Ich glaubte, mein Vater sei Gott. Wahre Geschichten aus Amerika. / Auster, Paul

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Ich glaubte, mein Vater sei Gott – Wahre Geschichten aus Amerika So lautet der Titel des von Paul Auster herausgegeben Buch, das 2001 im Rowohlt-Verlag erschienenen ist. Ein etwas irreführender, aber aus Marketingsicht gut gewählter Titel, suggeriert er doch leicht eine Amerika-kritische, ... Bericht lesen





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roderick liest amerikanische Geschichten
Erfahrungsbericht von roderick über Ich glaubte, mein Vater sei Gott. Wahre Geschichten aus Amerika. / Auster, Paul
26. Januar 2003


Produktbewertung des Autors:   

Niveau: durchschnittlich 
Unterhaltungswert: sehr hoch 
Spannung: durchschnittlich spannend 
Humor: durchschnittlich humorvoll 
Aufmachung: ok 

Pro: berührend, interessant, gute Idee
Kontra: manche Geschichten etwas zäh zu lesen

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Ich glaubte, mein Vater sei Gott – Wahre Geschichten aus Amerika

So lautet der Titel des von Paul Auster herausgegeben Buch, das 2001 im Rowohlt-Verlag erschienenen ist. Ein etwas irreführender, aber aus Marketingsicht gut gewählter Titel, suggeriert er doch leicht eine Amerika-kritische, wenn nicht gar anti-amerikanische Lektüre. Doch dem ist nicht so..

„I Thought My Father Was God: And Other True Tales from NPR's National Story Project” – so lautet der Originaltitel. Um zu erklären, worum es bei diesem Projekt ging. Paul Auster brachte in einer amerikanischen Radiostation Lesungen zum Besten und forderte die Zuhörer auf, ihm Geschichten zu schicken, deren einzige Bedingung war, dass sie wahr seien. Und so bekam er über 4000 Zuschriften, aus denen er 126 auswählte, die er in diesem Buch zusammenfasste.

Zum Herausgeber
---------------

Paul Auster ist 1947 in New Jersey geboren, studierte Literaturwissenschaften, lehrt meines Wissens nach in Columbia und hat sich als Übersetzer und Herausgeber französischer Literatur einen Namen gemacht. Auch mit eigenen Werken (New York Trilogie) hat er Ruhm ernten können. Seine Werke sind in Deutschland zumeist im Rowohlt Verlag erschienen.

Das Buch
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Auf 416 Seiten werden uns die kurze Geschichten präsentiert. Manche sind wenige Sätze lang, andere umfassen 6-8 Seiten. So kann man relativ schnell eine Geschichte durchlesen, verliert beim Lesen nicht den Faden.
Paul Auster selbst hält sich in dem Buch weitestgehend zurück, lediglich ein Vorwort aus seiner Feder ist zu finden.
Auster hat die Geschichten kategorisiert, um sie thematisch in ein Schema zu fassen. So gibt es Geschichten, die eher humoristisch sind, andere die Tragik enthalten, während andere viel Gefühl enthalten.
Da die Geschichten von Menschen wie Du und Ich geschrieben worden sind, sind die Stile sehr verschieden. Zwar hat Auster nur die vermeintlich besten Einsendungen zum Abdruck ausgewählt, doch einigen Geschichten merkt man an, dass sie von Laien geschrieben wurden.
Aber jetzt kommt das Überraschende: Das stört gar nicht. Durch die Kürze der Geschichten fällt schlechter Stil kaum ins Gewicht, die Aussage rückt in den Mittelpunkt.
Die Hörer dieser Radiostationen haben vieles zu erzählen: kleine, lustige Anekdoten, Geschichten, wie sie den Partner ihres Lebens getroffen haben oder auch Erinnerungen an geliebte Menschen, die sie verloren haben. Manch wundersamer Zufall wird dort erzählt, ohne dass man aber meint, dort würden irgendwelche erfundenen Geschichten unters Volk gebracht.
Ich muss zugeben, dass ich manches Mal bei der Lektüre dieses Buches geschluckt habe, wenn tragische Erinnerungen zu lesen waren. Dadurch, dass es „normale“ Menschen sind, die ihre Geschichten erzählen und keine Fiktion (so ja die Vorgabe), bewegt das, was diese Leute zu sagen haben, viel mehr, als dies bei erfundenen, geschliffenen Geschichten aus der Feder eines Retorten-Autors möglich wäre.
Klar, manche Geschichten sind eher nichtssagend, haben weder Botschaft noch Format, aber interessanterweise halten sich dieses Geschichten zahlenmäßig in Grenzen. Das Gros der dargebotenen Geschichten ist gut und weiß zu unterhalten.

Und was den Titel angeht, so ist die Verbindung des Titel einer Geschichte, der, nunja, etwas verrückt klingt, mit Amerika zwar sicherlich verkaufsfördernd in den heutigen Zeiten, aber eine Übersetzung, die näher am Originaltitel liegt bzw. dessen Gedanken überträgt, wäre wünschenswert gewesen.
Natürlich findet sich in einigen Geschichten typisch amerikanisches wieder, so findet auch der Vietnamkrieg seine Verarbeitung. Das liegt wahrscheinlich auch im Sinn der Sache.

Layout
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Eigentlich bedarf es ja keines Sonderpunktes dafür, aber nur da die Aufmachung ja manche auch interessiert.
Das Layout ist sehr gut gelungen. Geschichten werden entsprechend gewürdigt, indem der Rest der Seite, auf der sie aufhört, freibleibt. So gibt es manchmal halbleere Seite, aber dies finde ich besser, als wenn Geschichte an Geschichte ohne auch ersichtliche Trennung gereiht wäre.

Fazit
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Tja, was soll man über dieses Buch sagen? Ich habe es innerhalb von drei kurzen und kurzweiligen Abenden und fand es sehr unterhaltend. Es ist mal eine andere Lektüre als Romane von Profischreibern, auch wenn das manchmal etwas zäher zu lesen ist. Viele der Geschichten haben mich bewegt und/oder zum Schmunzeln gebracht. Deshalb kann ich euch nur empfehlen, dieses Buch zu kaufen oder zu entleihen. Als Wertung will ich mich auch durchaus für die volle Sternchenzahl entscheiden.
Ich fände es übrigens interessant, was für Geschichten herauskämen, würde man ein solches Projekt in Deutschland machen..

Fakten zum Ende
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Herausgeber: Paul Auster
Verlag: Rowohlt
ISBN: 3499233401 (Taschenbuch), 3498000616 (Gebunden)
Preis: 9.90 € (Taschenbuch), 19.90 € (Gebunden)
Seitenzahl: 416 (Taschenbuch), 407 (Gebunden)

Es grüsst,

euer roderick
 

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