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Zum Autor:
Ich denke, dass ich nicht mehr viel zum Henning Mankell sagen muss, jeder wird ihn wohl kennen. Für Genauigkeitsfanatiker deshalb nur kurz die wichtigsten Fakten: geboren 1948 in Schweden, lebt abwechselnd in Schweden und Mozambique, ist Schriftsteller und Theaterregisseur, ... Bericht lesen
Aidskranken und deren Angehoerigen zu sprechen. Entwicklungshelfer unterstuetzen die mit ihrem vorzeitigen Tod konfrontierten Eltern dabei Erinnerungsbuecher fuer ihre Kinder zu verfassen in denen sie die wichtigsten Ereignisse ihres Lebens festhalten - ein Projekt das den engagierten Autor fasziniert. Ich sterbe aber die Erinnerung lebt ist ein sehr persoenlicher Text und ruft vor allem zum Kampf gegen Aids in der Dritten Welt auf. Das Buch enthaelt im Anhang eine Beschreibung des Memory-Book-Projekts von Plan International in Uganda sowie den Abdruck eines uebersetzten Memory-Books.Henning Mankell 1948 als Sohn eines Richters in Stockholm geboren wuchs in Haerjedalen auf. Als 17-jaehriger begann er am renommierten Riks-Theater in Stockholm das Regiehandwerk zu lernen. 1972 unternahm er seine erste Afrikareise. Sieben Jahre spaeter erschien sein erster Roman Das Gefangenenlager das verschwand . In den kommenden Jahren arbeitete er als Autor Regisseur und Intendant an verschiedenen schwedischen Theatern. 1985 wurde Henning Mankell eingeladen beim Aufbau eines Theaters in Maputo Mosambik zu helfen. Er begann zwischen den Kontinenten zu pendeln und entschied sich schliesslich ueberwiegend in Afrika zu leben. Dort ist auch der groesste Teil der Wallander-Serie entstanden. Ausserdem schrieb Henning Mankell Jugendbuecher von denen mehrere auch in Deutschland ausgezeichnet wurden.
Aidskranken und deren Angehörigen zu sprechen. Im Mittelpunkt dieses Reiseberichts steht die Begegnung mit der aidskranken Christine und ihrer Tochter Aida. Christines Einkommen als Lehrerin reichte aus, eine 16-köpfige Familie zu ernähren, aber nicht, um die notwendigen Medikamente zu bezahlen.Mankell erzählt vom Schicksal der Kinder, denen durch den vorzeitigen Tod der Eltern die Verantwortung für ihre Geschwister aufgebürdet wird. In dem Reisebericht "Die Mangopflanze" macht uns Henning Mankell die größten Probleme Afrikas - Aids und Armut - bewusst und lässt uns an seinen persönlichsten Gedanken teilhaben.
geworden, knüpft mit dem vorliegenden Buch thematisch an seine Afrika-Romane Der Chronist der Winde, Die rote Antilope und Das Auge des Leoparden an. Allerdings handelt es sich bei Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt nicht um eine fiktive Geschichte, sondern um eine autobiographische Reminiszenz, die durch weitere Texte ergänzt wird. Zwar ist Henning Mankell gebürtiger Schwede, seinen zweiten Wohnsitz hat er jedoch in Mosambik, und auf seinen Reisen hat er viele andere Gebiete des afrikanischen Kontinents besucht. Das Buch erzählt von seinen Reisen nach Uganda, seinen Gesprächen mit an Aids erkrankten Menschen und von den Erinnerungsbüchern -- meist mühevoll von Hand geschriebene oder diktierte Lebensbeichten für Kinder, die sich bald ohne ihre Eltern werden durchschlagen müssen. Werner Bauch und Marianne M. Raven von Plan International e.V. berichten über die Arbeit ihres Vereins, der die Kultur der Memory Books mit ins Leben gerufen hat und fördert. Beispielhaft ist das Erinnerungsbuch von Christine Aguga für Everlyn Akoth abgedruckt. Ohne große Abschweifungen erzählt die todkranke Lehrerin ihrer Tochter von ihrer Familie, ihrer Kindheit und Ausbildung, der Entdeckung ihrer Krankheit und dem tapferen und verzweifelten Versuch, mit ihr fertig zu werden. Den Schluss bildet ein kurzer Beitrag von Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung, der mit einigen Zahlen und Fakten zur weltweiten