Über sich:I'm only flesh and bone / Still they want blood from stone
/ And they cry more more more (Wax, &qu...
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Ein sagenhafter Titel, den Harald Schmidts 2009 erschienenes Werk da trägt - hört sich fast an wie "Geschichten aus 1000 und einer Nacht" - nun, wie man im Vorwort des Buches erfahren kann, ist der Titel tatsächlich grob an just dieser Überschrift orientiert. Was aber ist dieses Buch im Kern eigentlich ? Dazu jetzt mehr...
So kam ich zu diesem Buch
Wie schon so oft, war auch dieses Mal die "Resterampe" bei Saturn meine Anlaufstelle bei der Suche nach einem neuen Buch - aus Zeitgründen wollte ich über die Osterfeiertage nicht gerade so einen dicken Schmöker lesen und dazu nicht unbedingt ein Werk aus der Belletristik. So kam ich auf ein Buch von dem von mir sehr geschätzten "TV-Entertainer", wie er so gern bezeichnet wird, Harald Schmidt. Für 3,49 € kaufte ich das Buch als "Mängelexemplar". neu und tadellos sind sonst 7,95 € fällig, in Österreich gar 8,35 € ...
Etwas zum Autor
Harald Schmidt wurde 1957 in Neu-Ulm geboren.
Nach einer Schauspielausbildung in der "Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst" in Stuttgart schlug er eine Karriere als Kabarettist ("Kommödchen", Düsseldorf) und Schauspieler (Städtische Bühnen, Augsburg) ein. Im Fernsehen wurde er Ende der 1980´ er Jahre mit eigenen Shows bekannt - u.a. der Sendung "Schmidteinander", die er zusammen mit Herbert Feuerstein über viele Jahre in der ARD präsentierte. Mitte der 1990 ´er Jahre war er Gastgeber der nach ihm benannten "Harald Schmidt Show", einer sehr erfolgreichen Late-Nite Show auf Sat.1, die bis 2003 auf diesem Sender lief. Danach gab es erst einmal eine längere Pause von Harald Schmidt auf dem TV-Schirm und er wandte sich erneut dem Schauspiel und Theaterauftritten zu. Anfang 2005 schließlich kehrte er bei der ARD mit einer seiner bei SAT.1 fast 1:1 nachgebildeten Latenight-Show erneut mit dem schlichten Titel "Harald Schmidt" zurück - allerdings im Unterschied zu SAT:1 Zeiten unregelmässig nur ein bis zweimal pro Woche. Als das Format nicht den Erfolg hatte, wurde ihm mit Oliver Pocher ein weiterer "Sidekick" beigestellt "Schmidt & Pocher" hieß die Sendung in der ARD nun. Doch nach kurzer Zeit war Schmidt erneut alleiniger Gastgeber, bis die ARD das Format Mitte 2011 einstellte. Ab September 2011 trat er dann auf seinem "alten Sender" Sat.1 erneut als Gastgeber der "Harald Schmidt Show" auf, konnte aber trotz des identischen Formats der 1990´er Jahre Show nicht an die alten Erfolge anknüpfen. Am 3. Mai 2012 wird somit die (zunächst ? ) letzte Sendung dieser Show auf Sat.1 laufen...
Harald Schmidt hat sich als Autor von Büchern zwischendurch während seiner laufenden TV-Karriere immer wieder einmal in
Bilder
Ich hatte 3000 Frauen - Deutschlands größter TV-Star packt aus / Harald Schmidt
Szene gesetzt. 1993 erschien mit "Tränen im Aquarium" sein erstes Buch. das in diesem Bericht vorgestellte Werk mit dem Titel "Ich hatte 3000 Frauen" erschien bereits 2009 und ist sein insgesamt achtes veröffentlichtes Buch.
Zu "Ich hatte 3000 Frauen"
Zum Inhalt
Das mit knapp 200 Seiten eher dünne Buch ist eine Sammlung von Harald Schmidts Texten aus Kolumnen, die er in der Zeitschrift "Focus" über viele Jahre hinweg regelmässig veröffentlicht hatte. Den durchaus provokanten Buchtitel begründet Harald Schmidt dabei recht bissig in einem Prolog, wo er Parallelen zu ähnlich gearteten Buchtiteln wie z.B. Charlotte Roches "Feuchtgebiete" oder Sebastian Sicks "Der Dativ ist der Genitiv sein Tod" zieht. Er wollte halt auch einmal ein Buch mit einem vergleichbar "gewagten" Titel veröffentlichen,wobei er nicht einmal die Aussage, dass er 3000 Frauen hatte, so provokant findet - da findet er den Untertitel "Deutschlands größter TV-Star packt aus" schon reißerischer.
