Identität (2003)

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Identität (2003)

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... Wer ist das nächste Opfer des mysteriösen Killers? Und welche Identität verbirgt sich hinter dem Täter, der die Eingeschlossenen immer schneller dezimiert und einem Phantom gleich, immer wieder vom Tatort entkommt und deshalb einfach nicht zu fassen ist?... Kritik Glaubt man den ... Bericht lesen





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Jahrbuch für Pädagogik: Erinnern - Bildung - Identität: 2003
Seiten: 406, Ausgabe: 1., Aufl., Taschenbuch, Lang, Peter Frankfurt
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1-6 von 58 Erfahrungsberichten    
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Es gibt kein Entrinnen
Erfahrungsbericht von winterspiegel über Identität (2003)
08.04.2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Ansprechende Gruselatmosphäre, gute Akteure, Spannung bis zum außergewöhnlichen Ende
Kontra: Viel wurde von bekannten Streifen des Genres übernommen

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Vor nicht all zu langer Zeit las ich ein Buch mit einer sehr ansprechenden und fesselnden Thematik. Jonathan Nasaws Roman „Die Geduld der Spinne“ entführte mich gekonnt in die zwiespältige Gedanken- und Vorstellungswelt eines gefährlichen Killers mit Persönlichkeitsspaltung…

Vorliegender Film erinnerte mich jetzt stellenweise doch wieder sehr an diese Geschichte. Reiner Zufall, oder hatte sich da Drehbuchautor Michael Cooney, nach dessen Vorlage dieser Streifen entstand, hiervon sogar ein bisschen inspirieren lassen?
Da sich diese Frage wohl nie endgültig beantworten lässt, möchte ich dennoch einmal genauer auf den von James Mangold inszenierten Streifen eingehen, der allein schon wegen seiner ungewöhnlichen Machart für Liebhaber von mysteriösen Thrillern mehr als interessant sein dürfte.

Handlung


Ein zur Todesstrafe verurteilter Mörder ist in stürmischer Nacht unterwegs zu einer in aller Eile einberufenen Anhörung. Der aus dem Bett geholte Richter und die Vertretung der Anklage sind ziemlich ungehalten, da die Beweislage nach wie vor im Grunde unumstößlich ist. Doch der Verteidiger ist sich seiner Sache ziemlich sicher. Er lüftet nach und nach den Schleier eines tief verborgenen Geheimnisses, dass seinen Mandanten zu umgeben scheint…

Während eines Unwetters treffen in einem abgelegenen Motel in der Wüste von Nevada nach und nach die unterschiedlichsten Gäste ein, da sie durch die Überschwemmungen von der Außenwelt abgeschnitten wurden.
Der Ex-Bulle Edward (John Cusack) versucht den bunten Haufen eigenwilliger Charaktere zu ordnen, um ihren unfreiwilligen Aufenthalt trotz ihrer aller Nervosität einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Doch als der Polizist Rhodes (Ray Liotta) mit seinem gefangenen Schwerverbrecher auch dort aufkreuzt, und alle Versuche per Funk oder Telefon Verbindung nach draußen aufzunehmen fehlschlagen, eskaliert die Situation im Laufe der stürmischen Nacht.

Die zerstückelte Leiche einer der Hotelgäste wird von Edward gefunden, daneben der Zimmerschlüssel mit der Nummer 10. Der Schuldige ist schnell gefunden. Da der Gefangene sich von seinen Fesseln befreien konnte und auf der Flucht ist, scheint es hier keinen Zweifel mehr zu geben. Doch der Häftling ist ziemlich schnell wieder gefasst und in Ketten gelegt.
Nichtsdestotrotz geht das Töten unvermindert weiter. Immer werden die Zimmerschlüssel in absteigender Nummernfolge neben den Leichen gefunden. Ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Wer ist das nächste Opfer des mysteriösen Killers? Und welche Identität verbirgt sich hinter dem Täter, der die Eingeschlossenen immer schneller dezimiert und einem Phantom gleich, immer wieder vom Tatort entkommt und deshalb einfach nicht zu fassen ist?...

Kritik


Glaubt man den Ausführungen von Mangold, hatte ihn seine Frau die Filmproduzentin Cathy Konrad auf das Drehbuch aufmerksam gemacht. Fest von der Qualität des Scripts überzeugt, machte sich der Regisseur der zuletzt die eher seichte Komödie „Kate und Leopold“ inszenierte selbst an die Arbeit.
In den Sony-Studios entstand eine großflächige Kulissenlandschaft, in der das alptraumhafte Motel nachgebaut wurde, in der der größte Teil der Filmhandlung seinen äußerst düsteren Verlauf nehmen kann. Ein bisschen erinnert dieses abgelegene Hotel an die Räumlichkeiten die Hitchcock so unübertroffen in seinem Meisterwerk „Psycho“ in Szene setzte. Und auch hier wie da bleibt die Identität des Mörders lange im Verborgenen, bevor sich am Ende eine völlig überraschende Wendung der Geschehnisse abzeichnet.