Ausbreitung von Aids aufwartet. Es ist schlicht unmöglich, dieses Buch nach gewöhnlichen, gar literarischen Gesichtspunkten zu beurteilen. Mankell spricht eindrucksvoll und ohne Pathos von seinen Erfahrungen in Afrika. In knappen Worten legt er dar, dass Millionen von Menschen nur deshalb einem baldigen Tod entgegensehen, weil der Preis der durchaus vorhandenen Medikamente ihren Monatslohn um ein Vielfaches übersteigt. Christine Agugas Lebensbericht lässt die von Mankell beschriebene Welt in erschütterndem Maße Wirklichkeit werden -- und das ist wohl auch die einzige angemessene Reaktion auf dieses Buch: Erschütterung und die sich daraus zwangsläufig ergebende Frage, was man selbst dazu beitragen kann, um die bestehenden Verhältnisse zu ändern. Der Reingewinn aus dem Verkauf von Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt geht an das Aidsprojekt von Plan International: ein -- erster -- Schritt in die richtige Richtung. --Hannes Riffel
geworden, knüpft mit dem vorliegenden Buch thematisch an seine Afrika-Romane Der Chronist der Winde, Die rote Antilope und Das Auge des Leoparden an. Allerdings handelt es sich bei Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt nicht um eine fiktive Geschichte, sondern um eine autobiographische Reminiszenz, die durch weitere Texte ergänzt wird. Zwar ist Henning Mankell gebürtiger Schwede, seinen zweiten Wohnsitz hat er jedoch in Mosambik, und auf seinen Reisen hat er viele andere Gebiete des afrikanischen Kontinents besucht. Das Buch erzählt von seinen Reisen nach Uganda, seinen Gesprächen mit an Aids erkrankten Menschen und von den Erinnerungsbüchern -- meist mühevoll von Hand geschriebene oder diktierte Lebensbeichten für Kinder, die sich bald ohne ihre Eltern werden durchschlagen müssen. Werner Bauch und Marianne M. Raven von Plan International e.V. berichten über die Arbeit ihres Vereins, der die Kultur der Memory Books mit ins Leben gerufen hat und fördert. Beispielhaft ist das Erinnerungsbuch von Christine Aguga für Everlyn Akoth abgedruckt. Ohne große Abschweifungen erzählt die todkranke Lehrerin ihrer Tochter von ihrer Familie, ihrer Kindheit und Ausbildung, der Entdeckung ihrer Krankheit und dem tapferen und verzweifelten Versuch, mit ihr fertig zu werden. Den Schluss bildet ein kurzer Beitrag von Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung, der mit einigen Zahlen und Fakten zur weltweiten Ausbreitung von Aids aufwartet. Es ist schlicht unmöglich, dieses Buch nach gewöhnlichen, gar literarischen Gesichtspunkten zu beurteilen. Mankell spricht eindrucksvoll und ohne Pathos von seinen Erfahrungen in Afrika. In knappen Worten legt er dar, dass Millionen von Menschen nur deshalb einem baldigen Tod entgegensehen, weil der Preis der durchaus vorhandenen Medikamente ihren Monatslohn um ein Vielfaches übersteigt. Christine Agugas Lebensbericht lässt die von Mankell beschriebene Welt in erschütterndem Maße Wirklichkeit werden -- und das ist wohl auch die einzige angemessene Reaktion auf dieses Buch: Erschütterung und die sich daraus zwangsläufig ergebende Frage, was man selbst dazu beitragen kann, um die bestehenden Verhältnisse zu ändern. Der Reingewinn aus dem Verkauf von Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt geht an das Aidsprojekt von Plan International: ein -- erster -- Schritt in die richtige Richtung. --Hannes Riffel
