Honda VFR

Erfahrungsbericht über

Honda VFR

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Moped Traum von 1991: VFR 750 RC36

5  18.03.2005

Pro:
Extrem Zuverlässig, Wohlfühl Moped, Schön

Kontra:
Wenig Charakter, Teure Inspektion

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

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Über sich: Bin zufällig hier gelandet. Gerade Langzeiterfahrungen von Autobesitzern haben mir schon oft weiterg...

Mitglied seit:02.03.2005

Erfahrungsberichte:6

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 30 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Einstieg:

Am Anfang stand ein dicker Stapel von alten Motorrad-Zeitschriften, die ich bei Bekannten gefunden habe. Natürlich lässt die Wirkung nicht lange auf sich warten und der beeinflussbare Leser beginnt zu träumen...

Dabei hatte ich von Anfang an einen starken Bezug zu Honda-Mopeds, vor allem deshalb, weil sie einen guten Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Langzeitqualität boten. So habe ich mir 1992 meine erste Honda gekauft, eine XBR 500, die ich auch heute nicht mehr weggeben will. Vor ca. sieben Jahren folgte meine VFR 750F, RC36, Bj. 1991 in schwarz. Unterbrochen wurde diese Honda-Fahrerei nur von einer 90er (?) FZR 600 (vielleicht für eine Woche) und einer Vespa PX.

Aber zurück zur VFR; sieh war damals der in meinen Augen schönste Nippon-Joghurtbecher und bot zusätzlich interessante und trotzdem zuverlässige Technik. Der V4 Motor war und ist etwas besonderes, die Nockenwellen werden nicht über Kette, sondern über Stirnräder angetrieben, was sehr zuverlässig und sportlich ist. Mit dem leisen (mag ich) Auspuffton zusammen gibt es einen dezenten und zugegebenermaßen etwas konservativen Sound. Er passt aber gut zum Charakter des Mopeds, der eher zum Reisen und "Power-Cruisen" denn zum Rasen und Posen taugt.
Ein anderes technisches Highlight ist die Einarmschwinge, die eigentlich keine wirklichen technischen Vorteile bringt, aber schön aussieht (Hallo Ducati) und den Radausbau erleichtert.
Ansonsten gibt es eine hydraulische Kupplung und ein gut ausgestattetes Cockpit mit Zeit- und Tankuhr.

So war es neben den unzähligen gewonnenen Testberichten nur eine Frage der Zeit, wann ich mein Sparbuch entgültig plündern wollte. Meine erste Erkenntnis war, dass eine VFR in schöner Farbe mit wenigen Kilometern einfach verdammt teuer ist.

So kaufte ich meine 1991 mit 24tkm für ca. 7500Mark, allerdings hatte sie mal einen schweren Unfall gehabt und war nur teilweise schön repariert worden. Ich tröstete mich mit der Vorstellung, dass ich mein Moped ja zum fahren und nicht zum putzen kaufe, so nahm ich sie mit.

Fahren:

Wirklich leicht ist sie mit 244kg vollgetankt ja nicht, das merkt man besonders dann, wenn man es gewöhnt ist mit einer Honda XBR 500 oder einer Vespa PX rumzufahren...

An das rangieren muss man sich als "Aufsteiger" gewöhnen, an das Moped selbst allerdings kaum. Der Motor springt an wie bei einem Golf, alles ist so ruhig und unspektakulär, dass man sich wundern würde wenn es anders wäre. Am Anfang war noch ein hochgezogener Prollauspuff montiert, den ich zusammen mit der schwarzgetönten Tourenscheibe ins Ebay-Nirvana schickte. Von den Fahrleistungen her habe ich mit dem Sportauspuff keinen Unterschied bemerkt, nur der Klang war etwas kerniger. Die Tourenscheibe sah schlimm aus, aber vom Wind her ist es schon angenehm, wenn man längere Strecken mit 160 über die Bahn rollt, was auch gut machbar ist.

Aber nun zur ersten Fahrt; nach dem etwas ungewohnten Rangieren und dem problemlosen Starten des Motors freute ich mich über das angenehme Einrücken der hydraulischen Kupplung - der Druckpunkt ist echt angenehm, gerade im Vergleich zur FZR Kupplung...

Die Fuhre beschleunigte reichlich unspektakulär und so wunderte ich mich nicht schlecht, als ich auf den Tacho schielte. Das Getriebe schaltet wirklich völlig unauffällig und benimmt sich ebenso stressfrei wie der Motor, der aus dem Drezzahlkeller bis hoch über 11.000 U/Min recht gleichmäßig
zieht. Natürlich hat man immer Kraft im Überfluss, allerdings könnte manchen der rechte Kick fehlen - wozu fährt man den Motorrad? Auf der Autobahn läuft sie über 230, da fährt aber immer die Angst mit, was ist wenn der Reifen platzt, oder die Kette reißt? Der Wind ist bei Höchstgeschwindigkeit gerade am Helm recht kräftig, der Kopf macht dann langsame und gleichmäßige Pendelbewegungen - nicht so das Moped, es läuft weiter: ruhig und sicher.

