I, Robot (2004)

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... Und mit dem frisch geschlüpften Sci-Fi-Streifen „I, Robot“ ist mir solch ein Film untergekommen. Heiß gemacht wurde ich natürlich durch die rasanten Trailer, die Will Smith im Kampf gegen aufmüpfige Roboter zeigten. Was anfangs etwas stupide aussah, entpuppte sich aber schon in den Trailer ... Bericht lesen





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1-6 von 55 Erfahrungsberichten    
> Alle 55 I, Robot (2004) Erfahrungsberichte anzeigen
Haben Maschinen Träume?
Erfahrungsbericht von LifeInSin über I, Robot (2004)
05.08.2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: stimmig und gut verpackte, interessante Story; sehenswerte Effekte
Kontra: etwas zu hastiges Ende

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

// - Prolog

Ich lasse mich zwar nur selten zu ausführlichen Filmkritiken hinreißen, aber hin- und wieder begegnet mir ein Streifen, der es wert ist über ihn zu schreiben. Und mit dem frisch geschlüpften Sci-Fi-Streifen „I, Robot“ ist mir solch ein Film untergekommen. Heiß gemacht wurde ich natürlich durch die rasanten Trailer, die Will Smith im Kampf gegen aufmüpfige Roboter zeigten. Was anfangs etwas stupide aussah, entpuppte sich aber schon in den Trailer als potentiell gute Geschichte. Und da ich lange nicht mehr einen Film zum Deutschlandstart gesehen hatte, war es mal wieder Zeit für eine Filmpremiere im örtlichen UFA-Palast.


// - Die Gesetze der Robotik

Gesetz Nr. 1:
Ein Roboter darf einem menschlichen Wesen keinen Schaden zufügen oder durch Untätigkeit zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.

Gesetz Nr. 2:
Ein Roboter muss dem ihm von einem menschlichen Wesen gegebenen Befehl gehorchen - es sei denn, dies würde das Erste Gesetz der Robotik verletzen.

Gesetz Nr. 3:
Ein Roboter muss seine Existenz beschützen - es sei denn, dies würde das Erste oder das Zweite Gesetz der Robotik verletzen.

Diese Gesetze sind die neue Lebensgrundlage auf der Erde im Jahr 2035. Die Menschheit hat einen neuen Level der Technologie erreicht. All ihre Alltagsgeschäfte wie Haushalt, Einkauf oder Kinderbetreuung wurden von Robots, kybernetischen, menschenähnlichen Maschinen übernommen, und eigentlich sind sie bereits nicht mehr aus dem Leben der Menschen wegzudenken. Denn man vertraut den Robots blind – sie handeln nur im Rahmen der drei Gesetze der Robotik und sind somit für die Menschheit ungefährlich.

Nur einer scheint dem Frieden nicht zu trauen. Detective Del Spooner (Will Smith) begegnet den Maschinen um ihn herum mit größtem Misstrauen und missbilligt das sorglose Verhalten seiner Mitmenschen. Das macht ihm weder auf der Straße noch auf seinem Revier allzu viele Freunde. Als jedoch der Erfinder der Robots und der drei Gesetze, Dr. Alfred Lenning, tot in der Empfangshalle der marktbeherrschenden Robot-Firma USR gefunden wird, ist es Spooners Person, nach der das von Lenning hinterlassene Hologramm verlangt. Das Gespräch mit dem holographischen Bild des Doktors wirft Fragen auf, die Spooner nicht mehr an den eigentlich offensichtlichen Selbstmord des alten Mannes glauben lassen. Zusammen mit der bei USR angestellten Roboterpsychologin Dr. Susan Calvin (Bridget Moynahan) durchsucht er Lennings Labor, wobei er von einem Roboter der neuesten Generation NS-5 (die kurz davor stehen an die gesamte Welt ausgeliefert zu werden) angegriffen wird. Spooner ist sicher, dass dieser Robot für Lennings Tod verantwortlich ist. Er verfolgt die flüchtige Maschine und macht sie schließlich dingfest. Doch erneut will ihm keiner seine Theorie glauben, da es niemand für möglich hält dass ein Robot die drei Gesetze bricht.