geworden, knüpft mit dem vorliegenden Buch thematisch an seine Afrika-Romane Der Chronist der Winde, Die rote Antilope und Das Auge des Leoparden an. Allerdings handelt es sich bei Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt nicht um eine fiktive Geschichte, sondern um eine autobiographische Reminiszenz, die durch weitere Texte ergänzt wird. Zwar ist Henning Mankell gebürtiger Schwede, seinen zweiten Wohnsitz hat er jedoch in Mosambik, und auf seinen Reisen hat er viele andere Gebiete des afrikanischen Kontinents besucht. Das Buch erzählt von seinen Reisen nach Uganda, seinen Gesprächen mit an Aids erkrankten Menschen und von den Erinnerungsbüchern -- meist mühevoll von Hand geschriebene oder diktierte Lebensbeichten für Kinder, die sich bald ohne ihre Eltern werden durchschlagen müssen. Werner Bauch und Marianne M. Raven von Plan International e.V. berichten über die Arbeit ihres Vereins, der die Kultur der Memory Books mit ins Leben gerufen hat und fördert. Beispielhaft ist das Erinnerungsbuch von Christine Aguga für Everlyn Akoth abgedruckt. Ohne große Abschweifungen erzählt die todkranke Lehrerin ihrer Tochter von ihrer Familie, ihrer Kindheit und Ausbildung, der Entdeckung ihrer Krankheit und dem tapferen und verzweifelten Versuch, mit ihr fertig zu werden. Den Schluss bildet ein kurzer Beitrag von Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung, der mit einigen Zahlen und Fakten zur weltweiten Ausbreitung von Aids aufwartet. Es ist schlicht unmöglich, dieses Buch nach gewöhnlichen, gar literarischen Gesichtspunkten zu beurteilen. Mankell spricht eindrucksvoll und ohne Pathos von seinen Erfahrungen in Afrika. In knappen Worten legt er dar, dass Millionen von Menschen nur deshalb einem baldigen Tod entgegensehen, weil der Preis der durchaus vorhandenen Medikamente ihren Monatslohn um ein Vielfaches übersteigt. Christine Agugas Lebensbericht lässt die von Mankell beschriebene Welt in erschütterndem Maße Wirklichkeit werden -- und das ist wohl auch die einzige angemessene Reaktion auf dieses Buch: Erschütterung und die sich daraus zwangsläufig ergebende Frage, was man selbst dazu beitragen kann, um die bestehenden Verhältnisse zu ändern. Der Reingewinn aus dem Verkauf von Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt geht an das Aidsprojekt von Plan International: ein -- erster -- Schritt in die richtige Richtung. --Hannes Riffel
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Erfahrungsbericht von Die_Buchhaendlerin über Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt / Mankell, Henning 6. September 2004
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
durchschnittlich
Unterhaltungswert:
durchschnittlich
Spannung:
ohne Spannung
Pro:
engagiert, aufrüttelnd, ein wichtiges Thema wird gut umgesetzt
Kontra:
keines
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Es scheint, als käme ich zur Zeit nicht los von den Themen Afrika und Aids. Dabei wollte ich doch eigentlich nur den „neuen Mankell“ lesen, so wie ich das bisher immer gleich nach Erscheinen getan habe. Doch dieser neue Mankell ist weder einer seiner beliebten Krimis, noch einer seiner „Afrika – Romane“, nein dieses schmale Bändchen, das man locker an einem Nachmittag ausliest, ist überhaupt kein Roman. Mankell stellt in diesem seinem vielleicht bisher persönlichsten Buch ein Projekt aus Uganda vor, von dem ich bisher noch nie gehört hatte: die „memory – books“, das sind Erinnerungsbücher, die aidskranke Eltern für ihre Kinder schreiben. Kinder, die bald als Waisen zurückgelassen werden und die so wenigstens eine Ahnung davon erhalten sollen, wer ihre Eltern waren und was ihnen als Vermächtnis wichtig ist. Eine Idee, die nicht nur Mankell so faszinierend fand, dass er sich dafür auf jede erdenkliche Art einsetzen möchte, sondern die auch ich selbst ganz großartig finde und sie deshalb gemeinsam mit dem vorliegenden Buch näher vorstellen möchte.
Zum Autor: Ich denke, dass ich nicht mehr viel zum Henning Mankell sagen muss, jeder wird ihn wohl kennen. Für Genauigkeitsfanatiker deshalb nur kurz die wichtigsten Fakten: geboren 1948 in Schweden, lebt abwechselnd in Schweden und Mozambique, ist Schriftsteller und Theaterregisseur, einer der erfolgreichsten lebenden Autoren derzeit.
