EISZEIT
09.04.2001 (11.06.2002)
Pro:
macht süchtig
Kontra:
macht süchtig
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Grafik
Sound
Multiplayer:
Bedienung
mehr
 TFaust99
Über sich:
[ ]
Mitglied seit:31.01.2001
Erfahrungsberichte:155
Vertrauende:62
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 60 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
„Bald ist Weihnachten“, dieser Spruch erinnert uns nicht nur daran, frühzeitig an Geschenke für unsere Liebsten zu denken, sondern auch daran, dass die Tage kürzer werden, das Wetter schlechter, dass es kalt draußen wird und man sich am liebsten mit einem heißen Kaffee oder meinetwegen auch Kakao vor dem heimischen Monitor gemütlich macht und umfangreiche, gehaltvolle Computerspiele zockt. Was gibt es schöneres ? Als besonderer Anwärter für den Titel „Weihnachtsspiel des Jahres“ – auch wenn das Spiel schon knapp ein Jahr alt ist – schlage ich diesmal „Icewind Dale“ vor. Nicht nur das eisige Ambiente des Spiels scheint wie geschaffen für die kalte Jahreszeit. Eigentlich eher als Lückenfüller zwischen "Baldur's Gate" und "Baldur's Gate 2" gedacht, schafft "Icewind Dale" es, den Spieler mit weniger Tiefgang und mehr Spielspaß wochenlang vor den Monitor zu fesseln und erst loszulassen, wenn der Schnee wieder schmilzt... Die Story: Eine 6-köpfige Heldengruppe trifft sich im verschlafenen Osthafen. Ihr Auftrag: sie sollen eine Expedition nach Kuldahar eskortieren, denn in dieser Stadt gehen merkwürdige Dinge vor. Unterwegs wird die Expedition allerdings überfallen, die Helden sind die einzigen Überlebenden. Auf sich allein gestellt, erreichen sie Kuldahar und müssen feststellen, dass hier einiges nicht mit rechten Dingen zugeht: das Wetter ist ungewöhnlich kalt, im Tal patrouillieren Frostriesen und einige Dorfbewohner wurden entführt. Das Spiel und dieser Bericht wären hier zu Ende, wenn unsere Helden keine wahren Helden wären und der Sache nicht auf den Grund gehen würden...
Das Spiel: Icewind Dale ist ein Ableger der Baldur’s Gate – Saga, zwar haben die Szenarien nichts miteinander zu tun, doch spielen sie beide in den Vergessenen Reichen und damit im AD&D-Universum, außerdem verwenden beide Spiele Bioware’s Infinity-Engine. Die Gruppe kämpft sich auf ihren Reisen durch gewaltige und sehr abwechslungsreiche Areale: diverse Krypten, eine Zwergenstadt, ein Feuertempel sowie eine Stadt aus Eis warten darauf, erforscht zu werden. Dass die Bewohner dieser Gegenden sich nicht kampflos ergeben, sollte klar sein. Die vielen verschiedenen Gegnertypen lassen die Kämpfe nicht langweilig werden: hat man es erst nur mit "gewöhnlichen" Untoten zu tun, stellen sich den Helden später Feuer- und Frostriesen und ähnliche unangenehme Zeitgenossen entgegen. Die Gegnergröße ist auch recht beeindruckend: während man es in "Baldur's Gate" meist nur mit Wölfen oder humanoiden Gegnern zu tun bekam sind die Gegner in "Icewind Dale" doppelt bis dreifach so groß wie die eigenen Helden. Die Charakterentwicklung gleicht der von Baldur’s Gate, man stellt nur zu Beginn schon die komplette Gruppe auf. Einzig die moralische Einstellung der Charaktere ist im Grunde irrelevant, da meist nicht lange geschwafelt, sondern gleich draufgehauen wird. Kämpfe bringen Erfahrungspunkte, ist eine bestimmte Anzahl erreicht, steigt der Charakter eine Stufe auf, die Lebensenergie steigt und magisch begabten Charaktern stehen neue Zauber zur Verfügung. Von diesen gibt es übrigens jede Menge. Vom simplen Magiepfeil bis hin zu riesigen Feuerbällen steht ein ganzes Arsenal an vernichtenden Kampfzaubern zur Verfügung, weiterhin gibt es Heilzauber, Beschwörungsformeln, die verbündete Geister und Dämonen herbeizaubern und vieles mehr. Der Schwerpunkt ist eindeutig gesetzt: weniger Interaktion mit der Außenwelt, mehr Action! Das Spiel ist sehr linear, eine Wahl zwischen verschiedenen Reisezielen bzw. Dungeons ist kaum gegeben. Das Ziel ist, den Dungeon zu überleben, alles plattzumachen, was einem an die eigene Lederrüstung will, und auf in den nächsten Dungeon... Klingt irgendwie langweilig, ist es aber nicht. Zur Erinnerung: das Spielprinzip von Diablo ist nicht anders, sogar abwechslungsärmer. Tatsächlich lassen sich einige Parallelen zwischen den beiden Spielen ziehen: der actionorientierte Schwerpunkt und vor allem die typische Sammelwut: die Suche nach der besseren magischen Waffe hört nie auf. Auch das Suchtpotential ist ähnlich: "bin gleich fertig, nur noch der eine Dungeon..."
