Hoppla, das ist nun wirklich kein Buch für zwischendurch und nicht wirklich eines zur flauschigen Abendunterhaltung! Wer jedoch Lust hat, sich tiefer auf Bücher einzulassen, für den könnte dieses Buch etwas sein!
Inhalt und Rezension in Kurzform:
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Cynthia, die eigentlich mal ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von clawdeen über Hure - Roman / Nelly Arcan 30.06.2003
Produktbewertung des Autors:
Niveau
anspruchsvoll
Unterhaltungswert
hoch
Spannung
durchschnittlich spannend
Wie ergreifend ist die Story?
sehr ergreifend
Pro:
sehr ergreifend und im wahrsten Wortsinn lebensecht und sehr dicht
Kontra:
gewöhnungsbedürftiger Stil, keine "lösungen" und derlei
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Hoppla, das ist nun wirklich kein Buch für zwischendurch und nicht wirklich eines zur flauschigen Abendunterhaltung! Wer jedoch Lust hat, sich tiefer auf Bücher einzulassen, für den könnte dieses Buch etwas sein!
Inhalt und Rezension in Kurzform: ---------- Cynthia, die eigentlich mal Jamie hieß, ist eine Hure und dieses Buch ist ein schonungsloser Bericht darüber, wer sie war und wer sie ist. Ihre Eltern, ihre Kolleginnen, die Freier, ihre eigenen Gedanken, ihre Magersucht, ihr Psychoanalytiker, alles findet seinen Platz in diesem Buch und schildert ein Stück weit den (möglichen) Alltag einer Hure, ohne klare Schuldzuweisungen, ohne erhobenen Zeigefinger, fernab von Moral. Zugleich ist dieses Buch auch mehr als nur ein wenig autobiographisch und Aufarbeitung des eigenen Erlebens der Autorin.
Der Hauptcharakter und der Inhalt in längerer Version: ---------- Jamie hat von klein an kein Elternhaus, wie es für eine gesunde Entwicklung wünschenswert wäre. Sie wuchs auf dem Land auf in der Mitte eines Ehepaares, das man lang schon nicht mehr als solches bezeichnen kann. Der Vater ist völlig gebunden ist strengstens katholischen Ansichten und immer muss Jamie sich anhören, dass Glück verachtenswert ist, sträflich ist. Die Mutter hingegen lebt aus Jamie´s Sicht nicht einmal mehr, denn sie spricht nicht, sie zeigt keine Gefühle – vielleicht noch das eine, das sich in der Eifersucht auf die Tochter äußert.
Schon zu Beginn der Pubertät zeigt sich Jamie´s gestörtes Verhältnis zu sich und ihrem Körper, wo sie zunächst versucht, sich durch Hungern in ihrem kindlichen Körper zu halten, natürlich vergebens. Später dann behandelt sie ihren Körper wie einen Teil außerhalb von sich und setzt ihr selbstzerstörerisches Verhalten fort, peinigt ihren Körper mit exzessivem Sport und Sonnenbankkonsum etwa.
Jamie geht schließlich in die Stadt, um dort zu studieren und beginnt dort, als Hure zu arbeiten. Sie legt sich den Namen „Cynthia“ zu und arbeitet tags für eine Agentur, wo sie schnell zur Edelhure avanciert, denn schließlich ist sie ja eine, die studiert. Hier findet ihr riesengroßer Hass nun ein Ventil und einen Nährboden und auch die Selbstzerstörungstendenz wird genährt: Sie gibt ihren Körper hin, lässt ihn benutzen. Sie fragt ihre Freier gezielt nach Familie, nach Kindern. Und Cynthia ist schließlich der Name ihrer Schwester, die im Alter von acht Monaten starb, aber noch immer große Macht über sie hat, denn in ihrer Vorstellung ist es diese Schwester, der aller Erfolg gebührt, alle Liebe, alle Zuneigung...würde sie noch leben.
Der Job gibt Cynthia, was sie braucht, um existieren zu können: Anweisungen, eine Richtung, eine Struktur, eine Rückmeldung über ihre Wirkung, ihr Aussehen und ihre Existenz und das schale Gefühl, ein bisschen zu leben, wenn sie ein bisschen fühlt. Zugleich ist es derselbe Job, der sie zugrunde richtet, der ihr all die Schlechtigkeit des Lebens in geballter Form zeigt und ihre Ansicht nährt, dass das Leben nicht lebenswert sei. Dies wiederum äußert sich in einer Art Todessehnsucht, in der sie sich viel mit dem Gedanken beschäftigt, was wohl wahrscheinlicher ist oder früher eintritt: Der Selbstmord oder ein irrer Freier, der sie eines Tages erwürgt, ersticht oder ähnlich.