Zum Buch:
„Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt“ ist jetzt gerade neu im Zsolnay Verlag unter der ISBN 3-552-05297-6 erschienen, umfasst 134 Seiten, kostet 14,90 Euro. Mit dem Kauf dieses Buches unterstützt man Mankells Kampf gegen Aids in Afrika. Der Reingewinn geht an das Aids-Projekt von Plan International.
Zum Inhalt:
Das Buch ist in vier Teile gegliedert: 1. Die Mangopflanze von Henning Mankell (der längste Teil des Buches) 2. Das Memory Book Projekt 3. Christina Aguga: Das Memory Book für Everlyn Akoth 4. Nachwort von Ulla Schmidt, unserer Gesundheitsministerin
1. Henning Mankell berichtet hier auf eine sehr persönliche Art, in der er den Leser direkt anspricht von einer Reise, die er im Jahre 2003 nach Uganda unternommen hatte, um dort mit aidskranken Menschen zu sprechen. In erster Linie geht es ihm wohl darum, das Thema, das tatsächlich eines der brennendsten Themen unserer Zeit ist (auch wenn das viele immer noch nicht zu realisieren scheinen) in Europa noch bewusster zu machen. Aids ist auch hier bei uns alles andere als eine bezwungene oder gar heilbare Krankheit. Dennoch sind die Auswirkungen in Drittweltländern, nicht nur, aber vor allem in Afrika, völlig andere. Wenn ganze Regionen davon bedroht sind, dass praktisch der Teil, der „Wirtschaft“ betreiben kann, der arbeitsfähig ist ,nahezu nicht mehr vorhanden ist, wenn nur noch Alte und Kinder übrig bleiben, der Rest entweder stirbt oder krank dar nieder liegt, kann man sich vorstellen, welche Folgen das haben wird. Kinder, die ohne Eltern aufwachsen, ja, die selbst „Eltern“ sein müssen für ihre jüngeren Geschwister, wie sollen sie eine gute Zukunft für sich und ihr Land bauen können? Mankell beklagt nicht nur das Desinteresse der westlichen Länder, er greift auch ganz hart und klar diejenigen an, die mit ihrer Medikamentenpolitik nur den eigenen Profit retten wollen und völlig die Verantwortung gegenüber den Menschen vernachlässigen, an. Dennoch: man kennt Mankell schlecht, wollte man ihm unterstellen, er sähe die Schuld nur im Westen: genauso hart beklagt er sich über das Tabuisieren der Krankheit in großen Teilen Afrikas, das Verschweigen der Realität aus Scham oder aus Tradition. In seinen Gesprächen mit mutigen Menschen, die öffentlich sagen, dass sie Aids haben und die aufklären wollen, möchte er seinen Teil zur Enttabuisierung beitragen. Auch den entsetzlichen Aberglauben, dass man Aids dadurch heilen könne, indem man mit einer Jungfrau schläft, lässt er nicht außen vor. Dieser Aberglaube führt beispielsweise in Südafrika dazu, dass immer jüngere Mädchen vergewaltigt werden, sogar Kinder, um sicher zu gehen, dass man ja an eine „echte“ Jungfrau gerät. Ebenfalls klar wie nie wurde mir beim Lesen des Buches, dass Aids in Afrika schmerzhafter ist, es ist kein Geld für Pflege da, keins für schmerzlindernde Medikamente und erst recht keines für den Ausbruch der Krankheit verzögernde. In Uganda, übrigens eines der wenigen Länder in Afrika, die mit ihrer aufklärerischen und offensiven Aidspolitik erste Erfolge zu verzeichnen haben im Kampf gegen Aids, gibt es seit einiger Zeit die Institution der Memory – books. Mit Hilfe von Entwicklungshelfern soll es den Kranken ermöglicht werden, für ihre Kinder eine Art Vermächtnis zu hinterlassen. Menschen, die nicht schreiben können, wird ermöglicht, ihre Geschichte entweder zu diktieren, oder sie zeichnen etwas auf, kleben Fotos oder Erinnerungsstücke ein und sorgen so auf sehr individuelle und auch kreative Weise dafür, dass mit ihrem Tod nicht alles verloren geht. Die Tradition der „oral history“ die ja in Afrika viel weiter entwickelt ist als bei uns, verliert naturgemäß