Hotel Tropicoco, Havanna Playas del Este

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Hotel Tropicoco, Havanna Playas del Este

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60% positiv

1 Erfahrungsberichte der Community

Erfahrungsbericht über "Hotel Tropicoco, Havanna Playas del Este"

veröffentlicht 19.03.2015 | astly
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Erfahrungsberichte : 225
Vertrauende : 71
Über sich :
ist das kaaalt! ... und hier weht ein rauher Wind ... ach, wie liebe ich diese östliche Gelassenheit, Geduld, diesen Mangel an Verbissenheit... Zähle mich nun aber auch zu den S.O.R.G. - Aktivisten:-)
Gut
Pro Das Essen ist echt gut und zum Glück gibt es einen Shuttle-Bus
Kontra man sollte das ganze abreißen und neu bauen - und die Bar dann auch öffnen
besonders hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Service
Essen & Trinken
Atmosphäre

"Hotel Tropicoco - voy a gozar lalalala"

Hotel Tropicoco, Havanna Playas del Este

Hotel Tropicoco, Havanna Playas del Este

Als Freund und ich eine Rundreise durch Kuba über Ciao Reisefee Schneeweisschen buchen ließen, beschlossen wir, ein paar Tage Badeurlaub anzuhängen. Ich wollte vor allem schwimmen gehen, zumal ich mir extra einen Tankini gekauft hatte, Freund, der keine Lust auf Strand und Schwimmen hat, wollte während der Zeit durch Stadt bummeln, erst einmal egal, durch welche. Die uns angebotenen Strandhotels lagen zumindest für letzteres samt und sonder ungünstig. Freund hatte nun von Kollegen unabhängig voneinander das Hotel Tropicoco in Havanna del Este empfohlen bekommen, und, so dachten wir, das klingt doch ideal: es steht in Havanna, also gut zum spazieren gehen und an den, wie wir lasen, schönsten Stränden der Insel.

Schneeweisschen riet uns ab! Das Hotel entspräche nicht den Anforderungen, die man normalerweise an ein Hotel dieser Kategorie stellt. Freund meinte, die Empfehlungen der sonst recht heiklen Kollegen sprächen für sich - und so buchte Schneeweisschen uns auf unseren Wunsch hin einen Aufenthalt im Hotel Tropicoco eben zu - wenn wir denn unbedingt wollen....

Am 19.01. 2015 um 12 Uhr soll also der Umzug vom Hotel Telegrafo in Havanna ins Havanna-Strandhotel Tropicoco erfolgen. Noch früher ist das Transfertaxi da, und wir sind freudig gespannt auf unsere neue Unterkunft.

Das Hotel Tropicoco liegt an den Playas del Este, also an den Oststränden Havannas, im Ortsteil Santa Maria del Mar. Von der Altstadt Havannas aus dauert die Fahrt doch eine ganze Weile, führt vorbei am Stadion mit riesigem Che Guevarra Porträt und an... hm ... unbebauter Landschaft eben. Schon als wir von der Autobahn Richtung Meer abbiegen und von Weitem das Tropicoco sehen, haben wir das Gefühl, dass sich unsere Erwartungen nicht ganz mit der Realität decken. Wir halten an einer recht öden Straße, die direkt vor dem Tropicoco entlangführt. Das Tropicoco selbst ist von außen ein recht hässlicher, blau-gelber Klotz mit einigen Palmen vor dem Haus, wobei der rechte Flügel Rezeption und Hotelanlagen enthält, während im linken Flügel im Erdgeschoss ein recht kärglicher Souvenirladen, ein Friseur, ein Modehaus etc. untergebracht sind. Um das Hotel herum sehen wir keinen Ort, kein Dorf, nicht einmal ein Restaurant oder eine Bar. Ich stelle fest: Oh Gott, wir sind in der Pampa!

Wir kommen in eine große Lobby, in der wir mehrere wirklich gemütliche Sitzecken sehen, allerdings eben in einer riesigen schallenden Halle. Rechts befindet sich die Rezeption. Die Dame ist freundlich, wir bekommen ein lila Bändchen um das Handgelenk als Beleg, dass wir all inclusive gebucht haben - die Nacht im Doppelzimmer kostet übrigens 38 Euro pro Person, also 76 Euro für das Zimmer - , und den Zimmerschlüssel. Wir sind im 1. Stock untergebracht.