Seine bereits im Focus über viele Jahre publizierten Kolumnen wurden dabei in diesem Buch zu sechs Themenfeldern strukturiert angeordnet. Eine vor dem Vorwort des Autors vom Verlag eingefügte Erläuterung bewirbt das Buch als eine Art "Journal der Abgründe". was wohl einen Hinweis auf die Tatsache geben soll, dass Schmidt in seinen Kolumnen sehr viele sehr unterschiedliche Themen angepackt hat.
Mit viel Biss und teils schon fast beißender Ironie geht Schmidt dabei mit seiner, seiner Meinung nach, absoluten Softie-Vätern ins Gericht, die sich nicht zu schade sind, ihren Nachwuchs in einer Art "Brustsack" vor dem Leib geschnallt auf dem Rad zu fahren und dabei ganz öffentlich zu zeigen, was für ein toller Papa man doch ist.
Doch auch sonst gibt sich "Dirty Harry" in seinen zu vielen Themen verfassten Kolumnen durchaus angriffslustig. Ob er nun über die Raser und Drängler auf deutschen Straßen schreibt oder zu wirtschaftlichen Themen wie der Börse oder wiederum ganz banalen Themen wie einem nicht gewischten Treppenhaus - ähnlich, wie schon aus seinen Shows im Fernsehen bekannt, geht er stets mit einer Menge Biss und Zweideutigkeiten an diese Themen heran.
Meine Leseerfahrung und Meinung
Wie schon erwähnt, handelt es sich bei diesem Buch um eine Sammlung von Kolumnen aus Harald Schmidts Feder, die über mehrere Jahre hinweg im Focus erschienen. Wer also schon seit mindestens 10 Jahren durchgehend diese Zeitschrift gelesen oder abonniert hat, für den dürfte diese Sammlung eher weniger interessant sein - die Texte wurden hier 1:1 übernommen und lediglich ihrer thematischen Ausrichtung nach geordnet. Doch hier ergibt sich bereits ein Problem, wie ich finde, denn die Kolumnen, auf denen die Texte zurückgehen, erschienen und bezogen sich jeweils recht aktuell zu jeweils auf die politischen oder gesellschaftlichen Themen, die damals gerade "en vogue" waren. So wirken manche Texte, wenn ich sie also heute (2012) lese, schon deutlich weniger "bissig" als man dies vielleicht aus damaliger Perspektive so gesehen haben mag. Dies ist auch an den Themen erkennbar, die Harald Schmidt in seinen Kolumnen jeweils angepackt hat. Um mal ein Beispiel zu nennen. In einem dieser Texte schreibt Harald Schmidt etwas zur Frankfurter Buchmesse, die er nach der Cannstatter Wasen und der Münchner Wiesn als "drittes großes Volksfest des Jahres" beschreibt. In seinem Text nimmt er sich dabei genüsslich den damals (es muss, den in diesem Artikel genannten Buchtiteln zufolge 2007 gewesen sein) neu erschienenen Büchern an - der mangelnde aktuelle Bezug lässt doch hier viel in Sachen "Biss" leiden. Aber dies ist nur ein Beispiel für das Manko eines Konzepts einer Sammlung von Texten, deren "Biss" uns "Esprit" vielfach aus der Aktuallität, zu denen sie einst verfasst wurden, just diesen erhalten. Wenigstens hat Autor Harald Schmidt vor jedem der 6 Kapitel einen kurzen, frischen Text geschrieben, der natürlich auch mit dem Themenkomplex recht gut übereinstimmt - im Unterschied eben zu den Kolumnentexten, die das eigentliche, folgende Kapitel dann ausmachen, denn da ist dies nicht so gut gelungen.