ihren Wert, wenn diejenigen, die erzählen sollen und können, nicht mehr leben… Mankell beschreibt vor allem seine Treffen mit 3 Kranken, zwei Frauen und einem Mann (er erzählt, was mich nicht weiter wundert, dass es sehr viel schwieriger war, Männer zu finden, die zum Sprechen über ihre Krankheit bereit waren). Christine, eine Lehrerin, schreibt ein Memory book für ihre Kinder, ihre älteste Tochter Aida (knapp 13) wird nach Christines Tod für die kleinen Geschwister sorgen müssen. Die Mutter bereitet, so gut es geht, alles vor für das Leben „danach“. Welch ein Mut dazu gehört, überhaupt so ein Buch zu beginnen, wurde mir beim Lesen immer klarer, denn es bedeutet, dass das Verdrängen der Krankheit, das So-Tun-Als-Ob, tatsächlich ein Ende hat. Man gibt damit zu, dass der Tod ganz nahe ist – wem kann so etwas schon leicht fallen… Trotz Krankheit und Schwäche schafft es Christine noch, andere Kranke davon zu überzeugen, dass der Rest des Lebens noch einen Sinn hat, dass man es den Kindern zumindest leichter machen kann. Henning Mankell interviewt nicht nur die Kranken und lässt diese zu Wort kommen, er lässt uns auch an seinen eigenen Ängsten teilhaben, Angst vor dem Tod, Angst vor Aids, an Erinnerungen an aidskranke Freunde sowohl in Schweden als auch in Afrika. Er erinnert sich, wann das Thema erstmals in sein Bewusstsein kam und wann er zum ersten Mal merkte, dass hier etwas wirklich „Neues“ passiert. Seine Assoziationen zum Thema Pest ließen mich auch nicht unberührt, nebenbei gesagt. Wenn ich sage, es ist sein persönlichstes Buch, dann mag das auch daran liegen, dass er uns sogar seine Träume, seine Alpträume sowie seine Ängste sehr ehrlich mitteilt. Vor allem aber überzeugt und berührt sein tiefes Engagement, sein Wille und sein Glaube daran, durch seine Arbeit, durch dieses Buch sei noch etwas zu verändern.
2. In diesem sehr kurzen Teil wird von Werner Bauch und Marianne Raven von der Organisation Plan International Deutschland e.V. noch einmal kurz das Memory- Book – Projekt vorgestellt, auch eine Spendennummer unter dem Stichwort „Aids-Waisen in Uganda“ bei der Deutschen Bank Kontonummer 061 2812 02 BLZ 200 700 00 wird hier bekannt gegeben.
3. Christina Agugas Erinnerungsbuch an ihre Tochter Everlyn Akoth wird vollständig abgedruckt. Sie erzählt über ihre Familie, die Familie ihres Mannes, ihren Kampf um Bildung (auch sie Lehrerin), ihre Vorlieben und auch über Everlyn, ihr Kind, als es noch klein war. Mich hat das sehr sonderbar berührt, denn es scheint eine sehr religiöse Frau zu sein einerseits, andererseits ist sie auch voller Hass gegen Teile der Familie ihres Mannes. Sie bemüht sich sehr, objektiv zu schreiben, was ihr nur stellenweise gelingt. Dennoch bin ich ganz sicher, dass es für ihr Kind tatsächlich ein „Vermächtnis“ ist, etwas das bleibt, wenn die Mutter nicht mehr ist.
4. Im ganz kurzen letzten Teil fordert Ulla Schmidt zu größerem internationalen Engagement gegen Aids auf, sie nennt ganz erschreckende Zahlen und Tendenzen. Aids ist praktisch überall (außer in Westeuropa und den USA) auf dem Vormarsch – es wird noch einiges auf die Welt zukommen.
Meine Meinung:
Es gelingt Henning Mankell mit diesem schmalen Büchlein ausgezeichnet, sein Anliegen „rüber zu bringen“. Ich hatte noch nicht erwähnt, dass er sehr stark auch auf ein bestimmtes Mädchen, besagte Aida nämlich, in der er eine Art Hoffnungsträger sieht: ein Kind, das trotz des Todes um sich herum, noch Mangobäume pflanzt, als Zeichen des Lebens. Sein Wunsch ist, dass dieses Mädchen und mit ihm ihre ganze Generation einmal keine „memory – books“ für ihre Kinder mehr schreiben müssen, weil die Krankheit bis dahin besiegt ist.
