Huskies, Früher waren Sie Mode
11.08.2000
Pro:
Sehr gutmütig, pflegeleicht, attraktives aussehen, sehr sportbedürftig
Kontra:
Stur und Eigenwillig, ab dem Alter von 6 Monaten praktisch nicht mehr erziehbar, Sehr sportbedürftig (kann auch ein Nachteil sein ; - ), Klima in Mittteleuropa nicht sehr geeignet
Empfehlenswert:
Nein
 planet-house
Über sich:
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... und jetzt hat sich Gottseidank der Rummel um diese wunderhübschen Tiere etwas gelegt. Eigentlich dürften die gar nicht hier sein, denn in unseren Breitengraden fühlen Sie sich nicht so sehr wohl. Ich spreche aus Erfahrung, da ich selbst drei Huskies besitze zu denen ich wie die Jungfrau zum Kind kam. Aber darüber noch ein paar Worte zum Schluss. Vor ein paar Jahren war der Husky ein richtiger Modehund. Durch sein Wolfähnliches Aussehen und seine strahlend blauen Augen (manchmal auch zweifarbig: eine Seite blau eine Seite braun) wurde er als "Vorzeigehund" geradezu Wettgezüchtet und zu horrenden Preisen verschachert !
Huskies sind von natur aus sehr liebe Hunde und handeln ausgesprochen instinktiv. Das hat natürlich Vor- und Nachteile: Ein Vorteil ist, dass Sie niemals jemandem etwas tun würden, wenn Sie sich nicht wirklich gefährdet fühlen. Viele haben gerade wegen ihrem Wolfsähnlichen Aussehen sehr viel Respekt vor diesen Hunden.
Der Nachteil ist, dass wenn man diese Hunde nicht in den ersten Monaten (ca. bis zum 6. Monat) "erzieht" dann kann mans später vergessen. Ab sechs Monaten ohne Erziehung kann man einen Husky fast als "wild" beschreiben in dem Sinne dass er wirklich nur nach seinen Instinkten handelt (Bei uns Menschen würde man "Stur" sagen). Huskies sind ja eine Kreuzung zwischen Schäferhund und Wolf. Vom Schäferhund hat er die (leider nicht so gut gelungene) Erziehbarkeit und die Gutmütigkeit, vom Wolf die Kraft und Ausdauer und was sehr wichtig und prägnant ist das Rudelverhalten geerbt. Sie wurden extra von den Menschen im hohen Norden gezüchtet als Vorgespann für ihr Transportmittel, den Schlitten. Pferden, Ochsen , Eseln oder anderen Nutztieren wäre es da oben zu kalt gewesen und mit dem Gras fressen siehts dort auch sehr schlecht aus ;-). Beim Schlittenziehen (auch "Mushern" genannt) ist das Rudelverhalten Kernpunkt der Geschichte. Einer ist der Leithund (zumeist vorne und speziell auf Kommandos dressiert) und die anderen folgen ihm. Man stelle sich mal vor, jeder Hund würde in eine andere Richtung laufen. Das wäre wohl für den Schlittenführer (Musher) ziemlich "uncool" ;-)
Wenn man mehrere Huskies zusammen in einem Gehege hält (zuhause geht das nicht gut wegen dem dauernden Auslauf den Sie brauchen) dann entwickelt sich zwischen den Hunden ein richtiges Gesellschaftsgefüge in dem jeder Hund seine Rolle spielt. Einer ist Gehegeboss (meistens der älteste) ein anderer ist der Gehege"clown" und unterhält die anderen Hunde wenns zu langweilig wird im Gehege. So werden verschiedene Rollen untereinander verteilt. Sogar die Reihenfolge wer zuerst ans Futter geht wird festgelegt. Huskies sind richtige Sportler. Es gibt Leute die glauben es sei Tierquälerei die armen Hunde vor einen schweren Schlitten zu spannen. Aber im Gegenteil. Es macht Ihnen Spass. Wenn man (so wie ich - aus traurigen Gründen, siehe weiter unten) mit den Hunden nicht "Mushern" gehen kann dann muss man sogar dafür sorgen dass man mit Ihnen einen Ausgleichssport macht wie zum Beispiel öfters lange (wirklich seeeehr lange) Spaziergänge. Sie werden sonst schwermütig oder werden krank.
