Herr der (Kolben-)Ringe...
12.02.2002 (13.02.2002)
Pro:
Setzt Maßstäbe in allen Belangen . Schön, kräftig, souverän, 3 - Wege - Katalysator
Kontra:
sehr teuer
Empfehlenswert:
Ja
 JuergenGolz
Über sich:
Mitglied seit:05.07.2001
Erfahrungsberichte:118
Vertrauende:89
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Allgemein: Ich fahre seit 1988 Straßenmotorrad und habe über die Einzylinder Yamaha XT500 und Honda XBR500 so langsam, aber sicher meine Freude an Choppern kennengelernt. So fahre ich seit 1988 auch brav meinen Chopper Honda VT 750 Custom, jenes aus der Evolution geschlagene Gefährt mit 6 Gängen und Kardanantrieb. Beim letzten Hondafest, erwarb ich ein Gutschein für die ermäßigte Mietgebühr und machte sodann eine Probefahrt über das Wochenende an die Mosel um festzustellen, ob mein alter Chopper mir nicht mehr genug ist, oder doch.
Die VTX 1800: Die erste Veränderung ist, daß es sich hier mehr um Cruiser, als um Chopper handelt und man hat beide Attribute sinnvoll miteinander verknüpft. Viel Chrom ist verarbeitet und garantiert Putz- und Polierspaß. Auf der rechten Seite ist ein langes, massiges Auspuffrohr, entgegen meinem alten Chopper, der noch zwei Auspufftüten hatte und für den hondaüblichen Sound sorgte.
So steige ich nun auf diesen mächtigen Koloss und starte den Motor und bin auf den Sound gespannt. Trotz einer Reduzierung der Dezibel, bleibt sonorer und satter Sound und ich drehe ein paar mal am Gasgriff des mächtigen Kraftwerkes. Der imposante V2-Motor, dessen Winkel 52 Grad beträgt, bringt seine knapp 1800 ccm eindrucksvoll zu Gehör, ohne zu belästigen. Die Instrumente bleiben ruhig, es wackelt kaum etwas. Allerdings wurde die Instrumentenarmatur auch recht spartanisch gehalten, erfüllt aber seinen Zweck und wirkt mit seinem "Einauge", wie ein Zyklop. Ich lege den 1. Gang ein und es tut einen fürchterlichen Schlag als Bestätigung, daß der Gang eingelegt wurde. Ich dachte erst, ich hätte zu unsanft geschaltet, mir wurde aber bestätigt, daß diese Geräusche nicht zur Beunruhigung veranlassen.
Ich fahre vom Bordsteig auf die Straße und ich muß feststellen, daß die Federung akkurat seinen Dienst tut und ich fühle mich schon jetzt wohl auf dem schwarzen Ross mit seinem verschwenderischen Chrom und schon habe ich Bewunderer gefunden (leider nur für das Motorrad). Was die Spielerei mit der Upsidedown-Federgabel hier zu suchen hat ist mir fraglich und hat keinen Nutzen, als eher pseudomodern zu wirken. Ich fahre auf die Autobahn auf und drehe ordentlich an der Brause und das 320 kg Schiff bewegt sich erstaunlich elegant in die erste Kurve. Die Gaswechsel und Schaltungen laufen ruhig und ruckelfrei ab, hat der VTX 1800 ja drei ventile pro Zylinderkopf und je Zylinder gleich zwei Zündkerzen. Hinzu kommt dann natürlich, daß man hier die Vorzüge der Kraftstoffeinspritzung und einer digitalen Zündanlage erfährt. Die Eigenwartung ist verständlicherweise schwieriger als vorher und ich würde das Ding besser in die Werkstatt geben. Ruckzuck bin ich im 5. Gang und tuckere behende von der Autobahn herunter um auf der Landstraße weiterzufahren. Hier vergesse ich vor lauter Geschmeidigkeit und Elastizität des Motors das Herunterschalten, aber ohne Ruckeln reagiert das Motorrad auf den Griff an den Gashebel. Vom Kardanantrieb ist kaum ein Aufstellmoment zu verspüren.