Das Zimmer, mit zwei getrennten Betten, ist durchschnittlich groß. Zunächst fällt auf, dass eine Bank, wie es sie in den meisten Hotels zum Drauflegen der Koffer gibt, nicht da ist. Die Koffer müssen wir also irgendwo neben dem Bett auf dem Boden platzieren. Beim Auspacken stelle ich fest, dass kein Kleiderbügel im Schrank ist. Da auch Handtücher im Bad fehlen, reklamieren wir beides zusammen, und sofort werden diese Dinge nachgereicht. Auch einen Kühlschrank gibt es nicht, wohl aber eine Klimaanlage, die, etwas wackelig, in einem Fenster ruht und mittels Styroporstückchen darin festgeklemmt ist, wobei noch so viele Lücken zwischen Styropor und Klimaanlage sind, dass Mücken und Regen mühelos hindurch kommen. Als wir die Klimaanlage anschalten, nehmen wir erschrocken wahr, dass sie eine Lautstärke hat, als führe ein Zug durchs Zimmer. In einer der späteren Nächte wundern wir uns über das Geräusch der ausgeschalteten Klimaanlage, ein lauter, nerviges Knacken. Wir stellen dann fest, dass es regnet und gegen das Styropor prasselt. Zum Glück fällt der Regen fast senkrecht, so dass es nicht an der Klimaanlage entlang hereinregnet.

Unser Zimmer verfügt auch über einen alten, kleinen Röhrenfernseher, der aber sendermäßig recht gut ausgestattet ist, so dass wir die deutsche Welle empfangen können. Allerdings sollte man lieber nicht auf die Anschlusskabel sehen, die recht unfachmännisch aus der Wand hängen.

Zunächst einmal wollen wir das Hotel erkunden. Über uns gibt es noch 3 Stockwerke, in denen die Zimmer untergebracht sind, insgesamt verfügt das Tropicoco wohl über 188 Zimmer. Im Erdgeschoss ist außer der Rezeption das Restaurant, in dem Frühstück, Mittag- und Abendessen eingenommen werden. Direkt davor eine kleine Bar, die aber nur tagsüber besetzt ist. Beim Lift um die Ecke hinten befindet sich noch eine kleine Bar, die einzige, die Tag und Nacht geöffnet ist. Wir werden aber noch merken, dass es ihr nicht nur an Tassen und Gläsern gebricht, so dass oft auf Pappbecher ausgewichen wird, sondern dass auch meist Minze für die Mojitos fehlt, so dass wir wiederum auf Cuba Libre ausweichen. Vor der Rezeption am Eingang befindet sich eine Terrasse mit Restauranttischen und Stühlen, allerdings gibt es hier keine Bar, so dass man die Getränke von der Bar am anderen Ende der Lobby selbst hierher tragen muss.

Und dann gibt es das Untergeschoss. Hier befindet sich der Pool, der für die Größe der Anlage doch recht dürftig klein ist. Um den Pool herum einige Liegen, von wenigen genutzt, was vielleicht daran liegt, dass es keine Schirme gibt und kein bisschen Bepflanzung, so dass die pralle Sonne darauf scheint und kein Schattenspender vorhanden ist. Überdacht ist dafür die Poolbar, in der man auch die Aushänge über das tägliche Programm lesen kann: Jeden Tag ab 21:30 Uhr wird etwas geboten: Mal Wasserballett, mal Disco, mal Karaoke, mal eine Art Variete-Programm - allerdings ist auch die Poolbar abends geschlossen, so dass man die Getränke dann von der Lobbybar hierher heruntertragen muss.

Ansonsten ist hier unten überdacht eine Bühne, eine Tanzfläche und ein Billardraum. Auch Toiletten gibt es, wie gehabt, zwar mit Wasser, aber ohne Schloss und ohne Papier.

Insgesamt macht das Haus den Eindruck, als habe es schon bessere Tage gesehen.

