Hyosung GF 125- Spitzenmotorrad unter den 125ern
04.06.2004
Pro:
Leichtes Gewicht,gutes Handling,sparsamer Verbrauch,tolles Anfänger - Motorrad,gutes Aussehen,schöner Motorsound,Kickstarter
Kontra:
schmale Reifen,keine Tankanzeige,mit Drossel eher lahme Beschleunigung
Empfehlenswert:
Ja
 GirlofElegance
Über sich:
Uiuiui...
Mitglied seit:04.06.2004
Erfahrungsberichte:14
Vertrauende:6
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 54 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Da ich selbst die Hyosung besitze,möchte ich nun einen Erfahrungsbericht schreiben,um einigen von euch das kleine Motorrad etwas näher zu bringen und das Pro zum Kauf zu stärken! Vorab muss ich sagen,dass ich im Dezember 2003 meinen A1-Führerschein auf der Hyosung GF 125 gemacht habe und somit war ich hellbegeistert von dem kleinen Motorrad,das alle Bedingungen erfüllt,die man sich erstmal so als Anfänger (noch dazu als Mädchen) vorstellt.Und jetzt besitze ich sie selbst!
Besonders begeisterte mich das unglaublich leichte Gewicht von ca. 128 kg (die Tankfüllung zählt ja schließlich auch dazu),mit dem ich sehr gut zurecht kam.Somit war das Handling in Kurven und vor allem beim Slalom super,denn gerade da kann man schön leicht schwingen und hat beinahe das Gefühl,man säße auf einem Fahrrad. Auch beim Fahren im engen Stadtverkehr,besonders bei Stop&Go,erwies sich die Hysoung als grundsolide.Denn wenn es zum Beispiel um das abrupte Bremsen in kleinen Kurven oder beim schnellen Spurenwechsel geht,hat man mit dem Balancieren des Gewichts überhaupt kein Problem.Sowie auch beim Schieben oder beim Aufbocken auf den Hauptständer hatte ich nie ernsthafte Probleme,das Gewicht zu halten. AUSSEHEN:Ich bezeichne die Hyosung als klassisches,zeitloses Motorrad mit einer schönen Form.Ihre Proportionen sind gut getroffen,hier verhält sich eins zum anderen.Obwohl die Reifen doch etwas schmal sind,passen sie rein größentechnisch gut zum Rest des Motorrads.Auch der Lenker ist nicht übermäßig groß oder viel zu klein. Die Hyosung ist ein Naked-Bike und ist somit nur teilweise verkleidet,insgesamt verschafft mir das Motorrad einen flexiblen Eindruck.Ein wenig sportlich,praktisch und schlicht zugleich,wie ich finde,ein ausgeglichenes Verhältnis!
KOMFORT:Ich mit meinen knapp 1,74 m Körpergröße sitze sehr bequem auf der Hyosung,auch auf längeren Strecken.Die Sitzbank ist angenehm gepolstert und auch als Sozius kann man sich nicht beklagen.Da der Tank nicht allzu groß ist,muss man sich bis zum Lenker nicht weit vorbeugen,ich sitze jedenfalls immer in gerader Haltung und so macht auch das Fahren lange Spaß.Man sitzt praktisch wie auf einem Fahrrad,also relativ gerade,denn auch die Beine werden nicht zu stark angewinkelt,wenn sie auf den Fußrasten stehen. MOTOR:Die Motorleistung ist für ein Motorrad dieser Größe völlig in Ordnung.Durch den 4-Takt,luftgekühlten Ottomotor mit einem Zylinder und mit 6,0 kW bei 8.300 U/min als maximale Nutzleistung ist der Motor und somit das Fahren recht ordentlich,wobei natürlich eine Drossel die Beschleunigung ganz schön verlangsamt und gerade bei höheren Geschwindigkeiten hat der Motor eine sehr hohe Drehzahl (verhält sich beim 5. Gang genau proportional zur Geschwindigkeit,z.B. bei 50 km/h sind es auch 5000 Umdrehungen) und vibriert dementsprechend,das kann einem gerade bei einer längeren Autobahnfahrt sehr auf die Nerven gehen.In der Stadt dagegen ist das Fahren sehr angenehm,man kommt schnell voran und ich denke auch,dass so eine kleine 125er auch nicht unbedingt für die Autobahn gedacht ist.Da muss man wohl warten,bis man die größeren Modelle fahren kann. Die Maximalgeschwindigkeit ohne Drossel beträgt locker 110 km/h,mit Drossel EIGENTLICH 80 km/h,sie fährt allerdings,wie ich festgestellt habe,auch gute 90 km/h. Die Beschleunigung für die Stadt beträgt in etwa 4-5 Sekunden,um auf 50 km/h zu kommen.Meiner Meinung nach ist das völlig in Ordnung und wers mal probieren will,kann ja mal einen Blitzstart versuchen *gg*...naja,bringt ein bisschen was,um schneller vom Fleck zu kommen. Der Klang an sich ist sehr schön,im Vergleich zu manchen 2-Taktern,hört sich die Hyosung wie ein richtiges Motorrad an,vom Klang her würde sie keiner wirklich auf eine 125er einschätzen. Als Fahrer hört man natürlich das Ansauggeräusch mit,das ist logischerweise nicht ganz so tief,aber man sollte ja hier auch die relativ hohe Drehzahl beachten. Wie erwähnt hat die Hyosung 5 Gänge (Lamellen-Ölbad-Kupplung) und lässt sich auch sehr leicht schalten. Für die ganz Harten,die auch im Winter fahren,ist besonders der Kickstarter von Vorteil, den ich auch schon oft an so manchem kalten Morgen dem Elektrostarter vorgezogen habe. Mit dem Anlassen des Motors habe ich kaum Probleme.Wenn man sie lange nicht mehr gefahren ist,tut sie sich ein bisschen schwer und geht nicht gleich an,aber dafür hat man auch noch den Choke,der sich am Lenker befindet.Und natürlich im Winter,aber da rate ich allen,besonders bei Glätte oder Nässe,das Motorrad zu Hause zu lassen,da sich erstens der Motor nicht so quälen muss und auch die kleinen Reifchen nicht so von Vorteil sind. Zum Anlassen des Motors ist noch zu sagen,dass man nach dem Starten den Motor am besten ca. 5 Minuten warm laufen lässt. Sonst kann man sie beim Runterschalten von Neutral in den 1.Gang leicht abwürgen.Aber auch hier reagieren die Modelle untereinander (!) alle verschieden,es ist also nicht zwingend der Fall. Nun noch etwas zum Kraftstofftank:Der Tank umfasst genaugenommen 13,7 Liter,davon 1,6 Reserve und man tankt normales Benzin. Mit so einer Tankfüllung kommt man im Durchschnitt so über 300 km/h. Das Motorenöl umfasst ca. 0,950 Liter,Hyosung empfiehlt spezielle Motorenöle.