Vorbildlich ist die Neuerung, welche man hier für die Schonung der Umwelt in das liebgewonnene Monstrum eingebaut hat. Ein 3-Wege Katalysator, kombiniert mit einem Sekundärluftsystem zur Abgasreinigung. Ich bin sicher, daß diese Variante auch steuerlich begünstigt wird. Jetzt geht es auf Landstraßen 3. Ordnung in Richtung Burg Eltz, teilweise verfahre ich mich und wende den Koloss über die Landstraße und komme teilweise über unruhigen Grund. Aber die stämmige 45 mm-Vorderrradgabel mit ihrem 130 mm Federweg und die hintere Federung mit ihren 100 mm Federweg stecken das Geschaukel gutmütig weg.
Auf dem Weg zur Burg, geht es teilweise bergab und ich muß zum ersten Mal fester in die Bremse greifen und die Doppelscheibenbremse vorne (mit 6 Bremskolben!!!) und die Einfachscheibe hinten mit nur 4 Bremskolben, machen ein dosiertes Verzögern bishin zur Gefahrbremsung möglich. Übrigens werden die Bremsen gleichzeitig per Integral-Bremssystem betätigt. Ansonsten fahre ich diesen Dampfhammer recht enstpannt und mit breiten, aber erholten Armen, falle ich von einer Kurve in die Nächste und ich bekomme so richtig den Drive heraus, bis doch tatsächlich die Fußrasten am Asphalt kratzen und ich rufe mich wieder zur Besinnung.
Für die Optik hat man einiges getan und sogar die Stoßdämpfer chromverblendet, allerdings hätten mir auch Speichenräder für die 18 Zoll-Felge vorne und 16 Zoll-Felge hinten, gefallen, auch wenn man sich hier tot putzt. So gibt es leider nur die Alugußfelgen. Vorne waren 130er Reifen, hinten "geradeausfahrfreundliche" 180er Reifen, welches auch das Aufbocken auf dem Hauptständer erleichtert. Manche verfügen ja nur über Seitenständer, aber das ist mir bei diesem Gewicht zu suspekt. Fazit:
Mit Packtaschen bepackt, ist dieses Motorrad ein bequemer Reisegefährte mit Leistung satt. Die offene Version liegt bei über 130 PS und in Deutschland begnügt man sich mit 98 PS, aber das tut dem Fahrspaß keinen Abbruch. Das Fahrverhalten ist gutmütig und entspannt. Die Beinposition für Fahrer bis 180 cm herrlich und das Handling trotz der 320 kg beherrschbar. Mein alter Chopper, hat eine Sissybar, aber auf diesem langestreckten Kraftprotz, würde das eher komisch aussehen. Knapp 190 km/h kann man erreichen, aber die Knie flattern dann schon bedenklich im Wind und man wird durchgeschüttelt. Das beste Tempo lag zwischen 110 km/h und 140 km/h. Zudem hat man natürlich wegen der breiten, aber angenehmen Lenkposition seinen Körper gegen den Wind gestellt und hat CW-Werte, wie der Buckingham-Palace. Ein untypischer Japaner, der wartungsarm ist, dank selbsteinstellender, hydraulischer Ventilstößel. Die Beschleunigung ist für mich nicht beherrschendes Argument, liegt aber bei knapp 5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Bei ausgegelichener Fahrweise, reicht der 17 Liter Tank mit seinen zusätzlichen 3 Liter Reserve für ca. 450 km, was einem Mal ununterbrochen cruisen läßt. Die "Lenorfläschen" anderer Chopper, waren kurz nach dem Start schon halb leer. Bei soviel Leistung, sorgt nur ein wichtiges Argument für getrübte Freude, nämlich der Preis. 16.190,00 Euro, dafür bekomme ich ein anständiges Auto und so blieb es leider nur bei einem Wochenendtrip. Schade, da hätte mehr daraus werden können und wir beide hätten die Welt entdecken können. Aber ich hätte wohl kein Geld für Benzin mehr.
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27.02.2002 20:37
du soltest dir vielleicht mal ein Rechtschreibprogramm besorgen, weil da als mal ein paar kleine Rechtschreibfehler sind. (und - - - - - - - - *klick* :-)
22.02.2002 15:33
Das ist nix für mich, da kann ich nicht soviel mitnehmen!! Da entspeche ich genau dem Frauenvorurteil (oder Männer.. wie man das sehen möchte!)!! Gruß Ina
21.02.2002 15:16
Ich habe ja irgendwie Schiss mit so einem Teil zu fahren / mitzufahren. Das heißt aber nicht, dass ich es noch nie getan habe. :-)) Grüße von Christa