Da das Restaurant zwischen 15 Uhr und 19 Uhr geschlossen hat, es gerade etwa 14:30 Uhr ist, beschließen wir, das Mittagessen zu probieren. Das Restaurant ist zwar eine recht große, nicht sonderlich gemütliche Halle, in der es vor allem laut schallt, verfügt aber über eine ausgesprochen große Auswahl an Gerichten. Die Suppe probieren wir nie, aber auch die Salattheke ist recht umfangreich. Ansonsten gibt es neben den täglich wechselnden Hauptgerichten - verschiedene Fleisch- und Fischgerichte - mit verschiedenen Beilagen wie Reis, Kartoffeln und verschiedenen Gemüsen - auch eine spezielle Pasta-Theke, an der ein eigens dafür zuständiger Koch Nudeln erhitzt und Tomaten- und Sahnesoße anbietet. Und das Essen schmeckt auch!

Als nächstes erforschen wir den Strand. Wir überqueren die Straße vor dem Hotel, auf der eh kaum Verkehr ist, und können dann einfach über die Wiese zum Strand gehen oder über eine etwas defekte Brücke zum Hotelstrand, beides geht ineinander über, aber der Hotelstrand ist um einiges voller. Der Strand ist wirklich schön: ein herrlicher Sandstrand, Palmen, die sich im Wind biegen, eine typisch karibische Postkartenansicht. Das Meer schimmert in zwei Farben: vorne hell, wo es seicht ist und sanft ans Ufer schäumt, tiefblau, wo es tief wird. Ich genieße die Entspannung, hier an einer Strohhütte sitzen zu bleiben und auf den Sonnenuntergang zu warten, sehe den Kitern zu, deren Kunst, sich auf dem Brett zu halten, ich bewundere, muss dann aber feststellen, dass der Sonnenuntergang nicht über dem Wasser, sondern hinter dem Hotel stattfindet. Dennoch, hier ist es echt schön. Dass auch die eine oder andere leere Rumflasche am Strand herumliegt, gehört wohl zum Bild.

Allerdings verstehe ich nicht die Diskrepanz zu dem, was das Internet, in dem ich vor unserem Urlaub recherchiert habe, schreibt: Es soll sich hier um einen lebhaften, oft überfüllten Ort handeln, mit Bars, Restaurants und Souvenirläden - nichts davon ist da! Außer dem Hotel und dem Strand, wie ich schon schrieb: da gibt es nichts!

Nach dem Abendessen, dass eine ebenso große Vielfalt an Speisen und trotzdem andere Gerichte als am Mittag aufweist, warten wir am Pool auf das heutige Programm, das Wasserballett. Acht Paare bieten ein wirklich wunderbares Tanzprogramm am und im Pool! Freund hat mir aus dem Erdgeschoss von der einzigen offenen Bar einen Cubra Libre mitgebracht, und so genießen wir die Show, die etwa bis 22:15 Uhr geht. Danach ist Disco für die Anwesenden, bei extrem laut aufgedrehter Musik bis 23 Uhr - wie wir merken werden, werden jeden Tag meist die selben Stücke gespielt, u. a. By the Rivers of Babylon, als letztes Stück immer Marc Anthonys Vivir Mi Vida, bei dem alle mitgrölen. Um 23 Uhr ist immer alles schlagartig vorbei.

Freund meint, wegen der Musik nicht schlafen zu können und lässt die Klimaanlage laufen, um mit deren Rattern die Musik zu übertönen. Mich macht das Geräusch der Klimaanlage so fertig, dass ich nicht schlafen kann. In Zukunft müssen wir die Klimaanlage um 23 Uhr, wenn die Musik vorbei ist, abstellen. Allerdings hört man auch so jedes Geräusch aus Lobby und Untergeschoss, besonders schallend in der Toilette, aber dadurch sich auch ins Zimmer schleichend. Das Haus ist nun mal so gebaut, dass jedes Geräusch aus der Lobby und dem unteren Geschoss wie über Lautsprecher in die Zimmer schallt.

