Varadero - so muss ein Achtellitermotorrad sein!
04.07.2007
Pro:
Optik, Sitzkomfort, Verbrauch ( + Tankinhalt), Soziusplatz
Kontra:
Preis (Neu), Beleuchtung
Empfehlenswert:
Ja
 FirstVice
Über sich:
Mitglied seit:13.06.2007
Erfahrungsberichte:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 15 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Übersicht 1) Wie kam ich zu dieser Maschine 2) Einige wichtige Details + Drossel 3) Fahrverhalten 4) Optik 5) Handlichkeit 6) Der Alltag... 7) Fazit
1) Wie kam ich zu dieser Maschine? Nun, nachdem ich meinen Führerschein der Klasse A1 in der Tasche hatte, brauchte ich noch ein geeignetes Motorrad. Zuerst war ich von der Honda Shadow 125 sehr begeistert wegen der großen Fülle an Zubehör und wegen der chromunterlegten Optik, allerdings kam diese wegen der reellen Größe schon nichtmehr in Frage (1,85m Körpergröße). Etwas anderes musste her - was bequemes. Nachdem ich verschiedene Naked- und Tourerbikes probegefahren habe (z.B. YBR 125, TDR 125 etc. ...) kam ich auf die Varadero - anfangs ein wenig abstoßend wegen der gewöhnungsbedürftigen Optik, allerdings überzeugte mich der Sitzkomfort und die guten Eigenschaften sofort. 2800 Euro für eine technisch einwandfreie Varadero Baujahr 2004 mit 12000 Kilometern vom Händler mit eingebauter Drossel (dazu gleich mehr). Der Neupreis beträgt ca. 4700 Euro - dazu kommen noch die Kosten für die Zulassung und die Drossel - man kann also mit 4900 Euro für eine neue Varadero Modell 2007 (es gibt bedeutene Unterschiede!) rechnen.
2) Einige wichtige Details + Drossel Die Maschine besitzt über eine Leistung von ca. 15 PS und eine reelle Höchstgeschwindigkeit laut Fahreraussagen (ich darf sie ja nur gedrosselt fahren) von ca. 115 km/h, trotz des hohen Trockengewichts von ca. 150 Kilogramm! Die Sitzhöhe für den Fahrer beträgt 80 cm, was für Personen ab 1,80m Körpergröße perfekt ist - lange Beine natürlich vorrausgesetzt. Die Maschine verfügt über einen 2 Zylinder 4 Takt Motor der optisch gut zum Vorschein kommt. Die Varadero bietet ein 5-Ganggetriebe - die Gänge sind gut und komfortabel für eine 125er übersetzt - der erste Gang reicht bis ca. 30 km/h, der 2. bis 50 km/h. Der 3. Gang ist für den Stadtverkehr gut, außerorts sollte man schon den 4. oder 5. in Betracht ziehen. Die Maschine zieht bei richtiger Drehzahl (ab 6000-7000 Umdrehungen) sehr passabel, eine Reisegeschwindigkeit von 70-80 km/h ist relativ schnell erreicht.