Grafik und Sound: Wie auch die beiden "Baldur's Gate"-Abenteuer verwendet das Spiel Bioware's "Infinity-Engine". Die Auflösung von 640x480 Bildpunkten wurde leider beibehalten - erst mit Installation der Erweiterung "Heart of Winter" kommt man in den Genuss einer Auflösung von 800x600. Grafisch ist das Ganze sehr beeindruckend. Die Party bewegt sich anmutig vor handgemalter Kulisse durch weitläufige Areale. Glücklicherweise bewegen sich die tapferen Recken etwas schneller fort als in Baldur’s Gate. Auch akustisch macht "Icewind Dale" eine sehr gute Figur - orchestraler Soundtrack, glaubhafte Soundeffekte und akzeptable Sprachausgabe. Letztere ist gegenüber "Baldur's Gate" schwer überarbeitet worden (sächselnde und schwäbelnde Helden fand ich als des Hochdeutschen mächtiger Nordrheinwestfale einfach nur furchtbar!), auch wenn die Sprachausgabe manchmal etwas pathetisch und überzogen wirkt ("Huaaah, in den Kaaaampf!" oder „*kreisch*“). Die Steuerung: Die Steuerung lässt sich komplett mit der Maus erledigen. Freunde der "Baldur's Gate"-Serie werden sich schnell zurechtfinden, da nichts verändert wurde. Mit wenigen Mausklicks lässt sich die Party durch die Lande lenken, eine Befehlsleiste sorgt außerdem dafür, dass das Wirken von Magie oder die Veränderung der Formation schnell vonstatten gehen. Mit einem Druck auf die Leertaste pausiert das Spiel und man kann seinen Helden selbst im härtesten Kampfgetümmel nach Belieben und ohne Hast neue Befehle erteilen.
Multiplayer: Im Internet oder lokalen Netzwerk können bis zu 6 Spieler gemeinsam auf Monsterhatz gehen. Ausprobiert habe ich das natürlich mal wieder nicht... Fazit: Was letztendlich zählt, ist der Spielspaß. Und der ist bei "Icewind Dale" auf jeden Fall vorhanden. Innerhalb von zwei Wochen habe ich mich komplett durchs Eiswindtal gekämpft - nicht etwa, weil das Spiel so kurz ist, sondern weil es einfach Spaß gemacht hat. Für Rollenspieler und solche, die es werden wollen empfehlenswert!
"Icewind Dale" wird im Juli als günstige Budget-Version (ca. 10,- €) erscheinen, bis dahin ist es zusammen mit dem Add-On "Heart of Winter" für 25,- € erhältlich. Und demnächst steht uns auch schon der zweite Teil ins Haus... man darf gespannt sein... Zu guter Letzt: die Anforderungen:
Mindestanforderungen: PII 233 (empfohlen 266) 32MB RAM 600 MB freier Speicher auf der Platte 4x CD-ROM
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28.10.2005 14:06
toller Bericht, das hilft wirklich weiter!
11.02.2003 00:21
Super Text zum super Spiel.
22.01.2003 03:35
ich liebe dieses spiel