Hulk (2003)

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Green Mean Fighting Machine!

5  19.07.2003

Pro:
Gelungene Inszenierung, ausgewogene Mischung aus Story und Action, tolle Darsteller

Kontra:
Teilweise nicht gänzlich überzeugende CGI - Animation des Hulk

Empfehlenswert: Ja 

cuore286

Über sich:

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Erfahrungsberichte:37

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 59 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Und wieder wurde ein ganz persönlicher Kindheitstraum wahr. Nachdem schon „X-Men“ und „Spiderman“ den Weg aus dem Comicbuch auf die Leinwand schaffte, brachten die Hollywood-Produzenten nun im wahrsten Sinne des Wortes ein weiteres Comic-Schwergewicht in die Kinos: den Hulk.

Bruce Banner (Eric Bana) weiß nur sehr wenig von seiner Kindheit. In Rückblenden erinnert er sich nur daran, dass etwas Schlimmes in seiner Kindheit zwischen seinem Vater (Nick Nolte) und seiner Mutter passiert ist. Bei Adoptiveltern aufgewachsen entwickelt sich Bruce zu einem begabten Wissenschaftler. Die Beziehung zu seiner Kollegin Betty Ross (Jennifer Connelly) ist aufgrund seiner Verschlossenheit in die Brüche gegangen. Eines Tages experimentiert das Wissenschaftlerteam mit Strahlung. Doch es geht einiges schief und Bruce wird der vollen Strahlendosis ausgesetzt. Eigentlich hätte dies seinen sicheren Tod bedeuten sollen. Doch wundersamerweise überlebt Bruce ohne jegliche Beeinträchtigung. Doch der Wissenschaftler merkt, dass sich etwas verändert hat. Irgend etwas in ihm ist geweckt wurden. Und dieses etwas will heraus. Und es ist etwas, das die Menschheit niemals tolerieren wird...

Zuerst muss über „Hulk“ einmal gesagt werden, dass sich all diejenigen, die einen tumben Actionfilm erwarten, in welchem sich eine Kampfszene an die andere reiht, täuschen. Zwar mögen die im Kino und Fernsehen gezeigten Trailer diesen Schluss nahe legen, aber die Trailer wurden höchstwahrscheinlich deswegen auf diese Weise gestaltet, um das actionsüchtige jüngere Publikum ins Kino zu locken. Doch auch wenn eine Vielzahl an Actionszenen mit dem grünhäutigen Koloss im Film vorhanden sind, hat Regisseur Ang Lee doch in erster Linie ein Drama mit diesem Film inszeniert. Der Regisseur von Filmen wie „Sinn und Sinnlichkeit“ und „Tiger & Dragon“ hat sich viel Zeit genommen, um die Geschichte zwischen Bruce und Betty zu entwickeln. Lee erzählt, wie Bruce zu diesem verschlossenen Menschen wurde und wie sein herrschsüchtiger und wahnsinniger Vater sein ganzes Leben von Grund auf veränderte. Betty und Bruce sind ein gescheitertes Paar, das aufgrund Bruces Problemen nicht zusammenfindet und dennoch vie füreinander empfinden. Diese Love Story behandelt Regisseur Lee sehr einfühlsam und gibt dem Film eine romantische Note, die zu gefallen weiß.

Die zweite große Thematik, die der Film „Hulk“ behandelt, ist die Frage nach der eigenen Identität. Bruce Banner ist sein ganzes Leben auf der Suche nach sich selbst. Er kann sich an nichts mehr richtig erinnern. Er weiß nur noch, dass eines Tages sein leiblicher Vater nach Hause gekommen ist und etwas Furchtbares geschehen ist. Jahre später trifft er seinen Vater wieder und das Dunkel lichtet sich. Auch die Frage, wer wir sind thematisiert Ang Lee in seinem Film. Mutiert Bruce bei Wut zu dem übermächtigen Hulk, hat er das ganze Militär und die Regierung gegen sich. Schmerzen und Wut treiben den riesigen Koloss immer mehr in blinde Zerstörungswut. Nur Friedfertigkeit und Lieben können den Riesen besänftigen und bewirken, dass der Hulk sich wieder in den sanftmütigen Bruce zurückverwandelt. Lee gewinnt dieser Thematik interessante Aspekte ab. Er fragt in seinem Film, was passiert, wenn wir unsere wahre Identität verlieren und nur noch ein Opfer unserer Gefühle sind. Die Antwort gibt Lee in seinem Film: nur die Liebe kann uns retten. Und diese wunderschöne Thematik hat der Regisseur fabelhaft in seinen Film eingearbeitet.

