Erfahrungsbericht über "Hotel Cooee One Resort Aquapark & Spa, Monastir"

veröffentlicht 21.02.2017 | cpschueler
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Über sich :
...auf anderen Portalen schreibe ich auch unter anderem Namen. Also nicht gleich die Panik kriegen. Alles ich. Hoffentlich.. ;-)
Durchschnittlich
Pro Frisch renoviert. Direkt am Strand. Aqua-Park, mehrere Pools, Abendunterhaltung.
Kontra Das gesamte Konzept wurde nur halbherzig umgesetzt...
besonders hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Service
Essen & Trinken
Atmosphäre

"AUF die SCHNELLE - DAS DING war 'ne EINZIGE BAUSTELLE...!!!"

Der Haupt-Pool des Hotels war wohl noch der schönste Foto-Platz im gesamten Hotel...

Der Haupt-Pool des Hotels war wohl noch der schönste Foto-Platz im gesamten Hotel...

ZWISCHEN URLAUBS-LUST und TERROR-FRUST

EIN PAAR WORTE zum URLAUBSLAND


Tunesien. Nordafrika. Eigentlich ein tolles Urlaubsland. Endlose weiße Sandstrände, die meiste Zeit im Jahr schönstes Sommer-Wetter, günstige Preise und historische Attraktionen mit absolutem Erlebnis-Charakter. Dazu nur knappe zwei Flugstunden von Deutschland entfernt. Mehr kann man sich doch gar nicht wünschen.

Leider ist Tunesien aber eher durch seine zahlreichen Probleme in aller Munde. Kriminelle Immigranten, Unruhen nach dem Arabischen Frühling und Terror-Anschläge bei denen man es vor allen Dingen auf unbekümmerte Ausländer abgesehen hat, die doch eigentlich nur die "schönsten Wochen des Jahres" an der Mittelmeerküste verbringen wollen.

Ich wollte Tunesien einfach mal "eine Chance" geben. Denn aus früheren Jahren hatte ich die Gegend noch positiv in Erinnerung. Also entschied ich mich für ein Sonderangebot von ITS-DerTour. Genauer gesagt für das COOEE One Resort Aqua Park & Spa. Neueröffnung. Neue Marke. Top-Leistung. So wurde es jedenfalls im Katalog mir markigen Worten versprochen.

Die Ankunft auf dem Flughafen Enfidha-Hammamet fand in den späten Abendstunden statt und trotz der schieren Größe dieses Airports waren wir das einzige Flugzeug weit und breit. Die Abfertigung lief entsprechend schnell. Nur bis sich am Ende die Fahrgäste im bis zum letzten Platz voll besetzten Bus eingefunden hatte, dauerte es eine Weile. Hotel für Hotel wurde abgeklappert. Bis nach etwa zwei Stunden endlich "mein" Hotel an der Reihe war.


HAT man AUCH KEIN GELD wie HEU macht man AUS ALT einfach NEU

ALLGEMEINE INFORMATIONEN zum HOTEL


Das COOEE One Resort Aqua Park & Spa ist ein vor kurzer Zeit neu eröffnetes Hotel in Monastir. Es verfügt über 486 Zimmer. Die meisten Zimmer befinden sich über die sehr weitläufige Anlage verteilt in einstöckigen, eng aneinander gereihten Bungalows. Allerdings handelt es sich beim Hotel nicht um einen Neubau. Vielmehr hat der Besitzer ein uraltes, bereits seit mehreren Jahren geschlossenes Hotel nur aufgekauft, umbenannt und oberflächlich renoviert, sowie durch einen kleinen Aquapark ergänzt.

Das COOEE One Resort war selbst Wochen nach der Eröffnung noch eine einzige Baustelle mit unendlich vielen Stolperfallen. Von den im Katalog (its/dertour) mit hochtrabenden Worten versprochenen Leistungen wurde quasi nichts eingehalten. Selbst die vom Reiseveranstalter gezeigten Konzept-Fotos stimmten in keiner Weise mit dem realen Hotel überein.

