Hotel Absheron, Baku

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Hotel Absheron, Baku

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Erfahrungsbericht über "Hotel Absheron, Baku"

veröffentlicht 06.09.2008 | negendank
Mitglied seit : 21.11.2003
Erfahrungsberichte : 611
Vertrauende : 70
Über sich :
Seit es keine sinnvollen Kommentare mehr gibt, habe ich mich neu orientiert. Ich kann auch anderswo posten...
Ausgezeichnet
Pro Die Lage ist fast ideal.
Kontra Hier spricht man Russisch.
sehr hilfreich

"Ideal bei der Einreise"

Das Hotel Absheron in seiner gesamten Ansicht.

Das Hotel Absheron in seiner gesamten Ansicht.

Diesmal war es eine sehr einfache Entscheidung. Ich wollte unbedingt nach Aserbaidschan reisen und die Anreise ist praktisch nur über die Hauptstadt Baku möglich. Außerdem muss man sein Zimmer im Voraus reservieren. Dazu meine Empfehlung: Google - Baku - Hotel und das möglichst in allen Sprachen. Verständliche Webseiten erhält man vor allem in englischer Sprache und dort sind die Preise in US-Dollar angegeben. Also, das Hotel Absheron verlangt 80 USD pro Nacht und das war das günstigste Angebot, das ich überhaupt finden konnte. Zudem hatte ich einen günstigen Wechselkurs und nach meiner Rechnung komme ich auf 51 Euro pro Nacht. Zwar zahlt man das bei uns auch, doch zumindest im Internet vermochte ich nichts billigeres finden.

Dahinter steckt folgende Überlegung. Ich war das erste Mal in Aserbaidschan und zum Zeitpunkt meiner Buchung kannte ich die Qualität der dortigen Hotels noch überhaupt nicht. Es gibt auch solche, die 400 Dollar pro Nacht verlangen und wäre ich dort enttäuscht, dann hätte ich gleich 400 kaputt gemacht. Wenn ich schon mein Geld riskiere, dann setze ich lieber 80 als 400 aufs Spiel.

Da greife ich schon vor und sage, dass ich meine 80 Dollar - sprich 51 Euro - keineswegs in den Sand gesetzt habe. Das Hotel ist sein Geld wert - zumindest, wenn man mit deutschen Preisen vergleicht. Der Preis ist also bekannt und nun setze ich fort. (Es sei denn, die Preise ändern sich in Zukunft und dann müsste man erneut recherchieren).

DIE ANFAHRT

Die Entfernung zum Flughafen beträgt ungefähr 30 km und mitgebucht hatte ich einen Transfer, der hin und zurück 30 USD beträgt. (Nach meiner Rechnung 20 Euro). Im Internet hatte ich gelesen, dass der Weg vom Flughafen zur nächsten Bushaltestelle 15 Minuten zu Fuß beträgt und bei 40 Grad Hitze, dazu noch mit einem schweren Koffer, wollte ich mir das nicht antun. Die Taxifahrer sind wiederum dafür bekannt, dass sie von Ausländern Mondpreise verlangen.

Dann lieber Transfer, wobei ich die Kosten von 20 Euro nicht unbedingt übertrieben finde. So wurde ich am Flughafen abgeholt und direkt am Eingang des Hotels wieder abgesetzt. Das fand ich am bequemsten und diesen Transfer möchte ich auch weiter empfehlen.

Vor meiner Abreise übernachtete ich nochmals in diesem Hotel und zu der Zeit kam ich aus entgegengesetzte Richtung. Dazu ein wichtiger Hinweis für den Fahrer. Dieses Hotel liegt direkt gegenüber des Hafens. Der Name "Absheron" bezieht sich nämlich auf eine Halbinsel und das kann leicht zu Verwechslungen führen. Dagegen gibt es nur einen Hafen und jeder Einheimische in Baku weiß, wo der liegt.

DIE ARCHITEKTUR

Der Kasten ist riesig groß und erinnert schon etwas an die Gigantomanie sowjetischer Zeiten. Doch keine Sorge. Dieses Hotel wurde erst kürzlich renoviert und genügt durchaus westlichen Ansprüchen.

Natürlich sind die Außenwände aus Beton, doch dieser ändert sein Aussehen je nach Tageszeit. Rötlich am Morgen - weiß am Mittag - und honiggelb in der Abendsonne.

Der Kasten ist rechtwinklig abgeflacht und steht seitlich zum Meer. Deshalb hat kein Zimmer Meerblick. Das kaspische Meer sieht man nur aus einem Fenster am Ende des Flures.