Doch Spooner lässt nicht locker. Bei der Vernehmung des Robots stellt er fest, dass dieser nicht nur über Emotionen und Träume verfügt, sondern sogar eine Namen hat: Sonny. Doch bevor er weiteres herausfinden kann, besteht der Vorsitzende von USR, Robertson, den Robot mitzunehmen und als Fehlproduktion zu zerlegen. Spooner ist überzeugt, dass Roberston etwas verbergen will und dass Lenning versucht, ihm Hinweise auf die wahren Gründe seines Todes zu geben versucht. Und Sonny ist der Schlüssel. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, und unzählige Hindernisse kreuzen Spooners Weg zur Wahrheit. Dabei bekommt er es mit gigantischen Robots, unsympathischen Firmenbossen, sturen Psychologen und seiner eigenen Vergangenheit zutun.


// - Meine Meinung

Ich könnte natürlich die Story noch weiter aufklamüsern und euch jedes einzelne Detail des Filmes verraten, aber das ist in meinen Augen nicht der Sinn einer Filmkritik. Die zentrale Frage ist doch, ob sich der Kinobesuch von „I, Robot“ lohnt. Und, das kann ich vorweg nehmen, diese Frage ist mit einem klaren „Ja!“ zu beantworten.

Die auf den ersten Blick recht simple Story, die auf einer Kurzgeschichte des berühmten Sci-Fi-Autors Isaac Asimov beruht, erweist sich im Laufe der immerhin 116 Minuten als sehr viel verzweigter und hintergründiger als man zunächst erwartet. So ist Detective Spooners Hass gegen die Robots keine bloße Willkür, sondern liegt in seiner tragischen Vergangenheit begründet, die ihn noch immer in seinen nächtlich wiederkehrenden Alpträumen plagt. Auch die Rolle des fühlenden Roboters Sonny nimmt in dem Streifen ständig neue Formen an und sorgt so immer wieder für herrliche Spannungsmomente und Wendungen. Und so kann ich guten Gewissens sagen, dass für mich der Handlungsverlauf nur selten vorherzusehen war. Dazu kommt natürlich, dass die Geschichte auch einfach einiges hergibt. Spooner scheint der Einzige zu sein, der die komplette Abhängigkeit von Maschinen als negativ ansieht und ist damit in der Gesellschaft ein seltsam beäugter Außenseiter. Auch scheint er der einzige zu sein, der noch an „nostalgischen“ Geräten wie einer manuell zu bedienenden Stereo-Anlage oder einem Motorrad hängt. Die zentrale Frage des Films wirft aber Robot-Entwickler Lenning selbst auf, nämlich die Frage ob Maschinen eine Seele haben. Das Ganze wird zwar nicht hochphilosophisch diskutiert, aber doch auf sehr interessante Weise geschildert und ist für den Ausgang des Films von immenser Bedeutung. Die Storyline des Films ist somit nicht nur schön anzusehen und mitzuverfolgen, sondern weckt auch eine gewisse Skepsis gegenüber der zunehmenden Technisierung unserer Zeit im Zuschauer.

Eingepackt ist das Ganze in eine absolute Bombast-Optik, die sich in Sachen Grafikeffekte und Computeranimation vor keinem der aktuellen Spitzenreiter dieser Klasse verstecken muss. Vor allem die Robotermassen (allen voran natürlich Sonny) wirken unheimlich lebendig und machen die Gesellschaft, in der Robots längst zum Alltag gehören, sehr glaubwürdig. Dabei sind vor allem die Details interessant und liebevoll umgesetzt. Die ganze Stadt (die hier übrigens Chicago ist) ist voller Leben und vollgestopft mit High-Tech, und auch die Lautsprecheransagen sind den ein oder anderen Hinhörer und Lacher („Neu: vollsynthetische Pizza!“) wert. Richtig auf seine Kosten kommt natürlich auch der Action-Fan, denn explosionslastigen Verfolgungsjagden und Schießereien wird nicht gespart. Wie bei fast allen Action-Streifen wird da natürlich manchmal die (physikalische) Logik außer Kraft gesetzt, dass jedoch ist zu verkraften. Was ich als sehr positiv empfinde ist, dass die angesprochenen Action-Szenen nicht den wichtigsten teil des Films darstellen. Für mich viel relevanter ist die Hintergrundgeschichte der Person Spooner, die in Verbindung mit der Frage nach maschineller Seele für einige nachdenkliche Momente sorgt. Und auch für Überraschungen, denn letztlich stellt sich Robot-Hasser Spooner als derjenige heraus, der den Maschinen am meisten zutraut.