Als Standard bietet das Cooee One Resort sämtlichen Gästen ein "Ultra Alles Inklusive" Paket. Ein typisches All-Inclusive Armband muss von den Urlaubern allerdings nicht getragen werden. Die Gästestruktur bestand bei meinem Besuch aus einer bunten Mischung vieler Nationalitäten und fast jeden Alters. Wobei die Gruppe der Engländer und Russen deutlich in der Überzahl war. Was besonders während der allabendlichen Besäufnis-Orgien an den Bars des Hotels zum Vorschein kam.


NUR der PLATZ am STRAND war HIER GALANT

LAGE und UMGEBUNG


Das COOEE One Resort Aqua Park & Spa befindet sich in der Mitte zwischen den Ortschaften Sousse und Monastir. Ein Gebiet das man durchaus mit Begriffen wie "Einöde" und "Niemandsland" beschreiben kann. Links und rechts grenzen halb verfallene Hotel-Ruinen an das Resort. Geschäfte oder Restaurants in unmittelbarer Umgebung vom Hotel...? Leider Fehlanzeige.

Zum Eingang hin gibt es eine viel befahrene Schnellstraße, sowie eine Schienen-Trasse. Um zur nächsten Bahnhaltestelle zu gelangen (Linie Monastir-Sousse) benötigt man dummer Weise locker eine halbe Stunde (Fußweg). Hinter der Schnellstraße wiederum sind die Salinen von Skanes zu finden, sowie der direkt daran grenzende Internationale Flughafen Monastir. So das man vor allen Dingen während der Hochsaison im Resort als "Planespotter" gut die startenden Flugzeuge am Himmel beobachten kann. Was mir bei der Buchung natürlich nicht bewusst war.

Zum Meer hin grenzt das COOEE One Resort Aqua Park & Spa direkt an einen feinen Sandstrand. Diesen habe ich als relativ dreckig empfunden. Auch wenn Hotel-Mitarbeiter täglich den kleinen Strandabschnitt des Hotels zu reinigen versuchten. Knappe "50 Meter" sauberer Strand reichten für solch ein Riesen-Hotel am Ende aber nicht aus.

Das Meerwasser im Hotel-Bereich war während meines Aufenthalts übermäßig stark von Algen verseucht. Zum gleichen Zeitpunkt war das Wasser in Monastir und Sousse hingegen kristallklar. Kein Wunder also, dass man in der Mappe unserer Reiseleitung (its/dertour) direkt auf den ersten Seiten auf eine beschwichtigende Information zum Thema "Algen" stieß (nicht gefährlich, wichtig für das Öko-Gleichgewicht des Meeres).

Die einzige Möglichkeit um in einem überschaubaren Zeitrahmen nach Monastir oder Sousse zu gelangen war das Taxi. Die reichlich übertriebenen Preisvorstellungen der Taxifahrer (50 Dinar / 25 Euro) musste man zudem erst noch runterhandeln. Wohl dem der beim Feilschen um den Taxi-Preis ähnlich wie auf dem Basar viel Geschick und ein gutes Händchen hat.


FREUNDLICHKEIT kennt SEINE GRENZEN

DER SERVICE und die SERVICE-KRÄFTE


Die Freundlichkeit der Mitarbeiter war kaum zu übertreffen. Zumal fast sämtliche Angestellte über Fremdsprachen-Kenntnisse verfügten. Egal ob an der Rezeption, im Restaurant oder beim Reinigungspersonal.

Die Begrüßung an der Rezeption fiel im Gegensatz dazu recht knapp aus. Es gab keinen (versprochenen) Cocktail zur Begrüßung und auch keine detaillierte Einweisung zu den Annehmlichkeiten des Resorts. Mein schweres Handgepäck musste ich selbst zum weit entfernten Bungalow tragen. Wobei die erste Hürde darin bestand diesen überhaupt zu finden. Der gesamte Bereich um den Bungalow herum war am ersten Abend nämlich komplett in Dunkelheit gehüllt.