DER EINGANG

Man betritt das Hotel durch eine Drehtür. Vor allem im Sommer ist es angenehm kühl. Man wechselt von schweißtreibenden 40 Grad außen zu angenehmen 20 Grad innen. Der gesamte Kasten ist vollständig klimatisiert.

Das ganze Foyer wirkt riesig und auch sowjetisch. Fußböden und Wände sind mit schwarzgrauen Steinfliesen verkachelt, die wie eine Mischung aus Granit und Marmor wirken. Diese Fliesen sind blank poliert und somit wirkt die Empfangshalle pico bello sauber.

Obwohl man in einen riesigen Empfang kommt, kann man die Rezeption kaum verfehlen. Diese befindet sich direkt in der Mitte. Dort erhält man seinen Zimmerschlüssel in Form einer Chipkarte, wie es in immer mehr modernen Hotels üblich ist.

Es gibt vier Aufzüge, die sich ebenfalls in der Mitte befinden. Dazu muss man nur wissen, dass in Russland das Erdgeschoss bereits als "erster Stock" bezeichnet wird. Die Zählung im Aufzug fängt bei eins an und nicht wie bei uns bei Null. Rechnerisch sind es 16 Stockwerke, doch da wir das Erdgeschoß nicht mitzählen, wären es nach unserer Rechnung nur 15.

Von den vier Aufzügen sind zwei unbeschriftet und werden seltener benutzt. Dafür kommen diese Aufzüge schneller und ich bin meistens mit den unbeschrifteten Aufzügen gefahren.

DIE ZIMMER

Diese erreicht man nur über längere Korridore, wobei niedrige Zimmernummern eher in Richtung des kaspischen Meeres deuten, während sich höhere Zimmernummern eher auf der Landseite befinden.

Die Einrichtung sieht zunächst orientalisch kitschig aus, doch bei näherer Betrachtung erweist sie sich als zweckmäßig. Es wird nicht zwischen Einzel- und Doppelzimmern unterschieden und im Allgemeinen findet man ein französisches Bett. Die Oberdecke schillert in verschiedenen Pinktönen, doch zieht man diese ab, dann kommt eine baumwollene Decke zum Vorschein und diese sollte im Sommer auch genügen. Das Kopfkissen ist üppig und das Bett weder zu hart noch zu weich. Ich habe gut darin geschlafen.

Es gibt mehrere Wandschränke, in denen man seine Kleidungsstücke unterbringen kann. Dazu einen kleinen Fernseher, der allerdings nur 10 Kanäle empfangen kann. Diese sind wahlweise aserbaidschanisch, russisch oder türkisch. Ich habe keinen westlichen Sender gefunden. Die so genannte "Minibar" ist ein leerer Kühlschrank, der auf persönlichen Wunsch eines Gastes aufgefüllt wird. Ich habe davon keinen Gebrauch gemacht und somit den Kühlschrank nicht genutzt.

In diesem Hotel übernachtete ich zweimal. Einmal direkt nach meiner Ankunft und dann wieder vor meiner Abreise. Somit habe ich zwei unterschiedliche Zimmer kennen gelernt. Im einen gibt es einen Tisch in normaler Größe und dazu zwei Stühle. Im anderen dagegen einen niedrigen Couchtisch und dazu zwei gepolsterte Hocker. Das war der einzige Unterschied, den ich feststellen konnte.

Teilweise wird noch behauptet, dieses Hotel habe unterschiedliche Zimmerpreise. In der Qualität der Zimmer habe ich keinen wesentlichen Unterschied bemerkt und deshalb empfehle ich die billigste Preisklasse. Wer mehr bezahlt, der wird kaum einen Vorteil haben.

DAS BAD

Beide Badezimmer, die ich benutzt habe, sind in weißer Farbe gefliest. Die Badezimmer wirken sehr hygienisch und ich nehme mal an, dass sie täglich gereinigt werden. Allerdings sind die Badezimmer recht klein, denn die Hälfte des Raumes wird jeweils von einer Badewanne eingenommen. Dazu gibt es ein Waschbecken und ein WC wie bei uns. Den Wert lernt man erst zu schätzen, wenn man einmal außerhalb des Hotels "musste". Sonst sind aserbaidschanische Toiletten orientalisch und teilweise zeichnen sie sich durch einen fürchterlichen Gestank aus. Soweit das geht, empfehle ich, die Notdurft so einzuteilen, dass man das Geschäft im Hotel verrichtet.