Die Bremse ist so wie das ganze Moped: stressfrei und unspektakulär, lediglich die hintere Bremse stempelt ab und zu beim heftigen Anbremsen vor Kurven. Dieses kurzfristige blockieren lässt sich aber gut kontrollieren.

In langezogenen Kurven macht das Fahren mit der V echten Spass, auch mit zwei Leuten, wobei der hintere Platz schon eine begeisterte Sozia bevorzugt :-) Die Kraft des Motors reicht immer, auch an heftigen Anstiegen, der durchzugskräftige Motor beruhigt auch nervöse Gemüter. Für die Stadt ist die VFR allerdings in meinen Augen zu schwer und zu unhandlich, dass macht dann nicht mehr soviel Spass, da sind Roller oder leichteres Moped einfach im Vorteil.

Kosten:

Die Versicherung ist wirklich günstig, sofern man Kasko weglässt, bei so alten Maschinen macht das aber auch Sinn, mit 98PS eingetragen kommt man so mit Haftpflichtprämien unter 200 Eur hin. Die Steuern schlagen mit etwa 70 Eur zu. (Am besten nochmal nachschauen) Wenn man also ein Saisonkennzeichen bemüht, sind die Fixkosten echt überschaubar.

Was ein Motorrad in dieser Klasse halt wirklich teuer macht sind die Kilometer, die man runterreisst. Der Verbrauch ist mit ca. 6,5 Liter fasst doppelt so hoch wie bei meiner XBR mit 44 PS, obwohl man man auch nicht mehr als fahren kann. Ebenso ist die Reichweite mit knapp über 250 Km ziehmlich begrenzt.

Löcher in den schmalen Geldbeutel reißen dann die Reifen, je nach Typ und Fahrweise zwischen 6- und 12-tausend Kilometern fällig. Der Hinterreifen (Sport-Tourer Bridgestone BT 10: Handling, Grip & Verschleiß gut) kostete etwa 170 Eur, hält aber bei meiner ruhigen Fahrweise etwa 12 tkm. Der Vorderreifen hält etwa genauso lange.

Löcher reißen auch die Honda Originalteile wie Luftfilter oder Zündkerzen. Spaß macht dem Kreditsachbearbeiter auch die alle 24tkm anfallende Inspektion, da für das Ventileinstellen viele Teile ausgebaut werden müssen. Da wird sich mancher VFR-Treiber verschämt nach den Mechanikern in der Schattenwirtschaft umschauen, auch wenn das logischerweise nicht in Ordung ist.

Durch die hohe Zuverlässigkeit sind die Kosten jedoch relativ kalkulierbar: man kann ja auch die einfachen Dinge wie Ölwechsel selbst machen und so Geld sparen. Tiefergehendes erfordert jedoch oftmals eine ganz schöne Bastelei.

Fazit:

Obwohl das Moped nach Jahren unter der Laterne wirklich nicht mehr ladenneu ausschaut ist es immer noch schön (okay, okay) und zuverlässig - und kann in vielen Dingen noch mit modernen Konstruktionen mithalten.

So wurde die VFR ja auch vor zehn Jahren noch als bester Allrounder gehandelt, etwas ist davon sicher noch übrig geblieben.

Beim Kauf aber Verschleißteile und Inspektion im Hinterkopf behalten. Diese können richtig teuer werden.

Freue mich auf den Sommer!

brrrrrummmmmmm ...


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
McDylan

McDylan

30.07.2009 09:27

Guter Bericht der mir meine Kaufentscheidung doch erleichtert ;)

Farbschema

Farbschema

20.03.2005 18:29

Mit dem Reifen wundert mich es selbst, wieso der so lange hält, bin halt meistens Autobahn gerollt oder Landstraße geglitten, dass hochziehen habe ich irgendwie hinter mir (und das frisst die Reifen :-) ) Gruß Fxx

Schnuffimausi

Schnuffimausi

18.03.2005 23:30

Schickes Motorrad - aber wohl noch nichts für mich. Ich warte auch schon sehnsüchtig auf die ersten Sonnenstrahlen und wärmere Temperaturen. Ich habe meinen Führerschein erst letztes Jahr gemacht und fahre eine Honda CBF 500 ABS. Allerdings noch die 34-PS Version. Mir reicht es erst einmal, aber meinen Mann reizt es schon, mal wieder etwas was schnelleres mit mehr PS zu fahren - naja, der fährt ja auch schon einige Jahre länger als ich. Gruß. Michaela

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