Im Hotel wurden auch Ausflüge angeboten. Zum Beispiel eine Verkaufsfahrt nach Sousse (inklusive Teppich-Geschäft und Lederwaren). Leider bewarb man diese Tour recht aufdringlich durch Mitarbeiter welche ständig auf dem Hotelgelände herumliefen. Diese haben uns - obwohl wir bereits abgelehnt hatten - immer wieder und wieder auf die Verkaufsfahrten angesprochen.

Probleme mit fehlenden Leistungen und technische Schwierigkeiten auf dem Zimmer gab es quasi während der gesamten Aufenthaltszeit. Wobei die meisten Reklamationen gar nicht, falsch oder erst nach mehreren Erinnerungen beseitigt wurden.

Beispiel: In unserem Bungalow war die Klimaanlage nach der Ankunft auf Maximum geschaltet. Das Zimmer eiskalt. Leider gab es aber keine Fernbedienung für die Klimaanlage und das Ausschalten war unmöglich. Das Gerät hatte gar keinen An- und Aus-Schalter. Nachdem wir an der Rezeption das Aushändigen einer Fernbedienung für die Klimaanlage einforderten, schaltete ein Mitarbeiter die Klimaanlage während unserer Abwesenheit einfach aus. Die Folge: Im Bungalow wurde es brütend heiß. Nach einer erneuten Beschwerde bezüglich der Klimaanlage schaltete ein Mitarbeiter diese wieder an. Folge: Das Zimmer war erneut eiskalt. Eine Fernbedienung hatten wir aber immer noch nicht.

Das größte Ärgernis war zudem die mittelmäßige Leistung der Zimmerreinigung. Denn auf sämtlichen Möbeln, im Bad und in den Schränken befand sich feiner Baustaub. Schon am ersten Abend waren deshalb unser Gepäck und Teile unserer Kleidung deutlich mit weißem Kalk verschmutzt. So das mein "kleines Schwarzes" unversehen zum Zebra-Kleid mutierte. Aber wir waren ja auch in Afrika...

Im Bereich von Bad und WC zeigten sich darüber hinaus bereits Spuren von Schmutz- und Verkalkung, sowie Rost und Schimmel. Bei der Hotel-Renovierung hatte man wohl Problemstellen des alten Gebäudes einfach nur mit Farbe übertüncht anstatt die Ursachen grundsätzlich zu beseitigen.


DAS große FRESSEN empfand ICH nicht ALS ANGEMESSEN

DIE verschiedenen GASTRONOMIE-BEREICHE im HOTEL


Bei der Buchung wurden uns vier Restaurants mit Tischbedienung versprochen, ein All-Inklusive Restaurant mit Buffet, sowie ein 24 Stunden geöffnetes Express-Bistro und mehrere Bars.

Von den Restaurants mit Tischbedienung war nur das kleine, brasilianische Restaurant in Betrieb. Übrigens das einzige Restaurant welches von All-Inklusive Gästen NICHT gratis genutzt werden konnte.

Zwischen den Hauptmahlzeiten gab es im L'Express Bistro eine (winzige) Auswahl an Speisen und Getränken. Die Lage vom Bistro hatte man hingegen sehr unglücklich gewählt. Denn L'Express war oberhalb vom Strand angesiedelt und diente zeitgleich als Beach-Bar. Dadurch lag das Schnellrestaurant von den Bungalows sehr weit entfernt (bis zu 500 Meter) und selbst vom Hauptgebäude und vom Pool aus musste man ein ganzes Stück (mindestens 200 Meter) dort hin laufen.

Das All-Inklusive Buffet-Restaurant war übermäßig groß. Leider verströmte es die kalte Atmosphäre einer Betriebskantine. Auch hier hatte man die Wände vom alten Restaurant einfach nur weiß gepinselt, sowie die heruntergekommenen Sitzmöbel und Tische hellgrau lackiert. Die Farbe konnte man während des Essens die ganze Zeit riechen.

