutreffen. Das Getrieb ist eine Lust, gut abgestimmt und vor allem durch den auf die Schaltwelle montierten Schalthebel, gehen die Schaltwechsel exakt und ohne Klonk vonstatten. Klasse gemacht, Honda.
Die Leistung des Triebwerkes ist völlig ausreichend, 3,1 s auf Hundert, da bkommt auch kein Supersportler so weit weg, natürlich lässt die Beschleunigung ab 150 km/h etwas nach, aber wann fährt man schon in diesen Dimensionen. Vmax soll laut Hersteller 247 km/h sein, habe ich noch nicht probiert, auf leicht ansteigender Autobahn kam ich auf rund 220 km/h, jedoch bei relativ viel Verkehr, so das es jedem selbst überlassen bleibt, bei gerader Strecke und wenig Verkehr, dies auszuprobieren. Der Durst bewegt sich im Rahmen, durchschnittlich sollte man aber mit 6,5 Litern ausgehen, es können aber bei energischer fahrweise auch mal 7,5 Liter Normalbenzin werden. Alles in allem ein gelungenes Konzept von Honda, welches selbst einigen Sportfahrern die Gedanken durcheinander bringen könnte. In punkto Sicherheit und Handling vom Feinsten, die Maschine geht trotz 249 kg um die Ecken wie der geölte Blitz, in punkto Ausstattung ebenfalls ohne Abstriche, alltagstauglich wie kaum eine zweite Maschine in diesem Segment, wenn man die Ansprüche an Touren und Sport im Verbund sieht, nachtfahrtauglich allemal , dank der Klasse-Lichter und der Klasse Instrumente.
Wenn es was zu bemängeln gibt, dann der relativ hohe Preis, mit ABS und Nebenkosten 12.420,00 Euro, ohne ABS und damit ohne Federbeinverstellung aussen gibt es die VFR für rund 750,00 Euro weniger. Meiner Meinung nach wird sich die VFR ohne ABS nicht durchsetzen, so daß ich ab dem nächsten Modelljahr schon damit rechne, das es nur noch VFR - ABS gibt, denn so wie dieses ABS funktioniert, ist es ein erheblicher Sicherheitsgewinn und trägt dazu bei, das die VFR wahrscheinlich der sicherste und beste Tourensportler nicht nur in Ihrem Segment ist, sondern auch größeren Maschinen auf Grund Ihres gelungen Motorkonzeptes und der Ventilsteuerung den Kampf ansagt. Fazit : Kaufen und Halten, wie der Börsianer sagt.
Oky-Toky, falls ich was vergessen habe, lasst es mich wissen, gerne beantworte ich konkrete Fragen zu dieser geilen VFR.
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20.04.2004 12:44
Klasse bericht, fast würde ich meiner TDM900 untreu werden! Gruß DonRemo
26.11.2003 16:18
Die sieht doch einfach nur megasch***e aus! Aber jedem das Seine. Und man kann bei der ABS-VFR wirklich wählen, ob man sie mit oder ohne ABS haben will?
16.11.2003 19:30
Sehr guter bericht. da ich mit dem Gedanken spiele mir die VFR zu kaufen, hast Du mir sehr geholfen. Kriegst ein sh. Gruß sascha