Meinung: ---------- Der Schreibstil der Autorin ist gewöhnungsbedürftig, passt dann aber auffallend gut zum Inhalt des Buches. Zum einen zähle ich die endlos langen Sätze, zum anderen die deutliche, nichts auslassende Sprache dazu, wenn ich vom Stil spreche. Gerade dadurch bekommt man jedoch ein Gefühl davon, „live“ dabei zu sein und kann viel dichter miterleben und nachvollziehen, worum es geht. So verworren manchmal der Text erscheint, so verworren ist letztlich auch die Hauptfigur, so dass letztlich alles wieder zusammen passt.
Inhaltlich ist das ganze viel eher Bericht oder eben Autobiographie als ein Roman und wer Erotik oder Pornographie erwartet, der wird enttäuscht sein. Zwar wird kein Blatt vor den Mund genommen, aber Szenen mit den Freiern sind ebenso sehr nüchtern oder emotional wie jede andere Szene des Buches.
Insgesamt halte ich dieses Buch für gigantisch, weil es nicht nur einen schonungslosen Inhalt hat, sondern eben diesen in dem scheinbar einzig passenden Ausdruck bringt, außerdem ist das Buch einfach schlicht und ergreifend eine sehr mutige Autobiographie, vor der ich den Hut ziehe. Noch besser hätte ich es aber gefunden, wenn sie das letzte Stückchen Mut auch noch gefunden hätte und sich nicht für ein bisschen Autobiographie und ein bisschen Roman / Bericht entschieden hätte, sondern nur für Ersteres – zumal mittlerweile eh bekannt ist, dass sie selbst im Grunde ihre Protagonistin ist. Nun ja, möglicherweise brauchte sie ja auch diese Distanz zum Buch.
Die Autorin: ---------- Nelly Arcan wurde in Quebec geboren, ist heute 28 Jahre alt, studierte Literatur und lebt heute in Montreal. „Hure“ ist ihr erstes Buch, das besonders in Frankreich und Kanada gefeiert wurde. Weitere Bücher von ihr sind bislang nicht erschienen.
Formales: ---------- Die gebundene Ausgabe umfasst 191 Seiten und ist 2001 beim Verlag C.H. Beck zum Preis von 18,60€ erschienen. Das Buch fällt einem schnell ins Auge wegen seines roooosa Covers ;-)
Mittlerweile gibt es auch ein Hörstück über 2 CDs mit Fritzi Haberlandt als Sprecherin, wozu ich aber bislang nicht mehr sagen kann als: 135mins. Laufzeit, 22,90€, im März 2003 bei Hoffmann & Campe erschienen.
Fazit: ---------- Für Leute, die sich gern auch mit ernsten und sensiblen Themen befassen ein grandioses Buch. Für den Rest...na ja, wohl eher uninteressant, da unverständlich, vermute ich.
Heute möchte ich einmal das Buch "Hure" von Nelly Arcran vorstellen.
Das Buch ist im C.H. Beck Verlag 2001 erschienen, besteht aus 191 Seiten und ich habe es für 13,90€ im Buchhandel gekauft.
Die ISBN-Nr. lautet:3406493181.
In dem Buch geht es um ...
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Pro: Nimmt kein Blatt vor den Mund Kontra: z. T. sehr schwer zu lesen
Ich habe mir das Buch August gekauft und (leider) erst vor einer guten Woche damit fertig geworden.
Es ist eine ziemlich lange Zeit zumal das Buch nur 189 Seiten hat und dadurch noch zu der Kategorie "Taschenbuch" gehört.
Neben dem Grund das ich in ...
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Pro: hemmungslose Beschreibung ihres Lebens Kontra: zu lange Sätze
ich habe das Buch vor kurzem erst gekauft und dann sofort gelesen. Es ist ein gebundenes Buch. Nelly Arcan beschreibt in hemmungsloser Weise wie sie zur Prostitution kam und wie sich ihr Leben daraufhin verändert hat.
Aller Anfang war schon ihr ...
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