Er fordert auf, das zu tun, was man eigentlich schon immer sagt: Die Menschen brauchen vor allem Bildung, Schulen, Informationen; wer Zugang zu Informationen hat, wird seltener krank, eine einfache Tatsache, aber offensichtlich schwer durchzusetzen. Er legt sehr viel Wert auf das Wort „Würde“, Würde, die ihm im Gespräch mit den Aidskranken begegnete, von der er ab er auch erwartet, dass man sie den kranken (und gesunden) Afrikanern belässt.
Fazit:
Ein aufrüttelndes, sehr persönliches Buch – eine Art Pamphlet im Kampf gegen Aids, gegen Unwissenheit, gegen Armut und gegen Rassismus. Ich wünsche dem Autor – und noch mehr allen Aidskranken und HIV Positiven in der Welt – viel Erfolg beim Verkauf dieses Buches!
..."Mit meinem geringen Lohn habe ich es immer geschafft, meine Familie zu ernähren. Aber das Geld reicht nicht, um mich vor dem Tod zu schützen."
Mankell setzt sich auch mit der Angst auseinander, die jemand erleidet, wenn er die Gewissheit hat, tödlich erkrankt zu sein. Verdeutlicht wird das Thema Angst durch Episoden aus dem Leben des Autors, in denen er selber unter Ängsten litt.
Und obwohl die Menschen wissen, dass sie sterben müssen, haben sie ... ...Desweiteren: Der Reingewinn des hier besprochenen Buches fließt ebenfalls in das Projekt.
Henning Mankell
Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt
Zsolnay
ISBN 3-552-05297-6
150 Seiten
14,90 Euro
Um es mit Christine zu sagen:
"Niemand soll in Zukunft Erinnerungsbücher schreiben müssen."
In diesem Sinne
09.08.2005
by Himmelssurfer ...
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Unterhaltungswert:
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sehr hilfreich
09.08.2005
Ein Kontinent verwaist Bewertung fürIch sterbe, aber die Erinnerung lebt / Mankell, Henningvon
Bavaria123
Pro: Unglaublich beeindruckend geschrieben Kontra: Die Krankheit und ihre Folgen, Kampf ums nackte Überleben
Ich bin ein bekennender Mankell - Fan. Nicht nur seine Wallander-Kriminalromane, in denen er einen liebenswerten und auf seine Weise faszinierenden Menschen und Kommissar erschaffen hat, auch seine Afrika - Erzählungen, wie "Die rote Antilope" und auch seine Kinder- und Jugendbücher empfinde ich als überaus lesenswert. Da war es für mich mehr als logisch, dass auch sein aktuell in Deutschland erschienenes Buch den Weg in mein Bücherregal gefunden ... ...- ich nahm es kurz in die Hand um nur einmal herein zu schauen. Allerdings konnte ich es dann nicht mehr aus der Hand legen.
= Das Buch =
...dessen Einband man oben anschauen kann, trägt den Titel : "Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt" und ist im Zsolnay-Verlag in Wien im August 2004 unter der ISBN 3- 552 -05297-6 erschienen. Es umfasst 143 Seiten und ich habe es für 14,90 € im Weltbild-Verlag gekauft. Die Originalausgabe ist 2003 unter dem Titel ...
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15.09.2004
Traurige Kinderaugen... Bewertung fürIch sterbe, aber die Erinnerung lebt / Mankell, Henningvon
Christin78
Pro: Man unterstützt mit dem Kauf des Buches Plan International, man bekommt viele Informationen über die Krankheit, es stimmt nachdenklich und weckt auf Kontra: an dem Buch gibt es nichts Negatives, die Krankheit jedoch ist nur negativ
Hallo Ihr Lieben,
Ich möchte Euch heute folgendes Buch vorstellen, geschrieben wurde es von Henning Mankell und trägt den Titel „Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt“
Erschienen ist dieses Buch im Paul Zsolnay Verlag Wien, es hat 142 Seiten und folgende ISBN 3-552-05297-6 und es kostet14,90 Euro. Mit dem Kauf dieses Buches wird Hanning Mankells Kampf gegen Aids in Afrika unterstützt, der Reingewinn geht an das Aidsprojekt von Plan International.