DAS PERSONAL

An der Rezeption kann man sich notdürftig auf Englisch verständigen. Sonst läuft der Service geräuschlos im Hintergrund und alles notwendige wird getan. Zwar bemerke ich die russische Sprache im Kontra, doch persönlich war ich davon nicht betroffen. Dafür kenne ich die Sache aus anderen Hotels. Ich habe ein Problem, das ich erklären muss und auf einmal versteht das Personal kein Englisch. Somit werde ich mit meinem Problem alleine gelassen. Rein theoretisch hätte das im Hotel Absheron auch geschehen können. Nur habe ich den Fall praktisch nicht erlebt.

Ohne Kenntnisse der russischen Sprache verhält sich das Personal recht distanziert. Also, man holt sich beim Empfang die Magnetkarte ab, findet sein Zimmer, öffnet die Tür und ab dem Zeitpunkt sollte man alleine zurecht kommen.

DIE HOTELBARS

Es gibt zwei Bars im Hotel. Eine im Erdgeschoss (russisch erster Stock) und eine im zweiten Stock (russisch dritter Stock). In der oberen Bar läuft ständig der Fernseher und das ist ein russischer Sender. Somit weiß man, wer hier die Zielgruppe ist: Russen, die in Aserbaidschan zu tun haben. Diese wollen nicht nur ihre Sprache sprechen, sondern auch Nachrichten aus ihrer Heimat mitbekommen.

Beide Bars sind eindeutig überteuert und das erkennt man recht schnell, sobald man mal Preise in der Umgebung vergleicht. Deshalb gibt es nur wenige Gäste an der Bar und die Bedienung hat viel Zeit für Gespräche. In Aserbaidschan gibt es noch ziemlich eine Trennung der Geschlechter. In der unteren Bar bedienen Männer und dort kann man von Mann zu Mann reden. In der oberen Bar bedienen Frauen und dort kann man von Frau zu Frau reden. In beiden Fällen lohnt sich der Besuch nur, falls man der russischen Sprache mächtig ist. Das Personal kennt Baku sehr genau und kann vielerlei Tipps und Ratschläge erteilen. Wenn man davon Gebrauch macht, dann kann man praktisch das Geld einsparen, das man an der Bar zuviel ausgegeben hat.

DAS FRÜHSTÜCK

Der Frühstücksraum befindet sich im obersten Stock und von da aus hat man eine wunderbare Aussicht über Baku. Leider sind die Fenster schmutzig und deshalb habe ich von oben keine Photos gemacht. Das Frühstück ist nicht im Preis inbegriffen und kostet 7 Manat extra. Das rechne ich ungefähr mit 5 Euro um - je nachdem, wie man tauscht.

Das Frühstück wird von 7:00 bis 12:00 Uhr angeboten. Es gibt ein Buffet, das ähnlich wie bei uns aussieht. Gegessen bzw. gesehen habe ich: Weißbrot, Toast, Kuchen, Butter, Marmelade, Wurst, Käse und vor allem Schafskäse, Tomaten, Gurken, Melonen, Joghurt und Müsli. Kaffe oder auch Tee kann man sich in beliebiger Menge vom Automaten holen. Übrigens ist das einer der wenigen Orte in Aserbaidschan, wo man Kaffee bekommen kann. Sonst wird immer nur Tee getrunken.

Essen darf man in beliebiger Menge. Eines Morgens hatte ich mir gedacht, dass ich mir das Geld für das Frühstück sparen könnte. Fehlanzeige! In der näheren Umgebung gibt es kein Lokal, das morgens schon geöffnet hätte.

In einem der unteren Stockwerke erblickte ich eine Tür, die einem Restaurant täuschend ähnlich sieht. Das ist die Kantine für das Personal. Hotelgäste bekommen dort nichts zu essen. Für weitere Mahlzeiten muss man sich anders orientieren. Hier bekommt man faktisch nur die Übernachtung und Frühstück gegen Aufpreis.

DER SOUVENIRLADEN

Dieser befindet sich im Foyer und ich erwähne ihn nur der Vollständigkeit halber. Die Souvenirs sind kitschig und überteuert. Man kann dort Geld tauschen - wenn auch zu einem sehr schlechten Kurs. Ein Euro wird gleich einem Manat gerechnet. Empfehlenswert ist ein Stadtplan für Baku, der mit 5 Manat = 5 Euro ebenfalls überteuert ist, doch so hat man eine Orientierung.

DIE LAGE

Für einen Touristen ist die Lage fast ideal. Es gibt nur einen Schönheitsfehler. Hin zum kaspischen Meer muss man eine Schnellstraße überqueren, wobei die Autofahrer keinerlei Rücksicht auf Fußgänger nehmen. Wer ungefährdet hinüber will, der muss eine Verkehrslücke abpassen und die Geschwindigkeit der herankommenden Fahrzeuge genau abschätzen. Eine Ampel wäre hier sehr hilfreich gewesen, doch dafür kann das Hotel nichts.