Am Mittag- und Abendessen im Buffet-Restaurant hatte ich nicht viel auszusetzen. Auswahl, Qualität, Geschmack und Präsentation waren ganz okay. Wobei man natürlich keine pompöse Inszenierung wie in einem 5-Sterne Haus erwarten sollte. Das Frühstück kann ich leider nur als unterdurchschnittlich und äußerst karg beschreiben. Es wurde viel aufgetischt, aber alle Sachen waren irgendwie gleich.

Zu allem Überdruss wurde die Restaurant-Leistung von ITS noch mit folgenden Worten beschrieben: "Genuss - Zeitgemäße, leichte und schmackhafte Gastronomie in den COOEE Bistros mit eigenem, stylischem Design." Kein Wunder also, dass die meisten Leute mit hohen Erwartungen ins Resort kamen.

Pommes, Pizza und orientalisch angehauchte, schwere, ölig-fettige Speisen (welche es unentwegt gab) mögen durchaus schmecken, aber sind beim besten Willen nicht zeitgemäß und leicht. Ein Unterschied zu Restaurants anderer All-Inclusive-Herbergen war in keinem Fall vorhanden. Und das Design der Restaurants glich eher einem billigen Recycling mit ziemlich wenig Stil.

Die Frage nach den von ITS versprochenen "Themenabenden" im Restaurant beantworteten die Hotel-Angestellte übrigens nur mit einem unsicher fragenden Blick. Gesehen habe ich von den Themenabenden jedenfalls nichts.

Ganz schlimm: Die Bedienung im Buffet-Restaurant war äußerst aufdringlich. Anstatt eine freie Platzwahl zu lassen, wurde stets versucht den Gästen feste Sitzplätze zuzuweisen. Und sogar die selbst gezapften Getränke von der SB-Theke hat mir die Bedienung aus der Hand gerissen um diese zum Tisch zu bringen. Es lag förmlich in der Luft, dass hier alle nur auf Trinkgeld aus waren. So ausgeprägt habe ich das zuvor in noch keinem Hotel erlebt. Egal mit wie vielen Sternen.


POOL und AQUA-PARK waren NICHT STARK

SPORT, UNTERHALTUNG und der POOL


Aushängeschild des Hotels war zweifellos der recht spektakuläre Aqua-Park mit zahlreichen Rutschen und einem Wildwasser-Fluss. Optisch bestimmt ein Hingucker. Die Verarbeitungsqualität der Anlage unter deutschen Maßstäben gesehen aber eher mangelhaft. Bei mir gab es zum Glück nur "Blaue Flecke". Andere Badegäste hingegen berichteten mir von Prellungen und Schürfwunden die sie sich auf den Rutschen geholt hatten. Dem entsprechend war das Auffangbecken gleich komplett in roter Farbe gestrichen.

Für kleine Kinder gab es übrigens im Aqua-Park noch ein paar weniger gefährliche Wasser-Rutschen und andere Attraktionen (z.B. eine Art Piraten-Schiff).

Zwei weitere Pools erstreckten sich knappe 500 Meter vom Aqua-Park entfernt vor dem Hauptgebäude. Ein kleiner Pool in der Nähe vom Bistro war noch komplett ohne Wasser. Laut ITS-Prospekt sollte es sogar einen Erwachsenen-Pool geben. Von dem wusste das Personal jedoch nichts. Und genau so wenig wurden das von ITS versprochene frische Obst, noch die im Prospekt genannten kühlen Drinks und geeisten Tücher am Pool gereicht. Dinge die bei Cooee Hotels angeblich zum Standard gehören sollen.

Das Hallenbad inklusive der zwei Jacuzzi, das Fitness-Center, sowie der im Namen des Resort maßgeblich genannte Spa-Bereich mit Sauna und Hamam waren noch absolute Baustellen. Sprich: Nichts davon war geöffnet.