... ...Schweden geboren. Ich denke er ist den meisten durch seine Wallander Reihe bekannt. Neben diesen Krimis schreibt er aber auch über Afrika und diese Bücher sind sehr bewegend und stimmen einen sehr nachdenklich. Bis jetzt bekam er sehr viele Auszeichnungen und viele seiner Romane wurden verfilmt. 2001 gründete er seinen eigenen Verlag und lebt abwechselnd in Schweden und in Afrika.
Wer genauere Informationen über die Werke und das Leben von Henning ...
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Pro: gefühlvolle Beschreibung afrikanischer Probleme, die auch unsere sind Kontra: ---
...- er weiß es nicht, ich weiß es nicht. In diesen Träumen sieht er einen Wald, einen dichten Wald und die Bäume haben Gesichter - afrikanische Gesichter, kranke Gesichter, sterbende Gesichter.
Aber Mankell bleibt nicht beim Bewegtsein. Er kennt die Krankheit, hat im Freundeskreis selbst Menschen gehabt, die an ihr gestorben sind. Heute, so schreibt er, kann man die Krankheit in Europa und Amerika aufhalten, hat die Möglichkeit, das Leben der Infizierten ... ...In Afrika hat man diese Möglichkeit nicht. Es fehlt am Geld und am Willen der Industrienationen und der Pharmaindustrie auf Gewinne zu verzichten. Wie einfach wäre es,
Nachahmerpräparate herzustellen, die weil kostengünstig, auch in Afrika zu bezahlen wären. Wie einfach wäre es, in der Entwicklungshilfe darauf Einfluss zu nehmen, dass diese für Gesundheit und Bildung eingesetzt würde und nicht für Waffen, um irgendwelche Stammeskämpfe ausführen ...
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Pro: Interessante Geschichten der Mädchen, flüssiger Erzählstil Kontra: das wirre Leben des Jesper Humlin
...der angesehensten und meistgelesenen schwedischen Schriftsteller. Er lebt als Theaterregisseur und Autor abwechselnd in Schweden und Maputo/ Mosambik. Mit Kurt Wallender schuf er weltweit einen der beliebtesten Kommissare.
Andere Bücher von HenningMankell: Ichsterbe, aber die Erinnerunglebt
Mörder ohne Gesicht
Hunde von Riga
Die weiße Löwin
***Leseprobe***
Tea- Bag erzählt von ihrem Bruder Mazda, der als Kind aus ihrem Dorf geholt wurde:
"?Kurz darauf kam mein Vater und sagte zu Mazda, er solle ihm folgen. Die Frau, die Brenda hieß, sammelte in den armen Dörfern Kinder zusammen, um sie mit in die Stadt zu nehmen, wo sie dann zur Schule gehen durften. Sie bezahlte dafür. Mein Vater sagte, er habe das Geld selbst gesehen. Was er zuerst für ihren Bauch mit einer Trommel unter der Haut gehalten hatte. hatte sich...
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Pro: ein wichtiges Thema, das zum Nachdenken anregen soll, man erfährt mehr über das Leben illegaler Einwanderer in Schweden und ihre aufgezwungene Anonymität Kontra: Die Einwanderergeschichte rückt zu sehr in den Hintergrund, im Zentrum steht ein unsympathischer und erfolgloser Poet, Sprache nicht überzeugend, viele schwarz-weiß-Zeichnungen, komische Dialoge
...Mankell sein Herzblut in Buchprojekte, die den Leser zum Nachdenken anregen sollen, so z.B. "Der Chronist der Winde", der die Geschichte eines Straßenkindes erzählt, oder "Ichsterbe, aber die Erinnerunglebt", welches das Thema AIDS aufgreift, oder auch "Tea-Bag", das die Geschichte dreier Einwanderermädchen erzählt. HenningMankell pickt sich hier die unterschiedlichsten Themen heraus, die ihm offensichtlich sehr am Herzen liegen. Mit seinen Büchern möchte er etwas bewegen und Themen bekannt machen, die in der Bevölkerung der "Ersten Welt" womöglich nicht so populär sind.
Diese Intention ist sehr löblich, zumal Mankell mit seinen Büchern einen großen Kreis von Menschen erreichen kann, doch leider konnte er mich mit "Tea-Bag" nicht überzeugen. In den Mittelpunkt seines Buches stellt er nicht die Einwanderer, sondern einen eitlen...
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sehr hilfreich 15.08.2005
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