Da es besonders für Freund ärgerlich ist, dass hier keinerlei Möglichkeit für Besichtigungen von irgend etwas gibt, nicht einmal eine schöne Strandpromenade existiert, ist er um so froher, dass das Hotel 2 x täglich einen Shuttlebus nach Havanna, für all inclusive-Gäste kostenlos, anbietet. Um 9:30 Uhr und um 14:40 Uhr fährt der Bus hier los, um 18 Uhr fährt er von Havanna-City wieder hierher. Eine Fahrt dauert etwa eine Dreiviertelstunde. Und bevor er hier vor Langeweile eingeht, nutzt Freund diesen Shuttle täglich.

Die Abendveranstaltung im Tropicoco ab 21:30 Uhr nehme ich aber gerne noch einmal wahr. Es gibt noch eine Art Kulturveranstaltung aus Musik und Tanz. Die Moderatorin, die wohl jeden Abend hier das Programm leitet, eine etwas mollige Kubanerin in bauchfreiem Look, tanzt manche Nummern der Tänze, die mit den Tänzerinnen im Bikini an Carneval in Rio erinnern, mit, am Schluss singt der hauseigene Sänger das tägliche "Vivir mi Vida": ... "Voy a reír, voy a bailar, vivir mi vida lalalalá" gröhlt es von allen Tischen mit.

Das Publikum besteht vor allem aus Kanadiern, wovon einige ältere Herren offensichtlich von jungen kubanischen Prostituierten begleitet werden, was uns aber egal sein kann. Das Personal ist freundlich, es gibt sogar eine hauseigene niedliche Schmusekatze.

Was aber eben wirklich ärgerlich ist, ist das Fehlen jedweder Art, sich zu beschäftigen, und da es am Strand keine Strandbar oder dergleichen gibt, es auch keinen Supermarkt gibt, an dem man Wasser oder sonstige Getränke kaufen kann, hält man es auch am Strand nicht zu lange aus. Auch im Hotel selbst fehlt eine gemütliche Bar. Was nützt es, wenn man all inclusive bucht - ich lehne a.i. eigentlich prinzipiell ab, aber wir hatten keine andere Option - aber nur eine der drei Bars geöffnet hat, der es aber wiederum an Gläsern, Tassen und diversen Ingredienzien gebricht?

Aber was soll's: Voy a reír, voy a bailar. Vivir mi vida lalalalá. Voy a reír, voy a gozar. Vivir mi vida lalalalá. ( Für spanisch Unkundige hier kurz die Übersetzung: Ich werde lachen, ich werde tanzen, mein Leben leben, lalalala. Ich werde lachen, ich werde genießen, mein Leben leben, lalalala) Genießen wir, was uns geboten wird: ein schöner Strand, ein Shuttlebus in die Altstadt Havannas und gutes Essen. Und das nächste Mal hören wir wohl besser wieder auf Ciao-Reisefee Schneeweißchen:-)

Ich vergebe 3 Sterne für das für Kuba recht gute Essen, den Shuttle-Bus nach Havanna-City und die Freundlichkeit des Personals. Für den Strand vergebe ich keinen Stern, da die Strände auch unabhängig vom Hotel schön sind und der öffentliche Strand auch noch sauberer ist als der Hotelstrand. Auch für das Programm vermag ich keinen Stern zu vergeben, da das Positive daran vom Umstand, dass die Musikanlage nicht nur zu laut, sondern auch zu misstönend schallt, wieder negativ wett gemacht wird. Empfehlen kann ich das Hotel nicht: Einer Freundin, die diese Woche nach Kuba geflogen ist, haben wir empfohlen, ein Stadthotel in Havanna-City zu buchen und tagsüber nur zum Schwimmen und am Strand Sonnen - mit Wasserflasche im Gepäck, denn hier gibt es ja nichts zu kaufen! - hierher zu fahren.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Hatifa veröffentlicht 19.05.2016
    Hach, in Kuba wäre ich jetzt auch gerne.
  • lassie222 veröffentlicht 24.11.2015
    sh
  • mdw1985 veröffentlicht 23.11.2015
    SH! Toll geschrieben!
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Produktdaten : Hotel Tropicoco, Havanna Playas del Este

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Klassifikation: Touristenklassehotel

Typ: Hotel

Stadt: Havanna

Zimmer: 188

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