Wenn man diese Gefahr überstanden hat, dann kommt man zum Hafen, der für unsere Begriffe winzig ist. Das kaspische Meer ist ja auch ein Binnensee und hier fahren nur wenige Schiffe. Die Uferpromenade ist gleichzeitig mit dem Stadtpark verbunden und hier kann man sehr schön bummeln. Es gibt einige Gartenlokale, welche zum Ausruhen einladen und diese bieten auch warmes Essen. Damit ist auch die Frage beantwortet, wie man sich mittags und abends verpflegen möchte.

Diese Promenade - auf russisch "bulvar" genannt - führt nach ca. zwei Kilometern zur historischen Altstadt. Darauf gehe ich nur kurz ein. Die historische Altstadt von Baku - am leichtesten am Rundturm zu erkennen - zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO und wurde kürzlich zum "gefährdeten" Kulturerbe zurückgestuft. Die historischen Bauten werden nämlich zweckentfremdet. Darin befinden sich teilweise Restaurants der obersten Preisklasse, teilweise Banken, teilweise Behörden und nicht zuletzt Teppichhändler, die ihre Teppiche auch noch zum Verkauf auf offener Straße ausbreiten.

Was die Bedeutung er Bauwerke anbelangt, bekommt man direkt vor Ort null Information. Dafür gibt es bei Wikipedia einen guten Artikel, welcher die Bauwerke erklärt. Deshalb meine Empfehlung: wer schon das Hotel Absheron ansteuert und sich einen halben Tag Zeit nimmt, der gelangt bequem in die Altstadt. Zur Vorbereitung sollte man den Artikel von Wikipedia ausdrucken und auf der Reise mitnehmen.

FAZIT

Denjenigen, die in Aserbaidschan niemanden kennen - bei Ciao dürfte das wohl die Mehrheit sein - und denjenigen, die außer Baku keinen anderen Ort der Einreise kennen, möchte ich das Hotel Absheron eindeutig empfehlen. Nach aserbaidschanischen Maßstäben ist es zwar nicht gerade billig, doch wenn man auf Reservierungen im Internet angewiesen ist, dann gibt es auch keine billigere Lösung.

Nur einen Hinweis gebe ich noch für die Zukunft. Aserbaidschan ist buchstäblich ein Land im Aufbau. Das sieht man anhand der großen Zahl halbfertiger Neubauten. So könnte sich auch das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten zukünftig ändern. Deshalb meine Empfehlung: bevor man sich endgültig für das Absheron entscheidet, lieber erst mal im Internet recherchieren.

Community Bewertungen

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • ytraveller veröffentlicht 03.11.2008
    Hört sich gut an. Die Zimmer sehen zwar etwas spartanisch aus, sind aber sicherlich völlig ausreichend. Die schier unüberwindbaren Schnellstraßen in der GUS sind echt furchtbar. LG, Stephan
  • leonardo500 veröffentlicht 23.10.2008
    Das ist ein Hotelbericht, der mir ausgesprochen gut gefällt. Hier werden nicht nur die üblichen Punkte abgehakt sondern auch unterhaltsame Erklärungen hinzugefügt. War mir ein Vergnügen, bei dir zu lesen :o) Liebe Grüße von Saskia
  • thearcadefire veröffentlicht 05.10.2008
    Beim Bericht über Aserbaidschan hattest Du das Thema Kreditkarten angesprochen und auch geschrieben, was Deine Reise kostete bzw. wie dort die Zahlung war, dennoch würde mich interessieren, ob Du in dem Hotel mit Kreditkarten zahlen konntest oder eher per Cash dann das Geld für das Frühstück bzw. für die Getränke in der Bar bezahlen mußtest, zudem, falls per Cash, ob ausschließlich in der Landeswährung Manat oder auch in Euro oder USD$ Gegenwert ??? Guter Tipp aber dafür, daß man auf dem "Bulvar" dann Speisen und auch so ein wenig Ausruhen kann ... Zum Rest, d.h. günstigere Hotels oder Alternativen bleibt "nur" zu sagen, Abwarten und sehr viel Tee trinken (oder eigentlich, Abwarten und die Aserbaidschaner ihren Tee längere Zeit genießen lassen), lol ... Gruß, Sven
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Produktdaten : Hotel Absheron, Baku

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Kontinent: Asien

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