FAHRWERK UND ELEKTRIK:Zuerst möchte ich was zur Bremsanlage sagen.Die Anlage vorn ist eine hydraulische Scheibenbremse und hinten eine mechanische Trommelbremse.Bisher sind keine Probleme aufgetreten,insofern kann ich nichts Negatives darüber vermerken,bremsen kann man sehr gut. Die Rahmenbauart heißt Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen,die Dämpfung besteht aus 2 Federbeinen mit einem Ölstoßdämpfer,5-fach verstellbar. Hinterradaufhängung:Kastenschwinge Vorderradaufhängung:Teleskopgabel Die Zündkerze der Hyosung heißt NGK CR8EH-9,ist auch sehr leicht zu bekommen,falls man sie mal auswechseln möchte.Die Batterie ist eine 12 V/ 8 Ah-Batterie. COCKPIT:Sehr schlicht und übersichtlich ausgefallen!Links ist der Geschwindigkeitsmesser,sowie der Kilometerzähler und die Anzeige von Fernlicht. Rechts ist der Drehzahlmesser mit der Anzeige des Blinkers und des Leerlaufs.Ich denke mal,das ist alles was man braucht.Hier fehlt allerdings die Tankanzeige,aber wer sein Motorrad ein bisschen kennenlernt,kann auch so damit umgehen.
ERSATZTEILE:Es gibt zwar nicht übermäßig viele Hyosung-Händler,aber meiner Meinung nach muss man auf die Ersatzteile keine halbe Ewigkeit warten,so ca. 2 Wochen sollte man schon mit einplanen,ist aber noch akzeptabel. VERARBEITUNG:Naja,koreanisch halt :-D. Insgesamt ist die Verarbeitung aber gut und die Tatsache,dass nicht alles fest zusammen geschraubt ist (ich spreche von der Teilverkleidung),macht es möglich,schnell an alles heranzukommen.Blitzschnell kann man mit einem Schloss den Sitz abnehmen und somit an die Batterie,das Blinkrelaise und an ein von Hyosung mitgeliefertes,kleines Werkzeugtäschen kommen.Nimmt man die Seitenverkleidung unterhalb des Sitzes ab,kommt man zum Beispiel an den Luftfilter.Genauso schnell kann man auch alles wieder zusammenbauen.Mir sind keine großen Mängel an der Verarbeitung aufgefallen!
WARTUNG UND PFLEGE: Die Hyosung braucht ebenso viel Pflege wie jedes andere Motorrad,das heißt Ölwechsel,Schmierstellen und sich auch ein bisschen um die Lackpflege kümmerns,sowie eben alles andere,was noch so anfällt.Ebenso sollte man auf Rost achten,hier hilft schon ein einfaches Spray. ZUBEHÖR:Die langweiligen Plastikgriffe,die sich neben dem Soziussitz befinden kann man ohne weiteres gegen einen verchromten Gepäckträger austauschen,auf dem man dann zum Beispiel ein Topcase anbringen kann.Sieht chic aus!
Abschließend zu meinem Bericht kann ich nur sagen,dass ich mit meiner Hyosung sehr zufrieden bin,als einziges Contra würde ich eben die schmalen Reifen angeben.Zur langsamen Beschleunigung mit oder ohne Drossel kann ich nur sagen,dass es nunmal ein kleines Motorrad ist und trotzdem beachtliche Leistungen erbringt.Entweder man wartet bis 18 und kauft sich ne Ninja *gg* oder man akzeptiert es.Es macht auf jeden Fall mehr Spaß,als mit dem Bus zu fahren ;-)! Die Hyosung hat eben alles,was man braucht und ich empfehle es somit sehr für Anfänger,gerade auch Mädchen oder eben solche,die es eher solider möchten. Ich hoffe,euch mit meinem Bericht etwas geholfen zu haben!
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06.01.2006 20:40
Der Bericht ist sehr informativ, sehr hilfreich und enthält eine Menge persönliche Erfahrungen. Und er ist sehr ausführlich. Kompliment!
13.04.2005 14:12
Wow, dein erster Bericht und dann gleich so ausführlich und super geschrieben! Ich könnte nicht einen Satz zum Thema Motorräder schreiben. LG, Kaktusbluete
30.06.2004 01:44
Aber hoppla. Superguter Einsteigerbericht. bh. GLG von Joachim:-)))