Kostenfreies Highspeed-WLAN in dergesamten Hotelanlage, Tablet-PCs oder Dockingstations zum Ausleihen und teilweise USB-Anschlüsse auf den Zimmern sollte es laut ITS ebenso geben. Auch hier: Absolute Fehlanzeige. Tables zum Ausleihen waren überhaupt nicht vorhanden und W-Lan funktionierte (wenn überhaupt mal) nur sporadisch in der Lobby. Dort saßen dann teilweise 30 bis 40 Personen und versuchten (bei mäßiger Geschwindigkeit) Kontakt mit dem Internet aufzunehmen.

Immerhin gab es Liegen, Auflagen und Schirme an Pool und Strand ohne Gebühr, Handtücher gegen Kaution (10 Dinar / 5 Euro). Strand und Meer waren wegen Schmutz (Bauschutt) und Algen-Plage aber so gut wie gar nicht nutzbar. Duschen konnte man in der Nähe vom Pool, aber nicht am Strand.


HALB erstickt IM DOPPEL-BETT empfand ICH DANN als GAR NICHT NETT

Das ZIMMER im BUNGALOW


Die Bungalows waren eng aneinander gereiht über die weitläufige Anlage verstreut. Es gab zwar überall Hinweisschilder, aber die Form der Ausschilderung und die Platzierung der Gehwege war reichlich verwirrend. Vom Zimmer bis zum Restaurant oder Pool mussten wir deshalb deutlich länger laufen als ich es von anderen Hotels her kannte.

Unser Zimmer im Reihen-Bungalow hatte die Nummer 268. Der Zugang war mit einer modernen Key-Card möglich. Leider wies die Eingangstür unzählige Spaltmaße auf. So das am Tag und auch am Abend gut sichtbar das Licht durch die Ritzen schien.


ERSTER EINDRUCK

Nach dem Betreten vom Bungalow stand man zunächst in einem kleinen Flur und blickte direkt auf einen großen Wandschrank. Dieser hatte eine Doppel-Tür (für Kleidung inklusive 4 Kleiderhaken), sowie eine einzelne Tür mit Fach-Einteilung (inklusive Zimmer-Safe). Im Schrank lag außerdem noch ein (drittes) Kopfkissen. Links vom Schrank befand sich ein großer Spiegel (schlecht geputzt und mit lauter Flecken). Vom Flur gelangte man direkt in den Hauptraum. Dieser war weiß gestrichen. Anstatt einer normalen Zimmerdecke thronte über dem Raum ein typisch orientalisches Kuppel-Dach. Nett anzusehen, aber zugleich auch Lieblingsplatz diverser Spinnen und Mücken. Denn die Kuppel war so hoch, dass man das Ungeziefer quasi nur mit einer riesigen Leiter hätte erreichen können.

Insgesamt gab es im Raum lediglich zwei Stellen durch die man (gewollt) Tageslicht herein lassen konnte. Ein quadratisches, kleines Fenster zum Gehweg hin (mit Fliegengitter gesichert), sowie die verglaste Terrassen-Tür. Die Tür durfte man jedoch nicht lange offen stehen lassen, weil ansonsten sofort unzählige (wirklich riesige) Monster-Ameisen in den Bungalow liefen.


DAS BETT

Der Hauptraum vom Bungalow wirkte insgesamt auch recht spartanisch und billig. Anstatt ein komplett neues Bett hinein zu setzen, hatte man den uralten Bett-Überbau des Vorgänger-Hotels an der Wand gelassen und nur neu lackiert. Links und rechts waren Nachttische mit Schubladen in den Überbau integriert. Auf einem der Nachttische stand ein normales Telefon. Wie dieses zu bedienen war...? Keine Ahnung. Denn es gab keine Einweisung und auch keine Telefonliste (z.B. mit der Nummer der Rezeption). Eine Preis-Tabelle für Gespräche ins In- und Ausland existierte ebenfalls nicht.