Sicher setzt „Identität“ hier mehr auf einen flotten Horror-Stil á la „Scream“ oder „Final Destination“, dessen Einflüsse jederzeit zu spüren sind (OK, ab und zu wurde auch ein wenig geklaut) aber sich dennoch nicht nur auf ein reines Abkupfern dieser Elemente beschränkt. Es wird z.B. freilich auch hier das allzeit beliebte „10 kleine Negerlein-Spiel“ zelebriert, aber immerhin noch so, dass ein jederzeit spannendes, unvorhersehbares und mysteriöses Geschehen sich entwickeln kann, das den Zuschauer bis zur letzten Minute in seinen Bann zu schlagen im Stande ist.

Die bedrohliche Atmosphäre die durch die Film Noir geprägten Bilder entstehen, ist deshalb fast schon mit Händen greifbar. Auch die im Zusammenspiel mit dem Wolkenbruchartigen Dauerregen und dem unheimlichen Wirken von Licht und Schatten entstandene irreale Stimmung, verfehlt so sicher nicht ihren beabsichtigten Effekt. Daher könnte zu jedem Zeitpunkt hinter jedem verborgenen Winkel des Motels ein neues, düsteres Geheimnis lauern, dass darauf wartet entschlüsselt zu werden. Das Publikum wird deshalb nicht nur einmal in bester Es-ist-nicht-alles-so-wie-es-scheint-Manier von einer falschen Spur zur Nächsten gelockt.

Die Auflösung am Schluss, die mich - wie schon angedeutet – nachhaltig an Jonathan Nasaws Erzählung erinnerte, ist ein wirklich einfallsreiches psychologisch angehauchtes Finale, das man in dieser Form wohl sicher nicht unbedingt voraussehen konnte.
Stellen verschiedene Handlungsebenen in groben Zügen sicher eine Verbindung zum Meisterwerk „Sieben“ her (wer genau hinsieht wird auch eine Brise „Das Schweigen der Lämmer“ ausmachen), wird man aber auch gleichzeitig noch genügend selbst Eingebrachtes vorfinden, das seine Wirkung ganz sicher nicht verfehlen wird.

John Cusack, Ray Liotta und Amanda Peet sind im Grunde die Hauptpersonen um die es bei diesem atmosphärischen Thriller geht, der nachhaltig von der „Schwarzen-Serie“ der 50er-jahre beeinflusst wurde. Cusack gibt hier eine für mich erstaunlich gute schauspielerische Leistung ab, und Ray Liotta ist - wie wohl nicht anders zu erwarten war - auch eine Klasse für sich. Dennoch stahl wie ich finde Amanda Peet, die den Part der Aussteigernutte Paris spielt, den anderen Akteuren wohl ein bisschen die Show. Jederzeit hellwach und lebendig wirkt ihr Charakter wenn sie herauszufinden versucht, wem unter den Eingeschlossenen sie vertrauen kann und wem dann besser nicht.
Die anderen Schauspieler machen ihre Sache auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten recht gut. Herausstechen tut aber allerdings hier nur noch Pruitt Taylor Vince, der den verurteilten Killer spielt, und in dieser kleinen aber feinen Rolle dann auch noch mal einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen kann.

Anmerkung zur DVD:


Die Silberscheibe zum Film bietet ein Extraprogramm das mich voll und ganz überzeugt hat. Schmuckstücke sind hier die beiden Kommentare vom Regisseur und vom Drehbuchautor. Vor allem James Mangold weiß durch seine informative, mit sehr interessanten persönlichen Ansichten eingebrachte Meinung zu überzeugen. Freunde solcher Audiokommentare sollte zumindest mal ein Auge auf dieses äußerst gelungene Feature werfen.
Des Weiteren steht noch ein etwas werbelastiges Making of zur Verfügung, das mittels Interviews und Szenen vom Drehort ein paar weitere Eindrücke zum Streifen vermitteln kann.
Danach gibt’s noch Storybord-Vergleiche, Filmografien, entfallene Szenen und verschiedene Trailer, die darauf warten näher in Augenschein genommen zu werden.

Columbia-typisch wurden hier wieder sämtliche Extras und Kommentare mit deutschen Texten untertitelt. So macht DVD einfach mehr Spaß.

Fazit


Eine vorzügliche Kombination aus klassisch angehauchten Stimmungsbildern, gekonnt eingebrachter Schockeffekte und psychologischen Finnessen wird hier geboten. Das Einbringen von schon aus anderen Filmen bekannten Versatzstücken liegt immerhin noch im akzeptablen Bereich, sodass der Streifen durchaus noch eine wirklich sehenswerte Eigendynamik entwickeln kann. Er dürfte sich deshalb deutlich von der Masse der üblichen Teen-Slasher abheben.

Sich mit den alles in allem hervorragenden Protagonisten auf die Suche des Killers zu begeben, und - sozusagen über ihre Schulter hinweg - die Unwetterumtosten Räume der Hotelanlage zu erkunden, in denen für jeden von ihnen der Tod lauern kann, das ist eine wirklich ausgezeichnete Antriebsfeder und Motivation genug, für ein gebanntes Mitfiebern bei diesem Film.
Wenn dann – bevor der Abspann läuft – noch eine alle in Erstaunen versetzende Schlusspointe ansteht, ist das natürlich noch umso besser.

© winterspiegel für Ciao


   

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