Meine Kritik
Schade fand ich dabei vor allem die Tatsache, dass nicht wenigstens das Erscheinungsdatum des jeweiligen Textes in der Zeitschrift "Focus" genannt und - wo dies aus meiner Sicht, wie in genanntem Beispiel, zum besseren Verständnis des Textes notwendig gewesen wäre, einleitend zum jeweiligen Kolumnentext geschildert wurde. Die Zusammenstellung der Texte erfolgte m.E. nur grob an einer Art von Struktur orientiert, die Thematiken der zu Hauptkapiteln zusammengefassten Texte sind trotz einer eigentlich recht klaren Aussage, welche Themen in diesem Kapiteln von den verschiedenen Texten jeweils "in etwa" behandelt werden, dennoch teils so unterschiedlich, das so etwas wie wünschenswerte Homogenität leider vielfach fehlt. So wirkt die Zusammenstellung für mich an vielen Stellen eher willkürlich und irgendwie so, als sei sie an nur einem Tag eher lustlos zusammengetragen und einfach so auf den Markt geworfen worden. Da wirkt einzig das eigens von Harald Schmidt verfasste Vorwort ein wenig als ein Highlight, in dem er die Hintergründe für die Wahl des Titels für dieses Buch durchaus erheiternd und eingängig erläutert. Durch die - schon genannte- Willkürlichkeit bei der Textzusammenstellung der einzelnen Kolumnen ergaben sich für mich daher schon einige "Sinnesbrüche" zwischen einzelnen Texten. Warum nun eine Kolumne über einen "Softie Papa" nun ausgerechnet von einem Text, der sich mit der STVO bzw. den Verhaltensweisen von manch ungeliebten Verkehrsteilnehmer beschäftigt, thematisch zusammenhängen sollte, das geht mir nun echt nicht ganz auf. Doch diese Art von Brüchen und Sprüngen der Thematiken vieler Texte sind halt auch eine Folge des Konzeptes: Harald Schmidt schreibt und schrieb seine Focus-Kolumnen eben orientiert an vielleicht zu der Zeit gerade aktuellen Themen, die eben wöchentlich schnell wechseln - eine Anordnung der Chronologie des Erscheinungsdatums der dieses Buch ausmachenden Kolumnentexte im Focus wäre hier aus meiner Sicht weitaus besser und für mich als Leser einsichtiger gewesen als der Versuch des Verlages, vermeintlich "irgendwie oder auch nicht" zusammenliegende Thematiken der Texte unter einer "lustig gemeinten" Themenüberschrift zu gliedern. Dennoch: nur für sich genommen sind für mich doch einige kleine Highlights von Artikeln im Buch vorhanden. Etwa, wenn sich Harald Schmidt mit dem Thema Börse beschäftigt oder auch "überaktuelle" Themen wie die moderne Technik (sprich: das iPhone und dem "Featurewahn") annimmt, laufen einige Artikel doch zur Hochform auf. Jedoch: das Buch in einem Rutsch durchzulesen, ist mir halt wegen der vielfach trotz einer gegebenen, formalen Ordnung der Kolumnen dennoch nicht gelungen - ein klares Manko, welches m.E. der Verlag mit zu verschulden hat. Kolumnensammlungen, so man sie überhaupt für sich genommen als "sinnvoll" erachtet (Argument: "der Schmidt will doch nur doppelt abkassieren mit bereits veröffentlichten Texten") , kann man durchaus besser zu einem Buch anordnen, als es der Verlag / der Autor in "Ich hatte 3000 Frauen" geschafft hat.
Auf einen Blick
Titel: Ich hatte 3000 Frauen - Deutschlands größter TV-Star packt aus
Unterm Strich bleibt doch ein nicht ungetrübtes Bild zurück. Viele Texte, die nur aus der (zu ihrem jeweiligen Erscheinungsdatum) geltenden Aktualität ihren Biss bezogen haben, wirken aus 2012´er Sicht längst nicht mehr so bissig wie aus damaliger Perspektive. Dagegen gibt es durchaus aus "zeitüberdauendere" Texte, die diesen Eindruck teilweise zu widerlegen vermögen. Der "typische Schmidt" , wie ich ihn aus der "Harald Schmidt Show" besonders aus den Teilen der Sendung, wo er tagesaktuelle Themen politischer und gesellschaftlicher Natur aufs Korn nimmt, scheint jedoch auf jeden Fall bei jedem Text durch. Einzelne Schmunzler waren für mich also schon zu ernten beim Lesen der Texte. Leider wurde mir das echte Vergnügen durch die m.E. eben nicht ganz gelungene Zusammenstellung zu Themenkomplexen geschmälert -. die Kolumnentexte sind eben in sich nicht thematisch stringent homogen, eine chronologische, nach Erscheinungsdatum geordnete Struktur wäre hier vielleicht auch zur besseren Gesamteinordnung mancher Texte besser gewesen. Daher gebe ich unterm Strich 3 Sternchen und ein "unentschlossen" als Empfehlung. Harald-Schmidt-Fans werden hier wohl eher zugreifen eben wegen des teils speziellen Humors des Autors...
telmäßigen Kabarettisten am Düsseldorfer Kom(m)ödchen zum Grandseigneur der deutschen Late-Night-Show gemausert und dabei eine feine Mischung aus Selbstironie und Zynismus kul...
telmäßigen Kabarettisten am Düsseldorfer Kom(m)ödchen zum Grandseigneur der deutschen Late-Night-Show gemausert und dabei eine feine Mischung aus Selbstironie und Zynismus kul...
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11.06.2012 21:35
BH
26.05.2012 19:20
bh
19.05.2012 13:55
Deine Rezension erscheint mir besser als das "Heftchen", denn ein dickes Buch ist es ja wahrlich nicht :0)