Eric Bana, der Bruce Banner verkörpert, spielt seine Rolle ausgezeichnet. Der fast unbekannte Darsteller („Black Hawk Down“) gibt einen melancholischen Charakter, dem man die innere Zerrissenheit ansieht. Zwischen Wut, Trauer und Verzweifelung pendelt Bruce Banner – und Eric Bana ist für diese Rolle perfekt besetzt. Auch Jennifer Connelly, aus dem Film „A Beautiful Mind“ bekannt, spielt ihre Rolle ausgezeichnet. Mit viel Gefühl und Tiefe verleiht sie dem Charakter der Betty Ross Leben. Die Verbundenheit zwischen ihr und Bruce Banner nimmt man ihr zu jeder Zeit ab. Nick Nolte gibt eine glänzende Figur als Bruces bösen, an den Wahnsinn grenzenden Vater ab. Verwirrt und psychopathisch macht er seinem Sohn das Leben zur Hölle und stellt gleichzeitig im Film Hulks größten Gegner dar. Dass Nolte sich traut, derart verlebt in diesem Film zu spielen, ist gewagt, weiß man doch von seinen Alkohol- und Drogenproblemen aus der Presse.

Viel wurde in Fankreisen und in Medienberichten an den Effekten im Film kritisiert. Der Hulk, komplett computergeneriert, sehe einfach nicht „echt“ aus, so war immer wieder zu hören. Es ist schon so, dass in wenigen Stellen im Film der grüne Koloss doch etwas kantig daherkommt. Dies fällt zum Beispiel bei der ersten Verwandlung im Labor Banners auf. Doch je mehr man vom Hulk zu sehen bekommt, desto mehr glaubt man an die Existenz des grünen Riesen. Mimik und Bewegung sind bis auf ein paar wenige Ausfälle ausgezeichnet gemacht. Da Ang Lee in seinem Film auch Elemente aus Comics einsetzt, hier wäre die Split-Screen Technik und die Comicbilder im Vorspann zu nennen, ist eine gewisse Unwirklichkeit des Hulks vielleicht sogar beabsichtigt. Der Hulk ist eben eine Comicfigur und das Groteske an diesem Wesen sollte wohl auch im Film herauskommen. Lee scheut dann auch nicht davor zurück, das grüne Monster meilenweit durch die Luft springen zu lassen und ganze Panzerkompanien durch die Luft zu schleudern. Es ist eine Comic-Verfilmung mit einem Touch Unwirklichkeit. Überzeugend sind die Effekte alle mal und wissen auf jeden Fall zu beeindrucken.

Hulk ist besser, als es wohl die meisten erwartet haben. Diejenigen, die eine routinemäßig umgesetzte Comic-Adaption erwarten, werden sich in zwei Lager spalten: die Actionfans werden aufgrund der im Gesamten doch zurückhaltenden Actionszenen enttäuscht sein und die dramatischen Elemente im Film zu langatmig finden. Fans, die pures Actionkino nicht unbedingt mögen, werden die dramatischen Seiten des Films und den Tiefgang der Story zu schätzen wissen. Hulk ist großes Kino – im wahrsten Sinne des Wortes!


© by cuore286 (07/2003)


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Movie Facts:
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Titel: Hulk
Werbeunterzeile (US) : Rage. Power. Freedom.
Produktionsjahr/-land: USA/2003
Regie: Ang Lee
Buch: James Schamus, John Turman, Michael France nach einer Marvel-Vorlage von Stan Lee und Jack Kirby
Schauspieler: Eric Bana, Jennifer Connelly, Nick Nolte, Sam Elliott, Lou Ferrigno uvm
Laufzeit: 137 min.
FSK: ab 12 (in wenigen Sequenzen leicht geschnitten)
Im Internet:
(D): http://movies.uip.de/hulk/index_flash.html


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
yesup

yesup

18.04.2008 00:15

geschmackssache halt. als marvel und comicfan fand ich den film so dämlich, das er nix von seiner sympathischen comicvorlage in den film rüber retten konnte. billig inszeniert und die schauspieler waren total unterfordert, daher hatte jeder darsteller auch nur einen gesichtsausdruck

leyla220275

leyla220275

02.12.2003 14:16

Klasse Bericht! Ich habe schon als kleines Kind die HULK-Comics verschlungen und später die Serie auf RTL dazu! Ich finde den Film einsame spitze! Klar, hier und da hätte man ein wenig kürzen können! Aber ansonsten ein klasse Film!

gnoi

gnoi

22.07.2003 22:14

Hui, hätte ich jetzt nicht erwartet, dass der Film auch noch Tiefgang besitzt! Hab gemeint das wär niveaulose Actionunterhaltung. Na dann bin ich mal gespannt ;)

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