Das Bett selbst bestand aus zwei einzelnen, in der Mitte zusammengeschobenen Betten. Jeweils nur etwa 1,80 Meter lang und etwa 80 Zentimeter breit. Kein Wunder also, dass die Füße in der Nacht bis zum Bettende ragten. Bei etwas größeren Personen hätten die Füße mit Sicherheit frei in der Luft gehangen. Auf dem übermäßig dicken Kopfkissen konnte man kaum schlafen ohne am Morgen mit einer Genickstarre aufzuwachen. Die gesteppte Bettdecke war nicht bezogen. Diese Aufgabe durfte man mit Hilfe von zwei dünnen Laken selbst übernehmen. Insgesamt haben wir den Schlafkomfort in unserem Zimmer daher als ziemlich schlecht empfunden. Einzig positiv: alle Decken und Bezüge waren noch ganz neu.


SONSTIGE EINRICHTUNG

Bunte Kissen oder eine bunte Tagesdecke wie auf den bei ITS gezeigten Konzept-Fotos...? Fehlanzeige. Die gab es bei uns nicht. Von der Reiseleitung wurde der im Internet zu sehende Raum daher nur als Beispiel-Zimmer bezeichnet, welches nicht unbedingt die Realität wiederspiegeln muss. Farbenfrohe Bilder über dem Bett gab es natürlich ebenfalls nicht. Dort befanden sich an der Wand nur zwei recht deplatziert wirkende Nachttisch-Lämpchen mit orientalischem Glas-Mosaik.

Gegenüber vom Bett positioniert: Ein Art Ablage mit TV-Gerät (moderner Flatscreen, auch viele deutsche Programme), sowie ein recht komisches, altmodisches Bild darüber. Ganz oben an der Decke zusätzlich noch die Klimaanlage. Hier fehlte in den ersten Tagen die Fernbedienung. Links vom Bett war ein Teil des Zimmers durch eine Art Säule abgetrennt. Dort befand sich ein an der Wand befestigter Schminktisch mit Spiegel und Hängelampe darüber. Ein Stuhl oder Hocker existierte nicht. Unter dem Tisch dann ein kleiner Kühlschrank (Minibar). Laut ITS Katalog sollte die Minibar am Anreisetag mit Wasser und Softdrinks gefüllt sein. Sie war jedoch gähnend leer und zudem schmuddelig.

Gegenüber vom Schminktisch und in Nähe der Terrassen-Tür zusätzlich zwei Polsterstühle und ein Tisch mit Marmorplatte. Komplett vom alten Hotel übernommen und nur neu lackiert. Wobei zahlreiche Stellen vom Lack bereits wieder abgeplatzt waren und die darunter liegende, grüne Farbe zum Vorschein kam.


BADEZIMMER

Das Badezimmer war im Verhältnis zum Wohnraum relativ groß. Die weißen und gelben Fliesen hatte man neu verlegt. Aber auch hier zeigten sich ernst zu nehmende Mängel. So waren die Zuleitungen der Toilette verrostet. Hier und auch an der Dusche gab es erste Spuren von Kalk und Verschleiß.


TERRASSE

Die ziemlich kleine, rot geflieste Terrasse war wenig einladend. Hier gab es nur zwei ungemütliche Plastik-Stühle und einen niedrigen Tisch. Allesamt in eine Ecke der Terrasse gequetscht. Für meine Begriffe allenfalls als Raucher-Gelegenheit gedacht. Nicht aber zum Relaxen oder Sonnenbaden.


RAUMKLIMA

Für Leute die mal richtig durchatmen wollen war der Bungalow leider keine Alternative. Scheinbar hatte man eine recht aggressive Farbe für die Renovierung benutzt. Denn der Lack-Geruch nebelte einen sowohl bei geschlossenen, als auch bei geöffneten Fenstern regelrecht ein. So das man sich während der Nachtruhe bei immer flacher werdender Atmung fast dem Erstickungstod nahe glaubte und am Morgen glücklicher Weise noch lebend, aber mit pochenden Kopfschmerzen aufwachte.


