VFR 800 - Wo steht sie?
28.12.1999
Pro:
Flottes und komfortables Biken
Kontra:
Estwas mehr Drehmoment im unteren Bereich wäre angenehm
Empfehlenswert:
Ja
 pkw
Über sich:
Ich bin 42 Jahre alt und selbstständig im Internet-Bereich tätig. Aufgrund dieses Umstandes und eini...
Mitglied seit:28.12.1999
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Nachdem ich auch in dieser Saison immer wieder mal neue Testberichte lese, kam mir auch der neue Bericht über die VFR 800 unter die Finger, in dem dieses Bike gegen mehr untypische Fahrzeuge in der 1100er-Klasse antreten mußte. Hier durfte ich dann unter anderem lesen, daß es wohl mittlerweile ein eher müdes Bike geworden ist. Nachdem ich das ´98er Modell schon gefahren habe, konnte ich mir dies so recht nicht vorstellen, zudem sich technisch so gut wie nichts geändert hat (außer den aktuellen Farben). So mußte ich dann auch die ´99er Maschine einfach mal probefahren und bekam das aktuelle Jubiläumsmodell zur Verfügung gestellt.
Das wichtigste vorneweg: Die Maschine ist weder müde noch ihrer Zeit hinterher. Sie ist halt einfach für ein drehfreudiges fahren konzipiert, Beschleunigung führt hier zwangsweise zum herabschalten in einen tieferen Gang. Wenn man dies als Müde bezeichnen möchte, müßten wohl 80% aller "Sportler" in den Tests ein "müdes" Bild abgeben. Mit der 99er VRF 800 bekommen weiterhin alle Interessierten und Neuinteressenten ein äußerst attraktives Bike, daß sich für den Markt auch dank eines geregelten Katalysators empfiehlt.
Der Motor protzt nach wie vor in allen Drehzahlbereichen mit spürbarer Kraft, sprich Drehmoment. Musik ist aber erst so richtig ab ca. 3500 bis 4000 Touren drin. Dann zieht der wassergekühlte V4 sauber und ruckelfrei an, ab 6000/min bis in den roten Bereich bei 11800/min fackelt er ein gleichmäßiges und - auch an anderen gemessen - souveränes Feuer ab. Explodiert nirgends, wie es die Hypersportler dieser Welt tun, aber schiebt auch bei Tempo 200 noch mächtig voran. Richtig begeistern kann der Motor auf Landstraßen, wenn er es ganz dem Fahrer überläßt, ob der nun im dritten oder vierten Gang des präzisen, leicht schaltbaren Getriebes flott unterwegs sein möchte. Lastwechselreaktionen stören dabei ebensowenig wie Schluckauf beim Gasgeben. Kurz: Die Einspritzung arbeitet nahezu perfekt, ein bisschen direkter könnte sie allerdings schon noch ansprechen.
Sehr leicht und präzise läßt sich das trocken immerhin 208 kg schwere Motorrad in Kurven hineindirigieren, und selbst auf holprigen Straßen verliert es auch in großer Schräglage nie die Linie. Die Verkleidung bietet deutlichen Windschutz und nimmt ihren Besitzer auch bei hohen Geschwindigkeiten gut in Schutz. Die Sitzposition findet ungeteiltes Lob, könnte für "lange" Fahrer aber ruhig etwas tiefer liegen, da sonst - zumindest im langsamen oder Stadtverkehr - auf Dauer die Handgelenke anfangen zu schmerzen. Die Instrumente liegen gut im Blickfeld, das digitale Checkpanel informiert klar und deutlich über Benzinstand, Wasser- oder Außentemperatur, Uhrzeit, Tages- und Gesamtkilometer.
Fazit: Meiner Meinung nach bestätigt sich hier wieder einmal, das Testberichte in Zeitschriften mit einer gewissen Vorsicht zu genießen sind. Mit der VFR 800 bietet Honda nach wie vor eigenständiges Modell mit durchdachter, zeitgemäßer Konstruktion und gediegener Fertigungsqualität.
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