Da man mit 16 Jahren noch gedrosselt fahren muss, habe ich das Motorrad via Gasschieberanschlag drosseln lassen. Die Drossel besteht aus 2 13mm-Plastikringen die in den Vergaser reinkommen. Bei guter Wetterlage und warmgefahrendem Motor erreicht die Varadero gut und gerne 90km/h auf ebener Strecke, bei Gegenwind erfüllt die Drossel ihren Zweck und hält das Motorrad unter der 85km/h Grenze. Die Varadero kann man auch via CDI (elektrische Zündbox) drosseln - da gibt es 2 Varianten, einmal die Geschwindigkeitsdrossel und die Drehzahldrossel, die bei ca. 9000 Umdrehungen zumacht. 3) Das Fahrverhalten
In den Kurven zeigt sich die Varadero von ihrer besten Seite - ohne Komplikationen taucht die Varadero in die Schräglage ein und kommt auch genau so wieder raus. Durch die aufrechte Sitzposition hat man einen guten Überblick. Die vom Werk montierten Spiegel sind zwar nicht schön, bieten aber einen guten Blick nach hinten und lassen sich auch leicht verstellen, was während der Fahrt vielleicht mal notwendig wird - aber nur dann, wenn man keine anderen dadurch gefährdet. 4) Die Optik
Die XL 125 V Varadero hat eine Ähnlichkeit mit der XL 1000 V - ihrer großen Varadero-Schwester. Die Verkleidungsblinker und der Doppelscheinwerfer lassen laien sicher nicht vermuten, das es sich um eine 125er handelt - das äußere der Maschine lässt dies auch nicht vermuten. Spätestens beim Selbsttest merkt man bei einer ungedrosselten, das es sich um keine große handelt, denn die Höchstgeschwindigkeit, wie bereits erwähnt, von 115 km/h spricht nicht für eine 600er Maschine. 5) Handlichkeit
Durch ihr relativ hohes Leergewicht von ca. 150 Kilogramm fällt einem das rangieren in Einfahrten, Parkplätzen oder Garagen nicht besonders leicht, dazu kommt auch noch der "Nachteil", das sie sehr groß ist. Spätestens wenn man auf der Straße ist, merkt man diese Nachteile kaum noch - auch die Bedinung der Maschine fällt nicht besonders schwer. Der Tacho, der meiner Meinung nach noch realistisch designed ist (beim 04er Modell), geht bis maximal 140 km/h. Auch ein Drehzahlmesser ist vorhanden, allerdings wird man den roten Bereich mit der Spitze von 14.000 Umdrehungen nicht erreichen, ab ca. 12000 Umdrehungen wird automatisch zugemacht. Neben diesen beiden Anzeigen gibt es noch eine Blinkeranzeige (seperat für links und rechts), eine Anzeige für Neutral und eine Anzeige für Fernlicht - dann noch ein kleines LCD Display für Kilometerstand (Tages und Total) , Uhrzeit und Motortemperatur. 6) Der Alltag
Die Varadero habe ich mir vorrangig zugelegt, um morgens den langen Schulweg zu überbrücken, der immerhin (ein Weg) 6km beträgt. Mit dem Bus, der auch meistens zu spät ankommt, sind es auch gute 40 Minuten. Die Varadero startet auf Knopfdruck immer zuverlässig. Der Choke ist fast überflüssig - er wird nur gezogen, wenns wirklich kalt ist. Die Maschine wird nach ca. 2km Fahrzeit warm - die LCD Anzeige zeigt dann 4 Balken an - mehr werden es auch meistens nicht. Spätestens nach 450km (wenn man sparsam fährt) steht ein Besuch an der Tankstelle an - 17,7 Liter fasst der Tank inkl. Reserve (die auch für ca. 70km reicht). Ein Verbrauch zwischen 3 und 4 Litern ist für eine so schwere Maschine mehr als gut - dabei schluckt sie nur Normalbenzin. Ein Motorölwechsel sollte jährlich bei der Inspektion (je nach Nutzung - ca. 8000 km) gemacht werden. 7) Fazit
Ich muss sagen - ich bin stolz darauf, diese Varadero zu fahren. Ich habe die Zulegung bis jetzt nicht bereut - ich kann jedem dieses Motorrad empfehlen, der mehr will als Roller fahren. Alles in allem eine gute Maschine, die ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis bietet. Das einzige wirkliche Manko ist der Scheinwerfer - die verbauten Lampen bieten im Dunkeln nicht wirklich viel Ausleuchtung. Abhilfe schafft der Einbau von Halogenbirnen , die allerdings ein wenig teurer sind.
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29.12.2007 14:33
Klasse bericht, ich fühle mich da sehr angesprochen :) weil ich aus dem selben grund die Varadero zugelegt habe. Blos mein Schulweg beträgt 22km :).
04.07.2007 16:37
Guter Bericht! LG Anja
04.07.2007 14:37
Ein sehr Hilfreicher Erstbericht LG Georg ;-))