GANZ SCHLICHT - BESSER NICHT

MEIN FAZIT vom AUFENTHALT im HOTEL


Meine Kritik am Hotel und die schlechte Einstufung erscheint wahrscheinlich auf den ersten Blick wie eine Kritik auf hohem Niveau. Einige werden vielleicht angesichts der doch noch recht guten Fotos denken, dass man es "Manchen Leuten einfach nicht recht machen kann". Aber Fotos drücken oft nicht das aus was man "live vor Ort" empfindet.

Natürlich war die Reise nicht sonderlich teuer. Aber trotzdem kann man als Gast und Kunde erwarten, dass alle versprochenen Dinge auch vor Ort verfügbar sind. Von Leih-Tablets und "Gratis-Internet überall im Resort" war im Katalog genau so die Rede, wie von "leichter und schmackhafter Gastronomie", als auch von einem "Rundum-Wohlfühl-Erlebnis". Schließlich wollte ITS/DerTour mit "COOEE" eine ganz neue Hotel-Marke einführen. Was meiner Ansicht nach auf ganzer Linie misslungen ist. Fettige Pommes und Ekel-Pizza hatten sich die Werbetreibenden dabei bestimmt nicht vorgestellt. Und auch keine Schmuddel-Bungalows in denen man fast erstickt.

Auf weitere Fotos von diversen "Macken" im Hotel habe ich hier verzichtet. Aber für alle Fälle: Es gibt sie. Stromkabel die direkt neben dem Pool und tausend anderen Stellen im Gelände aus der Erde ragen, Stolper-Fallen die quasi im Minuten-Takt den Leuten zum Verhängnis wurden, Verkümmerte Vegetation an jeder Ecke, ein Aquapark mit nur halbherzig zusammengeschraubten Rutschen, verkalkte und verrostete, ganz neue Toiletten, Schlecht und gar nicht ausgeschilderte Irrwege auf denen man selbst bei Tag kaum zum Bungalow findet und in der Nacht in schierer Dunkelheit herum tappt, leere Pools, nicht funktionierende Springbrunnen, geschlossene Restaurants und ein nur auf der Internetseite des Veranstalters existierendes Spa- und Fitness-Center, welches gar nicht erst gebaut wurde. Dazu noch strenge Sicherheitskontrollen am offiziellen Eingang, aber ein offener Zugang zum Strand. Natürlich komplett ohne Wachen oder Kameras. Und weil es keine All-Inklusive Armbänder im Hotel gab, konnten ohne Problem selbst Leute von außerhalb zwischen den Bungalows herumstreunen und sich am Buffet bedienen.

Schon allein aus diesen Gründen nur "zwei Sterne". Selbst wenn ich dem Hotel und dem gesamten Areal ein gewisses Potential in keiner Weise absprechen möchte...


Offizielle INTERNETSEITE des HOTELS:
https://www.cooee-hotel.com/blog/hotel/cooee-one-resort-aquapark-spa/

Preis: Eine Woche All Inclusive in der Nebensaison ab 368 Euro pro Person

Kleiner Hinweis zum Schluss: Bitte das Hotel nicht mit dem "anderen" One Resort in Monastir verwechseln, dem "SunConnect One Resort Monastir". Es gibt nämlich im gleichen Ort zwei "One Resort" Hotels. Beide sind mehrere Kilometer voneinander entfernt. Eines ist das Hotel mit den "Top-Bewertungen" und das andere Hotel die "Saure Gurke".

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • LadyKarola veröffentlicht 28.02.2017
    bh
  • kleinemaus_HH veröffentlicht 24.02.2017
    lg
  • Fredericke07 veröffentlicht 23.02.2017
    bh
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Produktdaten : Hotel Cooee One Resort Aquapark & Spa, Monastir

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Klassifikation: Touristenklassehotel

Typ: Resort

Zimmer: 486

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 03/06/2015