Hostile Waters

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... Der DVD-Film „Hostile Waters“ kostete zusammen mit 9 leeren DVD-Boxen noch ganze 2,99 Euro; da ein Paket Leerboxen normalerweise schon alleine fast so viel kostet, dürften die Kosten für den Film noch bei etwa 50 Cents liegen. Bei diesem geringen Preis war es ja fast schon egal, wie gut der ... Bericht lesen





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Vollgelaufener Russe
Erfahrungsbericht von vonFalkenberg über Hostile Waters
23.07.2004


Produktbewertung des Autors:   

Humor wenig humorvoll 
Spannung ziemlich spannend 
Anspruch anspruchsvoll 
Action: geht so 
Romantik: null 

Pro: Rutger Hauer, Verzicht auf Propaganda
Kontra: Keine Frauen an Bord  * grins *

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Als ich kürzlich in der DVD-Abteilung eines Kaufhauses nach Futter für den verregneten deutschen Sommer suchte, stolperte ich über ein Angebot, welches ich zunächst kaum glauben konnte. Der DVD-Film „Hostile Waters“ kostete zusammen mit 9 leeren DVD-Boxen noch ganze 2,99 Euro; da ein Paket Leerboxen normalerweise schon alleine fast so viel kostet, dürften die Kosten für den Film noch bei etwa 50 Cents liegen. Bei diesem geringen Preis war es ja fast schon egal, wie gut der Film sein würde. (Aber wirklich nur FAST egal; einem weiteren Paket lag ein Film mit der Terror-Familie „Flodder“ dabei, und das habe ich mir nun wirklich nicht auch noch angetan.) Ich bin nun um eine Menge nutzloser Leerhüllen und um einen durchaus annehmbaren Film reicher, bin also zufrieden gestellt.

Zur Handlung: Mitten im kalten Krieg stoßen vor der amerikanischen Ostküste ein sowjetisches und ein amerikanisches Atom-U-Boot zusammen. Während dem amerikanischen Boot dabei weiter Nichts passiert, haben die Russen deutlich weniger Glück: es kommt zu einer Explosion im Raketensilo, und der entsetzten Besatzung wird klar, wie kurz sie vor einer entsetzlichen Katastrophe stehen. Sollten die entstandenen Brände eine Atomrakete zünden oder einer der Atomreaktoren durchbrennen, würden weite Gebiete Nordamerikas atomar verseucht! Ein solches Szenario würde nicht nur die amerikanische Ostküste, sondern auch den Weltfrieden gefährden...

Man merkt dem Film an, das er NACH dem Ende des kalten Krieges entstanden ist; wohl selten halt man in einer amerikanischen Produktion Militärangehörige des russischen „Reiches des Bösen“ (Originalton des ehemaligen Präsidenten Ronald Reagan) derart vorurteilsfrei dargestellt. Selbst der KGB-Offizier an Bord ist keineswegs der fanatische Spinner oder gar menschenverachtende Leuteschinder üblicher Hollywood-Machart, sondern wird recht fair behandelt. Er macht einen schwierigen Job, und den durchaus auf akzeptable Art und Weise.

Ebenso wenig wird die russische Technik als „Schrott“ abqualifiziert, was ja ebenfalls einbeliebtes Stereotyp westlicher Vorstellung darstellt. Das Schiff hält aus, was es aushalten sollte. Der Unfall wird durch eine Verkettung ungünstiger Zufälle ausgelöst, und eine solche Explosion an Bord hätte auch westlicher Spitzentechnologie den Rest gegeben. Diesen objektiven Umgang mit dem ehemaligen Gegner fand ich jedenfalls schon mal recht angenehm.

Auf dem Cover werden Rutger Hauer und Martin Sheen gleichberechtigt als Darsteller genannt; der sichtbar gealterte Sheen spielt den amerikanischen Kommandanten und kommt im Vergleich zu Hauer insgesamt ziemlich schlecht weg. Er spielt nur eine Nebenrolle, was ich schade fand. Er hätte durchaus Mehr von sich zeigen können. Aber im Film dreht sich dann doch Alles um Rutger Hauer, welcher als russischer Kapitän ständig unter Dampf steht und so der Dreh-und-Angelpunkt der Handlung wird. Und Rutger macht seine Sache erwartungsgemäß auch recht zufriedenstellend.

Auf Frauen wird in diesem Spektakel übrigens so gut wie vollkommen verzichtet; U-Boote sind nun mal Spielzeug für Jungs. Vielleicht war dies ja der Grund, warum der Film an der Kinokasse derartig floppte und wegsackte wie ein vollgelaufenes U-Boot? Oder kann ein westliches Publikum mit dem Lob für einen russischen Marineoffizier einfach Nichts anfangen?

Der Film hätte sicherlich ein besseres Schicksal verdient; ich fand ihn (schon wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses) jedenfalls recht gut. Die Konzentration auf fast einen einzigen Handlungsort macht den Film fast schon zu einem Kammerspiel. Hauptperson ist genau genommen das Schiff, und irgendwie musste ich Vergleiche zu dem letztlich so hochgelobten "Master & Commander" ziehen. Wo bei "Master und Commander" die halbe Welt bereist wird und Trauminseln ins Bild gerückt werden, genügt dem Film hier der Blick in die Kommandozentrale und die Technikbereiche des Bootes. Ein U-Boot hat nun mal kein Sonnendeck...

Einen Oskar würde ich dem Film zwar nun auch wieder nicht geben, aber zur Unterhaltung an einem verregneten Nachmittag taugt er allemal besser als so mancher andere Film dieses Kinosommers...

Mit irgendwelchen Extras braucht man bei der DVD übrigens nicht zu rechen; es gibt den Film, und das war es auch schon. Aber mir hat das auch genügt...

P.S.: Diese Rezi erschien bereits in der x-zine.de, stammt aber trotzdem von mir...   

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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich

sehr hilfreich
01.01.1970

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