Richtig gehaltene Huskies fressen Dir die Haare vom Kopf. Sie fressen Vollnahrung wie zum Beispiel "Eukanuba" um von allen Nährstoffen genug zu bekommen. Ab und zu gibt es auch Frischfleisch oder Knochen. Sie sind übrigens auch sehr gute Restevertilger ;-) Leider sind die Huskies trotz mehrerer Zucht-Generationen nicht an unser doch eher laues Klima gewöhnt. In Ihrer Ursprungsheimat (Alaska, Sibirien) haben die Hunde eine Lebenserwartung von 17 bis sogar 20 Jahren. Hier bei uns in Mitteleuropa liegt diese bei ungefähr 10 bis 13 Jahren.
Ich hätte mir niemals einen Husky gekauft, schon weil ich diese Massenzucht damals verabscheut habe. Aber als ich eines Tages ins Tierheim kam und dort drei völlig verwahrloste Huskies sah da hab ich fast geheult. Einer hatte kaum Haare und Schlagspuren (Narben am Kopf), der Andere war psychisch schlecht drauf und benahm sich komisch, der Dritte war fast verhungert und wollte nichts Essen. Auf Nachfrage wurde uns mitgeteilt, das die Hunde von einem Züchter stammen, dem die Polizei die Hunde enteignen liess weil er Sie als "Geburtsmaschinen" missbrauchte nur um mit den Jungen Kohle zu machen. Da die drei in den engen Tierheimboxen keine Überlebenschance hätten nahm ich die drei in Pflege und päppelte Sie mit unzähligen Tierarztbesuchen wieder hoch. Da ich Sie dreijährig übernommen habe war an eine Erziehung nicht mehr zu denken also liessen wir Sie wild im Gehege leben (ca. 300qm), das ich extra zu diesem Zweck gepachtet habe. Als es den dreien wieder besser ging wollten wir sie an ein gutes PLätzchen vermitteln, aber keiner wollte drei Hunde haben ;-) Zwei ist die Schmerzgrenze, aber wenn dann einer übrigbleibt, der würde das alleine nicht lange durchhalten. Wenn Sie das zusammenleben gewöhnt sind, kann man Sie höchstens noch Paarweise trennen und das geht mit dreien so schlecht. Ein einzelner würde vereinsamen und vielleicht sogar zu Grunde gehen. Ausserdem sind sie mir nach einem Jahr auch schon so ans Herz gewachsen, dass ich mir gedacht habe: "Behalt sie, dann weisst Du wenigstens wie gut es Ihnen geht".
Leider kann ich wegen der Schwererziehbarkeit der Hunde im Alter von drei Jahren und wegen eines fehlenden Leithundes nicht selber "Mushern" gehen, deshalb sind die Stundenlangen Spaziergänge als Ausgleich da. Gottseidank gibt es viele Leute die mir bei den Spaziergängen helfen, denn sonst wäre ich in kürzester Zeit zum Spitzensportler geworden vom lauter rumlaufen ;-) Gruss Thomas
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13.05.2005 00:18
Öhm... sei mir nicht böse - aber tu Dir selbst einen Gefallen und informiere Dich über die Hunde die Du da hast - und bei der Einstellung ist es nicht verwunderlich, daß sie nicht "erziehbar" sind. a) Schäferhund und Wolf - ja nee, is klar. b) Züchter ist nicht gleich Vermehrer - und bei einem Züchter zahlt man einen hohen Preis - und das ist auch gut so. c) Da es auch in Alaska im Sommer mal locker 30 Grad werden, ist Deine Behauptung, die Tiere würden sich in unseren Breitengraden nicht wohlfühlen haltlos. Das Fell isoliert nicht nur gegen Kälte, sondern auch gegen Wärme :) d) zum Thema Erziehung: Es ist ein Vorurteil. Natürlich schlagen sie über die Stränge, wenn sie im Flegelalter keinen Einhalt geboten bekommen - das heißt aber lange nicht, daß danach nichts mehr zu machen ist. Es ist nur ein bißchen schwerer, ihnen zu zeigen wer der Chef ist - denn das ist der Knackpunkt.
12.11.2004 15:42
Hallo, normalerweise hätte ich Dir ein "sehr hilfreich" gegeben, aber Deine Äusserung, daß Huskies eine Mischung zwischen "Schäferhund und Wolf" sind, halte ich für etwas gewagt-Huskies gibt es meines Wissens schon seit mehreren hundert oder auch tausend Jahren/wenn auch nicht in Mitteleuropa) während der Schäferhund als Rasse kürzlich offiziell 100 Jahre alt wurde. Gruß Roland
06.05.2004 22:48
Super Bericht! Ich finde Huskys wunderschön, aber ich könnte dem Bewegungsdrang der Tiere gar nicht nachkommen...habe einen Schäferhund und der braucht auch schon viel Beschäftigung, aber bei Huskys ist es wohl noch extremer. VLG, Anja