Etwas weniger überzeugend als die Handlung ist die schauspielerische Leistung. Keine Kritik muss sich dabei Will Smith gefallen lassen, der in diesem Film mal wieder beweist dass er zu mehr fähig ist als die Verkörperung schräg-cooler, lustiger Schwarzer in Komödien. Den verbitterten und sich missverstanden Charakter des Del Spooner spielt er äußerst überzeugend und legt dabei trotz allem eine unglaubliche Abgeklärtheit an den Tag. Er gibt sich den ganzen Film gegenüber äußerst unnahbar, und interessanterweise bleibt die eigentlich zu erwartende Liebesbeziehung zu Dr. Calvin aus (danke, dass dieses Klischee nicht bestätigt wurde!). Die von Bridget Moynahan gespielte Psychologin bleibt leider hinter Smith und dem animierten Sonny ziemlich blass. Leider wird auch ihre Geschichte bis auf eine angedeutete enge Beziehung zu Dr. Lenning nicht weiter ausgeführt, weshalb Moynahan (die man ja aus „Sex And The City“ kennt) trotz häufiger Auftritte eine Randerscheinung bleibt. Auch die übrigen Schauspieler (mit Ausnahme vielleicht von James Cromwell als Dr. Lenning) stechen nicht gerade durch wirklich gute Leistungen hervor; allerdings fällt auch keiner wirklich negativ auf. Das Interesse der Zuschauer liegt somit eigentlich nur auf Will Smith... und dem eigentlichen Star des Films.

Robot-Unikat Sonny stiehlt in diesem Streifen selbst Smith die Schau, denn seine kindlich-naiv Art und seine absolute Überzeugung, jedes Wesen sei für einen Zweck geschaffen, machen ihn zum absoluten Sympathieträger von „I, Robot“. Großen Anteil daran hat natürlich die überragende Animationstechnik, die dem eigentlich ausdruckslosen Gesicht der Maschine überzeugend menschliche Züge verleiht und so zeitweilen vergessen lässt, dass hier kein echter Schauspieler vor der Kamera steht. Auch als Charakter gehört Sonny zu den interessantesten des Films: ein Robot, geschaffen um die drei Gesetze brechen zu können, fühlend, träumend und wissend handelnd. Seine Rolle wechselt ständig im Film, denn das böse Maschinenmonster (als dass er auch im Trailer rüberkommt) ist er genauso wenig wie das arme Opfer einer Intrige. In dieser Kunstfigur steckt erschreckend viel, und noch erschreckender ist eigentlich dass das erste Mal ein Computercharakter seine menschlichen Kollegen vollständig an die Wand spielt.

Hat dieser Film eigentlich auch negative Seiten? Ja hat er, aber die liegen im Detail. So wirkt die lang und ausführlich aufgebaute Geschichte am Ende etwas zu hastig aufgelöst und zu handlungsüberladen, und auch die Dialoge schwächeln an einigen Stellen. Das sind aber nur kleine Wehmutströpfchen, die mir den Genuss dieses Streifens absolut nicht versalzen konnten. Denn die Geschichte ist einfach zu fesselnd und undurchsichtig, als dass einen solche Lappalien stören würden. Die Auflösung des Todes von Dr. Lenning, der Grund für Spooners Abneigung gegen Robots, Sonnys wahren Motive... all dies wird erst in den letzten 30 Minuten des Films aufgelöst und endet in einem würdigen (nur leider etwas zu hektischen) Finale.


// - Fazit

Endlich... endlich wieder ein Film meiner heißgeliebten Sci-Fi-Schiene, der mich absolut nicht enttäuscht aus dem Kino entließ! Im Gegenteil, Alex Proyas ist hier ein Film gelungen der Hoffnungen weckt, dass diese Genre noch lange nicht am Ende ist und auch außerhalb von Star Wars/Star Trek erfolgreiche und gute Filme hervorbringen kann. Jedem Action- und Science-Fiction-Fan ist „I, Robot“ wärmstens zu empfehlen, und auch jeder der zwei Stunden Unterhaltung pur sucht ist hier nicht falsch. Freunde der ausufernd sinntiefen Dialoge und des Doku-Kinos sollten dann aber doch eher anderweitig sich umschauen!

Dies soll übrigens keine Analyse des Films darstellen. Der Handlungsverlauf und spezial das Ende lassen zwar eine Menge Freiraum für Diskussionen und Interpretationen, doch darum ging es mir hier nicht. Ich will nicht schon alles verraten, und letztendlich muss sich jeder seine eigenen Gedanken zu diesem Stück Sci-Fi machen. Ich habe sie mir gemacht, und vielleicht teile ich sie demnächst anderorts auch noch einmal genauer mit.

Long live Zeta!
DeNNiS

05. August 2004

HINWEIS: Dieser Bericht ist auch auf meiner Homepage http://www.lifeinsin.tk/ zu lesen!
   
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